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geboren um zu leben.. von Doris H

geboren um zu leben..


Von 

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25.10.2010 um 6:45 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
Eine Geschichte für meine liebe Nachbarin Claudia, die sich in den letzten Wochen so liebevoll um mich gekümmert hat. Und deren kleiner Sohn Marc nun genau ein Jahr tot ist und der heute 9 Jahre alt geworden wäre.

....


,Die Geschichte von Gotami und dem Senfkorn

Zur Zeit des Buddha lebte eine junge Frau, Namens Gotami, ihr einziges Kind starb als es ein Jahr alt war. Von Trauer überwältigt, den kleinen Körper fest umklammernd, irrte sie durch die Strassen und flehte jeden um Hilfe an. Alle Menschen die sie auf der Strasse traf fragte sie, „Wisst ihr eine Medizin, die meinem Kind das Leben wiedergeben kann?“ Einige ignorierten sie, andere lachten sie aus, wieder andere hielten sie für verrückt.

Schliesslich traf sie einen alten weisen Mann, der ihr den Rat gab, sie solle zum Buddha gehen, das sei der einzige Mensch der ihr vielleicht, helfen könnte. Also ging sie zum Buddha, legte ihm den Körper ihres Kindes zu Füssen und erzählte ihm ihre Geschichte.

Der Buddha hörte sie mit unendlichem Mitgefühl an und sagte ihr sanft:

„Es gibt nur ein Mittel gegen dein Leiden geh hinunter in die Stadt und bring mir ein Senfkorn mit, aus einem Haus, in dem noch nie jemand gestorben ist.“

Gotami war erleichtert und machte sich sofort auf in die Stadt.
Beim ersten Haus, klopfte sie an und fragte: „Habt ihr Senfkörner? Dabei muss man wissen dass im alten Indien jedes Haus Genug Senfkörner hatte. „Natürlich haben wir Senfkörner, war die Antwort, Gotami war schon glücklich über die Antwort, da fragte sie doch noch, „ist in diesem Haus schon einmal jemand Gestorben.“ “ Ja letztes Jahr der Grossvater“.

Und Gotami ging zum nächsten Haus und fragte, „der Buddha schickt mich, ich soll ihm ein Senfkorn bringen, aus einem Haus indem noch nie jemand gestorben sei;“ „In diesem Haus sind schon viele Menschen gestorben“, bekam sie zur Antwort. So ging sie zum nächsten Haus und stellte die gleiche Frage „In unserer Familie hat es zahllose Todesfälle gegeben“, sagte man ihr. Und so war es auch im dritten und vierten Haus, bis sie in der ganzen Stadt gefragt hatte und erkannte, dass der Auftrag des Buddha nicht zu erfüllen war.

Da brachte sie den Körper ihres Kindes zum Verbrennungsplatz und nahm endlich Abschied von ihrem Kind und kehrte zum Buddha zurück. „Hast du den Senfsamen?“ fragte er sie.

„Nein“, antwortete sie. „Ich fange an zu verstehen, was Ihr mich lehren wolltet. Trauer hat mich geblendet und mich glauben gemacht, nur ich allein hätte unter dem Zugriff des Todes zu leiden.“ „Warum bist du zurückgekehrt?“ fragte der Buddha. Und sie erwiderte „Um Euch zu bitten, mich die Wahrheit zu lehren – über den Tod und was jenseits des Todes liegt, und ob es in mir etwas gibt, das nicht stirbt.“

Der Buddha begann sie zu unterrichten: „Wenn du die Wahrheit von Leben und Tod verstehen willst, musst du ohne Unterlass über folgendes nachdenken:

„Nur ein Gesetz im Universum ändert sich niemals!
„Alle Dinge wandeln sich und nichts ist dauerhaft. Alles ist vergänglich und unbeständig.

Es gibt nur einen Weg, der aus dem unaufhörlichen Kreislauf von Geburt und Tod hinausführt, den Pfad der Befreiung. Da der Schmerz dich jetzt bereit gemacht hat zu lernen, und sich dein Herz der Wahrheit zu öffnen beginnt, werde ich ihn dir zeigen.“

(Sogyal Rinpoche, The Tibetan Book of Living and Dying, S. 46)
nacherzählt von zentao



ein Lied für euch beide....eurer Lied.... ihr wisst....
http://www.youtube.com/watch?v=PXa93KSJyyY&feature=related

Anmerkungen:

d1w.gifBitte melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.





