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Erfurt, Dom St. Marien, 25. Februar 2009, nach dem Gottesdienst. Nikon F 100 mit Nikkor f/3,5-4,5 28-85 mm bei 28 mm auf Fuji Superia Reala 100. Spotmessung, 1/25 sec f/ 3,5. Scan: Nikon Coolscan V ED mit 3000 ppi (12 Megapixel). Bearbeitung: Ulead PhotoImpact 12. Kontrast +24. Schmieren-Pinsel. Nachschärfen des auflösungsreduzierten Bildes 20/100.
Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer,
würde auch dort deine Hand mit mir sein
und deine Rechte mich halten, Herr.
Spräche ich Finsternis möge mich
decken und Nacht statt Licht um mich sein,
wäre auch Finsternis nicht finster bei dir
und die Nacht leuchtet wie der Sonnenschein.
Denn Finsternis ist Licht bei dir,
und deshalb dank’ ich dir dafür,
denn du erforschst mein Herz,
siehst meinen Sinn.
Nur du kennst meinen Weg und
weißt, wer ich bin.
Ob ich sitze oder ob ich stehe,
du siehst meinen Tageslauf.
Du kennst die Tat, die kein Mensch wissen darf,
darum weckst du mein Gewissen auf.
Wo ich schweige und was ich sage,
nur du allein weißt den Grund.
Du kennst mein Herz, das so böse ist,
trotzdem machst du mich gesund.
Wollte ich fliehen, du wärst bei mir,
doch begreifen kann ich das nicht.
Ob ich im Himmel oder im tiefen Meer,
überall ist dein Gesicht.
Ob ich lebe oder ob ich sterbe,
du bist ja immer gleich, und dein Geist,
der macht mich bereit,
hinzuziehen in dein Reich.
Text nach Psalm 139
und Melodie: aus der ehemaligen DDR
Ähnliches könnte für den Trost und die Zuversicht gelten, die man bisweilen an Orten findet und von Personen erfährt, von denen man es zunächst nicht für möglich erachtet hätte.
Wir wissen ja aufgrund Deiner Angaben, dass es sich um den Erfurter Dom handelt. Anhand des Bildes, bzw. dessen Verfremdung durch den Filter, wäre eine genaue Ortsbestimmung sonst allerdings schwierig.
Die Umgebung wirkt chaotisch, befremdlich, vielleicht sogar ein wenig bedrohlich.
Da Du das Bild in der Sektion " Emotionen " untergebracht hast, assoziiere ich einen düsteren Gemütszustand. Angst, Verwirrung, Hoffnungslosigkeit.
Einzig das Buch erscheint hell und klar, zieht den Blick auf sich, gibt einen Punkt des Halts in der wüsten Umgebung.
Natürlich ist es ein Gesangsbuch; stellvertretend könnte es aber auch für andere Bücher stehen, oder vielleich sogar auch für das Buch der Bücher, aus dem der Psalm ja entnommen wurde.
Die Seiten sind geöffnet, sie laden zum Lesen und zum Durchblättern des Buches ein.
Nun sind Bücher zunächst ja auch nur eine Sammlung von Buchstaben, gedruckt oder geschrieben auf Papier.
Daher muss man sich auf den "Geist" des Buches erst einmal einlassen und das Geschriebene einen Sinn ergeben lassen, damit sich der Inhalt des Buches offenbaren kann.
Ähnlich ist es mit Gott und dem Glauben, dem Leben überhaupt. Man muss sich darauf einlassen, damit man den Sinn erfassen kann.
Erst dann "offenbart" sich Gott. Auch auf seine Mitmenschen muss man sich einlassen, damit sich diese öffnen und man an ihnen Anteil nehmen kann.
Nun hat es ja auch der real existierende Sozialismus, welcher der Religion eher weniger gut gesonnen war, nicht geschafft, die Sehnsucht des Menschen nach einer höheren Institution, die "bessere Zeiten" , bzw. Hoffnung vermitteln konnte, gänzlich abzuschaffen.
Interessanterweise waren es ja auch die Kirche, welche als Sammelplatz diente für die "subversiven Kräfte", bzw. schuf diese gewisse Freiräume und war ein Platz für Hoffnungen.
Man sollte auch das nicht vergessen, wenn man, wie in jüngster Zeit, die Kirche (berechtigterweise) in die Kritik nimmt.
Es bleibt zu wünschen, dass es jedem vergönnt sein möge, ein offenes Buch zu finden, welches in der Lage ist, ihm aus der Not zu helfen.
Denn nicht immer sind die "Wachstumsversuche" von Erfolg gekrönt.
"Für Lilly enden ihre „Wachstumsversuche“ in Verzweiflung: sie wird vor allem ihren eigenen Erwartungen nicht gerecht und stürzt sich mit einem Sprung aus dem 14. Stockwerk des Stanhope in den Tod."
