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Das pure Entsetzen von Norbert REN

Das pure Entsetzen


Von 

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12.07.2012 um 18:21 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
dOCUMENTA 13
Man möchte nicht wahrhaben, was man sieht:
Man betritt einen abgedunkelten Raum und sieht rechts eine kurze Filmsequenz in Form einer Endlosschleife. Ein Mann steht mit leicht ausgestrecktem Arm, in der Hand ein Handy. Plötzlich sackt er in sich zusammen, Mann und Hany stützen zu Boden. Kurze rückwärts laufende Sequenz, und alles beginnt von vorn.
Die gegenüberliegende Wand ist im Foto zu sehen. Schnell merkt man, was hier gezeigt wird.
In der Tat handelt es sich um Bilder, die Opfer der syrischen Revolution, von ihrer eigenen Hinrichtung im Angesicht des Todes mit dem Mobiltelefon aufgenommen haben. Die Bilder sind authentisch, und stammen aus dem Netz.
Wer hierzu nichts schreiben möchte............ ich kann es verstehen.

(Rabih Mroue` ,geb 1967 in Beirut, zu seinem Beitrag gehört auch eine Vortragsperformence im Staatstheater Kassel))

Anmerkungen:

d1w.gifBitte melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.





Bettina Stein, 12.07.2012 um 18:23 Uhr

deine leicht verrauschte aufnahme wird dem ganzen gerecht......ich werde es nicht werten....
LG Bettina



MacMaus, 12.07.2012 um 18:30 Uhr

...schon das zu lesen ist gruselig!!
das, wie in der Dokumenta zu sehen muß bedrohlich... beängstigend... aufwühlend und schockierend wirken!! Ich glaube nicht, das ich solche Bilder, Filme oder ähnliches in der Kunst einreihen würde. Was wird von Rabih Mroue damit beabsichtigt???
Grüße von Gaby ...die hier auf die übliche Grußformel verzichtet



EL-SA, 12.07.2012 um 18:30 Uhr

Unglaublich, und unvorstellbar...
vg elsa



ElkeS., 12.07.2012 um 18:39 Uhr

Die Menschheit wird nicht schlau und die Greultaten hören nicht auf. Aber in der heutigen Zeit wird das mit Hilfe der modernen Medien umgehend in die Welt getragen und es wird unmöglich sein das Geschehen zu verleugnen; weder jetzt noch in der Zukunft.
LG Elke



Christine Ge., 12.07.2012 um 19:07 Uhr

Da fehlen mir die Worte - dennoch: gut, dass es gezeigt wird (auf der documenta und auch hier)
Gruß Tina



KHMFotografie, 12.07.2012 um 19:10 Uhr

... das ist unvorstellbar!

LG. kalle



Dietmar Stegmann, 12.07.2012 um 19:11 Uhr

Deine Beschreibung jagt einem kalte Schauer über den Rücken.
Ob solche Bilder politisch etwas bewirken oder den einzelnen in seinem Denken und Handeln beeinflussen? Ich glaube nicht. Außer einem persönlichen Grusel bleibt nichts. Das ist wohl die harte Wahrheit.
VG Dietmar



Sylvia Schulz, 12.07.2012 um 19:35 Uhr

Eigentlich wollte ich mir in diesem Jahr die Dokumenta auch mal ansehen, aber es hat wieder einmal nicht geklappt. Allerdings bei der Doku, die ich bisher von Dir sah, bin ich nun auch nicht mehr traurig darüber
lg Sylvia



Huetteberg, 12.07.2012 um 19:45 Uhr

man sollte aus den Greultaten A n d e r e r keine Kunst machen...
aber mit der Moral hat man es heutzutage ja nicht so
LG bernd



andrea aplowski, 12.07.2012 um 19:49 Uhr

Ich finde es gut und richtig das du dies Bild mit der dazu gehörenden Erklärung zeigst.
Aber ob das in einer Kunstausstellung gezeigt werden sollte ist eine ganz andere Frage.
lg andrea



Sibille L., 12.07.2012 um 19:58 Uhr

Es gibt immer Menschen, die sich diese Bilder anschauen. Ich habe dafür kein Verständnis.
LG Sibille



