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Ich weiss gar nicht, wie ich zu dieser Ehre komme, aber ich werde desöfteren gefragt,
wie man am besten derartige Mitzieher hinbekommt. Hier meine Vorgehensweise:
Die Kamera auf Zeitvorwahl einstellen und die Zeit etwa nach dieser Formel wählen:
1s durch doppelte Geschwindigkeit des Motivs in km/h. Z.B. 1/60s bei 30km/h usw.
Diese grobe Annäherung gilt für eine KB-Film-/Sensorgröße, also 35mm. Cropfaktor entsprechend berücksichtigen!
Das gibt schon einen deutlichen Wischeffekt. Längere Zeiten kann man natürlich
auch wählen, wann man es sich verwacklungsfrei zutraut.
Mitzieher kann man eigentlich mit jeder Brennweite machen.
Auf der Rennstrecke empfiehlt sich aber - aus einleuchtenden Gründen wie
Sicherheitsabstand, Formatfülle etc. -
eine Brennweite zwischen 100 und 400mm zu verwenden.
Länger geht zwar auch, aber die dann notwendigen Tüten lassen sich nicht mehr so einfach handhaben.
Die Kamera auf Autofokus mit Nachführmodus (falls möglich) einstellen.
Das Motiv im Sucher unter Berücksichtigung der voraussichtlichen
Bewegungsrichtung verfolgen und im richtigen Moment abdrücken.
Möglichst ohne die Kamera dabei noch wild zu verreissen :)
Es kann helfen, ähnlich wie beim Golfsport, dem Ball bzw. dem Motiv noch nach dem
Schlag hinterherzugucken.
Ein Stativ ist nicht nötig, ausser man hat sehr fette Linsen im Einsatz.
Der IS (Bildstabilisator) an Canons Objektiven auf Stufe 2 kann auch helfen. Dieser verhindert vertikale
Verwacklungen bei horizontalen Mitziehern.
Bei diesem Bild Betrug die Belichtungszeit 1/180s. Zusätzlich wurde ein Polfilter
eingesetzt (damit trotz relativ weit geöffneter Blende noch etwas Licht geschluckt,
und die Belichtungszeit länger wird).
Das Motorrad fuhr ca. 130km/h, also ist dieser Mitzieher schon relativ lang.
Selbst mit viel Übung gelingen solche Aufnahmen nicht immer.
Es ist i.d.R. erstrebenswert, dass "wichtige" Teile scharf werden - also die, auf die das Auge beim Betrachten normalerweise zuerst fixiert wird.
Wie z.B. Kühlergrill, Kennzeichen, Helm etc.
Trotz aller Übung passiert es bei langen Mitziehern oft, dass der scharfe Punkt etwas zu weit davor oder dahinter liegt.
Das passiert dann, wenn man nicht genau diesen Punkt mitgezogen hat, sondern etwas zu schnell oder zu langsam war.
Auf obigem Bild sieht man, dass der Auspuff schon etwas verschwommen ist.
Das liegt nicht an einer zu geringen Tiefenschärfe, sondern daran, daß sich die Perspektive im Laufe
der Aufnahme im hinteren Teil (also dem Teil, der nicht im Zentrum des Mitziehers lag) geändert hat,
während sie sich vorne nicht verändert hat (zumindest nicht stark genug).
Dagegen kann man nichts machen, ausser das Motiv bewegt sich auf einer Kreisbahn um einen herum,
dann ändert sich an der Perspektive natürlich nichts.
Soviel für's erste. Weitere Fragen kann ich gerne beantworten.
Perfektes Foto, sehr gute Beschreibung.
Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass beim Mitziehen Kameras mit optischem Sucher klar im Vorteil sind (wegen der Verzögerung bei der Aufbereitung des Bilds für das LCD).
@Dets.: Das stimmt natürlich und vereinfacht die Sache enorm.