"„Wir träumen immer weiter: das beste Hotel, die perfekte Familie, das Leben in der Sommerfrische. Und unsere Träume entschlüpfen uns fast so lebendig, wie wir sie heraufbeschwören können. Im Hotel New Hampshire sind wir lebenslänglich festgeschraubt – aber was ist schon ein wenig Luft in der Leitung, ja selbst massenhaft Scheiße in den Haaren, wenn man gute Erinnerungen hat?“
(ebenda)
Die Interpretation des Einstelldatums und -zeit überlasse ich, wie meistens, den hierfür Berufeneren :)
Ein schwerer Text und
eine feine Arbeit!! Hat Dir bestimmt
viel Mühe gemacht diese Szene
so zu gestalten. Ohne Nachdenken
an vergangene Zeiten gehts nicht
an einem vorbei!!
Lieben Gruß
VERA
Lieber Eckhard, dieses Bild aber auch der zitierte Text nach dem Psalm 139 schlägt für mich eine direkte Brücke zu einem intensiven Erlebnis während eines gerade beendeten Kurzurlaubs auf Usedom. Wir machten von dort aus eine Erkundungsfahrt in ein kleines Dorf nach Hinterpommern, Polen, in den Geburtsort meiner Mutter. Das einzige gut erhaltene Gebäude - und auch der einzige sinnvolle Anlaufpunkt - war die dortige Kirche. Auf einer der hinteren Bänke lag ein einsames aufgeschlagenes Gesangbuch in polnischer Sprache.
Die Vorstellung, dass diese Kirche viele der familiären Ereignisse von der Taufe bis zur Beerdigungsfeier erlebt hat - aber auch viele davon nicht mehr, weil die, die den Ort nicht freiwillig verlassen hatten, ihr Leben nach der Vertreibung an vielen anderen Orten beendeten - das war schon recht bewegend.
Ein polnischer Herr, vermutlich der Küster, kam aus dem Nebengebäude hinzu und wir hatten ein umfangreiches und sehr freundliches Gespräch. Leider ging unser sprachliches Verständnis nicht über zwei Hände voll Worten hinaus. Dafür hatten wir, glaube ich, eine andere Verständnisebene gefunden.
ich möchte mich einfach nur bedanken für das Gesamtwerk: Foto und die wunderbaren musikalischen Links dazu. Als schwere Kost kann ich hier nichts empfinden, man muß einfach glauben. Und das allerdings ist nicht immer einfach, das geb ich zu ...
@ Carsten (1): Lieber Carsten, vielen Dank für deine wie immer wurzelhafte Besprechung, auf die ich aus "taktischen" Gründen wie üblich erst wieder etwas später antworte. Einige Hinweise für eine sachgerechte Interpretation hatte ich Dir ja bereits vor dem Einstellen dieses Bildes gegeben ;-). Eckhard
@ Vera: Liebe Vera, der betreffende Psalm wird auch als eine Liebeserklärung Gottes an die Menschen aufgefasst. In dem Bild steckt eigentlich mehr Nachdenk-Arbeit als tatsächliche Bearbeitungszeit. Es war die Frage, ob man die Televariante, die nur "schweben" kann, oder die Weitwinkelvariante, der man auch die Illusion des Fliegens hinzufügen konnte, nehmen sollte. Wegen der größeren Dynamik, auch im Hinblick auf das Bild "Nachhall", habe ich mich dann für die Weitwinkelvariante entschieden. Das setzt natürlich eine gewisse Überwindung der weitverbreiteten Hemmung, Aufnahmen so stark zu bearbeiten, voraus. Eckhard
@ Trude: Liebe Trude, danke! Am schönsten war für mich die längere musikalische Fassung des Psalms. Die Musik ergreift einen unmittelbar, wie es ja auch manchmal Fotos tun, ohne dass man das immer groß verbalisiseren könnte. Manchmal ist das auch mit dem Glauben so, den man vielleicht stärker fühlt, als dass man ihn rationalisieren könnte. Eckhard
@ Karl-Dieter: Lieber Karl-Dieter, zuerst möchte ich mir erlauben, meiner großen Freude darüber Ausdruck zu verleihen, dass Du wieder in der fc vertreten bist; ich hatte mir bereits Sorgen gemacht ;-).
Ein wenig kann man das Fliegen des Gesangbuches ja auch mit der Zeit in Verbindung bringen, die es in der Kirche verbracht hat, und den Ereignissen, die sich dort und außerhalb der Kirche begeben haben, während es selbst "zeitlos" und konstant Lieder aufbewahrte, mit denen man im Glauben den Schöpfer lobpreist. Und wie einen die Künste verbinden, ohne dass man dazu die Sprache der anderen Leute perfekt beherrschen müsste, so tut es gewiss der Glaube in viel stärkerem Maß. Er ist ja auch die Kraft, die die Kultur Europas maßgeblich hervorgebracht und mitbestimmt hat, bei allem, was früher und jetzt an Narretei getrieben wird und den Blick auf den Kern dieser Überzeugung verstellt. "Sola scriptura", auch wenn das jetzt wieder eine konfessionelle Haltung ist.
es gibt immer wieder einmal Bilder, die einen auf ganz besondere Weise berühren und bei denen man vielleicht fast etwas Mühe hat, all das Gesehene und Empfundene einigermaßen nachvollziehbar in Worte zu kleiden bzw. überhaupt mehr sagen zu können, als ‚Das Bild ist sehr schön; ich mag es oder es ist sehr intensiv!’. Manchmal kommt es wohl auch vor, dass die eigene Verfassung, der Standpunkt oder die historischen Gegebenheiten unabhängig von einer gewissen Grunderfahrung und -einstellung Einfluss darauf haben, wie man einen Eindruck in einem bestimmten Augenblick einordnen und beurteilen kann.
