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Wirtschaftsforschung: Die Jugend ist verdorben von Klaus Baum

Wirtschaftsforschung: Die Jugend ist verdorben


Von 

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31.10.2007 um 10:54 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
Heute auf den Nachdenkseiten gefunden:

Dies ist die Zusammenfassung eines Artikels aus der FAZ heute:

Wirtschaftsforschung: Die Jugend ist verdorben
Der Wohlfahrtsstaat schadet der Moral - das jedenfalls besagt eine neue empirische Studie. Eltern, die selbst an üppige Transfers gewöhnt sind, tun sich schwer, ihren Kindern Arbeitsmoral beizubringen. Und Umverteilung weckt Begehrlichkeiten. Die Folgen: Trägheit und
Schummelei.
Quelle: FAZ

Dies ist der Kommentar der nachdenkseiten dazu:

Es ist schon toll, zu welchen moralphilosophischen Thesen sich die „Wirtschaftsforschung“ emporschwingt: Der Wohlfahrtsstaat setzt also die gesellschaftliche Moral aufs Spiel. In einer Gesellschaft, die politisch und moralisch auf das Modell des homo oeconomicus ausgerichtet wird, die keine Werte mehr anerkennt als den Markt und die Verfolgung des persönlichen Vorteils als Prinzip zur Erreichung des größtmöglichen allgemeinen Nutzens, in dieser Gesellschaft zersetzt also soziales und solidarisches Denken die Moral.
Es war eben schon immer so: Moral gilt nur für die kleinen Leute oder „Quod licet Jovi, non licet bovi“ (Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen noch lange nicht erlaubt.) In einer Gesellschaft, wo das sog. Spitzenpersonal den Hals nicht voll kriegen kann, wo Korruption zum allgemeinen Geschäftsgebaren geworden ist, wo politische Käuflichkeit zum Alltag gehört, wo durch Steuerhinterziehung mehr Geld kassiert wird, als die meisten Transferleistungen kosten, wo der „Raubtierkapitalismus“ als effizienzfördernd gilt, wo in „Eigenverantwortlichkeit“ jeder nur seinen persönlichen Vorteil sucht, da soll also der solidarische Wohlfahrtsstaat die Moral der kleinen Leute zerstören. An diesem Beitrag in der FAZ (dazu noch von einer Frau geschrieben), einer Zeitung, die sich ja an die Intelligenzler wendet, kann man sehen, wie den Privilegierten kein Argument zu dumm ist, um ihre Privilegien und ihren aus der Ausbeutung der Moral der kleinen Leute erworbenen Reichtum zu verteidigen.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=2735

Anmerkungen:

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Frank Malotke, 31.10.2007 um 10:57 Uhr

stimmt - und



Brad Bryxdale, 31.10.2007 um 11:02 Uhr

tja, die opfer sind immer die schuldigen ...
liebe grüße, brad



Maik Schumann, 31.10.2007 um 11:04 Uhr

Der "Artikel/Studie" könnte 2000 Jahre alt sein - denn die "Alten" sagen dies stets über die "Jungen".
M.



Adrena Lin , 31.10.2007 um 11:16 Uhr

Da bekommt man einen sehr dicken Hals......
Ich kämpfe tagtäglich mit meinen Pubertierenden und sehe es ganz anders......Ja, es stimmt, was Brad schreibt : die Opfer sind die Schuldigen.......das ist doch einfach......
Lieben Gruß
Andrea



stockhausen, 31.10.2007 um 11:19 Uhr

In einer Zeit, in der ein Herr Mehdorn seit seinem Amtsantritt sein Gehalt verdreifacht hat, fällt es mir leicht, den Kommentar der Nachdenkseiten zu unterschreiben.


Dieter Go., 31.10.2007 um 11:24 Uhr

"Das Leben formt den Menschen" habe ich mal gelesen.
Welche Perspektiven werden der Jugend geboten?
"Ein alter Mann"



J. Beckmann, 31.10.2007 um 11:48 Uhr

Alsooooo......

Meine Meinung: ist die gefragt? keine ahnung ich geb sie trotzdem preis.