Kalmia, 12.07.2012 um 20:15 Uhr

heftig.
LG, Karin



Norbert REN, 12.07.2012 um 20:38 Uhr

@ Huetteberg und Andrea Aplowski, Sibille L.
Wir sollten nicht vergessen, das die Menschen , die diese Bilder gemacht haben, jetzt tot sind.
Ihr letzter Wunsch war ihre Mörder anzuklagen.
Die ganze Welt sollte sehen, dass an ihnen Gräueltaten verübt wurden.Die ganze Welt sollte das sehen.
Wäre es moralisch, diesem Wunsch nicht zu entsprechen ? Wegschauen ist aber erst recht keine Lösung, das hatten wir schon zu oft.
@ Dietmar Stegmann.
Ich glaube ganz fest, dass die Kunst Vorgänge bewusst machen kann.
Ändern muss es dann der Mensch.
Thematisch erinnert mich das, was ich hier sehe an Käte Kollwitz.
Urteile nun selbst ob ihre Bilder direkt was bewirkt oder verändert haben.





andrea aplowski, 12.07.2012 um 21:00 Uhr

Norbert, es geht nicht ums wegschauen. Das dürfen wir natürlich nicht.
Mir geht es darum das ich diese Taten und ebenso diese Bilder nicht als Kunst verstehe.
Ich sehe auch keine Kunst darin abgehäutete Tiere auszustellen. Und das ist natürlich bei weitem das kleine Problem.
lg andrea



Sibille L., 12.07.2012 um 21:01 Uhr

Norbert, Du hast ja Recht. Selbstverständlich respektiere ich den Wunsch der Opfer, daß ihre Mörder bestraft werden. Es muß schrecklich sein, seinen eigenen Tod zu filmen.
Aber seit Monaten wird darüber diskutiert, wie man den armen Menschen helfen kann und nichts geschieht, weil sich die Regierungen nicht einigen können. Das Massaker geht weiter. Da frage ich mich doch, wer da wegschaut.
LG Sibille



(M)Ein-Blick, 12.07.2012 um 21:26 Uhr

da bleiben einem die Worte ohnehin im Halse stecken.
Gruß Gerda



eMM-eFF, 12.07.2012 um 21:28 Uhr

Warum sollte man daraus keine Kunst machen? Ich habe die Bilder gesehen.... weitaus weniger reisserisch als vieles andere was uns tagtäglich zugemutet wird. Allerdings gelingt es dem Künstler einen zum nachdenken zu bringen.... zu berühren... Das schaffen all die schnellen Medien TV Netz etc. doch schon lange nicht mehr.
Mein Verständnis hat der Künstler!!!

Gruß
mf




Inge Striedinger, 12.07.2012 um 21:30 Uhr

Vielleicht werden Menschen ja irgendwann menschlich .... sowas geht tief
LG Inge



Walter Brants, 12.07.2012 um 22:01 Uhr

Mir fehlen die Worte.
VG von Walter



Cécile Fischer, 12.07.2012 um 22:03 Uhr

Dein Titel sagt es! Das pure Entsetzen...
Man kann sich nur fragen, wann wird die Menschheit endlich menschlich? .........
Liebe Grüsse,
Cécile



christine frick, 12.07.2012 um 22:26 Uhr

Unglaublich aber so ist oder war das Leben.
LG Chris



LIBOMEDIA, 12.07.2012 um 22:26 Uhr

Ich finde es wichtig, dass die Welt davon erfährt.
Und die Kunst kann hierbei einen Beitrag leisten.
lg*Rainer



Dietmar Stegmann, 12.07.2012 um 22:42 Uhr

@Norbert REN Ich habe mich gerade in der letzten Zeit intensiv mit der Kunst von Käte Kollwitz auseinandergesetzt. Die Kollwitz-Kunst mit diesem dargestellten Grauen zu vergleichen halte ich nicht für angemessen.
Kollwitz komprimiert das Leid zu einer Aussage, die für den Betrachter im Dialog erfahrbar ist. Die realen Schreckensbilder schaffen eine Distanz zwischen dem gezeigten Grauen und dem Betrachter. Hier gibt es nur den Fluchtgedanken, sich damit nicht auseinandersetzen zu müssen.
VG Dietmar