Rout66, 25.10.2010 um 6:55 Uhr

diese Geschichte berührt,
sie gibt keine Antwort auf die Frage auf das "Warum",
kann sie auch nicht,
aber sie hilft, die Trauer zu bewältigen,
ein langer und schmerzhafter Prozess,
aber Teil unseres Lebens,
und gemeinsam gelingt diese Bewältigung besser als allein zu sein im Strudel der schmerzhaften Gefühle.
lg



Valdy, 25.10.2010 um 7:00 Uhr

aber wenn man es ganz genau nimmt, muss man alleine damit klar kommen - den schmerz kann man einem nicht nehmen, auch wenn man anders denkt!!!

vlg Valdy



Doris H, 25.10.2010 um 7:03 Uhr

nein keinen kann einem den Schmerz nehmen Valdy. Das wäre auch nicht sinnvoll. Aber man kann ihn teilen...vor allem mit Menschen die ähnliche Erfahrungen gemacht haben...Das lehrt mich diese Geschichte...

LG Doris



Harald Köster, 25.10.2010 um 7:06 Uhr


Ja, man kann ihn insofern teilen, dass man sich tragen helfen lassen kann. Und das ist ein Segen...
Ein schönes Foto, Doris - ich weiß noch, wie wir es auf dem Display angesehen haben; ich stand neben Dir!! :-)

Auch von mir alles Gute an Claudia. Und an Dich sowieso...

LG Harald



Stefan Jo Fuchs, 25.10.2010 um 7:07 Uhr

diese geschichte lehrt auf sehr kluge und eindringliche art, was für uns doch immer unfassbar zu bleiben scheint: das der tod zum leben gehört, dass er uns alle trifft und betrifft. ich weiß nicht, ob das dem trauernden trost bieten kann, aber für dich, mindetens so sehr für deine nachbarin, wünsche ich es sehr.
das bild mit der von hinten augenommenen grabfigur strahlt eine besondere traurigkeit aus.
lg stefan



Doris H, 25.10.2010 um 7:09 Uhr

ja ich weiß lieber Harald, du stehst so oft neben mir....und zu mir. Danke!
Marco, Astrid und Timmy langweilten sich, Martin war wieder einmal im Alleingang dort unterwegs ...aber am Schluß trafen alle wieder zusammen und gingen dann zusammen weiter in Heidelberg bummeln....

LG Doris



Iris Linder, 25.10.2010 um 7:16 Uhr

Auch ich habe einen geliebten Menschen verloren, eine meiner Töchter.
Ich ahne, wie Dir zumute ist und Du liebe Doris, gehst den für Dich richtigen Weg.
Ja, man muss diesen Schmerz alleine ertragen - aber deshalb nicht einsam sein. Es ist so wichtig von anderen Menschen gehalten zu werden - ein unendlich großes Geschenk, mitten im schwersten Verlust!
Alles Liebe für Dich und Deine Wegbegleiter von Iris



just a moment, 25.10.2010 um 7:18 Uhr

Die Geschichte ist sehr bewegend und wenn ich eines weiß, dann ist es , dass uns den Schmerz niemand nehmen kann, aber ihn mit anderen zu teilen hilft über die Zeit der Trauer hinweg und kann das Leben erträglich machen.... vergehen wird er nie ganz........
Liebe Grüße
Petra



Mati S., 25.10.2010 um 7:33 Uhr

ach liebe Doris am frühen Morgen
so viel trauriges zu sehen zu lesen...
ein Kind zu verlieren...
die Angst hatte ich nach dem Tof meines Mannes so stark, daß ich dachte, ich würde aus diesem Kreis nicht mehr ausbrechen können.
Ja man kann - wid getragen von außen - doch mit der Trauer leben lernen kann man nur allein!
Liebe Grüße Mati



Sylvia Schulz, 25.10.2010 um 8:01 Uhr

ich finde es sehr schön von Dir wie Du in Deiner Trauer auch an Deine Mitmenschen denkst und es war ja auch gerade Deine Nachbarin, die Dir neben vielen anderen zur Seite stand. Aber letztendlich ist man doch irgendwo allein.
Diese Geschichte hast Du wieder sehr gut gewählt,
es grüßt Dich Sylvia



Marguerite L., 25.10.2010 um 8:33 Uhr

Oh, liebe Doris, so wunderschön ist die Geschichte,
und auch das Lied, weisst Du, ich denke oft an Dich ...
Nun gehe ich auf Reisen ... bis dann alles Liebe
Marguerite



Günter K., 25.10.2010 um 8:56 Uhr

Wichtig scheint, nicht in Trauer zu verharren, ausschließlich rückorientiert zu leben. Trauer gehört zu unserem Leben, auch wenn man dieses nagende, seelen-zerreisende Gefühl verzichten könnte. Sie hat einen Platz wie überbordende Freude. Das Leben ist wie eine Gratwanderung oder ein Seiltanz, wobei die gegensätzlichen Gefühle die Parierstange sind. Das ist natürlich sehr leicht daher geschrieben. Und glücklich kann man sich schätzen, Freunde zu haben, die beistehen, sozusagen „Ersthelfer“ sind. Ein naher Verwandter war in der angesprochenen Lage. Glücklicherweise „kam dann“ ein Mädchen. Das verstorbene Kind ist immer präsent, und es war schön es vierzehn Tage in sein Herz geschlossen zu haben. LG Günter


Doris H, 25.10.2010 um 9:09 Uhr

Günter, es war und bleibt ihr einziges Kind
Ich glaube zwar nicht das ein neues Kind das andere ersetzen kann und darf, aber ich denke es hilft den Eltern wieder nach vorne zu blicken und die Gegenwart zu leben.