Wenn sich die "erwachsenen" dieser Welt mal ein wenig der Perspektive der "Jugend" anpassen würden könnten sie sehen, was sie sehen. Was bieten die "Großen" denn an heute? Zu der Zeit als ich so 15-18 war (bin jetzt 34) da gab es Jugendheime in Funktion. An diversen Abenden die Woche gab es Veranstaltungen wie Spieletreffs, Theatergruppen, "Discos", Teestuben, gemeinsame Veranstaltungen an Feiertagen in Ferien. Machen wir es kurz : Es gab Angebote für die Kids.
Was setzen wir dem denn heute entgegen?
Es werden Gelder gestrichen die solche Angebote ermöglichen. Erzieher bzw. Betreuer sind kaum zu finden. Die heißen heute unter anderem Streetworker. Wie der Name schon verrät arbeiten diese auf der Straße denn da müssen sich die Kids heute aufhalten. Sie kämpfen, ohne tatsächliche Mittel, gegen Angebote wie Flatrate-Saufen-Partys beispielsweise zu denen dann nicht mal Ausweiskontrollen stattfinden. Das Fernsehen zeigt uns Reportagen über 14jährige die von Akoholvergiftungen aus eigener Erfahrung sprechen. Es zeigt uns Eltern "out of Order". Möglicherweise hat sich viel verändert seit ich "erwachsen" geworden bin aber sicher ist für mich nach wie vor:

Kinder brauchen Eltern die sich ihrer Verantwortung stellen. Verantwortung kostet nicht unbedingt Geld. Aber ganz sicher sehr viel Zeit. Zeit die sie neben dem Job lieber vor dem TV verbringen oder vor dem Rechner zum Beispiel. Wenn mir jetzt einer kommt mit "Alleinerziehende Mütter müssen arbeiten und haben keine Zeit", dem darf ich vielleicht verraten, meine Mutter war in den 70/80er Jahren alleinerziehend. Zu der Zeit war es noch nicht an der Tagesordnung ohne Vater aufzuwachsen. Und trotzdem hat sie es geschafft uns als "normale" Erwachsene in diese Welt hinaus zu lassen. Wir sehen also es geht!

Hören wir doch mal endlich auf der Jugend nichts als Vorwürfe zu machen und denken darüber nach was wir selbst vielleicht dazu beigetragen haben das sie so sind wie sie sind.

Sorry, aber wenn man mich so fragt, da denk ich halt mal nach. ;-)

Trotz allem wünsche ich euch einen schönen Herbsttag.

LG Jennifer



Michaelangelo X, 31.10.2007 um 12:26 Uhr

da bin ich aber beruhigt: ich hatte gelesen "Die Jugend ist verstorben."
ich hab einen ganz andern Verdacht: Anpassung und Ellenbogeneinsatz verderben, genau die Eigenschaften also, die das freie Spiel der Kräfte einfordert...
Bild: +



Pierre Vau, 31.10.2007 um 12:40 Uhr

Gut komponiert. Das ist schön mit der Ecke.


Klaus Baum , 31.10.2007 um 13:41 Uhr

Gegendarstellung:

Ich hatte Gelegenheit, während meines Studiums in Hamburg Jan Philipp Reemtsma als Student zu erleben.
Den von der FAZ behaupteten Zusammenhang, daß Eltern, die selbst an üppige Transfers gewöhnt sind, Kinder ohne Arbeitsmoral hervorbringen, kann ich nicht bestätigen. Jan Philipp war stets ein fleißiger, aufgeweckter und intelligenter Student, aus dem heute ein Förderer der Wissenschaften und ein eigenständiger Denker und Schriftsteller geworden ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Philipp_Reemtsma





Renate Bonow, 31.10.2007 um 14:31 Uhr

ja, klaus. so ist das mit der "wertfreien" forschung. da will man mit brachialgewalt das eigene marktradikale gebäude durchsetzen....und flugs bestätigt man sich seine behauptungen mit einer studie. mal schaun, wann es heißt: der sozialstaat isz krebserzeugend.
lg renate



Alfons Gellweiler, 31.10.2007 um 14:40 Uhr


Scheuklappendenken.
Für mich sind beide Artikel problemlos vereinbar, und beiden Positionen kann ich fast problemlos zustimmen (lediglich das Wörtchen »üppig« erscheint mir ein wenig zynisch im Kontext).