Mit elektronischem Sucher geht's natürlich auch, aber die Trefferquote ist nicht so hoch. Hier ein Beispiel:
Alle mit einer eher suboptimalen Minolta Dimage7 gemacht.
es stimmt einfach nicht, so eine Anleitung ist einfach nicht machbar, es spielen so viele Dinge eine Rolle z.B. Abstand zum Motiv, Brennweite, Geschwindigkeit, ganz wichtig Winkel zum Motiv und das können Fotografen. Ich habe Bilder gesehen mit 400mm und 1/25Sek. die kackscharf sind( und das kann ich beweisen) . Nein bitte seid mir nicht böse , aber so eine Anleitung ist leider Käse auch wenn hart klingt.
Sei mir bitte, bitte nicht ! hast dir ne Menge Arbeit gemacht, aber es stimmt einfach nicht. Viel wichtiger wäre Tips, wie vorher schon anziehen und danach weiter mitziehen gewessen. Aber ich meinte das wirklich nicht böse!!
Bei mir funktioniert diese Vorgehensweise zumindest.
Wenn Du eine Anleitung hast, wie man mit einem 400er konstant brauchbare Mitzieher bei 1/25s macht: Immer her damit, bin sehr interessiert.
Bis jetzt dachte ich immer, dass der überwiegende Teil der Fotografenzunft noch nicht einmal unbewegte Motive bei 400mm und 1/25s scharf ablichten könnte.
Und die restlichen von Dir genannten Dinge dachte ich berücksichtigt zu haben...
Zudem wäre ich an einer Formel interessiert, die den Motivabstand mit einbezieht.
Rein *gefühlsmässig* würde ich nämlich sagen, dass der Abstand ziemlich egal ist, d.h. sich herauskürzt.
Müsste ich mal anhand der Strahlensätze verifizieren...
Interessant könnte wohl der Abstand zwischen Motiv und Hintergrund sein...
hallo Martin, du bist mir ja doch böse, he das war echt nicht böse gegen deine Person gemeint!!
Aber nochmal zu Sache, was ich sagen wollte ist das es dafür keine Anleitung und auch keine Richtlinen geben kann. Es spielen so viele Dinge eine Rolle die man nicht in einer Anleitung zusammenfassen kann. Ich habe Bilder mit 400mm bei 1/25 Sek. mitgezogen die richtig scharf sind und welche mit 1/200 Sek. die es nicht sind. Bei mitziehen hilft nur üben und Erfahrung sammeln eine Anleitung kann man nicht geben, daher macht deine Anleitung leider keinen Sinn nicht mal als Richtline. Bitte sei mir deswegen nicht böse es geht echt nicht gegen dich.
Zu deiner Frage was den Abstand zum Motiv angeht, nein der ist nicht egal, wenn du weiter weg stehst zum Motiv mußt du viel langsamer mitziehen als wen du nah dran bist, der von dir angesprochene Abstand zum Hintergrund ist wiederum egal da dieser ja eh unscharf und "verwackelt" wird. Sieh mal man kann den Leuten sagen das sie schon vorm auslösen mitziehen müßen und auch wenn sie den Auslöser wieder loslassen, oder sowas als Tipps geben aber mehr auch nicht.
Grüße Daniel
PS: und nochmaldas ging nicht gegen deine Person !
Ich bin gar keinem böse.
Ich zwinge ja niemanden diese Tipps anzuwenden.
Diejenigen, die es machen, können ja berichten, ob es was genutzt hat.
Dass *Üben* das wichtigste ist, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.
Bei meinen Fotos klappt's so und dauerhafte Übung war wohl der Hauptgrund dafür.
Und das "vor dem Auslösen mitziehen" dachte ich auch mit meinem Abschnitt
"Das Motiv im Sucher unter Berücksichtigung der voraussichtlichen
Bewegungsrichtung verfolgen und im richtigen Moment abdrücken.
Möglichst ohne die Kamera dabei noch wild zu verreissen :)
Es kann helfen, ähnlich wie beim Golfsport dem Ball noch nach dem
Schlag hinterherzugucken."
berücksichtigt zu haben.
Einen generellen Grundverstand setze ich hier voraus.
Dass das nicht geht "Motiv sehen, Kamera hochreissen, perfekt die Geschwindigkeit von 0 auf 120km/h hochziehen und abdrücken" sollte klar sein.
