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Naht ihr euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch ich wohl, euch diesmal festzuhalten?
Fühl ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?
Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten,
Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt;
Mein Busen fühlt sich jugendlich erschüttert
Vom Zauberhauch, der euren Zug umwittert.
Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage,
Und manche liebe Schatten steigen auf;
Gleich einer alten, halbversunknen Sage
Kommt erste Lieb' und Freundschaft mit herauf;
Der Schmerz wird neu, es wiederholt die Klage
Des Lebens labyrinthisch irren Lauf,
Und nennt die Guten, die, um schöne Stunden
Vom Glück getäuscht, vor mir hinweggeschwunden.
Sie hören nicht die folgenden Gesänge,
Die Seelen, denen ich die ersten sang;
Zerstoben ist das freundliche Gedränge,
Verklungen, ach! der erste Widerklang.
Mein Leid ertönt der unbekannten Menge,
Ihr Beifall selbst macht meinem Herzen bang,
Und was sich sonst an meinem Lied erfreuet,
Wenn es noch lebt, irrt in derWelt zerstreuet.
Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen
Nach jenem ernsten, stillen Geisterreich,
Es schwebet nun in unbestimmten Tönen
Mein lispelnd Lied, der Äolsharfe gleich,
Ein Schauer faßt mich, Träne folgt den Tränen,
Das strenge Herz, es fühlt sich mild und weich;
Was ich besitze, seh' ich wie im Weiten,
Und was verschwand, wird mir zu Wirklichkeiten.
Quelle: Johann Wolfgang von Goethe: "Faust, Der Tragödie erster Teil" (Zeilen 1 bis 32)
Besonders aber laßt genug geschehn!
Man kommt zu schaun, man will am liebsten sehn.
Wird vieles vor den Augen abgesponnen,
So daß die Menge staunend gaffen kann,
Da habt Ihr in der Breite gleich gewonnen,
Ihr seid ein vielgeliebter Mann.
Die Masse könnt Ihr nur durch Masse zwingen,
Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus.
Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;
Und jeder geht zufrieden aus dem Haus.
Gebt Ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken!
Solch ein Ragout, es muß Euch glücken;
Leicht ist es vorgelegt, so leicht als ausgedacht.
Was hilft's, wenn Ihr ein Ganzes dargebracht,
Das Publikum wird es Euch doch zerpflücken.
(Faust, Vorspiel auf dem Theater)
Hier ist das Wohlbehagen erblich,
Die Wange heiter wie der Mund,
Ein jeder ist an seinem Platz unsterblich:
Sie sind zufrieden und gesund.
(auch faust, zweiter teil)
@Roland: keine Panik Mann nicht, sind alle lange genug tot ...
Gewiß! das Alter ist ein kaltes Fieber
Im Frost von grillenhafter Not.
Hat einer dreißig Jahr vorüber,
So ist er schon so gut wie tot.
Am besten wär's uns zeitig totzuschlagen.
Der Teufel hat hier weiter nichts zu sagen ...
...Euch guten Kindern laß ich's gehen;
Bedenkt: der Teufel, der ist alt,
So werdet alt, ihn zu verstehen!
Ihr seid vielleicht versaut, bei euch gefällts mir.
Oh mann, jetzt bin ich nicht nur unter die Denker geraten, sondern auch noch die Dichter. Auch wenn's alles schon irgendwo geschrieben steht....
Roland, sind jetzt die Pastellfarben dran? Steh ich nich so drauf, aber andere. Mach nur weiter, läßt Dich ja sowieso nicht stoppen. Im Mai hab ich Urlaub, da darfst Du dann auch mal pausieren ja. Sonst muß ich soviel nacharbeiten...
VG I.-L
Diese Jungs haben Klasse
Man sollte sie zu Königen machen
diese alten Männer
die sich Zigaretten drehen
in Zimmern, die so klein sind
dass einem jeder Schatten
vertraut ist;
Für sie
hat sich alles
verflüchtigt
wie ein Lichtschimmer
unter der Tür
aber
sie wissen
um den Verlust
und ertragen ihn;
Betrogen und
auf Null gebracht
warten sie auf den Tod
mit der Nachsicht und Geduld
einer Mutter, die ihrem Kind
beibringt, wie man
mit dem Löffel isst;
Für sie ist
alles hin
wie eine Rose im Maul
eines Schweins;
der Brand der Städte
muß einmal genauso
gewesen sein.
Dabei könnten sie
noch einmal hochkommen
diese Jungs
wie Müllautos
bebend vor Liebe;
aufstehen wie Lorca
von seinem Feldweg
mit einem weiteren Gedicht;
Auferstehen
wie Lazarus
und staunend
feststellen
dass noch
Weiber leben
und sich dann besaufen
besaufen
bis alles wieder
so traurig
in Scherben fällt.