Die beiden jungen Menschen sitzen / liegen schon im goldenen Schnitt, scheint mir, was ich allerdings nicht unbedingt als Ärgernis empfinde.

Grüße Alfons



you feel me, 31.10.2007 um 15:03 Uhr

so ähnlich wie herr gellweiler sehe ich das auch, die beiden artikel gehören miteinader verbunden.

ich kann jedenfalls nicht leugnen: die sozialen systeme werden von menschen ausgenutzt, die sie nicht wirklich brauchen. so habe ich menschen mit hilfe dieser “sozialen systeme” ihre häuser und geschäfte ausbauen sehen und im gegenzug wird es denen, die wirklich keine kraft mehr haben, schwer gemacht mit allerlei papierkram und bestätigungen hier und nachweisen da. das kann man meiner ansicht nach schon als moralischen verfall begreifen.
völlig logisch, dass man aus wirtschaftlicher sicht erklären kann: diese “sozialen systeme” schießen am ziel vorbei und erreichen jedenfalls nicht unbedingt jene, die erreicht werden sollen.

an sich besteht da wirklich handlungsbedarf. mit hartz IV & co ist ja auch irgendwie der versuch unternommen worden. jedenfalls oberflächlich betrachtet.

die gegendarstellung ist meines erachtens unwahr, weil sie einen einzelfall beleuchtet der keineswegs auf die masse übertragbar, also nicht empirisch ist.



Thomas Agit, 31.10.2007 um 16:00 Uhr

Was ist eigentlich mit "üppigen Transfers" gemeint?


Die Gedanken sind Brei , 31.10.2007 um 16:56 Uhr

"Livin' on the edge"
(Airosmith)

Ich bin für rasche und nachhaltige Verderbung des homo oeco..dings.
Rock'n'roll!!



Uwe Thon, 31.10.2007 um 18:06 Uhr

"Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten." (Inschrift einer 3000 Jahre alten babylonischen Tontafel)


Vera K. aus K., 31.10.2007 um 19:09 Uhr

soll ich mal was zu sozialsystemen sagen? seit einem jahr werden schwangeren frauen diverse vorsorgeuntersuchungen nicht mehr gezahlt, u.a. der bluttest auf toxoplasmose. eine infektion mit toxoplasmose kann im "günstigen" fall eine fehlgeburt auslösen, im ungünstigen fall ein schwer behinderttes kind zur welt bringen. die untersuchung kostet 36 €-nicht wirklich wenig geld, wenn man wenig verdient, studiert oder arbeitslos ist. die immunität auf masern, mumps und ringelröteln wird auch nicht mehr getestet und kann auf wunsch der patientin selbst bezahlt werden. alle diese erkrankungen können schlimme folgen für schwangere und/oder kind haben.
in planung ist ausserdem, daß die vorsorgemammographie wg. brustkrebs für frauen ab 35 demnächst mit 150€ zu buche schlägt.
soviel zum deutschen sozialsystem.
zu dem artikel sag ich lieber gar nix.



Klaus Baum , 31.10.2007 um 21:36 Uhr

@peter: meine gegendarstellung ist schon empirisch, sie ist allerdings nicht repräsentativ. die formulierung von den üppigen transfers hat mich denn auch auf jan philipp reemtsma kommen lassen, denn als wir noch studenten waren, lag ich mit 250.-- DM für ein zimmer am limit meiner möglichkeiten mit einem stipendium von 490.-- DM, jan konnte sich eine kleine wohnung für 500.-- oder 550.-- in einem neubau in der isestraße leisten.

herr dr. reemtsma ist auch nicht repräsentativ für das übliche verhalten von multimillionären.



Klaus Baum , 31.10.2007 um 21:42 Uhr

das eigentliche problem sehe ich in den zu propagandazwecken mißbrauchtem prinzip der kausalität:

"üppige" transfers führen nicht zwangsläufig zu arbeitsunwilligen menschen. mich wundert, daß sich so viele diesen schwachsinn gefallen lassen, ich meine vor allem all jene, die mit hilfe eines stipendiums studiert und die gerade wegen der staatlichen unterstützung ihre berufliche aufgabe gefunden haben.



you feel me, 31.10.2007 um 21:45 Uhr

du hast recht, ich habe den begriff fehlverwendet und hätte repräsentativ schreiben müssen … ungeachtet diesen fehlers … ich finde die demontage des sozialen geflechts in deutschlands keineswegs gut … es stimmt jedoch, dass eben jenes fehlgeschlagen ist … durch bürokratie und durch den menschen selbst, möglicherweise … da bin ich nicht sicher … und wie immer, es trifft die falschen!