Der Tod verändert alles. Er ist ein großer Bruch im Leben, mehr für die Hinterbliebenen als für die Toten selbst. Wenn man sich nicht scheut die Trauer mit all ihren Facetten zu akzeptieren und anzunehmen und ihr den Raum und die Zeit zu geben, die ihr zusteht dann kann man auch irgendwann wieder offen und bereit für Neues werden. Die Geschichte verdeutlicht das so treffend....

LG Doris



Stropp, 25.10.2010 um 9:15 Uhr

Das trifft mich ins Herz, Doris, dieses wunderschöne - gesichtslose! - Portrait der Trauer und die Geschichte dazu, das Schicksal Deiner Nachbarin. Ich denke, wenn der eigene tiefe Schmerz den Menschen empfindsam macht für das Leid anderer, das ist wie ein Wiederhall der eigenen Liebe für den Verstorbenen, ein Vermächtnis unserer Verstorbenen, das nur wir erfüllen können. Es bleibt ja Raum für den eigenen Schmerz, aber wir schaffen auch Räume für andere Leidende. Das hat mich oft getröstet in den letzten Monaten.
GLG Ana



Doris H, 25.10.2010 um 9:24 Uhr

Liebe Ana,
du weißt wovon du sprichst......
Ja ebenso empfinde ich es auch...Danke auch für deinen Anruf!

GLG Drois



Helmut Johann Paseka, 25.10.2010 um 12:06 Uhr

. . Du "bewegst" vieles, . . dass sonst in uns starr verwaltet wird, . .
herzlichst Helmut



Bibo Rosie, 25.10.2010 um 13:51 Uhr

So eine traurige und doch liebevolle Geschichte.Der Schmerz bleibt, nur der Fochus verändert sich . Der Schmerz wird nicht mehr der Mittelpunkt sein. Und dies kann man nur mit lieben Menschen gemeinsam schaffen. GLG..Rosie


B.K-K, 25.10.2010 um 13:58 Uhr

mich Helmut nur anschließen kann ...

HG Brigitte



hanna wagner, 25.10.2010 um 18:45 Uhr

meist wird aus der Trauer irgendwann die Freude, diesen Menschen gekannt zu haben.


Benita Sittner, 25.10.2010 um 23:04 Uhr

...sehr ruührend...für Euch alle viel Kraft und Zusammenhalt....LG Benita


Harald Köster, 26.10.2010 um 6:48 Uhr


Du warst gerade mit diesem Foto auf der deutschen Titelseite, Schätzchen. Unter: "Fotos von anderen Fotografen"! :-)))

LG Harald



Doris H, 26.10.2010 um 7:58 Uhr

hab ich verschlafen Harald, Ich hab die halbe Nacht geräumt :-)

LG Doris



ELEIRBAG, 26.10.2010 um 8:30 Uhr

Trauer ...
ausgedrückt in Wort, Bild, Musik...
Freundschaft...
ausgedrückt durch Nähe, Zuhören, erinnern, lachen...
(manchmal) öffnet man sich -
dann öffnen sich Herzen und man wird in schwerer Zeit getragen.

Meine Gedanken und Erfahrungen ...
Alles, alles Liebe für Dich und alle Trauernden
Gabriele



Gabi Anna, 26.10.2010 um 21:02 Uhr



wir werden untröstlich bleiben...
immer wieder...

in liebe
gabi anna



LauraFlorence, 26.10.2010 um 23:01 Uhr

Diese Geschichte passt hervorragend zu Eurer Situation.. Ihr habt beide erlebt, was es heißt, einen geliebten Menschen zu verlieren.. drum war es für Nachbarin sicher auch selbstverständlich, Dir jetzt beizustehen. Den schönen Rücken der Dame meine ich schon mal gesehen zu haben :-)
LG Laura



Anoli, 27.10.2010 um 0:18 Uhr

Ein Kind zu verlieren ist besonders grausam!
Schön, Deine Anteilnahme und die kleine Geschichte.....
LG Ilona



Jola Bartnik-Milz, 31.10.2010 um 11:36 Uhr

Deine Bilder durch das Geschriebene und ein "Stück" Musik nehmen eine Gestalt auf, erzählen eine Geschichte, die voll Emotionen ist. Manchmal sind das traurige Emotionen, manchmal nicht, aber immer erzählen sie von Menschen...also von uns, daher lassen uns nicht anonym bleiben. Du bist für mich eine wahre Bereicherung für FC.
Jola



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