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Pentacon F, 50 mm, ISO400, Tageslicht...wieder da, das war das aus versehen geloeschte...
Mit seinem Dichterblick gefaellt er mir am besten der Schriftsteller und Grafiker Paul H. Sukowski...mein lieber Wahlgrossvater...
Diesmal gibts ich einen Auszug aus einer Kurzgeschichte....
aus: "Woher sie kam, wohin sie ging...Eine Gaengeviertelskizze"
Nicht nur der schmale, windschiefe Kattengang war in abendliches Blau gehuellt, das ganze Gaengeviertel schwamm in diffusem Licht und ueberm Sandfleet wehten silbergraue Nebel. Nur ueber Heino Brecks "Paradieshof" gluehte schon in muedem Rot die Ampel vor sich hin, mit dem alten Schriftzug "Bille-Bier". Wie jeden Abend spiegelte sich in Palle Luemanns Samowar, den hatte sich der alternde Dichter damals mitgebracht aus dem lettischen Riga, lange bevor ihn ein tueckisches Leiden namens Malaria zwang, den Seemannsberuf aufzugeben und Dichter zu werden, ein ziemlich erfolgloser, wie man zugeben muss...
Nun sah Palle Luemann hinunter auf den "Paradieshof", sehnsuechtig und apathisch zugleich. "Schall ick, oder schall ick nich...", dachte er, entschloss sich dann aber doch, die Kneipe zu besuchen. Vielleicht stand das Maedchen ja doch hinterm Tresen. Wie hiess sie nur gleich - Inse? Seltsamer Name! Nie gehoert! So raetselte man im Viertel: War sie nun aus Finnland oder ais dem Litauischen? Jedenfalls: eines Tages war sie da, mit einem kleinen Maedchen, weizenblond und schraegaeugig, das sie Lenka rief; mietete eine winzige Kellerwohnung (Kattengang 7)und richtete sich eine Werkstatt ein: "Kunsttoepferei & Porzellanmanufactur" - manchmal half sie auch aus, in Heino Brecks "Paradieshof". Wie an jenem Herbstabend, wo der Sturm vom Strom her ziemlich ruepelhaft durch den Kattengang fauchte, wo die aschblonde Inse dem eisgrauen Palle einen heissen Eiergrog servierte, was die ganze Kneipe zum Wiehern brachte, was Heino Breck, den weissblonden Wirt und Muskelprotz, sogar zu einem augenzwinkernden:"Dat gibbt Kraft!" ermunterte. Die Inse verstand es nicht, der Palle ueberhoerte es, nur Manda Breck, Heinos alte, halbtaube Mutter, nuschelte ein verwaschenes:"Hol du dien Muhl, Jung!"durch den blauen Tabakrauch...
Es war noch garnicht solange her, da hatte die Inse den Palle in seiner kleinen Mansarde gesund gepflegt, mit viel starkem Tee und goldgelber Huehnerbouillon. So kam man sich naeher. Nur ueber den Samowar lies Palle Luemann nicht mit sich reden! Inse wollte ihn kaufen, als Blickfang ihrer Toepferei, doch er thronte nach wie vor - einsam und stolz - zwischen Palle Luemanns Buechern. Er wurde langsam alt und blind (...der Samowar!) Palle hingegen wurde zusehends juenger, daran war die Inse nicht ganz schuldlos. Als Weihnachten nahte, tappte der Palle schon wieder ueber verschneites Kopfsteinpflaster, behutsam gefuehrt von Inses kleiner Tochter Lenka...
Um Sankt Katharinen herum war Christmarkt, wie jedes Jahr. Die mueden, bruechigen Fachwerkhaeuser waren festlich illuminiert (...wie jedes Jahr) und der alte Aalweber versuchte mit seinem "Aale, Aale!" gegen das heisse Orchestrion anzukraechzen. Wie gesagt: alles war wie jedes Jahr! Nein, nicht alles! Etwas war neu: Heino Breck war anders: aus dem blonden Gastwirt und Spassvogel war ein "Don Enrique" geworden. In ein zu enges, gruen-weiss-rotes Trikot gezwaengt und mit schwarzer Peruecke praesentierte sich der Kroeger als Meistersinger von Madrid.