Gudrun Raatschen, 31.10.2007 um 21:57 Uhr

Die Jugend wird nicht durch die Wirtschaft verdorben, sondern in derselben. :-)
LG Gudrun



Manfred Kampf , 1.11.2007 um 0:20 Uhr

das foto ist große klasse! die beiden sehen so harmlos aus. aber was doppelbödigkeit angeht leuchtet mir am besten eine passage einer meiner lieblingsautoren ein, F. Pessoa, Baron von Teive: Nichts ist tragischer, als wenn intellektuelles und moralisches Vermögen in ein und derselben Seele oder in ein und demselben Menschen gleich stark ausgeprägt sind. Um eindeutig und absolut moralisch sein zu können, muss ein Mensch etwas dumm sein. Um absolut intellektuell sein zu können, muss ein Mensch etwas unmoralisch sein. Ich weiß nicht, welches Spiel oder welche Ironie der Dinge den Menschen weitgehend zu dieser Dualität verdammt. Zu meinem Übel vollzieht sie sich in mir. So, im Besitz zweier Stärken, habe ich niemals etwas aus mir zu machen vermocht. Nicht eine, sondern zwei gleich starke Eigenschaften haben mich für das Leben getötet.


Petra Sommerlad, 1.11.2007 um 0:53 Uhr

Das Bild ist gut und wenn ich den Artikel richtig verstanden habe ( ich kann es nicht fassen) heißt das, nehmt den Kindern die staatlichen Unterstützungen weg, dann machen sie keinen Blödsinn mehr und schaffen mal was. Zur Freizeitbelustigung für die lieben Kleinen würde ich dann konsequenterweise Teppickknüpfen in Indien vorschlagen....LG PEtra


Peter C. R., 1.11.2007 um 1:14 Uhr

Erstaunlich, zu welchen intellektuellen Höhenflügen die fc führen kann.
Zu dem von Manfred Kampf zitierten Text muss ich etwas sagen. Ich zitiere einen der Kernsätze: "Um eindeutig und absolut moralisch sein zu können, muss ein Mensch etwas dumm sein."
Die Gültigkeit dieses Satzes steht und fällt mit der Definition des Wortes "dumm". Es ist wohl gemeint, dass man durch absolut moralische Handlungsweise ab und zu zum eigenen Nachteil handeln muss. Wer das als "dumm" bezeichnet, hat den Sinn von Moral nicht verstanden.
Ich behaupte sogar, dass das Gegenteil stimmt: Wer moralisch einwandfrei handeln will, muss in unserer immer komplizierter werdenden Welt ein hohes Maß an Intelligenz aufbringen, und es wird immer wieder abzuwägen sein, wenn man an eine Weggabelung kommt, an der eine moralisch ideale Entscheidung gar nicht möglich ist.
Schönen Gruß
Peter.



Manfred Kampf , 1.11.2007 um 10:20 Uhr

@ peter c. r.
dein gedankengang findet durchaus mein verständnis. allerdings bei der handlungsweise ist sozialkompetenz die ausschlaggebende komponente! sie ist nämlich keine weit verbreitete eigenschaft.
trotzdem bin ich letztendlich mit brecht einer meinung: erst kommt das fressen, dann die moral!



Klaus Baum , 1.11.2007 um 10:43 Uhr

@peter, ich habe bei dem pesoa-zitat an hitchcock denken müssen. hitchcocks filme stehen für mich für ein bewußtsein der doppelbödigkeit vieler phänome unseres lebens. die absolute moralität beinhaltet das moment von selbstgerechtigkeit und kippt dadurch in immoralität um.
den selbstgerechten ist nicht selten ein moment von dummheit zu eigen.
was nun hitchcock betrifft, so hat das bewußtsein der doppelbödigkeit ein höheres maß an intelligenz. in einer freundlichen handlung X gegenüber kann zugleich das moment der instrumentalisierung von X enthalten sein.
um also instrumentalisierung zu vermeiden, muß man sich dieses momentes bewußt werden und gegebenenfalls auf vorteile verzichten, die aus dem freundlichen handeln herrn X gegenüber entspringen könnten.

