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...anmutend fand ich es, als ich vor diesen Fenstern stand. Hat man nach der Abholzung des Baumbestands nun einen freien Blick auf das Marinemuseum Wilhelmshaven, welches sich Ende der 1990er Jahre für die Südzentrale interessierte...aber aufgrund von zu hohen Kosten ihr mögliches Vorhaben wieder aufgab.
Baubeginn der Südzentrale war Ende des Jahres 1908. Die Planung des Kraftwerkes übernahm Marinebaumeister Fritz Rieckert.
Rieckerts monumentale, wasserseitige Giebelgestaltung mit den fünf schlanken Fensterreihen und der Beschriftung auf dem geschwungenen Giebel, sollten dieses Bauwerk prägen.
Architekturkenner vergleichen den Bau gerne mit der von Peter Behrends etwa zeitgleich geplanten AEG-Montagehalle in Berlin.
Die Gesamt-Anmutung der Südzentrale glich eher den prägenden Jugendstilbauten der Stadt, jedoch überwiegt hier vor allem die moderne Schlichtheit. Trotz seiner Größe gliedert sich das Bauwerk durch die Verwendung entsprechender Stilelemente ins Stadtbild ein. Die vielseitige Verwendung von Fensterelementen, auch besonders im Dachbereich, durchfluteten das Gebäude mit Tageslicht. Die Eisenträger erhielten einen feinen sandsteinfarbenen Anstrich, Fenster und Türen wurden hellblau gefasst und unterstrichen damit, trotz der Größe, die geplante Leichtigkeit dieses Bauwerkes. Das hier verwendete neuartige Baumaterial Eisen erhielt somit eine angemessen formale Architektur.
Nur der ca. 70 Meter hohe, aus Ziegelsteinen gemauerte Schornstein verriet diesen Bau als Kraftwerk der Kaiserlichen Werft.
Der erste Bauabschnitt der Südzentrale ist im Jahre 1911 fertig gestellt worden, bereits ein Jahr zuvor reiste Kaiser Wilhelm II. nach Wilhelmshaven, um sich hier die geplanten Kesselanlagen erläutern zu lassen.
In den Jahren 1914/15 wurden Maschinenhalle und Kesselhaus um etwa 11 Meter verlängert, die ursprüngliche Leistung wurde durch Aufstellen von vier weiteren Kesseln im Kesselhaus, sowie durch eine 4000 PS starke Turbine in der Maschinenhaus vergrößert.
Bei einer zweiten Verlängerung des Baus wurde die Leistung des Kraftwerks auf nunmehr 15.000 PS gesteigert, damit war die Südzentrale das stärkste Kraftwerk seiner Zeit.
Eine weitere bauliche Veränderung fand schon Ende der 30er Jahre statt. Und zwar wurden aufgrund vermuteter Luftspionage sämtliche Oberlichter des Gebäudes entfernt. Ebenso wich die Ziegeldacheindeckung schwarzer Dachpappe. Auf dem Bürogebäude wurde zudem ein Flakstand errichtet.
Trotz über 100 Großangriffe alliierter Bomber im 2. Weltkrieg erstaunt die Tatsache, das die Südzentrale, wie auch die übrigen Hafen- und Werftanlagen, nicht vernichtet wurden.
Ein beeindruckendes und irgendwie auch bedrückendes Foto...es zeigt auf drastische Weise ( klasse die BEA ) die Endlichkeit der Dinge...
Der Text ist sehr informativ.
LG ec54
Das Bild vermittelt eine unheimliche und beklemmende Stimmung.
Fast als wäre Krieg, das Gebäude ist schon zerstört und draußen fahren die Kriegsschiffe vorüber...
VG Lutz
Deine BEA sprechen mich immer wieder an.Diese passen einfach erstgradig zu den Locationen welche Ihr besucht. Sehr aufschlußreich war für mich hier Deine Begleittext. VG Roland