Bei diesem Bild in Verbindung mit dem Lied bzw. dem Psalm 139 kann ich das für mich jedenfalls so feststellen, werde mich natürlich trotzdem sehr gern bemühen, ein paar Überlegungen zu Papier zu bringen ;-).
Der Effekt, den Du mit dem Filter erzielt hast, ist unglaublich wirkungsvoll. Er fordert unterschiedliche Betrachtungsweisen geradezu heraus. Einerseits kann ich mir aufgrund der Dynamik, die der Hintergrund ausstrahlt, vorstellen, dass das Buch fliegt oder zu fliegen versucht; auf diesen Aspekt wurde ja auch bereits eingegangen. In einer anderen Betrachtung ruht das Buch wiederum und der Hintergrund zieht vorbei; so schnell oder in einer so komprimierten Form einer sehr langen Zeit, dass Einzelheiten im Wechsel von Hell, Dunkel und verwischten Farben nicht zu erkennen oder nur schwer zu erahnen sind. Zeit und Raum scheinen hier keine Rolle zu spielen oder werden durch die Form der Darstellung bewusst zusammengezogen. Das Bild hat eine sehr mystische Ausstrahlung; man könnte es sich sogar als eine Szene aus einem Fantasyfilm vorstellen. Oder sinnbildlich auch als die Hand Gottes, die schützend über allem ruht oder grundsätzlich als das Zeitlose, das in diesem Kontext einen verbindenden Charakter hat.
Eine andere Sicht wäre die bezüglich eines ungeordneten Untergrunds, ob nun einen Ursprung betreffend oder einen später entstandenen Zustand, auf den das Buch bzw. sein Inhalt, seine Idee im Sinne einer Neuordnung bzw. Neuorientierung aufgesetzt, „aufgeschlagen“ ist, wobei das nun nicht gerade eine sehr poetische Ausdrucksweise wäre :-). Im Sinne des Psalms läge für mich in dieser Sicht jedoch sogar die Schöpfungsgeschichte im Rahmen des Möglichen.
Oder aber das aufgeschlagene Buch steht symbolisch für die geöffnete Seele eines Menschen und lässt einen Einblick zu, wobei der sichtbare Hintergrund hier zunächst auf eine etwas chaotische Verfassung schließen ließe. Das sind nur einige Ansätze für mögliche Sichtweisen; hier ist gewiss weit mehr möglich.
Sowohl der verlinkte Liedtext als auch der bekannte Psalm selbst sind natürlich sehr berührend, einmal in ihrer Poesie, vor allem aber auch, was die Ausstrahlung und Zuversicht betrifft. Man identifiziert sich gern damit, da einen bereits beim Lesen ein Gefühl von großer Geborgenheit und Sicherheit überkommt, wonach man im Grunde des Herzens wohl sein Leben lang sucht. Nicht zuletzt deshalb verbindet man mit den Worten wohl auch eine tiefe Sehnsucht.
In dem von Dir verlinkten Text http://www.sound7.de/article.php?article=4066 steht diesbezüglich eine Passage, die ich nicht besser ausdrücken könnte und die ich deshalb an dieser Stelle auszugsweise einfügen möchte: „Liest man den ganzen Psalm, dann merkt man: Hier spricht auf jeden Fall ein sehnsüchtiger Mensch. Dort, wo er jetzt ist, fehlt es ihm an Glück. Er guckt sich den Himmel an und möchte weglaufen; er guckt zur Erde und möchte sich eingraben, verstecken; er sieht wieder zum Himmel, fliegen können wäre schön; von einem Engel beflügelt getragen, leicht sein, sich erheben können über diese Erde; das Schwere, was dich runterzieht, zurücklassen. Bis zum Meer laufen; am Strand entlang; mit den Wellen reiten, mit den Wolken ziehen, mit dem Morgenrot weiter fliehen. Weglaufen wollen, fliehen – nach innen, oder nach außen, sich ablenken, beschäftigen, betrinken, wegträumen in eine andere Welt, zudröhnen, mit Arbeit, oder immer neuen Ideen oder Bildern, Krimi, Kino im Kopf, jemand anders sein, woanders sein, oder einfach schlafen, sich ausknipsen. - Sehnsüchtig sind wir. Und wissen manchmal nicht, wohin mit uns. Und da passiert etwas Wunderbares. Du bist da. Und wenn ich weit weg fliegen würde, deine Hand hält mich. Du hältst immer. Zu mir. Geborgenheit. Frieden. Leichtigkeit. Stille, die mich gut umgibt und gütig erfüllt.“
Sehnsucht nach diesen Grundbedürfnissen kann, so stelle ich mir vor, zuweilen brennen wie ein übergroßer
da gerade das, was im Psalm zum Ausdruck kommt, in der Realität oft vergeblich erhofft wird, fehlt oder gar ganz anders – auch in schrecklichster Form anders – auftreten kann und bei nicht wenigen Menschen deshalb Zweifel aufkommen lässt, die, aus menschlicher Sicht durchaus nachvollziehbar, bis hin zum völligen Lossagen oder der Ablehnung des Glaubens führen können. Hier kommen auch die eingangs bereits erwähnten unterschiedlichen Sichtweisen zum Tragen. Liest man diesen Psalm in Zeiten des Friedens, vor allem auch eines persönlichen inneren Friedens, so kann man die Botschaft anders annehmen als in Zeiten, die beispielsweise Bilder von Tod und Zerstörung mit sich führen. „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, würde auch dort deine Hand mit mir sein und deine Rechte mich halten, Herr.“ Das bedeutet, wo auch immer wir sind, Gott ist bei uns, bei jedem Einzelnen, in den entferntesten Winkeln dieser Welt. Gott als
? Allgemein betrachtet stellen sich Menschen in dem Zusammenhang auch Fragen: Wo war Gott bei den Anschlägen vom 11.September 2001? Wo war er für Opfer und Täter in den Konzentrationslagern, die Bespitzelten und politisch Verfolgten in der DDR? … Fragen, die ganz persönliche Schicksale betreffen, könnten sich zahlreich anschließen.
