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Hat sie nicht betörende Augen, diese Heidelibellendame (Gemeine Heidelibelle - Sympetrum vulgatum), die mir am Samstag in meinem neuen Insektenbiotop im Rodgau nahe Obertshausen (Hessen) Modell stand? Da ich sie dort schon mehrmals angetroffen habe, habe ich sie einfach ganz dreist "Heidi" getauft. Ist schon eine echte Klassefrau und auch noch so geschmackvoll geschminkt. ;-)
5. Juli 2003 - Olympus 2100 UZ + Canon 500-D & 250-D - 1/200 Sek. - F 8.0 - ISO 100 - 380 mm.
Deine Heidi ist ja eine super Frau! Da kann ich mir vorstellen, dass du ihren betörenden Blick nicht widerstehen konntest, und du uns somit ein erstklassiges Makro von ihr zeigst. Bin absolut begeistert, Stephan!-)))))
Liebe Grüße
Rose ( z. Zt. Digipause.....grins)
@Andreas: das schwierige ist eigentlich nur die so gut wir geräuschfreie Annäherung, zumal wenn man Gras, Sträucher oder Kies durchqueren muß. Die Tritte sind das eigentliche Problem und Schattenwurf ist auch nicht gerade von Vorteil. Steht man erst mal vor der "Lieben Belle", kann man in aller Regel recht problemlos auch ganz nahe heran, solange man jede hektische Bewegung vermeidet und als Heuschnupfengeplagter sich das Niesen verkneift. ;-)
Hi Stephan!
Einfach fantastisch, wie Du hier die Facetten der Libellenaugen dokumentiert hast!!! Das habe ich zwr schon zig mal probiert, aber in der Perfektion noch nie hinbekommen!!!
Ich muss auch sagen: Wahnsinns-Augen!
Ich komm einfach nicht nah an diese Tiere heran - Vielleicht hat du eine Tarnkappe oder Harry Potters Umhang;-)))
LG Helene
Ohne es zu wissen, hast Du hier einen interessanten Beitrag zur "Facettologie" geleistet. Normal wären bei ausreichender Vergrößerung sichtbare Facettenkristalle in der frontal betrachteten Partie der Augen und schwammige Reflektionen der trüben Linsen in den Randbereichen mit schräger Aufsicht.
Bei diesem Tier ist die Situation (nur) scheinbar anders. Im Bereich des Farbwechsels verläuft eine scheinbare Schärfegrenze! Dies liegt daran, dass hier ein Wechsel zwischen größeren stärker pigmentierten und kleineren schwächer pigmentierten Facetten stattfindet. Über Ursache und Funktion lassen sich auch zwei plausible Hypothesen formulieren, die ein Libellenspezi sicher auch ethologisch untermauern kann.
1: Das Tier ist in praller Sonne aktiv. Größere Facetten und stärkere Facettenwände verhindern im oberen Augenbereich eine Fehlleitung des einfallenden Lichtes, z.B. Diffusion durch dünne Facettenwände.
2. Facetten dienen in erster Linie der Bewegungswahrnehmung von Feinden und potentieller Beute. Feinde sind Vögel, die sich bevorzugt von oben nähern. Vögel sind groß, zur Wahrnehmung reichen wenige grobe Facetten. 2500 Facetten entsprechen laut Literatur etwa 1/80 der Sehschärfe des menschlichen Auges. Im funktionell dem Beuteerwerb zugeordneten grünen Augenbereich ist daher eine wesentlich größere Facettendichte notwendig.
also ich kann dir nur dazu schreiben dass mir deine neue "Bekanntschaft" gefällt. Dass du dafür auch mal in einem Schlammloch stehen musst ist die Sache doch wert. Tja und wie du so von ihr schwärmst *smile*, das kommt eh immer gut rüber.
einen lieben Gruß
gerdi
@Frank: logisch war mir das bewußt. ;-)
Aber im Ernst: das Facettenauge hat mich schon immer fasziniert und schon als dreijähriger Knirps habe ich versucht, staunende Erwachsene mit erhobenem Zeigefinger zu belehren, daß Stubenfliegen wegen ihrer Facettenaufnahmen interessante Tiere seien und man folglich keine Fliegenfänger aufhängen solle. ;-)
Deine Ausführungen freilich sind außerordentlich interessant und lehrreich und ich habe sie mit großem Gewinn gelesen. Du hast damit sozusagen ganz neue Facetten des Facettenauges beleuchtet. Ich danke Dir für diesen gehalt- und niveauvollen Beitrag.
@Jürgen: nun ja, ein klein wenig nachgeschärft habe ich schon noch, aber 4 von insgesamt 15 Fotos kamen schon aus der Kamera erstaunlich klar und scharf, eine Quote, wie ich sie bei solchen Extremaufnahmen mit zwei ineinandergeschraubten Linsen und ohne Stativ - es handelt sich ja um eine recht kleine Libelle - zuvor noch nicht hatte.
das ist wirklich der Wahnsinn, dass man solche Aufnahmen machen kann.
Ganz enorm empfinde ich auch, wenn Teilnehmer, wie hier Frank, noch solche interessanten Aspekte einfließen lassen. Durch dieses Miteinander entsteht hier in der fc (teilweise) ein Informationsfluss, der enorm ist.
Daher ein Dankeschön.
lg Irene
Wahnsinn, diese Augen! Unglaublich, diese Abbildung! Meisterhaft, wie Du uns die Welt der ganz Kleinen ganz groß näherbringst. Ich bin fasziniert von dem Detailreichtum des Mikrokosmos....