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Altweibersommer von Marguerite L.

Altweibersommer


Von 

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29.09.2011 um 18:13 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures  by the senders.
im Ried auf dem Zugerberg,
ich war fasziniert, und das Nebellicht passte

Try to remember von Marguerite L.
Try to remember
Von
28.9.11, 22:01
37 Anmerkungen
Septemberlicht von Marguerite L.
Septemberlicht
Von
28.9.11, 18:02
74 Anmerkungen



Die fünfte Jahreszeit

Die schönste Zeit im Jahr, im Leben, im Jahr? Lassen Sie mich nachfühlen.

Frühling?
Dieser lange, etwas bleichsüchtige Lümmel, mit einem Papierblütenkranz auf dem Kopf, da stakt er über die begrünten Hügel, einen gelben Stecken hat er in der Hand, präraffaelitisch und wie aus der Fürsorge entlaufen; alles ist hellblau und laut, die Spatzen fiepen und sielen sich in blauen Lachen, die Knospen knospen mit einem kleinen Knall, grüne Blättchen stecken fürwitzig ihre Köpfchen ... ä, pfui Deibel! ... die Erde sieht aus wie unrasiert, der Regen regnet jeglichen Tag und tut sich noch was darauf zugute: ich bin so nötig für das Wachstum, regnet er. Der Frühling -?
Sommer?
Wie eine trächtige Kuh liegt das Land, die Felder haben zu tun, die Engerlinge auch, die Stare auch; die Vogelscheuchen scheuchen, daß die ältesten Vögel nicht aus dem Lachen herauskommen, die Ochsen schwitzen, die Dampfpflüge machen Muh, eine ungeheure Tätigkeit hat rings sich aufgetan; nachts, wenn die Nebel steigen, wirtschaftet es noch im Bauch der Erde, das ganze Land dampft vor Arbeit, es wächst, begattet sich, jungt, Säfte steigen auf und ab, die Stuten brüten, Kühe sitzen auf ihren Eiern, die Enten bringen lebendige Junge zur Welt: kleine piepsende Wolleballen, der Hahn - der Hahn, das Aas, ist so recht das Symbol des Somemrs! er preist seinen Tritt an, das göttliche Elixier, er ist das Zeichen der Fruchtbakeit, hast du das gesehn? und macht demgemäß einen mordsmäßigen Krach ... der Sommer-?
Herbst?
Mürrisch zieht sich die Haut der Erde zusammen, dünne Schleier legt sich die Fröstelnde über, Regenschauer fegt über die Felder und peitscht die entfleischten Baumstümpfe, die ihre hölzernen Schwurfinger zum Offenbarungseid in die Luft strecken: Hier ist nichts mehr zu holen ... So sieht es auch aus ... Nichts zu holen ... und der Wind verklagt die Erde, und klagend heult er um die Ecken, in enge Nasengänge wühlt er sich ein, Huuh macht er in den Stirnhöhlen, denn der Wind bekommt Prozente von den Nasendoktoren ... hochauf spritzt brauner Straßenmodder ... die Sonne ist zur Kur in Abazzia ... der Herbst-?
Und Winter?
Es wird eine Art Schnee geliefert, der sich, wenn er die Erde nur von weitem sieht, sofort in Schmutz auflöst; wenn es kalt ist, ist es nicht richtig kalt sondern naßkalt, also naß ... Tritt man auf Eis, macht das Eis Knack und bekommt rissige Sprünge, so eine Qualität ist da! Manchmal ist Glatteis, dann sitzt der liebe Gott, der gute, alte Mann, in den Wattewolken und freut sich, daß die Leute der Länge lang hinschlagen ... also, wenn sie denn werden kindisch ... kalt ist der Ostwind, kalt die Sonnenstrahlen, am kältesten die Zentralheizung - der Winter-?

