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Im Sommer 1979 bekam ich den Auftrag Heidi Brühl für Radio Bremen zu interviewen. Ich kannte sie aus Filmen wie B e k e n n t n i s s e d e s
H o c h s t a p l e r s F e l i x K r u l l (1957) und D i e F r ü h r e i f e n (1957) und hatte 1959 auch ihre erste Soloplatte C h i c o C h i c o C h a r l i e
gehört. 1963 sah ich sie in Hamburg auf der Bühne in dem Musical
A n n i e G e t y o u r G u n von Irving Berlin.
Und nun , 1979, ging sie mit mir ins Cafeteria beim NDR , zwei Stunden vor Beginn der Aktuellen Schaubude.
Sie hatte eine lange Autofahrt von München hinter sich. "Ich sehe wohl fürchterlich aus", meinte sie und sah mich fragend an. "Es wird ein Interview fürs Radio", erwiderte ich. "Das ist prima, dann sieht ja niemand
wie abgespannt ich bin", sagte sie und lächelte.
Das Interview hatten wir schnell im Kasten. Danach tranken wir zwei eiskalte Cola, sie zwei und ich zwei. Und dann unterhielten wir uns über Gott und die Welt - auch über sehr persönliche Dinge.
Bevor sie in die Maske ging, gab sie mir die Hand und umarmte mich:
"Danke für das gute Interview und das schöne Gespräch - und pass gut auf dich auf." "Tschüß , Heidi -und alles Gute für Dich!"
Sie drehte sich noch einmal um und winkte...
Ich habe Heidi nie wieder gesehen.
Heidi Rosemarie Brühl wurde am 30. Januar 1942 in Gräefeling bei München geboren. Bereits als Fünfjährige nahm sie Tanzunterricht. Der Regisseur Harald Braun erkannte ihr Talent und gab ihr 1954 eine kleine Rolle in einem Film.
Doch erst die Immenhof-Filme machten sie in Deutschland bekannt.
Sie spielte dort die junge lebenslustige "Dalli" und sang mit den Kindern aus Malente (zwischen Lübeck und Kiel gelegen) das "Ponylied" (eigentlich gesungen von den Schöneberger Sängerknaben.
Die drei Filme D i e M ä d e l s v o m I m m e n h o f (1955),
H o c h z e i t a u f I m m e n h o f (1956) und F e r i e n a u f
I m m e n h o f (1957) wurden ein Riesenerfolg. Danach beschloss die sechzehn Jahre alte Heidi, zunächst eine Ausbildung zu absolvieren. Sie studierte fünf Jahre Gesang, Tanz, nahm Schauspielunterricht und ließ sich in Englisch und Französisch ausbilden.
1959 schickte Vater Brühl ein Demoband seiner Tochter zur Plattenfirma Philips, die nach weiteren Probeaufnahmen einen Plattenvertrag mit Heidi Brühl abschloss.
Zuerst wurde sie zusammen mit Corina Corten als die "Dolly Sisters" ins Rennen geschickt, doch schon im August 1959 kam ihre erste Soloplatte
C h i co C h i c o C h a r l i e in die deutschen Hitparaden , wo sie bis zum Platz fünf aufstieg. Es folgten bis 1967 zwölf weitere Titel, die sich in den deutschen Hitlisten platzieren konnten.
Den größten Erfolg erreichte Heidi Brühl mit dem Titel W i r w o l l e n
n i e m a l s a u s e i n a n d e r g e h n von Michael Jary. Mit diesem Lied trat sie zunächst in der deutschen Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision 1960 an, landete aber hinter Wyn Hoop nur auf Platz zwei.
Kurz vor ihrem 21. Geburtstag starb Heidi Brühls Vater, der sie bis dahin gemanagt hatte und hinterließ ihr einen großen Schuldenberg. Sie siedelte daraufhin 1964 von München nach Rom um, da sie sich dort einen besseren Einstieg in das internationale Filmgeschäft versprach. Im gleichen Jahr heiratete sie den amerikanischen Schauspieler Brett Halsey. Zusammen hatte das Paar zwei Kinder, Sohn Clayton Alexander Siegfried und Tochter Nicole.
1970 ging sie in die USA, wo sie in Las Vegas zusammen mit Sammy Davis Junior und anderen amerikanischen Showstars in einer Bühnenshow auftrat. Dort erhielt sie auch zahlreiche Engagements in TV-Produktionen, unter anderem in C o l u m b o (1972).
Anfang der 1980er Jahre kehrte Heidi Brühl, inzwischen geschieden, endgültig nach Deutschland zurück. Sie gründete einen eigenen Musikverlag und wurde auch als Produzentin tätig.
Zu ihren letzten Filmrollen gehörten Auftritte in den TV-Serien E i n F a l l
f ü r z w e i und P r a x i s B ü l o w b o g e n (beide 1987).
Heidi Brühl starb im Alter von nur 49 Jahren am 8. Juni 1991 in Starnberg während einer Brustkrebsoperation. Sie wurde auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt
(Alter Teil, Grab Nr. 142e_UW-31).
Auch ich kann mich sehr gut an die brühl erinnern, ja und wenn jemand schreibt - kenn ich nicht - nun dann sagt dir daraus in etwa das alter des oder derjenigen lg - lucia
Meiner Ansicht nach..., hat " kenn ich nicht ", nichts mit dem Alter zu tun...( Allgemeinwissen ? ), mein Sohn ist 32 und kennt Heidi Brühl.
Ich habe als Teenager Heidi Brühl geliebt, ich fand sie in den IMMENHOF - Filmen immer soooo tolllll..:-)))
Dass sie so früh gestorben ist, hat mich damals traurig gemacht !
Danke, für diesen Bericht und für's Foto.
N.
Ich habe sie auch sehr gemocht. Vielleicht auch wegen des gemeinsamen Vornamens. Chico Chico Charlie war ein Gassenhauer in meiner Kindheit. Ich habe nicht gewußt, daß Heidi Brühl ihn gesungen hat, aber ich habe den Text heute noch einigermaßen drauf :
Chico Chico Charlie, laß doch die Frauen
Du sollst doch nicht immer nach andren schaun.
Wenn ich einmal das Gleiche tu', dann hast auch du doch keine Ruh
Oh Chico Chico Chico Chico Charlie
Chico Chico Charlie, du hast doch mich
Ich bin doch so schrecklich verliebt in dich
Auf einer Bank im Mondenschein kannst Du doch nur mit einer sein
Oh Chico Chico Chico Chico Charlie
Mehr weiß ich nicht mehr, aber das Langzeitgedächtnis funktioniert noch ganz gut. Unser Kater heißt übrigens Chico :-)))
Danke für's Erinnerungen zurückbringen !
LG Heidi
...ich lande gerade auf das 'Heidi Brühl'-Interview..(ist zwar schon von 2007 , hoffentlich darf ich noch eine Anmerkung schreiben...) und ich freue mich immer, wenn sie nicht in Vergessenheit gerät. Ich erinnere mich sehr genau an sie, weil ich sie auch persönlich kannte, aber nur kurz, weil ich 1981 Deutschland verlassen habe. Damals war ich sogar die "rheinische
Doppelgängerin"...tja das ist schon lange her und der Zahn der Zeit hat schon feste genagt... Wen es interessiert, darf gerne mal in meine Heidi-Souvenir-Homepage schaun: http://www.heidizwei.gyf.in
Danke nochmal für den schönen Artikel ! Brigitte (Balgo)