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Die Birne von Martina F.

Die Birne


Von 

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23.09.2004 um 23:41 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
ein Birnbaum in seinem Garten stand,
und kam die goldene Herbsteszeit
und die Birnen leuchteten weit und breit,
da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl,
der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
und kam in Pantinen ein Junge daher,
so rief er: “Junge, wiste’ne Beer?”
Und kam ein Maedel, so rief er: “Luett Dirn,
kumm man roewer, ick hebb’ne Birn”

So ging es viele Jahre, bis lobesam
der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fuehlte sein Ende. ‘s war Herbsteszeit,
wieder lachten die Birnen weit und breit;
da sagte von Ribbeck: “Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab”
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
trugen von Ribeck sie hinaus,
alle Bauern und Buedner mit Feiergesicht
sangen: “Jesus meine Zuversicht”,
und die Kinder klagten, das Herze schwer:
“He is dod nu. Wer giwt uns nu’ne Beer?”

So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
der neue freilich, der knausert und spart,
haelt Park und Birnbaum strenge verwahrt. -
Aber der alte, vorahnend schon
und voll Misstrauen gegen den eigenen Sohn,
der wusste genau, was damals er tat,
als um eine Birn’ ins Grab er bat,
und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
ein Birnbaumsproessling sprosst heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab,
laengst woelbt sich ein Birnbaum ueber dem Grab,
und in der goldenen Herbsteszeit
leuchtet’s wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung’ uebern Kirchhof her,
so fluestert’s im Baum: “Wiste’ne Beer?”
und kommt ein Maedel, so fluestert’s: “Luett Dirn,
kumm man roewer, ick gew di’ne Birn”
So spendet Segen noch immer die Hand

des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

(Theodor Fontane)

1/30 sek. f/3,5 Freihand, Tageslicht

Anmerkungen:

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Ralf [K], 24.09.2004 um 6:42 Uhr

warum machste dir nicht mehr licht, dann brauchste dich ned mit so langen belichtungszeiten rumzuschlagen, trotz der langen zeit gute schärfe
lgr



Martina Fuderer, 24.09.2004 um 8:04 Uhr

woher licht nehmen, wenn keins da ist :-)


Ralf [K], 24.09.2004 um 8:32 Uhr

licht machen, lampe, strahler, irgendwas eben ;-)


Elisa Eger, 24.09.2004 um 9:42 Uhr

Spiegelt sich da die Lamellenjalousie im Tropfen?

Du sollst nicht immer zu faul fürs Stativ sein! ;o))) Aber - Ist ja gerade noch mal gut gegangen ... ;o)

Mir ist es etwas zu knapp beschnitten. Weil du sie so zart angeschnitten hast. Auch könnte die dicke gelbe Birne etwas Gegengewicht durch den schönen blauen Hintergrund vertragen.

LG
Elisa



Martina Fuderer, 24.09.2004 um 12:40 Uhr

Nachträglich nicht beschnitten, den Ausschnitt hatte ich so gewählt. Ich wollte so nah ran wie möglich :-) War ein Experiment, aber eins das mir dann gefiel.

Keine Lamellenjalousie, sondern die gestreifte Jalousie des Wintergartens spiegelt sich im Tropfen. Gut beobachtet :-)



Jürgen Roumen, 29.09.2004 um 8:23 Uhr

Im Herbst fällt die Birne vom Baum.
Newton erklärt es mit Schwerkraft.
Ich frage: Warum fällt sie im Herbst ?



Martina Fuderer, 29.09.2004 um 23:24 Uhr

weil sie dann die ganze sonne des sommers getankt hat und am besten schmeckt ... etwas später würde sie anfangen zu faulen und im winter wäre sie gefroren. ;-)


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