Naja. Schluss jetzt. Jeder wie er mag.
Grüße, Martin
Danke Sushil!
Dass das oben keine allein seeligmachende Anleitung sein kann, sollte eigentlich klar sein. Dazu gibt es viel zu viele verschiedene Situationen.
Sie passt für mich halt ganz gut bei den Mitziehern, die ich in der Regel mache: bewegte Fahrzeuge im Geschwindigkeitsbereich von 20-200km/h, aufgenommen mit einem Teleobjektiv.
Vielleicht kriegt man Probleme, wenn man damit Mitzieher von Flugabwehrraketen oder wettlaufenden Weinbergschnecken machen möchte, aber dafür können ja andere ein Tutorial schreiben :-))
Ich freue mich schon auf erste gelunge (und auch misslungene *g*) Ergebnisse hier!
Schon ganz gut!
Die Unschärfe am Helm würde bei mir gerade noch so durchgehen - könnte man zumindest so deuten, dass der Fahrer richtig mit der Maschine zu kämpfen hat.
Der helle Hintergrund ist für die Belichtung nicht unbedingt förderlich - abgesehen davon, dass er auch nicht besonders hübsch ist.
Aber daran kann man oft nichts ändern...wenn das zum Beispiel der einzige Sprung auf der Strecke gewesen wäre :D
Meistens nur mit dem mittleren Feld.
Erstens ist es einfacher das Motiv in der Mitte zu halten, anstatt irgendwo in der Ecke - zweitens ist der mittlere Sensor (zumindest bei der 10D) empfindlicher als die anderen.
Ab und zu benutze ich aber auch andere Felder oder alle, wenn ich sicher gehen kann, dass kein anderes Objekt den Autofokus aus dem Takt bringen kann *g*
fokusierst du vorher eine stelle an, an der du dann abdrückst wenn das objekt an dieser stelle ist oder fokusierst du im sportmodus imm das bike an???
ich muss noch sehr sehr viel üben:
Hi Tim!
Wie der Name schon sagt: Beim Mitziehen zieht man mit dem Motiv mit.
Du behältst das Motiv die ganze Zeit im Sucher und löst im passenden Moment aus (z.B. dann, wenn der Hintergrund gerade besonders schön ist oder der Fahrer am höchsten Punkt des Wheelies ist)
Grüße, Martin
Für nicht DSLR Nutzer sei noch gesagt das man bei Vorhersehbaren Entfernungen (Rundstrecke, Motocross, Leichtatletik etc.) solche Aufnahmen mittels Manuellem Fokus, auf eine Stelle an der das Motiv vorbeikommt, und dem Auslösen zum richtigen Zeitpunkt, solche Aufnahmen auch machen kann. Mit dem lamen AF der Kompakt Digis hat man sonst 100% Ausschuß.
tolle Aufnahme !
Zur Diskussion : ich kann mir vorstellen, dass es auch einen Unterschied macht, ob man einen Passat variant formatfüllend als Mitziehobjekt benützt, oder ein Motorrad, welches sicher weniger Bildanteile einnimmt ... und daher sicher für die AF-Meßfelder schwieriger ist ...
Gruß
Hermann
Hallo Martin,
bin eher zufällig auf Deine Anleitung gestoßen.
Der letzte Teil, dass Teile des Fahrzeugs unscharf werden, ist mir auch schon aufgefallen und habs hier versucht zu erklären:
Die Idee mit dem Pol- oder Graufilter gefällt mir gut - hätte eigentlich selber draufkommen können.
Hatte meistens die Blende zu weit geschlossen, und dadurch eine unerwünschte Tiefenschärfe erkauft.
schönes Foto und vielen Dank für diese Erklärung! Habs mal zum Nachlesen in meine Favoriten gespeichert. Werde mich darin demnächst auch mal probieren.
LG
frenzy
Hallo Martin, danke für die Anleitung zum mitziehen. Mir als Anfänger hilfst Du damit sicher weiter und ich freue mich auf die nächste Gelegenheit es auszuprobieren. Danke also und Dir ein schönes Wochenende... Ilona