ansonsten halte ich es mit büchners woyzeck: herr hauptmann, wir armen leut haben keine moral.

der satz stimmt zwar nicht absolut, da arme leute oft menschlicher und sozialer in ihrem verhalten sind, aber der satz hat da seine berechtigung, wo die, die sich auf kosten anderer bereichern, von ihren opfern jene moral verlangen, auf die sie selbst verzichtet haben, um andere ausnutzen zu können.




Stefan Negelmann, 1.11.2007 um 15:59 Uhr

.


Frau Ke, 1.11.2007 um 16:10 Uhr

*Umverteilung weckt Begehrlichkeiten* ...ein Satz zum Auf-der-Zunge-zergehen-lassen. Das ist Realsatire. (...aber nun will ich erst einmal weiterlesen. ;-)

was du beim Lesen der FAZ erfährst, das Zwischen-den-Zeilen, nicht anders, nur vielleicht noch ein wenig gesetzter, in der ZEIT, die wie nachbarlich erhalten: man braucht nur die Stellenanzeigen lesen, dann erklärt es sich - nicht auszuhalten der Ton! ... achja: und dass es von einer Frau geschrieben ist? ...wundert mich kein bisschen. :-(



Peter C. R., 2.11.2007 um 0:11 Uhr

@Manfred: Da gebe ich dir recht - Sozialkompetenz ist eine Eigenschaft, die wesentlich stärker gefördert und gefordert werden müsste ... nein, muss.

@Klaus: Du schreibst: "die absolute moralität beinhaltet das moment von selbstgerechtigkeit und kippt dadurch in immoralität um."
Damit bin ich nicht einverstanden. Erstens einmal mag ich eigentlich das Wort "absolut" nicht - aber da muss ich gleich zugeben, dass ich es selbst in meinem vorangehenden Beitrag verwendet habe.
Zweitens: Warum soll Moral mit Selbstgerechtigkeit zu tun haben? Wenn ich im Kantschen Sinne nach dem kategorischen Imperativ handle, dann habe ich mich selbst überhaupt nicht im Hinterkopf. -
Wenn du von Doppelbödigkeit sprichst, dann sind dabei doch immer mehrere Personen im Spiel. Ich hatte nur die überlegende und überlegt handelnde Einzelperson im Sinn.

Zum Woyzeck-Zitat: Woyzeck sagt auch: "Der Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einen, wenn man hinunterschaut". Das wird schon stimmen. Und doch gibt es auch 170 Jahre nach dem Tod des Autors Bühnen, die sein Stück spielen, Leser, die den Text lesen. Freilich werden nicht alle alles verstehen. Aber es gibt Leute, die sich bemühen, den Rand des Abgrunds zu befestigen, Geländer zu bauen - um einen Absturz zu vermeiden.
Das soll nun nicht heißen, dass "alles gut" sei. Aber es ist auch nicht alles schlecht.



Michaela N., 2.11.2007 um 16:57 Uhr

Nänä, heute ist mir nicht nach intellektuell. Ich lese das jetzt nicht. Komme grade aus der Sauna...
Wollte Dir nur mal eben schreibseln, dass ich das obige gut finde.



Maike Venzl, 5.11.2007 um 23:36 Uhr

mal nur zum Bild:

"Und es war Sommer....."



Thilo Rose, 20.11.2007 um 14:32 Uhr

es ist einfach die dinge plakativ zu betrachten. in gesprächen mit sozialarbeitern habe ich schön öfters gehört, dass kinder, die aus familien kommen welche von sozialhilfe leben, es deutlich schwerer haben ein selbst bestimmtes leben zu führen. ich lese hier jedoch nicht die forderung heraus die sozialhilfe abzuschaffen, als viel mehr eine aufgabe, hier mehr als nur finanziell zu unterstützen. die überschrift "der wohlfahrtsstaat schadet der moral" ist jedoch typischer journalistenstil und soll provozieren. geht es doch um die arbeitsmoral und nicht um die moral im allgemeinen.

