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Die Alte Burg von Dietmar Guth

Die Alte Burg


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16.04.2012 um 15:46 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures  by the senders.
Die Alte Burg ist eine ehemalige kurfürstliche Wasserburg in Koblenz aus dem 13. Jahrhundert. Die Niederungsburg in Ortslage befindet sich in der Altstadt von Koblenz am Ufer der Mosel neben der Balduinbrücke. Erhalten geblieben ist nur noch das Burghaus, das heute das Stadtarchiv beherbergt.
Seit 2002 ist die Alte Burg Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal, des Weiteren ist sie ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention.

Geschichte

An der Stelle der heutigen Alten Burg errichtete die Familie von der Arken aus den Resten eines römischen Rundturms um 1185 einen romanischen Wohnbau. Die Koblenzer Stadtmauer, die zu jener Zeit noch der spätrömischen Kastellmauer entsprach, wurde um 1250 erweitert. Die erste Erwähnung eines Koblenzer Stadtrats 1276 ging einher mit Bestrebungen der Bürger nach mehr Unabhängigkeit. Erzbischof Heinrich II. von Finstingen ließ ab 1277 aus dem Wohnbau die Alte Burg als eine Art Zwingburg gegen diese Unabhängigkeitsbestrebungen anlegen. Die Burg wurde teilweise auf den Resten der spätrömischen Stadtmauer aus dem 4. Jahrhundert errichtet. Die Bürger verhinderten ab 1281 den Weiterbau von Stadtmauer und Burg. Heinrich II. von Finstingen war somit gezwungen, die Stadt zu unterwerfen und holte 1283 zu einem bewaffneten Gegenschlag aus. Erzbischof Diether von Nassau unterwarf die Stadt endgültig 1304 nach heftigen Kämpfen und Koblenz musste zukünftig auf Bildung eines Stadtrats verzichten. Vollendet wurde der Bau der Alten Burg, die ursprünglich von einem breiten Wassergraben mit Ringmauer umgeben war, im Jahr 1307.
Direkt neben der Burg wurde 1342 unter Erzbischof Balduin von Luxemburg mit dem Bau der Balduinbrücke über die Mosel begonnen. Erzbischof Otto von Ziegenhain schloss mit dem Bau des westlichen Rundturms und dem Brückentor zur Balduinbrücke die Burg in die starken neuen Befestigungsanlagen der Stadt ein. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Burg mehrfach umgebaut und erweitert, vor allem unter den Erzbischöfen Balduin von Luxemburg, Otto von Ziegenhain und Richard von Greiffenklau zu Vollrads. Ab 1779 wurde die Burg schrittweise demontiert. Letzter Bewohner in kurfürstlicher Zeit war Freiherr Hugo von Kesselstatt.
Unter französischer Herrschaft ging die Burg in Staatseigentum über. 1806 zog eine Blechwarenfabrik in das Gebäude ein. 1897 schloss die Fabrik und die Burg wurde an die Stadt Koblenz verkauft. Von 1899 bis 1923 war sie Sitz der Stadtsparkasse Koblenz. Ab 1938 nutzte die Gebietsführung der Hitlerjugend die Burg. Im Zweiten Weltkrieg erlitt sie nur geringfügige Schäden und wurde in den Jahren 1960 bis 1962 vollständig restauriert.
Seit 1977 sind in der Alten Burg ein Teil der Stadtbibliothek und das Stadtarchiv Koblenz eingerichtet.

Bau

Die Alte Burg enthält durch die immerwährenden Umbauten Elemente der Spätgotik, der Renaissance und des Barock. Das Burghaus mit seinen drei Geschossen ist ein mächtiger Bau mit schwerem Walmdach und zwei hohen Türmen auf der Moselseite. Es steht an einer zur Mosel steil abfallenden Geländekante, die sich durch den Kulturschutt seit der Römerzeit erheblich erhöht hat. Der barocke Dachstuhl aus dem 17. Jahrhundert ist original erhalten. Auf der Stadtseite gliedert sich ein sechseckiger Treppenturm an. Der untere Teil der Moselfront ruht wie auch der östliche Turm teilweise noch auf römischen Fundamenten. Der schmalere Westturm wurde mit dem ehemaligen benachbarten Brückentor der Balduinbrücke erbaut und stand ursprünglich frei. Die beiden Türme sind mit original welschen Hauben gedeckt. Dach und Hauben stammen von dem Hofbaumeister Johann Christoph Sebastiani, der auch für den Umbau der Burg von 1680 bis 1682 verantwortlich war.
Die östliche Hälfte der Stadtseite repräsentiert mit ihren gepaarten Rechteckfenstern, ihrer Tür und dem Kellereingang, den muschelgefüllten Giebelbekrönungen und dem Treppenturm mit abschließendem Maßwerkfries den Renaissancestil. Die Westhälfte der Stadtseite sowie der Moselfront stammen aus der Barockzeit. Ursprünglich war sie eine Wasserburg, umgeben von einem breiten Wassergraben und einer Ringmauer. Das Wasser wurde von der Mosel hereingeleitet. Die Alte Burg ist der einzige mittelalterliche Bau in Koblenz, der alle kriegerische Ereignisse überlebt hat. Erhalten ist aber nur noch das eigentliche Burghaus. Der ehemalige Palas wurde Ende des 17. und im 18. Jahrhundert zu dem heute noch bestehenden Hauptgebäude umgebaut. Das Kellergeschoss ist im romanischen Stil erhalten. Die Alte Burg, die den Abschluss der östlichen Kernstadt bildet, ist entlang der Moselfront stadtbildprägend.

aus: Wikipedia
Informationen zum Foto
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