"Kurz und knapp, Herr Hauser! Hier sind unsere vier Jahreszeiten. Bitte: Welche-?"
Keine. Die fünfte.
"Es gibt keine fünfte."
Es gibt eine fünfte. - Hör zu:
Wenn der Sommer vorbei ist und die Ernte in die Scheuern gebracht ist, wenn sich die Natur niederlegt, wie ein ganz altes Pferd, das sich im Stall hinlegt, so müde ist es - wenn der späte Nachsommer im Verklingen ist und der frühe Herbst noch nicht angefangen hat -: dann ist die fünfte Jahreszeit.
Nun ruht es. Die Natur hält den Atem an; an andern Tagen atmet sie unmerklich aus leise wogender Brust. Nun ist alles vorüber: geboren ist, gereift ist, gewachsen ist, gelaicht ist, geerntet ist - nun ist es vorüber .
Nun sind da noch die Blätter und die Sträucher, aber im Augenblick dient das zu gar nichts; wenn überhaupt in der Natur ein Zweck verborgen ist: im Augenblick steht das Räderwerk still. Es ruht.
Mücken spielen im schwarzgoldenen Licht, im Licht sind wirklich schwarze Töne, tiefes Altgold liegt unter den Buchen, Pflaumenblau auf den Höhen ... kein Blatt bewegt sich, es ist ganz still. Blank sind die Farben, der See liegt wie gemalt, es ist ganz still. Ein Boot, das flußab gleitet, Aufgespartes wird dahingegeben - es ruht.
So vier, so acht Tage - Und dann geht etwas vor. Eines Morgens riechst du den Herbst. Es ist noch nicht kalt; es ist nicht windig; es hat sich eigentlich gar nichts geändert - und doch alles. Noch ist alles wie gestern: Die Blätter, die Bäume, die Sträucher ... aber nun ist alles anders....
Das Wunder hat vielleicht vier Tage gedauert oder fünf, und du hast gewünscht, es solle nie, nie aufhören... Spätsommer, Frühherbst und das, was zwischen ihnen beiden liegt. Eine ganz kurze Spanne Zeit im Jahre. Es ist die fünfte und schönste Jahreszeit.


Kurt Tucholsky

Anmerkungen:

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Birgit Presser, 29.09.2011 um 18:15 Uhr

KLASSE!!!
LG,Bibi



tanu676, 29.09.2011 um 18:15 Uhr

das ist ja riesig ein perfektes herbstfoto
lieber gruss tanu



Charly, 29.09.2011 um 18:27 Uhr

So wunderbar gemacht!
Von der Spinne und dir *g*
LG charly



Wolfgang Sch., 29.09.2011 um 18:31 Uhr

..perfektes Bauwerk der Natur ..klasse präsentiert
LG



Claudio Micheli, 29.09.2011 um 18:34 Uhr

Truly a vert fine pic!
Ciao



Dieter Uhlig., 29.09.2011 um 18:41 Uhr

wunderbar


Margrit Kehl, 29.09.2011 um 18:53 Uhr

Ein fantastisches Foto und traumhaft schön !!!
Staune immer wieder,wie wunderbar die Natur ist ;-))
Lg Margrit



Marianne Th, 29.09.2011 um 19:07 Uhr

Wunderschön sind deine Herbstimpressionen; wie durch einen Filter wirkt das Nebellicht und du machst sichtbar,wie kunstvoll das Spinnennetz geknüpft ist.
Immer wieder faszinieren mich deine Bilder, ob Fernreise oder deine heimatliche Umgebung; dein Blick für die Dinge gefällt mir sehr.
LG marianne th



Hartmut WIMMER, 29.09.2011 um 19:08 Uhr

Ein Prachtexemplar.
Hartmut



Sonja Haase, 29.09.2011 um 19:44 Uhr

Sehr schöne Aufnahme. DAS sind die Vorzüge des Altweibersommers. Viele Grüße, Sonja.