Danny Haack, 12.07.2012 um 22:45 Uhr

Warum verbindet man das Wort "menschlich" immer noch mit "gut"??? Mir kommen da immer öfter Zweifel!
lg Danny



Irina Born, 12.07.2012 um 22:57 Uhr

Ich bin total Schockiert und sprachlos!!!!
Irina



Akamay am Fluss, 12.07.2012 um 23:20 Uhr

„Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg setzt der Menschheit ein Ende.“
John F. Kennedy

Stellt sich nur noch die Frage= WIE?
LG Akamay



jbd68, 12.07.2012 um 23:21 Uhr

*


Norbert REN, 12.07.2012 um 23:59 Uhr

@ Dietmar Stegmann
Ich erlaube mir hier keinen Vergleich, im Gesamtwerk sondern schrieb oben:
Thematisch erinnert mich das, was ich hier sehe an Käte Kollwitz.
Ich hatte im Oktober 2010 ausgiebig und lange die Möglichkeit sehr vielen Originalen , Kohlezeichnungen und Skulptur gegenüber zu stehen, und hatte auch dort das kalte Grausen.
Insbesondere, wenn noch Elend Hunger, und das Leid der Kinder noch dazu kam.
Ich denke mal, der von Dir erkannte Unterschied liegt daran, das die zwei Weltkriege hinter uns liegen, die Kriege und Revolutionen die hier thematisiert sind, sind aktuell, , und noch nicht ansatzweise gelöst, klar, dass die Distanz da sehr viel geringer ist.
Wieso Du Dich mit den aktuellen Problemen nicht auseinandersetzen willst, sondern lieber fliehen, weiß ich nicht.













Dietmar Stegmann, 13.07.2012 um 8:29 Uhr

@Norbert REN
Vor dem Problem kann man nicht fliehen. Das hast Du falsch verstanden. Aber gezeigte unerträgliche Bilder führen nicht zu einem intensiveren Verantwortungsbewußtsein.



Trautel R., 13.07.2012 um 8:31 Uhr

du hast recht, auch mir fehlen hier die worte.
lg trautel



Hans-Dieter Illing, 13.07.2012 um 10:58 Uhr

Du hast mir die Augen geöffnet. Ich hatte das Kunstwerk einfach nur zur Kenntnis genommen und mich nicht näher damit beschäftigt.
So wie man die vielen Zeitungsberichte über Syrien zur Kenntnis nimmt und sich in der Regel auch nicht näher damit beschäftigt, weil es ja noch so viele andere Dinge gibt.

Der Hintergrund ist aber in der Tat schrecklich und unfassbar. Da filmen Leute ihren eigenen Tod. Das verweist auf unendlich und unbeschreibbar viele Dimensionen. Mich z.B. würde interessieren, warum sie im Angesicht ihres Todes immer noch die Video-Kamera hochhielten. Aber diese Frage könnten sie wohl nur selbst beantworten, wenn sie es noch könnten. Und, ich lebe in einem Land, in dem man bei Demonstrationen i.d.R. nicht Gefahr läuft, erschossen zu werden. Vor etlichen Jahrzehnten und Jahrhunderten war das mal anders hier. Damals gab es Kohlezeichnungen, heute gibt es pixelige Videobilder. Ich überlasse es dem jeweiligen Betrachter, ob dies ein Gewinn oder Verlust an Darstellungskraft darstellt und ob dies noch unter Kunst fällt.

Übrigens, so schrecklich sehen diese Bilder gar nicht aus, wenn man, wie ich vor drei Wochen, den Hintergrund nicht kennt. Das meiste vom Schrecken passiert also in der eigenen Phantasie. Und vielleicht erschreckt man ja in Wirklichkeit immer auch ein Stück vor sich selbst?



Marianne Th, 13.07.2012 um 14:51 Uhr

Grausam ist der Inhalt deiner Info, gut,daß die Bilder verschwommen sind.
Es verschlägt mir die Sprache.
LG marianne th



Wolfgang Joest, 13.07.2012 um 15:35 Uhr

Es ist halt nicht alles Rosamunde Pilcher!

