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Es war eimal ein kleiner Mondstrahl. Kein ganz kleiner Mondstrahl mehr, schon ein etwas größerer kleiner Mondstrahl, schon fast ein kleiner großer Mondstrahl. Dem war es auf dem Mond allmählich zu langweilig geworden. So schön es auch war mit dem glitzernden Mondstaub zu malen, die funkelnden Sterne zu beobachten, oder mit den Sternschnuppen um die Wette zu laufen - er fühlte sich unglücklich. Selbst mit dem alten Mondauto zu spielen machte ihm keinen Spaß mehr.
Die Sonne und der Mond, seine Eltern, hatten wohl bemerkt dass der kleine Mondstrahl unglücklich war. "Es wird wohl Zeit" sagten sie zu ihm, "dass du dich auf den Weg machst. Auf den Weg in die Weite des Weltalls, das voller Wunder ist." Das gefiel dem kleinen Mondstrahl, aber fort, weg vom Mond? Das fiel ihm schon schwer. Doch nach einigem Zögern machte sich doch auf den Weg, und seine Freunde, die Sternschnuppen begleiteten ihn ein Stück.
Nachdem er eine Weile geflogen war und die herrliche Pracht des Weltalls genossen hatte tauchte ein Planet vor ihm auf. Der sah seltsam aus - die eine Hälfte leuchtend blau mit braunen und weißen Flecken, die andere Seite dunkel mit zahllosen glitzernden Lichtpunkten. Er war so gebannt von dem Anblick, dass er gar nicht merkte wie er immer tiefer und immer tiefer geriet, die dunkle Seite mit den glitzernden Lichtpunkten immer näher und näher kam, und er unversehends - platsch - in einem Teich landete.
In dem Teich gefiel es ihm gar nicht. Er versuchte wieder aus dem Wasser zu kommen, aber wie ein Echo wurde er immer wieder von der Oberfläche zurückgeworfen. Sehnsüchtig sah er hinauf zum Mond, den er durch die Wasseroberfläche schwach erkennen konnte, als ein kleiner silbriger Fisch ihn anstupste. Der hatte ihm schon eine Weile interessiert zugesehen und sagte nun: "Ist doch langweilig was du da machst. Immer nur Ringe auf der Oberfläche. Komm mit spielen, ich zeig dir meine Freunde!"
Und plötzlich waren da noch viel mehr silberglänzende kleine Fische, auch ein paar goldene waren dabei und ein paar gefleckte, und sie spielten Fangen oder versteckten sich im Schatten der Bambusstauden am Ufer. Mit den neuen Freunden gefiel es dem kleinen Mondstrahl immer besser. Jeden Tag entdeckte er Neues: die uralte Teichmuschel am Grund, interessante Wurzeln unter denen man durchschwimmen konnte, man konnte Wasserschnecken ärgern und von den Blättern der vielen schönen Wasserpflanzen schubsen, oder mit den Fröschen um die Wette schwimmen. Und immer war sein Freund, der kleine silberne Fisch der ihm alles gezeigt hatte, an seiner Seite. Da wusste er, hier wollte er bleiben. Nur manchmal dachte er noch wehmütig zurück an den Mond, den glitzernden Mondstaub, die funkelnden Sterne, und das alte Mondauto.
Wenn du in einer klaren Mondnacht an einem kleinen Teich stehst, mit Bambusstauden am Ufer, dann kannst du vielleicht den kleinen Mondstrahl mit seinen Freunden durch das Wasser flitzen sehen. Und wenn er mit seinem Freund vor Übermut gegen die Wasseroberfläche springt ziehen schöne glitzernde Ringe über den Teich...
Seltsam, dass ich diese überaus gelungene Grafik erst jetzt entdecke.
Hat eine tolle Wirkung und einen sehr einfallsreichen Titel... wie du ja oben auch geschrieben hast, fehlt nur noch die Geschichte dazu ;-)
Nun ist auch die dritte Geschichte bei mir unter den Favoriten. So finde ich sie ganz schnell, wenn meine "stolze Hausbesitzerin" kommt und eine Geschichte hören möchte.
Das Märchen ist so zart geschrieben, Du müsstest etwas in dieser Richtung unternehmen. Es gibt solch grausige Kindermärchen mitunter, aber Deines ist nicht nur wunderschön, es regt auch die Fantasie des Kindes und der Erwachsenen weiter an.
Danke für dieses Märchen und auch die anderen.
LG Trautel
lieber horst, was soll ich sagen! bin ich beeindruckt? ja auch, aber ich bin in erster linie wieder begeistert von der wunderbaren geschichte...die du uns erzählst. ich hatte jetzt wirklich das gefühl dass ich in einer klaren mondnacht an einem kleinen teich stehe, mit bambusstauden am ufer und meine den kleinen mondtrahl mit seinen freunden durchs wasser flitzen zu sehen...
einen lieben gruß für dich in dein märchenland, claudia
Der Mond steht groß und leicht verschleiert am Himmel. Da habe ich Lust dieses Märchen zu lesen.
Und es gefällt mir über alle Maßen.
Deine Geschichte werde ich sowohl meinem Mann als auch unserem kleinen Enkel vorlesen .
Und ich bin sicher, sie werden sie beide ganz bezaubernd finden.
Bild und Geschichte passen wieder hervorragend zusammen und beflügeln die Fantasie von Groß und Klein.
Liebe Grüße
Anna