Peter F.W., 29.09.2011 um 20:00 Uhr

Das sieht aber auch faszinierend aus.
Sehr schön in dem Licht.
lg peter



Adrianus Aarts, 29.09.2011 um 20:12 Uhr

TRAUMHAFT und wieder erstklassig Marguerite
LG Ad



Alta- Photos, 29.09.2011 um 20:16 Uhr

solange keine spinne zu sehen ist, ist es gut ;-)




RicoB, 29.09.2011 um 20:17 Uhr

Das ist ja grossartig
LG Rico



Dieter Geßler, 29.09.2011 um 20:28 Uhr

Vom Feinsten Marguerite, 1a
VG Dieter



Gila W., 29.09.2011 um 20:43 Uhr

Eine ganz tolle Aufnahme Marguerite!
Dickes Kompliment!
Bei uns finde ich solche Motive überhaupt nicht mehr, es wurde ein drittes Mal gemäht nun stehen nur noch Stoppeln auf den Wiesen :-(.
LG Gila



Conny Wermke, 29.09.2011 um 21:03 Uhr

Wow..das ist einfach wunderschön!

LG Conny



Penny Deckel, 29.09.2011 um 21:09 Uhr

Ganz klasse.
LG Penny



Elisabeth Pimper, 29.09.2011 um 21:12 Uhr

Ich bin kein Spinnenfan, aber dieses Netz ist ein Wunderwerk und sieht sehr stabil aus
Lg Sissy



Renate Bonow, 29.09.2011 um 21:13 Uhr

das ist ja wahnsinn.
lg renate



Karin und Lothar Brümmer, 29.09.2011 um 21:27 Uhr

Altweibersommer, das sind eigentlich die jungen Baldachinspinnen die sich an einem langen selbst gesponnenen Faden an günstigen Tagen im Herbst durch die Luft tragen lassen. - Das ist ihre Art der Verbreitung. In letzter Zeit hat sich der Begriff gewandelt und bezeichnet eine Schönwetterlage im Herbst.
Mit alten Weibern hat das aber gar nichts zu tun, denn mit weiben bezeichnete man im Althochdeutschen das Weben der Netze der Spinnen.
Schöne Aufnahme!
LG Karin und Lothar



Michael Baltes, 29.09.2011 um 21:34 Uhr

wundervolle Aufnahme...LG micha


TeresaM, 29.09.2011 um 21:54 Uhr

Fantastique et belle vision sur cette toile dans une très belle lumière.
Excellent regard, Marguerite.
Amicalement,



Stropp, 29.09.2011 um 22:02 Uhr

Eine tolle Reihe, meine Liebe - ein beeindruckendes Kunstwerk, dieses Netz mit Diamanten ...
GLG Ana



Christa Kramer, 29.09.2011 um 22:27 Uhr

Ist da deine Häkeltischdecke hängen geblieben? Die gehört ja auf einen Tisch und nicht in die Wiese, wo sie ganz naß wird! ***Eine Traumaufnahme!***
Liebe Grüße Christa



Marguerite L., 29.09.2011 um 22:54 Uhr

@Danke Karin und Lohar,
natürlich habt Ihr recht, ich habe mir folgenden Text vor
Jahren einmal gespeichert:

Gemeint ist mit dem Begriff "Altweibersommer" (mundartlich auch "Witwensommer", aber kein Sommerwetter für ältere Frauen. Der Ursprung dieser Bezeichnung führt weit in die Vergangenheit, in die germanische Mythologie. Mit weiben wurde im Altdeutschen das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet.
An September-Tagen mit sonnigem Wetter kühlt es sich in den klaren Nächten stark ab, so dass in den Morgenstunden durch den Tau die Spinnweben deutlich zu erkennen sind. Die seltsam glänzenden Fäden (oder "Herbstfäden") glitzern im Sonnenlicht wie lange, silbergraue Haare. Früher glaubten die Leute, so erzählen es alte Sagen, daß alte Weiber (damals war das noch kein Schimpfwort für alte Damen) diese "Haare" beim Kämmen verloren hätten und daß dies das Wirken der "Nornen", der alten Schicksalsgöttinnen, die die Lebensfäden der Menschen spinnen, war. Alten Menschen, an denen solche Spinnfäden hängen bleiben, sollten sie Glück bringen.





gian non, 29.09.2011 um 23:42 Uhr

Was die fünfte Jahreszeit nicht alles hervorbringt...
Dieses Wunderwerk der Natur zeigst Du
uns in eindrücklichster Art und Weise.
Kurt Tucholsky Text unterstreicht Deine
sehenswerte Aufnahme!!
Grüaß di
Gian



Dieter Behrens K.T., 30.09.2011 um 4:54 Uhr

Sehr gut gesehen und grossartig fotografiert.
Auch ein interessanter Anhang !