Vielleicht sind die Zweifel berechtigt, vielleicht können wir die Tragweite und Größe der im Psalm angesprochenen Dinge mit unseren begrenzten Möglichkeiten und unserer eingeschränkten Sicht jedoch auch gar nicht erkennen und zweifeln deshalb. Unter dem Bild „Metamorphosen“ sprach ich den Glauben und die Hoffnung an das Gute an, die es in schwierigen Situationen zu bewahren gilt. Dazu benötigt man Kraft, innere und von außen geschenkte. Aber auch sie braucht wiederum ein Licht, eine Energiequelle, aus dem sie gespeist wird. Für viele Menschen kann der Glaube, den ich durch das im Zentrum des Bildes (auch das wäre sinnbildlich entsprechend auszudeuten) schwebende, aber auch durch Zeit und Raum fliegende Buch symbolisiert sehe, diese Kraft sein bzw. mobilisieren, die ihnen immer wieder Hoffnung und Zuversicht gibt.
„Die Arbeiter sind Gottes wahre Kinder. Sie finden zu unterschiedlichen Zeiten zum Glauben, aber trotzdem wird ihnen allen die gleiche Liebe Gottes zuteil.“ (Und was nicht ist, kann immer noch werden.)
11:11 Uhr: Sinnbild für Gott, würde ich meinen, analog zum Bild „Apokalypse“, hier vielleicht mit noch positiverem Bezug.
Abgesehen vom direkten Bezug zum Psalm 139 und der Verbindung zum christlichen Glauben, können die im Text des verlinkten Liedes enthaltenen Sätze auch Wünschen bzw. Sehnsüchten entsprechen, die man mit Menschen verbindet, die einen im ganz persönlichen Leben begleiten. In dieser Form und in dieser Tiefe erkannt
, geliebt und angenommen zu werden, kann unmittelbar und nachhaltig Kraft, Zuversicht, größte Glücksgefühle schenken, was in aller Regel auch einen "Nachhall" haben dürfte und einen Menschen verändert und wiederum selbst befähigt, offen („aufgeschlagen“) zu sein und Gutes zu tun und zu schenken. Die Vorstellung, fliegen zu können bzw. es zu versuchen, wäre deshalb auch in diesem Kontext vielleicht nicht so abwegig.
Nicht zuletzt, und das gehört wahrscheinlich in den Bereich der Randgeschichten, erinnert mich das Bild in ganz abstrahierter Form an eine rasende Geisterbahn. Na ja, manche U-Bahn-Vorhaben könnten ja auch als solche betrachtet werden. Das Buch im Untergrund hätte dann einen traurig-aktuellen Bezug. "Aufgeschlagen" in anderer Form. Der "Nachhall" wird lange zu vernehmen sein.
Soweit einige erste Gedanken ;-) meinerseits zu deinem Bild. Die Verbindung zur Sektion Emotionen in ihrer Vielschichtigkeit würde eine Ausweitung allerdings durchaus erlauben.
@ Manfred: Lieber Manfred, danke! Das Bild-Text-Musik-Ensemble hatte ich seit "October Road" ein wenig "vernachlässigt", aber hier bot es sich an. Eckhard
Ein aufgeschlagenes Buch gilt als Symbol des Schriftgelehrten.
Von 1501 bis 1505 studierte Luther an der Universität Erfurt in Thüringen und erlangte den Titel eines „Magister Artium“ der Philosophischen Fakultät.
Er hat die Bibel ins Deutsche übersetzt und uns somit den Zugang zu den Worten ermöglicht. http://de.wikipedia.org/wiki/Lutherbibel
Dein Bild ist für mich Die Reduzierung auf das Wesentliche (Wort Gottes) und das Ausbldenden von anderen Störfakroren (Für Luther beispielsweise Bilder in der Kirche).
