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(009) der Morgen im Cafe

(009) der Morgen im Cafe

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Michael K. Trout


Free Mitglied, Lebensfroh

(009) der Morgen im Cafe

Der Espresso steht in der Tasse, stark, süß, so wie er sein muss, so wie ich ihn liebe. Warum sind Kleinstädte so langweilig? Ich, einer der auszog das Leben und die Frauen zu lieben sitzt hier, durchaus ansehnlich und auch das Geld für diesen und den nächsten Espresso habe ich noch, und trotzdem kommt nicht die hübsche Fee, das Vollweib, Küsst mich, zerrt mich an sich, beginnt sofort mit dem Spiel der Fleischeslust. Keine Fee, kein Vollweib, keine Aussicht auf ein spendiertes Glas Rotwein. Eine Fee würde mir einen ausgeben. Sicher.
Warum sitze ich hier? Ich weiß es nicht. Vielleicht weil ich das Geld für die Fahrkarte in die nächste Großstadt nicht habe. Aber dort sind diese Vollweiber, die sich in gute Feen verwandeln, die mir das Glas Rotwein ausgeben, mir ihren Körper schenken, die mir die Wünsche für den heutigen Tag erfüllen.

Wie einfach ist das Leben in meinen Romanen, wenn die Helden nur den Tag genießen, den ich ihnen auf den Leib schreibe. Kummer und Verzweiflung hält im Durchschnitt nur 10 Seiten, da können die Helden locker drüber weg springen, das Bett einer hübschen Frau finden und für 10 Seiten die lesende Hausfrau alleine mit dem geschriebenen Kummer lassen.
Aber ich habe nicht dieses Glück.
Oder doch?

Der Tag hat gerade erst begonnen. Ich sitze hier, bin der erste Gast, der Tag ist noch frisch, unverbraucht und noch nicht voller Sonnenstrahlen, die heute kommen sollen. Das Versprechen gab mir der Radiosprecher, ein gut gelaunter Mensch, der sicher schon sehr oft in seinem Leben einen Sonnentag versprach um dieses Versprechen im Laufe des Tages zu brechen, weil er den Wetterbericht nicht verstanden hat oder, viel wahrscheinlicher, den Wetterbericht des letzten Jahres verlesen hat.
Nur eines hat er nicht versprochen, er sprach nicht von der Frau, der erotischen Frau, die ich heute finden soll.
Vielleicht kennt er keine Frauen, kenn nicht deren Reize, weiß nichts von den Dingen. Bis vor wenigen Tagen wusste ich auch nichts davon, weil nur meine Romanhelden in meinen Gedanken den willigen Frauen mit der Hand zwischen die Beine fahren um sich an deren entzückten Lauten aufzugeilen.

Die Straße scheint noch zu schlafen, mit allen Autos, Passanten, Kindern und Hunden. Keiner dieser vierbeinigen Menschenfreunde zieht sein Herrchen von Baum zu Baum, zeigt dem Beherrscher des Hundeuniversums die eigentlichen Machtverhältnisse, in dem er seine Exkremente an den Stellen Absetzt, an denen andere Beherrscher des Universums gerne ihre Füße in schnellem Schritt setzen. Die Straße ist leer.
Dieses Cafe ist leer, ich bin der einzige Gast.
Bald werden weitere Gäste kommen, werden den Raum bevölkern und vielleicht ist genau die Frau unter den Gästen, die ich brauche, die ich suche, die ich fühlen will, der ich mit meiner Hand zwischen ihre Beine fahre, die Laute des Entzückens ausstoßen wird.

Ein Auto gleitet die Straße entlang, langsam und erhaben, hält an und mit der Wagentür eröffnen sich für mich neue Sichten.

Wer ich bin, steht im Profil.
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(008) Golfplatz
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Michael K. Trout

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Michael K. Trout

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