Dies ist eine Bezahl-Funktion
Bezahlende User knnen schon ab 4 € im Monat alle Funktionen der fotocommunity nutzen.
  • In allen Foren lesen und schreiben
  • Aktbilder hochladen und anschauen
  • Am Galerie-Voting teilnehmen
  • Bis zu 30 Fotos / Woche hochladen
> Jetzt Bezahl-Mitglied werden
 

ohne Titel von Agora Bilddiskussion intensiv

ohne Titel


Von 

Neue QuickMessage schreiben
27.02.2011 um 16:03 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures  by the senders.
Die Portraitierung schafft eine Distanz zum Betrachter, da die Aufnahme durch eine Glasscheibe aufgenommen wurde und das Gesicht nur zur Hälfte zu sehen ist.
Dennoch schafft der direkte Blickkontakt Nähe und der leicht geöffnete Mund vermittelt Entspannung und Gelassenheit. Diese Ambivalenz zwischen Distanz und Nähe ist mir wichtig und entscheidend gewesen!

EXIF-Daten:
Nikon d700
Iso 400
1/200 sek - manuelle Belichtung nach Monitordisplay
manueller Weissabgleich
50mm 1.4 Blende 2.2 - manueller Fokus
Keine Retusche, einzig im Rawkonverter Kontraste verstärkt, entsättigt.

Anmerkungen:





Agora Bilddiskussion intensiv, 27.02.2011 um 16:03 Uhr


Die erste Kritik haben wir im Auftrag von Andreas Hurni eingestellt:

Ein sehr ruhiges Bild.
Eine Dame schaut durch ein Fenster in die Ferne - sie scheint entspannt, verfolgt vielleicht wie sich jemand entfernt - es ist als hätte sie den Anflug eines Lächels auf dem Gesicht. Ist es ein vorübergehender Abschied? Durch diesen Gedanken kriegt das Bild für mich auch einen leichten Anflug von Melancholie.

Was mir auffällt: Die Farben. Obwohl die zarten Töne die Stimmung ausmachen ist der Tonwertbereich ausgeschöpft, geht von Weiss bis Schwarz. Es ist die Dame selbst, welchen mit ihren Haaren und den Verzierungen am Kleid den kontrastreichen Bereich im Bild ausmacht - die Tonwerte sind derart im Motiv richtig plaziert. Die helle Haut, der sparsame Einsatz von ganz wenig Farbe in den Augen und den Lippen lassen dem Bild jedoch die Leichtigkeit und Anmutigkeit, welche anderweitig schnell verloren gehen könnte.
Ein Vorhang legt sich wie ein leichter Schleier über die Szene, seine Transparenz lichtet sich aber genau an der richtigen Stelle um ihren Blick durchzulassen.

Dann ist da auch noch die Grafik. Ein Hochformat, geteilt in einen rechten und einen linken Bildanteil. Links weiche Struktur in Unschärfe und Licht, ein Stimmungsmacher, rechts das oben schon beschriebene Motiv in klareren Tönen und einem exakt ausgerichteten Abschluss nach rechts durch einen weiteren - diesmal aber undurchdringleichen - Vorhang

Dieser Abschluss schneidet das eigentliche Motiv in seiner Symmetrieachse - was man sieht genügt und mehr würde für dieses Bild nichts wesentliches mehr hinzufügen. Es ist diese angeschnittene Darstellung, welche sicher auch zum oben erwähnten Anflug von Melancholie beiträgt.

Jede Menge Wideraufnahmen finden sich innerhalb des Bildes. Die Umgebung in Weiss und Schwarz, bestehend aus Licht und Schatten, findet sich wiederholt als Schwarz und Weiss im Kleid der Frau. Von der Plazierung innerhalb des Bilders her stellt das Kleid die Fortsetzung des Schattens dar, in welchem die Frau steht. Zwei Muster finden sich in dieser Bildhälfte, im abschliessenden Vorhang rechts als feingegliederte Struktur und in der ornamentalen Verzierrung im Kleid grösser gegliedert.
Selbst die gerade Linie des Abschlusses mit dem Vorhang rechts taucht links im Hintergrund wieder auf - überlagert von den leicht schrägen Linien im Vordergrund, ohne welche das Bild schnell mal zu Langeweile tendieren könnte.