Daneben wird es aber auch unter anderem mit dem Evangelisten Lukas verbunden, womit wir uns wieder dem religiösen Kontext nähern:
"Szepter der Medizinischen Fakultät, 1615
Der sechsseitige mit einem Rautenmuster gravierte Silberstab, dessen Knäufe vergoldet sind, erinnert an das Rektorszepter von 1558. Er wurde 1615 von dem Mediziner und Rektor Sigismund Geisler gestiftet. Bei der Herstellung wurden einzelne Teile älterer Vorgänger verwendet. Die Bekrönung bildet ein zweiteiliger Blattkranz unter einer Konsole, auf der sich die Figurine des Hl. Evangelisten Lukas (Patron der Mediziner) befindet, der in der Rechten ein aufgeschlagenes Buch trägt und die Linke auf den Kopf des neben ihm liegenden Stieres legt. ..." http://www.univie.ac.at/archiv/rg/22.htm
Die Verbindung von Gelehrtentum und Religiosität führt gewiss auf die Person Luther, der sozusagen durch seine Bibelübersetzung das Buch mit dem Wort Gottes für jedermann 'aufgeschlagen' hat.
Allerdings ist die Mariengemeinde des Doms von Erfurt, was man vielleicht für diese Region nicht ohne weiteres erwartet, katholisch. Aber auch hier wird natürlich das Wort Gottes aus der aufgeschlagenen Bibel gepredigt und das Lob Gottes aus dem aufgeschlagenen Gesangbuch gesungen. Das Bild ist nicht zuletzt dadurch mit einem "Lied aus der DDR" verknüpft worden, weil sich nun einmal in diesem Jahr die Wiedervereinigung zum zwanzigsten Mal jährt, was man ja gewiss nicht nur am 3. Oktober feiern wird. Darum ist auch das Leipziger Bild "Nachhall" verlinkt. Denn wesentliche Impulse für die damalige Widerstandsbewegung kamen aus der Kirche, so dass das "aufgeschlagene Buch" auch über die Zeiten hinweg trägt.
"... bei dem Bild der Nikolaikirche in Leipzig ging es ja auch um den Nachhall der Deutschen Revolution 1989, und für diese war sie auch ein "Probenraum"
Eckhard... , gut , dass es hier nicht um die blutige Meuterei in Bangladesch ging ;-)
Gruß Adrian
Lieber Adrian, man kann sich natürlich nicht um alles kümmern. Die deutschen Dinge liegen hier naturgemäß am nächsten ... aber die vom Bild angesprochenen Dinge gelten auch anderswo. Eckhard
nur ein Satz im nostalgischen h moll, muss man davon ausgehen, dass mit dem Lied Sehnsuchte etc. nicht nur in Sinne der biblischen Vorlage ausgedrückt werden sollten. Vielleicht doch eine Art Revolutionssong? Die Kirche bot nicht selten einen Raum für den oppositionellen Gedankengut...
Ohne Musik gäbe es immer noch die DDR ;-)
Gruß Adrian
danke für deine Recherche. Dass das gesungene Lied nicht den formalen und qualitativen Ansprüchen des Meistermusikers genügt, war mir schon klar, aber es sollte ja etwas von der improvisierten Atmosphäre der Adaption biblischer Texte in vermutlich mehr oder weniger informellen kirchlichen Kreisen gezeigt werden.
Ganz richtig hast Du auch angemerkt, dass es bei dem Lied selbstredend nicht nur um die Sehnsüchte im Sinne der biblischen Vorlage ging, sondern um das Ansprechen gesellschaftlich wirkender Veränderungspotentiale bei den Hörern.
Die letzte These ist übrigens nicht verifizierbar ;-).
Und da sie in c-moll ist, war doch klar, dass das Nachbarland mit dem auf der Skala (besser bekannt als Tonleiter) benachbartem Stück in h-moll auch in diese Richtung gezielt hat ;-)
Gruß Adrian
@Adrian: Lieber Adrian, ich muss jetzt doch einmal mein Erstaunen im positivsten Sinne äußern. Gerade deine letzte Anmerkung ruft bei mir eine völlig neue Betrachtung der Musik unter und in Bezug zu diesem Bild hervor. Danke dafür!
Gruß. Kerstin
Lieber Adrian, zu diesem Gedankengang kann ich mich nun wieder nicht äußern, da ich das "Revolutionäre" ja in der Adaption eines biblischen Textes für gesellschaftspolitische Zwecke gesehen habe, nicht in der Tonart der Musik. Die Adaption biblischer Themen für die Revolution ist im übrigen nicht neu; sie kommt etwa im deutschen Vormärz vor, in dem etwa die Schriften des Abbé de la Mennais in diesem Sinne verwendet werden. Eckhard
Ich dachte an das Improvisierte.
