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Gammel ist Gammel, lieber Andreas. Und die Mitmenschen, die da schreiben, dass sie das irgendwie ästhetisch finden, wären geradezu entsetzt, wenn sie aus dem Urlaub wiederkämen und ihr Haus so aussehend vorfänden. Jedenfalls in Deutschland. Eckhard
Gammel hat oft so lebendige und harmonische, wunderschön verblichene sterbende Farben (ich weiß, das ist jetzt paradox), die dem Auge guttun - vielleicht weil keine Chemie (mehr) drin ist (denke ich mir mal so...)
Gruß, Petra (die es heute mit Klammern hat...:-))
Das Marode in seiner Symbolik für das Vergängliche und Nichtanhaltenkönnen der Zeit übt natürlich auf einen Fotografen immer einen großen Reiz aus. Oft kommen als Kontrast noch die wunderbaren und intensiv leuchtenden Farben hinzu, besonders natürlich in den südlicheren Ländern.
Für die Bewohner oder Nutzer des Hauses möchte man doch aber hoffen, dass es innen nicht so aussieht wie im Fassadenbereich.
Gruß. Kerstin
Da kann ich doch nur mit JA antworten :-))
Und die Augen können spazieren gehen und verlieren sich in Farben und Strukturen... und entdecken immer wieder neues.
Das es zu 100% meine Geschmack trifft, brauch ich eigentlich garnicht zu erwähnen, oder?
LG Elke
@Martin HKP:
ich hatte das im übertragenen Sinn gemeint.
Solch ein Bild ist wie Musik.
Es spricht für sich.
Was hier wirklich realiter geschehen ist,
welche Menschen hier leb(t)en,
kann uns ein Bild nicht erzählen.
Dann werden für mich Bilder gut,
wenn Worte nicht mehr gebraucht werden (können).
Viele Grüße, Johannes
edit:
vor Jahren habe ich ein paar Ausstellungen gehabt,
ich nannte sie (fast) immer "like music in my eyes".
Der Titel wurde in der Zwischenzeit mehrmals "übernommen".
Ich dachte, da ich bis dahin mein Leben lang Musiker war,
würde er gerade zu meinen Ausstellungen passen...
@Johannes:
Da stimme ich Dir vollkommen zu. Aber nur wenn man scheinbar nichts hört, kann man auf Entdeckungsreise gehen... Genau dann kommt die Phantasie ins Spiel - und das kann auch sehr sehr spannend sein :)
LG Elke
@ alle Ich freue mich so sehr über Eure interessanten und sehr einfühlsamen Anmerkungen. Ich bin sicher, oder ziemlich sicher, daß ich irgendwo während meiner Studien eine Schrift über die "Ästhetik des Vergänglichen" gelesen hatte. Ich werde recherchieren. Besonders freut mich, daß diese Aufnahme überhaupt derartige Beachtung findet. Es ist eines meiner Lieblingsbilder aus der umfangreichen Ernte des Italienurlaubs. Aber erst als mein Bruder Christian mich indirekt dazu ermutigte, stellte ich es ein. Ich war eher zögerlich.
@ Johannes Manches mal bin ich froh, daß die Augen nicht auch noch hören können. Zu viele und zu starke Sinneseindrücke können mich durchaus nachhaltig irritieren und verwirren.
@ Kerstin Diese Häuser können, müssen nicht, innen reine Juwele sein. Die Hausbesitzer versuchen nach außen den Eindruck von Wohlstand zu vermeiden. Dazu kommt, daß die Steuerhebiung auch den äußeren Zustand eines Hauses mit einbezieht - als runter mit den Zahlungen an den Fiskus.
@ Elke N. Daß diese Aufnahme nach Deinem Geschmack ist, wundert mich nicht, bei Deiner Meisterschaft auf diesem Gebiet. Freut mich, daß ich etwas zurückgeben konnte.
@ Eckard Last not least. Du hast aus meiner Sicht Recht und doch nicht Recht. Der Werterhalt des Neubaus in Ottensen ist aber kaum vergleichbar mit der fotografischen Betrachtung einer bröckelnden Fassade in Castel Gandolfo. Gammel ist insofern abhängig vom Objekt der Begierde. Substanzschädigend ist er allemal und läßt auch einen gewissen Rückschluß auf die innere Einstellung, ja Moral der Verantwortlichen zu. Wir beide werde jedoch sicherlich jene entschuldigen, denen die finanziellen MIttel fehlen. Nicht akzeptieren kann ich Gammel an Gebäuden historischen Werts, die in kommunalen Besitz sind. Hier greift die Verantwortung derer, die das Nationale Erbe verwalten dürfen. Eine Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.
Lieber Pawlo, wenn ich mich recht erinnere, war der Papstpalast in Avignon besser erhalten.
Bei historischen Gebäuden, zumal Burgen, ist man gewiss geneigt, ein wenig Verfall pittoresk zu finden; insoweit gehen deine Ausführungen völlig in Ordnung. In Frankreich usw. hat die raubauzige Fassade ja auch nichts mit dem Inneren zu tun, sondern ist eher Ausfluss der Angst vor Dieben. (Die dürften das aber wissen.)
Im Sorgenkinderverzeichnis der Stiftung Denkmalschutz findet sich in der Tat vieles, was dringendst der Sanierung bedürfte, und da ist der Verfall wirklich auch nicht mehr "schön". Eckhard
Das sind diese kleinen Fleckchen, die man fast nur noch in Urlauben findet, da wir Westeuropäer viel zu penibel sind und sowas nie dulden würden. In Italien sieht man es noch ab und zu und auch in Griechenland und das finde ich hat Flair. Eine sehr schöne Aufnahme ist dir hier gelungen, mit einem sehr treffenden Titel.
LG Cindy