Für meinen Teil betrachte ich das Bild als sehr sorgfältig gestaltet und ich habe kaum was auszusetzen. Wenn es denn einen Punkt gibt, welchen ich für mich nicht abschliessende beurteilen kann - dann wäre es der helle "Abschluss-Vorhang" am Bildrand. Nicht das er falsch wäre, es ist eher so, dass ich bei diesem Aspekt an Optionen denke, was wäre wenn er etwas weniger hell wäre, könnte er durch ein etwas weniger dominates Muster nicht auch etwas weniger um Aufmerksamkeit buhlen oder würde dadurch das Bild durch den Wegfall einer angemessenen Fläche scharfer Abbildung weniger Prägnant wirken und daher am Gesamteindruck verlieren?



Matthias von Schramm, 27.02.2011 um 16:39 Uhr

Nachdem sich der Kritikgott hier geäußert hat - aber auch das hab ich nur überflogen, zwecks meiner unvoreingenommenen Kritik meinerseits, äußere ich mich hier auch sehr gerne.

Das Foto hat alles, was ich für ein gutes Foto mit Geschichte brauche. Das halbe Gesicht in einem Rahmen, bzw. dahinter ist wie eine Geschichte, die sehr viel offen lässt. Symbolisch ist das der Blick einer jungen Frau nach draußen, halb versteckt, aber doch genau erkennbar, im Schulterbereich und vorne diffus durch helle flächen und einer gardine. ein gardinenmuster könnte sich wie eine bordüre (danke Ilse Jentzsch) auf dem kleid des mädchens wiederfinden. hervorragend weiter unterstützt wird dieser eindruck durch die zurückhaltend pastelligen farben. ich würde dazu neigen hier sw umzuwandeln um die informationen zu reduzieren, aber ich glaube, es wäre nicht die bessere lösung. toll auch das muster vor dem fensterrahmen, die andeutung des schlüsselbeins unter den dunklen haaren.

durch die kleidung wirkt sie wie ein dienstmädchen, oder wie eine junge bedienung in einem restaurant. schüchtern, aber klar und präsent der blick, der schnitt ideal. leicht retro.

das bild ist für mich sehr gut als romancover vorstellbar.

es gibt hier eine grenze zwischen lieblichkeit und melancholie, welche schwer zu ziehen ist. zu lieblich wäre ein kritikpunkt. aber grade dieses grenzgebiet macht es zusätzlich spannend.



Andi L., 27.02.2011 um 17:39 Uhr

Ich machs wie der Herr von Schramm, die Analyse von Andreas Hurni lese ich mir nach meiner Anmerkung durch

alleine schon deshalb um zu wissen, wie sich meine "Laienhafte" Meinung mit der Meinung des "Spezialisten" deckt.



Ich mag das Bild sehr, der verstohlene Blick hinter der Gardine lässt das Kopfkino anlaufen und die Geschichte im Kopf fängt an sich zu bilden.....
Wen sie wohl beobachtet und warum und warum sie sich nicht ganz zeigt, hinter einem Vorhang ist man meist sowieso nicht so gut zu sehen.

Die reduzierten Farben und das "verschleierte" des Bildes machen es zusätzlich intressant, vielleicht sogar ein klein wenig erotisch........das ganze erinnert an Hamilton.

Einzig das Format will mir nicht so gefallen, Hochformat ist nicht so mein Fall, da bevorzuge ich eher das Quadrat..........aber das ist wohl einen nebensächliche Geschmacksfrage.



Andi L., 27.02.2011 um 17:47 Uhr

So nu hab ich mir die Bildanalyse von Andreas Hurni durchgelesen........

und ich muss gestehn ich staune, hätte ich das vorher gemacht, hätte ich wohl nicht mehr geschrieben, warum auch........iss ja alles schon gesagt.