"Während seines Aufenthaltes in Wien 1830 erfährt Chopin von der blutigen Niederschlagung der polnischen Revolution durch den russischen Zaren. Zahlreiche Freunde des Komponisten hatten ihr Leben verloren. Die Hoffnung auf Polens Unabhängigkeit war somit aufs Neue zerstört. Chopin entschließt sich daraufhin nicht nach Warschau zurückzukehren, sondern reist über München und Stuttgart nach Paris. Die Legende besagt, dass ihn die Nachricht von der gewaltvollen Niederschlagung während eines Konzertes in Wien erreichte. Wutentbrannt und verzweifelt improvisierte er noch während des Konzertes ein kraftvolles aufbegehrendes Klavierstück, um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Dieses improvisierte Klavierstück wird zu einem seiner berühmtesten Werke und erhält den Namen Revolutionsetüde."
@Kerstin: Die Mauer musste, unter Berücksichtigung gewisser Aspekte, friedlich fallen. :-)
@ Carsten: Lieber Carsten, es gibt ja Rätsel verschiedener Art. Auch von der Sorte, das etwas abgebildet wird verbunden mit der Frage, was oder wo es sei. Das ist sehr lehrreich. Rätsel dieser Art wirst Du bei mir nicht erwarten.
Das "Rätselhafte", wenn der Begriff hier denn überhaupt zutrifft, liegt ja, wie auch bei deinen Bildern, in der Frage, was der Autor mit dem Bild und seiner Bearbeitung verbunden haben könnte. Zur Lösung dieser Frage kann die Angabe der technischen Bilddaten beitragen, natürlich auch die verlinkten Bilder, die Texte, die Musik. Es geht also um eine Interpretation.
Die Chaostheorie ist zwischenzeitlich wieder etwas aus der Mode gekommen. Ich hatte auch nicht vor, eine chaotische Szene zu schaffen. Aber wenn, dann würde doch jedenfalls das aufgeschlagene Buch in Strom der Zeit wie ein Ruhepunkt wirken. Eine andere Sichtweise auf dieses Buch ist die der Illusion des Fliegens. Auch dann würde es sich über den Raum und damit symbolisch auch über die Zeit hinweg bewegen.
Ebenso erstaunlich wie die Assoziation des Chaotischen empfinde ich, dass Du mit dem Bild einen düsteren Gemütszustand verbindest. Das war nicht beabsichtigt.
Da ich keine Umgebungen für ein Foto manipuliere, sondern von einem sich mir darbietenden Readymade ausgehe, muss hier gewiss das Gesangbuch (auch) für das Buch der Bücher stehen. Dieses selbst liegt ja in der Kirche nicht zur Selbstbedienung für den Gottesdienst aus und wäre demnach auch nicht in dieser Weise aufgeschlagen liegen gelassen worden.
Damit sich einem der Sinn des Buches offenbaren kann, muss es aufgeschlagen werden, ganz recht, und zwar materialiter wie kognitiv, sonst bleiben die Buchstaben tote Zeichen ohne Bedeutung. Sehr schön finde ich die Ausdeutung auf den Mitmenschen. Wir sagen wohl von jemandem, dass er für einen ein offenes Buch ist. Wenn das so ist, haben wir uns ihn vertraut gemacht, so dass wir auch für ihn ein offenes Buch sein dürften.
Der Sozialismus, so wie er praktiziert wurde, war deshalb areligiös, weil er selbst eine Religion war. Die in fast zwei Jahrtausenden gewachsenen christlichen Traditionen konnte er aber nicht übertrumpfen oder ausradieren, nirgendwo. Außerdem zeigte ja die Praxis, worauf es bei ihm wirklich hinauslief. So konnte es nicht ausbleiben, dass die Kirchen Freiräume wurden.
@ Adrian: Lieber Adrian, das ist eine sehr überzeugende Vergleichsebene. Irgendwie wäre es ja auch merkwürdig, wenn sich das Revolutionäre in einer langjährig durchgeplanten, sozusagen perfekten Symphonie äußern würde, und dann noch von Karajan dirigiert. Eckhard
@ Kerstin (1): Liebe Kerstin, das Phänomen, dass sich ein vielschichtiger Komplex von Empfindungen nur schwer oder gar nicht adäquat ausdrücken lässt, ist der Sprachtheorie wohlbekannt. Ich nehme an, dass darum auch manche Leute unter bestimmten Bildern schreiben: "Ich habe bei diesem Bild wieder viele Gedanken, aber ich behalte sie wie stets für mich."
Die beiden möglichen Empfindungen, die sich beim Betrachten des Bildes bei Dir eingestellt haben, hatte ich auch. Entweder das Buch, das da fliegt, und das dann aber von oben durch einen gleichschnellen Betrachter beobachtet worden wäre, oder das konstante Buch im Strom der Zeit, der Veränderung. Was den Fantasyfilm betrifft, so kommen in dem ja zumindest fliegende Briefe vor ... oder Bücher, aus denen etwas herausströmt oder die umgekehrt den Lesenden in sich hineinsaugen.
Das "Aufschlagen" wird man gewiss weniger auf das Aufschlagen auf dem Boden beziehen, sondern auf das Öffnen. Das Öffnen des Buches und das Sich-Öffnen des Menschen, der das Wort Gottes ja nicht nur hören, sondern auch verstehen soll. Muss also sozusagen das Buch aufschlagen, aber auch sich selbst.