Gruss aus Indonesien, Dieter



Stefan Jo Fuchs, 30.09.2011 um 7:23 Uhr

so weit gespannt, dass der halm zu brechen droht:-)
schönste herbstimpression!
lg stefan



LindeA., 30.09.2011 um 7:34 Uhr

Wunderbar herbstlich und sehr stimmungsvoll.....auch der Text!

LG
Linde



DoroS, 30.09.2011 um 13:12 Uhr

Traumhaft schön liebe Marguerite, ich bin am
We auch mal in der Schweiz bei meinem Sohn.
Liebe Grüße Doro



Rainer Switala, 30.09.2011 um 15:58 Uhr

faszinirrendes netzt der natur
bestens von dir ins bild gesetzt
feine stimmung - schöner text dazu
gruß rainer



Verena F., 30.09.2011 um 18:17 Uhr

Sowas Perfektes fasziniert uns wohl alle, und dann noch im schönsten Morgenlicht aufgenommen. Das scheint der Lohn der Frühaufsteherin zu sein.
Geniessen wir weiterhin die 5. Jahreszeit, die dieses Jahr nicht schöner sein könnte..
Liebe Grüsse, Verena



Leeb Monika, 30.09.2011 um 21:56 Uhr

Toller Text, aber noch viel großartigeres Bild. Schöne Stimmung durch den Nebel im HG und auch sehr schön das Sonnenlicht, das die Tröpfchen zum Glitzern bringt und die wundervollen Herbstfarben betont. Eine traumhaft schöne Präsentation, Marguerite!
LG monika



Joachim Kretschmer, 30.09.2011 um 22:27 Uhr

. . . fein getroffen, ein sehr schön erhaltenes Netz und die Wassertropfen tun ihr Übriges. Gelungen !!
Viele Grüße, Joachim.



Mary Sch, 1.10.2011 um 0:06 Uhr

Hier war eine Meisterweberin vor Ort und eine
Fotografin, die ihr Handwerk versteht.
LG mary



carinart, 1.10.2011 um 14:49 Uhr

Wundervoll, wie du hier die Umgebung mit einbezogen hast! Farblich auch sehr ansprechend!
L.G. Karin



Rüdiger Kautz, 1.10.2011 um 19:27 Uhr

Gefällt mir sehr, Aufnahme und Text.
Gruß Rüdiger



Susanne47, 1.10.2011 um 23:04 Uhr

Wunderschön versponnen Marguerite Dein Foto und der Text gefällt mir auch.........da gehe ich mit Tucholsky einig, auch ich finde diese Zeit einfach schöööön...
Grüessli Susanne



Trude S., 2.10.2011 um 0:43 Uhr

dieser Herbst zeigt uns jetzt seine schönste Seite und Deine Fotos folgen ihm ganz großartig !!
LG Trude



Juan Villalobos Cabrera, 2.10.2011 um 1:59 Uhr

¡¡¡maravillosa!!!!
Un beso



De Kludi, 2.10.2011 um 23:14 Uhr

Wunderbar in Text und Bild !!!


dörte r., 3.10.2011 um 0:06 Uhr

ein wunderschönes bild - zum staunen schön ist die natur immer und immer wieder - genauso wunderschön ist dein tucholsky-text dazu, liebe marguerite.
ich habe wohl die letzte woche in himmelpfort so etwas erlebt und intensiv erfahren - es hat einen wirklich grossen zauber.
ganz liebe grüsse, dörte



Christiane S., 9.10.2011 um 17:55 Uhr

Herrlicher Altweibersommer!
LG Christiane



Tomeos, 11.12.2011 um 12:15 Uhr

Einfach nur wunderschön, wäre auch eines meiner Lieblingsbilder
LG THomas



Marlis E., 11.12.2011 um 20:03 Uhr

Sehr beeindruckend, ich liebe diese Jahreszeit sehr, diese riesigen Netze sieht man sonst ja kaum.
LG Marlis



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