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Es ist auch ohne den Text schon ein Hammer. Fast wäre ich verleitet gewesen zu schreiben: Ein schreckliches Bild. Es ist gut, aber auch schrecklich und erschütternd. Einsamkeit, die sich immer wieder wiederholenden Rituale, symbolisiert durch das Messer, das Brett, die Plastiktischdecke. Wer kennt diese Stilelemente nicht? Stellvertretend für eine ganze Generation. Ein paar Brosamen liegen noch da, für den, der sie nicht mehr braucht, wohl. Es ist ein ziemlich grosses Bild, es gibt nicht viele, die einen den Atem stocken lassen. Fast hat man das Gefühl das Schlurfen ihrer Schritte noch hören zu können. Danke fürs Guckendürfen.
Depressionen und das, was wohl auch in unserer unmittelbaren Umgebung passiert, ohne dass wir davon etwas mitbekommen, kann man wohl kaum eindringlicher darstellen. Geronimo hat es für mein Empfinden perfekt interpretiert. - Das Grinsemännchen von Marcus kann ich nicht ganz verstehen.
muß einfach nochwas zu dem Bild schreiben: Das schreckliche an dieser Gewissheit des Realens ist eigentlich, daß da ich da früher, als kleine Bub, an solchem Tischen bei Oma viel Spaß hatte. Meistens gibt es doch in solchen Räumen noch die klassische alte Speisekammer, und welche Wunder kamen daraus. Wie schön war das Ritual des Abendbrots. Zwischen Grundig-Röhrenradio, Sammeltassen und selbstgehäkelten Topflappen. Wie souverän die Oma, die lange alleine kämpfen musste, weil Opa noch in Gefangenschaft war. Und irgendwann starb dann Opa, Jahre später. Und dann war sie alleine. Wie schrecklich, dieses Gehens des Lebensinns. Sorry, fürs Vielschreiben, aber das Bild löst so viel aus.
danke pierre, ich kann das lächeln von marcus auch nicht recht interpretieren, doch ein lächeln ist nie vergebens :-)
ach, geronimo,
du bist schon mein bester (anmerkungenschreiber). :-)
mir ist beinah unheimlich, denn es scheint, als wärest du am set dabei gewesen, aber es zeigt mir auch,.dass das bild durchaus zu verstehen ist.
die wahrheit oder wie du meinst, die realität ist nicht immer bequem, und so mancher trägt schon schwer an seinem päckchen.
davon kann ich mich ja nicht losreissen. Was für ein Bild. Fav!
Und ich vergegenwärtige mir gerade, dass ich mit Frühstücksbrettchen (damals noch aus diesem beschichteten Material) aufgewachsen bin - seit meinem Auszug aber nie wieder eins angeschafft habe.
Hier gibt es übrigens eine nette Auswahl, auch für Berliner: http://www.tolle-geschenke.com/c121.html
Und das unfassbare daran ist ja nicht zuletzt, dass es diese Menschen ueberall gibt. Sie wohnen neben, unter, ueber uns. Wir sehen sie nur nie auf der Strasse, weil sie die Treppen nicht mehr herunter steigen koennen...ich habe waehrend meines Zivildienstes jeden Tag damit zu tun gehabt!
Starkes Bild. Der Schaerfenverlauf unterstuetzt die Wirkung auf dramatische Weise.
lg, stefan
Eigentliche hätte es deines Untertextes gar nicht bedurft: So groß das Bild.
Ja, diese Brettchen-Küchenmesser-Generation ist mir als Jungen-Erinnerung auch sehr vertraut. Mein Großvater legte zwischen Wachstuchdecke u Holzbrettchen immer noch die Tagespresse. U so kam zum stummen Kauen das Fluchen hinzu. Wenn ich mich einmal (in ehrfürchtiger Bewunderung) an seinem alten, bereits hohlgeschärften Messerchen vergriff, wurde ich gleichfalls Ziel seines Fluchens: Lerge, verfluchte, willst du die Finger ab.
Messer u Brett erzählen mir aber nicht nur vom Alleinsein, sondern auch vom Wandel der Dinge u Weisen: Lebensmittel, unverarbeitet u ungescheibt, aus dem Pergament nehmen. Mundgerechte Stücke schneiden. Essen. - Dies erleben wir vielleicht auf einer Wanderung, am Wegrand u wundern uns wie schön einfach alles sein könnte.
Gruß, Rasch.
zu viele Worte zu einem eindringlichen Bild,
bin gespannt was uns da noch so erwartet
Wäre das VC nicht so auf Motten und Mücken fixiert, na ja, lassen wir das
sehr beindruckend in szene gesetzt. man spürt die trostlosigkeit geradezu körperlich.
man kann nicht mal bis über die tischkante sehen, weil dort alles in finsternis versinkt.
lg frank
der "pseudowichtige schmalzige untertext" ist teil der dokumentation. wollte dies nur anmerken, da es mehrere bilder dazu gibt und die auszüge aus den krankenberichten nun mal dazugehören
ich habe es gerade erst bewußt gesehen, das ist ein total berührendes Bild...ich habe die Anmerkung von Geronimo gelesen und danach fiel mir nicht mehr viel ein - er hat da (wie sehr oft, wenn ich was von ihm lese) tolle Worte für gefunden, deshalb schliesse ich mich einfach mal an.
Ein Bild, was ich gerne in der Galerie gesehen hätte.
Ein Thema, von dem vo viele Menschen betroffen sind, wir sie aber nicht sehen bzw. wahrnehmen können. Und sie selbst keine Kraft mehr haben, ins Leben zu gehen.
Das Bild geht mir - wie Ivy - unter die Haut.
lg von Heike
Jörg Behring, 1.10.2005 um 12:06 Uhr
ohne viel Worte zu machen