Was den Psalm betrifft, denke ich, wird man sich dem Text anschließen können, den Du zitierst. Die "Flügel der Morgenröte" schienen mir recht gut zu den "Flügeln" des fliegenden Buches zu passen.
Das alte Testament erweckt zuweilen den Eindruck, als würde sich Gott höchstpersönlich um alles kümmern und müsse demgemäß auch jeden Menschen aus den irdischen Gefahren erretten (können). Dass das nicht so ist, zeigt die Geschichte. Wer so glaubt, glaubt falsch und muss am Glauben verzweifeln. Vielleicht ist auch der vielfach verbreitete simple Atheismus in so einem Denken begründet. Das Problem der Theodizee hatten wir ja bereits besprochen; es lässt sich lösen. Christlich glauben, heißt zunächst einmal, sich und die Anderen als Ergebnis der Schöpfung zu begreifen. Der sich daraus ergebende Abstand zu den Dingen des Alltags und die prinzipielle Wertschätzung der Mitmenschen als Mitgeschöpfe Gottes ist außerordentlich groß - und trägt einen durch das Leben wie ein Flugzeug seine Passagiere über das Meer. (Das heißt ja nicht, dass ein so verstandener Glaube einen blind machte für alle Schlechtigkeit und Idiotie auf Erden. Seine Möglichkeiten kann man zum Guten wie zum Schlechten entwickeln.)
Das "Fliegen" als Gefühl füreinander aufgeschlagener Seelen kam bereits an anderer Stelle vor. Auch da sind die Filmhelden den Fährnissen menschlicher Narretei ausgesetzt, wie auch andere, die die von Dir angedeuteten schrecklicheren Wege gehen mussten, zu denen es am Jahresanfang einen Gedenktag gab. Menschlichkeit kann entstehen, wenn Menschen sie leben, ob aus dem christlichen Glauben heraus oder nicht; sie wird nicht als deus ex machina aus dem Himmel herunter gereicht.
Das hat sich ja auch an der Gestalt Jesu gezeigt, an den die Christen als den Sohn Gottes glauben. Die 11:11 nimmt die figura-crucis-Kompositionen des Mittelalters auf, die Jesus am Kreuz symbolisieren. Und die wiederum ähnelt einem aufgeschlagenen Buch.
@ Adrian: Lieber Adrian, danke für die Verlinkung des "Welt"-Artikels. Ich hatte einen längeren Artikel in der "Frankfurter" über Karajan gelesen und ihn deshalb erwähnt. Sein Verhalten lässt sich mit dem von Gustaf Gründgens vergleichen, den Klaus Mann in dem Roman "Mephisto. Roman einer Karriere" beschrieben hat und den Klaus Maria Brandauer so unübertrefflich in dem Film "Mephisto" gespielt hat. Eckhard
Lieber Adrian, danke ;-). Vielleicht sollte man das gleich immer zu Anfang sagen, damit man es nicht vergisst. Eigentlich hatte dieses Bild gar nicht die Zeit zu reifen, die ein schmackhafter Käse ;-) dafür eigentlich braucht. Allerdings hatte ich bereits auf genau so eine Gelegenheit gewartet; nicht immer liegen ja in den Kirchen (insbesondere in meiner Lieblings-Lambertikirche)
Ich glaube, da ging´s um die Geschichte der Stahlarbeiter-Vereinigung und die auf dem Bild machen nur Pausengymnastik ;-)
Deine Lieblings-Lambertikirche ist für uns, außerhalb des Theaters, die bevorzugte Spielstätte (die Akustik, der Nachhall... )
Gruß Adrian
ich habe natürlich die "Fische" als Sternzeichen und lasse mich daher nicht sehr gerne leiten von Daten, EXIF-Angaben, usw. :))
Aber ob man nun an kosmische Zusammenhänge glaubt oder nicht.. ein wenig stimmt es dennoch :)
Ich lasse mich eher von den visuellen Eindrücken leiten, welche ein Bild vermitteln, und mein spontaner Eindruck war eben der von "dunklen" Gefühlen, was sicherlich auch in einem Zusammenhang mit den Farben stehen dürfte.
Vermute ich mal, und ich werde hierzu auch nicht Rochelle befragen ;)
Nun waren wir uns ja bereits mehrmals einig, dass es eine "richtige" Interpretation nicht wirklich geben kann, da die Assoziationen verschiedener Individuen naturgemäß nie vollkommen übereinstimmen können.
Und das ist doch auch irgendwo sehr beruhigend.
Aus der Sicht des Bildautors mag es ja manchmal recht frustrierend sein, wenn die Subjekte in eine etwas andere Richtung gehen, als von ihm beabsichtigt und den Zeichen einfach nicht folgen wollen.
:))
Aber dennoch, oder vielleicht auch deswegen (?)entwickeln sich doch meistens recht aufschlussreiche und ( für mich ) interessante Diskussionen, die man sehr genießen kann.
Lieber Eckhard, danke für deine umfassende Erwiderung.