Fotografien sind Dokumentationen und gehören zum Alltag.



Lutz-Henrik Basch, 13.07.2012 um 18:02 Uhr

Dieser Alltag ist entsetzlich - vielerorts in der Welt und nicht nur in Syrien.
Deshalb beschränke ich mich auf das was ich von Dir sehe: Eine ausgezeichnete Dokumentation in Bild und Schrift. Gute Arbeit, Norbert!
LG Lutz



Lara Mouvée, 13.07.2012 um 20:11 Uhr

was ist Kunst?

Kunst ist nicht nur ästhetisch schön, sie sollte auch immer was mit dem realen Leben zu tun haben. Es ist für mich eher die Frage, ob das, was heutztage oft als Kunst bezeichnet wird, Kunst ist. Manche "Kunstwerke" refelektieren gar nichts, sie sind dekorativ und das wars.

Den Vergleich mit Käthe Kollwitz finde ich spannend und bedenkenswert.
Zu Ihrer Zeit gab es kein Handy, wer weiß was sie gemacht hätte.

Man kann hier sicherlich auch nicht die Bilder im einzelnen als Kunstwerk bezeichnen,

Es ist die gesamte Situation im Raum
und sie ist nicht aufdringlich und im ersten Moment auch nicht gruselig
sie verstört, man kann auch erst gar nicht unbedingt erkennen um was es geht (wie ja auch Hans.Dieter schreibt)
und schade, wenn
@ Sylvia Schulz nicht hingehen will.

der Raum schüttelt einen nicht durch -
erst wenn man bereit ist, sich näher mit dem Inhalt zu befassen, es an sich heranzulassen
begegnet man ihm

"Das pue Entsetzen" ich weiß nicht, ob der Titel zu reißerisch ist.

Ich finde es bemerkenswert, dass Du Norbert hier diese Diskussion angestoßen hast (vielleicht geht das nur mit so einem Titel) und auch durchstehst.

Gruß
Lara






Erhard Nielk, 13.07.2012 um 20:23 Uhr

........seit menschen gedenken gibt es mord
und totschlag, aus den unterschiedlichsten
gründen, die für nachfolgende generationen
fast nie zu verstehen sind und .....die frage
nach dem warum? wehm hat es genützt?
.............und seit jahrtausenden berichten
menschen in bildern darüber.
auch die grossen alten meister in ihren
gemälden.
heute ist die welt jeden tag im wohnzimmer
und die medien überschütten uns mit infos.

................ich war wie viele hier geschockt,
als ich den text las.......ich überlegte lange,
ob das in eine ausstellung gehört, deshalb
schreibe ich erst heute.

Ich bin zu dem ergebnis gekommen. JAAA !

das muss gezeigt werden auf der documenta.
das ist sogar sehr gut, weil der besucher nicht
von vielen nachrichten berieselt wird,
sondern allein mit der furchtbaren tatsache
fertig werden muss, die er bestimmt nicht
so schnell vergisst.

ich verneige mich vor den toten,
auch vor ihrem mut.

erhard




Markus Novak, 13.07.2012 um 20:42 Uhr

Danke Norbert!


LindeA., 14.07.2012 um 17:30 Uhr

Erschreckend!

LG
Linde



regina brühl, 14.07.2012 um 18:20 Uhr

mit solchen handy-videos sollte man vorsichtig sein.sie sind nicht immer was sie vorgeben zu sein
so mancher fake wurde schon als echt gepostet und dann als falsch entlarvt



K.-H.Schulz, 15.07.2012 um 9:17 Uhr

Nicht so genau hingucken und schnell vorbeigehen ,ganz wichtig. Und aber sehr komitent wirken
LG:karl-Heinz



Ruth U., 15.07.2012 um 17:41 Uhr

Da fehlen mir die Worte, Norbert .... aber Dein Bild finde ich sehr gelungen, es gibt die Stimmung klasse wieder.
LG Ruth



Ivonne Harenburg, 15.07.2012 um 20:36 Uhr

Das Bild ist sehr gut und ich wäre auch entsetzt über die Authentizität.

