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Wieder ein Naziaufmarsch, wieder vom Gericht in Bautzen zugelassen, diesmal aber mit bisher nicht gekannter Gewalt - von der Polizei für einige hundert Meter frei geprügelt. Die Szenen am Augustusplatz werden mir nicht aus dem Kopf gehen. Friedliche Gegendemonstranten, auf der Straße sitzend (und einige wenige Autonome daneben), davor die Wasserwerfer der Polizei. Barfüßige Hippiemädchen werden von der Straße geprügelt und herausgezerrt, Rentnern wird Pfefferspray oder Reizgas ins Gesicht gesprüht. Freunde, die friedlich am Gegenprotest teilnehmen, bekommen die Knüppel der Polizisten zu spüren. Als die Wasserwerfer später den Augustusplatz freiräumen und die Menschen flüchten, knüppeln berittene Polizisten auf sie ein. Und wenig später hält Neo-nazi Worch in Goebbels-Manier seine Abschlusskundgebung ab. Ich habe mich fremd in meiner Stadt gefühlt, in meinem Land. Wie lange will das Gericht in Bautzen diese Geschehnisse noch zulassen? Bis es den ersten Toten gibt?
Martin Becker, 04229 Leipzig
Ich muss mich immer wieder über die Sorge wundern, dass die Ausschreitungen bei Gegendemonstrationen das Image der „Stadt der friedlichen Revolution" beschädigen sollen. Was das Bild Leipzigs tatsächlich beschädigt, ist die Tatsache, dass es 16 Jahre nach der Wende von den einst 100 000 Demonstranten nicht einmal ein Zehntel für nötig erachtet, den Marsch der Neonazis zu verhindern.
Florian Berger, 04317 Leipzig
Das Bild vom 2. Mai auf Seite 11 hat einen hohen Symbolgehalt, der ihm die Aufnahme in zukünftige Geschichtsbücher sichert. Es zeigt, wie die Staatsmacht einer Demokratie mit Polizeieinsatz und Wasserwerfern den Neonazis den Weg frei macht. Sicher ist die Demonstrationsfreiheit ein wichtiges demokratisches Gut. Aber hier wird mit den Steuergeldern der Bürger eklatant gegen die Interessen der Bürger gearbeitet. Es gibt doch wohl keinen Zweifel, dass die überwiegende Mehrheit der Leipziger die provokanten Aufmärsche des Herrn Worch strikt ablehnt.
L. Stange, 04275 Leipzig
Ich will diese drei Leserbriefe vom 4. Mai 2005 aus der LVZ hier noch einmal wiedergeben, weil, wie ich finde, darin die wichtigsten Kritikpunkte am Umgang des Staates mit dem Problem des Neonationalismus gut zusammengefasst wurden.
hab in nürnberg ähnliches erlebt, nur nicht in der härte...es ist schon erschreckend. super festgehalten, durch die leichte unschärfe kommt es als momentaufnahme gut rüber
gerade die durchgehende unschärfe finde ich nicht gut. eindrücklicher wäre es bestimmt gewesen, wenn das verzerrte gesicht des mädchens scharf gewesen wäre.
schau dir mal die bilder von felix an. die finde ich ziemlich gelungen:
Ganz hervorragendes Dokumentationsfoto.
Ein Bild das bewegt.
Gerade die Unschärfe der Demonstrantin bringt die Dynamik und Emotion ins Bild.
vG Albrecht
Super Foto!
Leider nimmt die rechtextreme Szene überall in Europa zu! Bei uns in der Schweiz ist es genau das selbe Bild, indem den Nazis einen Weg durch die Gassen freigeprügelt wird damit sie auch sicher ihre Parolen kundgeben können!