Die Idee der "figura-crucis-Komposition" in diesem Zusammenhang finde ich sehr interessant. Überhaupt ist das ein Wissensgebiet, auf dem man sich als Laie viel zu wenig auskennt, dessen Kenntnis aber gewiss überaus hilfreich wäre beim Betrachten von Bildern, Fenstern, Teppichen usw. aus dieser Zeit, wenn sie christliche Symbole beinhalten.
Was die Verbindung der Kreuzsymbolik bzw. Jesus am Kreuz mit diesem Bild betrifft, so erscheint mir neben der Ähnlichkeit mit dem aufgeschlagenen Buch, die Du erwähnst, auch ein weiterer Aspekt interessant zu sein. Ein Blick auf das Vorschaubild zeigt das Buch direkt im Zentrum. Von ihm scheinen in Richtung der vier Bildecken geradlinige Strahlen auszugehen; man könnte sich mit etwas Phantasie sogar ein Kreuz über die Diagonalen vorstellen (dann aus einer seitlichen Perspektive betrachtet). Und betrachtet man zudem die Farbsymbolik, so kann man in dem weißen Buch (im Vorschaubild ist es auf einen weißen Fleck reduziert) Jesus erkennen. "Und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht." (Matthäus 17)
Übrigens könnte man wohl das Einstelldatum ähnlich betrachten wie die Einstellzeit :-). Summiert man jeweils die linken und die rechten drei Ziffern, erhält man in jedem Fall "9"; in der Mitte bliebe die "2" stehen; also zumindest geometrisch wieder mit 11:11 vergleichbar.
Bezüglich des Buches in der Mitte und der "Kreuzstrahlen" hatte eine ähnliche Empfindung, hatte diese allerdings nicht niedergeschrieben, da sie mir etwas zu überinterpretiert erschien.
Lieber Carsten, natürlich kann es sein, dass das, was man da sieht oder meint zu sehen, auch an den Kernaussagen eines Bildes vorbeigeht und im Bereich der "Randgeschichten" anzusiedeln ist. In jedem Fall ist es jedoch eine persönliche
und vielleicht auch für andere Betrachter eine Bereicherung im eigenen Sehen.
Du hättest deine Gedanken niederschreiben sollen; mich hätten sie interessiert und man kann sich damit ja auseinandersetzen.
Gruß. Kerstin
gute Idee, lieber Eckhard. Werde in Kürze sicher auch was liefern zum Thema, fahre für 3 Tage ins Kloster.
Übrigens habe ich mit den beiden Autoren des Liedes gemeinsam in einer Band gespielt, Christof Lange und Christfried Wendt. Wir brachten das Lied ca. 1975 in der Leipziger Nikolaikirche zur Aufführung. Gruß, Bringe
@ Carsten (2): Lieber Carsten, auch wenn ich anderer Auffassung war, geht es ja nicht darum, dass eine Interpretation nur versucht, die Gedanken des Bildautors zu rekonstruieren. Es ist ja auch für den Bildautor interessant zu erfahren, wie das Bild auf andere Leute, die notwendigerweise von anderen Erfahrungshorizonten her kommen, wirkt. Insoweit ist der Austausch verschiedener Auffassungen das Normale und für mich auch Erwünschte. Eckhard
@ Kerstin (3): Liebe Kerstin, danke für die Hinweise auf die Diskussion der figura-crucis-Komposition. Die Andeutung eines Kreuzes, in dessen Mittelpunkt das Jesus symbolisierende Buch stand, war mir im Vorschaubild auch aufgefallen. Bei der Bildbearbeitung, die ja den Strom der Zeit nur in eine Richtung zog, war sie gar nicht beabsichtigt. Insoweit hat sich das Bild selbst bearbeitet. Das Gleiche gilt für das Kalenderdatum der Einstellzeit ;-). Eckhard
@ Doris: Liebe Doris, mit Kinderaugen und Kinderherzen, die sich gewiss auch eher fliegende Bücher vorstellen können, sieht man vielleicht auch Glaubensdinge anders als mit der eingebildeten Ratio der „Erwachsenen“. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ...“. Eckhard
das Beste, was man mit der Bibel tun kann, ist sie aufzuschlagen. ich finde dieses Foto sehr interessant, wollte sofort herausfinden, was die helle Mitte ist und war erfreut über das was ich fand. Und der Bibeltext gehört zu meinen Liblingspsalmen - er enthält viel tröstendes und vermittelt Geborgenheit.
Liebe Ellen, die besondere Intensität der Aussage dieses Psalms hat die Menschen bereits im Mittelalter bewegt; es gibt sogar eine althochdeutsche Version. Nach wie vor eines meiner Lieblingsbilder. Eckhard
Die Konzentration auf das Wesentliche - das einzig scharfe Gesangbuch - finde ich sehr gelungen.
Das Gesangbuch als ruhiger Pol und Halt in einer chaotischen Welt.
Solche starken Manipulationen erlaube ich mir selten. Allerdings wäre das Foto ohne sie doch vergleichsweise belanglos gewesen. Das analoge Kamerasystem geriet ohne Stativ an seine Grenzen. Eckhard