Der naechste Morgen war der letzte, der die Inse herueberhuschen sah, von Palle Luehmanns Mansarde (Kattengang 4) in ihre (Inses) kuschelige Toepferwerkstatt. Jener Christmarktbesuch war Palle Luemanns Todesurteil - er wusste es nur noch nicht...
Natuerlich ist die Geschichte hier nicht zuende...sie faengt fast gerade an...
das Schoenste, was ich dazu mitbekommen habe war die Widmung von Paul:
Durch viele Gaenge meines langen Lebens,
in manchem Viertel suchte ich nach dir,
das grosse Gluecklichsein blieb meist vergebens,
und erst im Herbst begegnetest du mir,
fast alle Traumgebilde sind zerbrochen,
noch eh`sie richtig war geworden sind.
Dazwischen ein paar zauberische Wochen,
und dafuer dank ich dir, mein schoenes Kind!
@Stefan: danke
@Anschie: auch danke...(-;
@Udo: nochmal danke.
@Melanie: nein, muede war er nicht, sondern hellwach, wenn sein Blick ins Abschweifen geriet war er am Denken.
@Patrick: und manchmal bleibt mehr als die...
LG Isis
la estrategia de la simplificacion heres una herramienta con la que trabajo todos los dias en mi oficio de tradutor.
tambien lo tento aplicar quando hago retratos (portraits), porque quiero, con passos simples, dar "todo el campo" aquel que yo registo en una imagen.
aqui- con esto tu trabajo - tenemos el mas puro ejemplo de como la tecnica estratejica de simplificar un retrato, hace del una pura raridad, porque de calidad superior.
te congratulo por la excelencia deste portrait!
(lo que escriviste lo voy a ler despues. ahora me quedo con la imagen)
es ist wirklich ein wunderbares portrait,
wie ich schön lange keines mehr gesehn habe,
klasse ausdruck und nachdenklicher blick
lg doc
Das Alter
Und wir beim Plaudern und genießen,
uns das Weinchen schmecken ließen.
Heute suchst du nur noch Stätten,
die noch Reize für dich hätten.
Doch heut fehlt er dir, der Freund,
mit dem gelacht du und geweint,
der dein Innerstes genau gekannt,
manchen Kummer hat gebannt.
Immer kleiner wird der Kreis,
der von deinem Leben weiß.
Was du kannst, wo du kommst her,
A keinen interessiert es mehr.
Kurzlebig ist heut` die Zeit,
die nach Sensationen schreit.
Ist`s ein Wunder, daß man dann,
pessimistisch werden kann?
Erstmal lieben Dank vorab, an alle, die mir hier was geschrieben haben, habe momentan leider gaaanz wenig Zeit, deshgalb keine Meldung, hoffe, es wird wieder besser...tja, Job zuerst und wenns nachts und am WE auch nochn ist.....
@Christian: danke, das ist ja ueberwaeltigend.
@Hans-Juergen: mach dich auf...ich hoffe, derer gibt`s noch mehr...
@João:muchisimas gracias por tus palabras, las sé a adorar.....a mi siempe me ha encantado la purez de una cara con todas sus expresiones.......que más se necesita.....es demasiado!
@Thomas:danke
@Dirk: und genau das soll es sein, ich glaub, wenn ich das nicht so machen koennte....koennte ich es lassen, denn nur so fangen Portraits an zu leben, zu erzaehlen. Der Betrachter erhaellt somit den Blick des Fotografen.....der transportiert Stimmung und Ausdruck und wie jemand gesehen werden wird....
@Conny: auch dir danke...ausnahmsweise "eine Meinung"? glaub ich nicht. (-;
@Doc: Wenn Paul je diese Zeilen gelesen haette, ware diese Frau auch in seinem Interior gelandet. Sie druecken genau das aus, was er dachte und reklamierte.......und er war pessimistisch, bisweilen, genau deshalb, aber, er gab nicht auf, nie, er machte immer weiter. DSas Schoene war er drueckte sich in vielen Sprachen aus und hatte sogar den Jargon der Jugend drauf, ohne die seine Texte wohl auch nicht das Leben in sich truegen, wie sie es tun. Er liebte die Konversation mit den Menschen und in Folge natuerlich auch die Diskussion.......ich glaube genau dadurch begriff er die Charaktere....so genau und er hoerte zu und alles Gehoerte verwandelte sich in geschriebenes Wort....