die nachdenkseiten. alleine solche sätze wie: „ihren aus der ausbeutung der moral der kleinen leute erworbenen reichtum“, sind derart dumpf, dass sich eine weitere beschäftigung damit kaum lohnt. schwarzweißdenken wie in alten zeiten. heute ist vieles grau, das ist das schwierige an unserer zeit. die „kleinen leute“ haben in wirklichkeit die macht und merken es nicht oder wollen es aus bequemlichkeit nicht wissen. wer geht den zu aldi einkaufen, die ihren arbeitern geringe löhne zahlen, wer kauft die produkte aus china, bei den kinderarbeit und unsägliche arbeitsbedingungen nicht selten sind. die so genannten kleinen leute achten sehr genau auf ihre vorteile und sobald es um den eigenen geldbeutel geht, ist die moral zu ende. die anderen sollen halt mal machen. wie soll das anders sein bei den von den kleinen leuten gewählten vertretern?
gandhi rät: sei du die veränderung, die du dir wünschst für diese welt.
grüße
Thilo



Frau Ke, 29.11.2007 um 3:23 Uhr

Thilo: grundsätzlich ist was dran - gewiss, die Menge macht's.
Und Bequemlichkeit ist möglicherweise, möglicherweise aber auch nicht, eine schichtenspezifische Eigenschaft (Henne/Ei).
Noch weiter zum Grunde hin halt ich es brachial mit Brechts: Erst das Fressen, dann kommt die Moral.
Ab einer gewissen Graduierung hat es sich moralisch ausgewählt - vorausgesetzt als Wahl das "Leben" -
nicht immer, weil das Auge für Qualitätsunterschiede etwa zu stumpf wäre.
Einfach, weil eine Gesellschaft, eine Wirtschaftsform unmoralisch große Unterschiede zwischen den Lebensbedingungen ihrer Teile duldet oder gar fördert.
Diese Missstände sollten persönliche Miseren nicht entschuldigen, aber sie müssen als Rahmen erkannt und nötigenfalls geändert werden.
...das ist, denke ich, nicht schwarz-weiß, sondern Einbeziehung der Komplexität der Zusammenhänge. Das Individualargument ist selbstverständlich nicht verkehrt, sonst könnte man es nicht gebrauchen. Aber es verschleiert m.M. den Blick auf die wirksameren Hebel.

...das ist auch, denke ich, nichts gegen Gandhi.
freundlich grüßend
Frauke



Thilo Rose, 29.11.2007 um 21:47 Uhr

die „wirksameren hebel“ habe zumindest ich nicht in der hand. da kann ich rufen und zetern. machen viele im kleinen, so kann was großes daraus werden :-) oder, frei nach konfuzius: die menschen stolpern nicht über berge, sondern über maulwurfshügel.
grüße
Thilo



Frau Ke, 2.12.2007 um 17:42 Uhr

Thilo, ich denke nicht, dass es sich bei diesen Fragen um eine Entweder-Oder-Entscheidung handelt. Selbstverständlich kann jeder nur in seinem Rahmen tätig sein. Es kann aber m.M. nicht schaden, wenn er sich dabei der größeren Zusammenhänge bewusst ist. Eine Kritik an den herrschenden Rahmenbedingungen ist in meinen Augen durchaus nicht nutzlos und ebenso wenig zwangsläufig Schwarz-Weiß-Denken. Dafür halte ich schon eher den Versuch, jegliche Diskussion dieses Thema gleich als Zetern abzutun. Frei nach Konfuzius: Um irgendwo anzukommen, setze einen Fuß vor den anderen, doch sei dir der Richtung gewiss.
gruß Frauke



Thilo Rose, 7.12.2007 um 13:09 Uhr

kritik an missständen ist gut und wichtig. meine ausführungen bezogen sich auf die von klaus gezeigten nachdenkseiten.
übrigens, erst in den letzten wochen wollten wieder millionen von menschen durch die ausbeutung vieler kleiner leute, die ihre lottozettel für einen traum gegen geld abgeben, zu ihren eigenen millionen kommen und so selbst zum bösewicht und ausbeuter aufsteigen :-)
grüße
Thilo



Eugen Auer, 30.06.2008 um 12:19 Uhr

Schöne Szene!
Gruß, Eugen



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