Wenn man die Documenta als "Dokumentation" versteht ... Kunst ist das m.E. nicht

LG Ivy



David H Thomas, 16.07.2012 um 7:51 Uhr

fantastic


Peter Kahle, 16.07.2012 um 13:28 Uhr

Die Präsentation dieses Bildes passt hervorragend zu diesem bedrückenden und erschreckenden Thema.
Liebe Grüße Peter



EL-SA, 16.07.2012 um 18:25 Uhr

@jule43: Tatsache ist dass die Hingerichteten ihre eigene Hinrichtung filmen! Vermutlich weil sie 'uns da draußen' damit etwas mitteilen, aber sicher nicht ärgern wollen, wie Du schreibst.


jule43, 16.07.2012 um 18:45 Uhr

Ich kann es einfach nicht fassen....

LG JUle



WendenBlende, 18.07.2012 um 23:14 Uhr

Jeder Getötete ist ein Opfer - ein Opfer in einem Stellvertreterkrieg der Großmächte um Einfluß, Rohstoffe und Macht.
Und daher ohne Weiteres vergleichbar mit Opfern früherer Kriege und Auseinandersetzungen um Macht.
Kunst? Zumindest Dokumentation, die unter dem Schild "Kunst" mehr Beachtung findet als in unserer Tageszeitung. Und deshalb auch legitim ist.



Norbert REN, 19.07.2012 um 9:17 Uhr

@ WendenBlende und Ivonne Harenburg
die Frage, ob Kunst oder nicht, ist hier eindeutig zu bejahen.
Auf meinem Bild ist ja nur die linke Wand der Rauminstallation zu sehen, und bei dieser zugehörigen Performance im Staatstheater war ich auch nicht.
Sicherlich wird diese Kunst im Kunsthandel keine Rolle spielen.
Der Autor ist auch mehr Filmemacher, und Theatermensch.
Auch nur reiner Dokumentation wird schon lange der Kunststatus nicht abgesprochen.
Spätestens seit der documenta 6 als die Bechers ihre SW Fotos von Wassertürmen ausstellten, zweifelt keiner mehr ernsthaft daran.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_und_Hilla_Becher


Wir tun gut daran, unseren individuellen Kunstbegriff auszuweiten.

LG. Norbert



WendenBlende, 19.07.2012 um 11:30 Uhr

@Norbert: guck mal auf das Fragezeichen...


Hans-Dieter Illing, 19.07.2012 um 18:31 Uhr

In einer Tageszeitung würden diese Fotos nicht landen, weil sie konkret kaum etwas zeigen. So unscharf und ungenau wie sie sind lassen sie Raum für die eigene Phantasie, Raum für etwas Neues. Sie stellen damit auch gleichzeitig den Wahrheitsgehalt von Bildern und dem Internet in Frage, weil man ja nicht viel erkennt. Man muss glauben, was man sieht, bzw. was im Internet dazu stand. So gesehen ist es für mich eindeutig Kunst, weil es über das reine zeigen und dokumentieren hinausweist.

Für mich gibt es aber noch einen weiteren, wichtigen Unterschied. Wären die Fotos schärfer, exakter, hätten sie vielleicht Eingang in eine Tageszeitung gefunden, und wären dann nach ein paar Tagen in Vergessenheit geraten. Als ungenaues Kunstwerk bleiben sie dagegen viel länger im Gedächtnis. Sie werden quasi zeitlos, und bekommen etwas Ewiges.

Zu den Becher-Bildern möchte ich noch sagen, dass nicht allein die Abbildungen zur (zeitlosen) Kunst wurden, sondern auch ihre Präsentation. Also die Anordnung verschiedener Hochöfen, Wassertürme und Zweckbauten nebeneinander, das so erst Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Objekte aufzeigte. Das gab es bis dato nicht. In einem Fernsehbericht hörte ich mal, dass die Kunstwelt ganz versessen in die Art der Präsentation ist, während die Fotografen die einzelnen, exakten Fotografien mögen.



Felicitas W., 21.07.2012 um 13:30 Uhr

... bewegend!
VG Fee



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