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Burg Nideggen von Harald Kilsch

Burg Nideggen


Von 

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13.10.2007 um 22:54 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures  by the senders.
Burg Nideggen wurde von den Grafen von Jülich im strategisch wichtigen Grenzgebiet zur damaligen Herrschaft Monschau errichtet. Sie sollte das geerbte Gebiet der Grafen gegen die Interessen des Erzbischofs von Köln sichern.

Den Grundstein zur Burganlage legte im Jahr 1177 Wilhelm II. mit dem Bau des Bergfrieds, der in Sichtweite zur Reichsburg Berenstein errichtet wurde. Diese lag ca. 3 km östlich und wurde um 1090 erbaut. Nach ihrer fast völligen Zerstörung um 1200 diente sie als Steinbruch für den Ausbau des Nidegger Burgturms. Es heißt, die gelblichen Quader von Berenstein seien deutlich von den roten Steinen der ursprünglichen Bausubstanz zu unterscheiden.

Der Bau wurde von Wilhelm III. fortgeführt. Auch dessen Nachfolger lag wie seinen Ahnen im Streit mit Kurköln. Nach einer erfolgreichen Schlacht ließ Wilhelm der IV. 1242 den damaligen Erzbischof Konrad von Hochstaden für neun Monate im Verlies der Bergfrieds einkerkern. Dieser war nicht der einzige, der die Mauern des dunklen Gefängnisses kennen lernte. Bereits einige Jahre zuvor (um 1214) hatte der Herzog Ludwig von Bayern dort "Quartier nehmen dürfen". Und auch Konrads Nachfolger auf dem Stuhl des Kölner Erzbistums, Engelbert II. von Falkenburg, wurde von den Jülicher Grafen dort in der Zeit von 1267 bis 1271 für mehr als drei Jahre gefangen gehalten.


Burg Nideggen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Zeichnung von Renier RoidkinUnter Gerhard von Jülich wurde in der Nähe des Burgfleckens planmäßig die Ansiedlung "Nydeckin" gegründet, der er 1313 das Stadtrecht verlieh.

Einen Ausbau erfuhr die Anlage ab 1340 durch Wilhelm V. und seinen Sohn Herzog Wilhelm I., die mit dem Palas auf Nideggen einen der größten Saalbauten im Rheinland erbauen ließen. Mit ähnlichen Ausmaßen konnten im Spätmittelalter nur noch der Kaisersaal des Aachener Rathauses und der Gürzenich in Köln aufwarten. Wilhelm I. war es auch, der Burg Nideggen 1356 zum Hauptsitz seines Geschlechts machte.

Nach dem Tode Rainhalds von Jülich, kam die Burg an die Familie von Berg, deren Oberhäupter sich fortan Herzöge von Jülich und Berg nannten.

Mit Erlöschen des Jülich-Bergschen Hauses kam Nideggen 1511 in den Besitz des Herzogtums Kleve.

Erbstreitigkeiten des Hauses Kleve mit Kaiser Karl V. um das Herzogtum Geldern, gipfelten im Geldrischen Erbfolgekrieg (auch bekannt als Jülicher Fehde), in dessen Verlauf Burg und Stadt Nideggen 1542 durch kaiserliche Artilleriegeschütze zerstört wurden.


Burg NideggenAuch 1689 blieb der Anlage ein solches Schicksal nicht erspart. Sie wurde im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges von Truppen Ludwigs XIV. ein weiteres Mal ausgeplündert und niedergebrannt. Erdbeben in den Jahren 1755 und 1878 taten ihr Übriges. Die Burg verfiel zu einer Ruine, die in Einzelteilen an verschiedene Personen verkauft oder verpachtet wurde.

Erst auf Initiative der Nideggener Bürgerschaft wurde dem ein Ende gesetzt. Gemeinschaftlich wurde die Burganlage gekauft und 1905 dem Kreis Düren geschenkt, in dessen Besitz sie sich auch heute noch befindet.

Ab 1901 wurde die Burg erstmalig wieder aufgebaut und als Heimatmuseum genutzt, doch Angriffe während des 2. Weltkrieges verursachten Schäden an der Bausubstanz in bis dato nicht gekanntem Ausmaß. Erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts begann man mit dem erneuten Wiederaufbau. Durch erste Maßnahmen wurde die romanische Pfarrkirche des Burgfleckens restauriert. Anschließend erfolgte die Restaurierung des Wohnturms in seiner ursprünglichen Form. Einhergehend mit der Eröffnung des ersten Burgenmuseums in Nordrhein-Westfalen in seinem Inneren, erhielt er 1979 auch wieder ein Dach.

Anmerkungen:





Jens G. Martens, 13.10.2007 um 23:01 Uhr

Schön in Farbe und Kontrast.
Auch der Schnitt ist gut gewählt.
LG Jens



Gerlinde File , 14.10.2007 um 1:19 Uhr

Haben die das Schloß aus dem darunterliegenden Felsgestein gebaut - oder hat das irgendwie abgefärbt?
LG .... Gerlinde



Baschdel , 18.10.2007 um 0:00 Uhr

Schönes Motiv und eine tolle Bildaufteilung. Sieht aus als ob es einfach aus dem Fels gemeißelt worden wäre.

VG Basti



Hans-Reiner Bohn , 24.10.2007 um 20:46 Uhr

Die passende Ausschnittwahl!
Läßt dieses herrliche Bauwunder noch imposanter erscheinen!
Schön daß es auch mal jemand gibt, von dem man anhand der Beschreibung sieht - das Bild soll auch Anderen Nachhilfe in Geschichte geben!
Danke, hat Spaß gemacht!
Reiner



Perry Blevins , 25.10.2007 um 19:17 Uhr

Nice presentation of the castle. Well composed and nice sharpness.
Regards,
Perry



OIWEIDRAWIG , 6.11.2007 um 19:06 Uhr

hast ihn ja doch noch den Blick für das schöne ?

---gefällt !!
faszinierend die Texte,------ somit ist der Geschichtsunterricht in der Schule überflüssig,.. (-:





 
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