@Stefan: te lo agradezco
@Sandra: danke, so seh ich das auch.
@Wolfgan: dank dir.
@Wurznsepp:es gab nie einen Moment in dem man keine Geschichten hoerte..........da waren die noch nichtmal aufgeschrieben....
@Hardy: ich weiss, du hast trotzdem genug gesagt....(-;
@Linus: du weisst!
@Hartwig: Glueck gehabt? Na solange das Original existiert???
@Jens: ach soooooo, platt, ich, jetzt!
@Johann: danke, freut mich.
LG an alle Isis
Die Anmerkungen der Schreiber unter diesem Bild sagen alles...
darum schlage ich dieses Bild vor!
Aussergewöhnliches Portrait eines aussergewöhlichen Menschen!
Ich hätte ihn gerne gekannt!
Ich sage nur was zum Foto, da ich den Text nicht gelesen habe (Zeitmangel). Mich spricht es an - auch durch die leicht verschwommenen Gläser der Brille. Als richteten sie den Blick ein wenig nach innen.
Seit Monaten betrachte ich die Kunst von Isis und bin von Ihr total begeistert. Sie hat schlechte Bilder (ausschlisslich selten, veil weniger als ich:)), sie hat gute Bilder (viel mehr als ich :( ) und sie hat hervorragender Bilder, von welchen ich nur träumen kann. Wie dieses Bild von Heute. Gut gemacht, Isis! Psychologisch pervektes Portrait. Pro.
LG V
Es wird Zeit, sich zu bedanken, nachdem ich erstmal eine ganze Zeit benoetigte um dieses Ergebnis zu verarbeiten....man rechnet ja lieber mit dem Schlimmsten.......nun ist alles anders.
So geht natuerlich mein erster Dank an Hans Eder, der nicht das erste Mal den Versuch gestartet hat ein Portrait von Paul in die Galerie zu bringen. Einer, der weiss, was mir diese Bilder bedeuten und mit wieviel investierter Emotion ich es schaffte, diesen Poeten abzulichten........der wollte das Fotografieren naemlich garnicht. Er hats dann irgendwann vergessen und war von seinen Bildern total ueberrascht.
Dank auch an die, die dem Bild ihr Pro gaben.....vielleicht sogar noch die Zeit aufbrachten sich die nur angefangene Geschichte durchzulesen - keine Angst ihr werdet sie ganz bekommen....noch sind mehr Bilder fuer den Text vorhanden.
Und fuer die ehrlichen Contras, wenn auch teils ohne Begruendung, bedanke ich mich...wie war das mir Kritik, die bringt einen nur weiter....
Eins der schoensten Geschenke.....seit langem.....alles in Allem.
LG Isis
ein sehr sehr schönes Portrait, bei dem ich nur nachfragen muss, ob das rechte Auge von uns aus gesehen, etwas verschwommen ist oder ob das nur durch die Brille kommt?!!!!
bis dann + LGs! KLASSE!
flo
@Ralf: danke
@Charito: si y muchos más....lo sabes, por eso más me alegro tanto.
@Hans: nochmal (-:
@Michael: yey, en español, y bien como leo. Si él era de las personas más importantes que he conocido. Me alegro tambien, que leíste el cuento y que te gusta.
@Florian: danke erstmal....ja das mit der Brile ist so: ich glaub garnicht, dass er durch diese beschmierten Glaeser noch was gesehen hat...es gibt so auch ein Bild ohne Brille, weil die habe ich dann erstmal geputzt, aber so ist auf jeden Fall realistisch.
LG Isis
Hans Eder, 9.11.2003 um 14:08 Uhr
Die Anmerkungen der Schreiber unter diesem Bild sagen alles...darum schlage ich dieses Bild vor!
Aussergewöhnliches Portrait eines aussergewöhlichen Menschen!
Ich hätte ihn gerne gekannt!