Klaus Klippel, 27.02.2011 um 17:50 Uhr

Alles in allem finde ich das Bild sehr gut. Die unaufdringlichen Farben und das verwaschene geben dem Bild eine zarte Note. Das Model hinter dem Rahmen zu verstecken schafft Spannung.
Was mir nicht so gut gefällt ist, die dunklen Haare verschwimmen im schwarz des Hintergrundes. Der weisse Ärmel verschwimmt im weiss der Gardine. Dadurch verliert sich mein Blick und wird nicht mehr zum Hauptmotiv zurück geführt.



Ilse Jentzsch, 27.02.2011 um 18:07 Uhr

Für mich ist es eine Aufnahme die sofort meine Phantasie in Gang setzt. Die sehr junge Frau blickt durch eine -sie zur Hälfte verdeckende- Gardine.
Offensichtlich will sie nicht, daß man sieht, daß sie beobachtet. Und nun beginnt jeder Betrachter des Fotos sich seine eigene Geschichte zu bilden.
Ich glaube in dem Blick zu erkennen, daß sie einem männlichen Wesen hinterher sieht, jemanden für den evtl. sogar ihr Herz schlägt. Halb hofft sie, daß er sich umdreht, halb möchte sie sich verbergen, möchte ihre Sehnsucht nicht erkennen lassen.
Gut, das ist natürlich pure Phantasie und es kann völlig anders sein.
Die zarte Gardine hingegen, der durch eine feine Spitzenbordüre runde Ausschnitt des Kleides, dies alles geben dem Foto eine romantische Zartheit.
Fazit: Ein Foto, was in der Lage ist, auf jeden anders zu wirken, jedem eine andere Geschichte zu erzählen, das hat seinen Zweck erfüllt - es ist gut!



Jens Lotz, 27.02.2011 um 21:15 Uhr

Sehr gute Belichtung mit Hauptlicht von links. Schnitt mit Auge fast auf dyn.Symmetrie sowieso mein Fall. Und das Auge ist ein Highlight, so wie es sein muss, klar, zarte zurückhaltende Farbsättigung. Der Kommi von Andreas oben (kleine Korrektur, Transparenz, wenn vorhanden, ist nicht mehr steigerbar , denke Du meinst Transluzens) ist genau wie die Kommentare der anderen sehr sachlich, und bei diesem Bild berechtigterweise auch emotional positiv gestimmt. Den maximalen Schwarzwert oben finde ich passend, auch wenn ich mir wie Klaus eine wage Zeichnung mehr oben in den Haaren gewünscht hätte--aber marginal.
Und der Fotograf und sein Model lassen einen breiten Raum für Fantasie--das behalte ich für mich--denke ein Bild was dazu anregt ist ein wirkungsvolles-
LG jens



moments in life, 27.02.2011 um 22:17 Uhr

Spannende Bild- Demo


"Mensch guckt aus Fenster"
Ein Klassiker - und klassisch: "Komisch" z.B. woher kommt der Schleier? Wo steht der Betrachter / Spanner / (ungebetener) Betrachter? Voyeure? Wen beobachtet SIE?


Entegen der Eingangskritik: Für mich:
Bild ist UN ruhig (1)
in die "Ferne" schaut das Model nicht (2)
sie erscheint sicher nicht "Entspannt". Entspannt gibt weder Schnitt noch Gesichtsausdruck her.
Melancholie? Erschließt sich mir nicht: Erst eine Hinein-Vermutung (Stimmung des Betrachters? - nicht falsch - aber auch nicht automatisch richtig), die durch den Tatbestand des "Angeschnittenseins" nun erhärtet wird? entstehen soll ...?
Die Umgebung ist auch nicht "Schwarz und weiß" - selbst dann nicht, wenn man die Erklärung bemüht, sie bestehe aus "aus Licht und Schatten" ... ach was?!?!
- das Bild "funktioniert nicht (3)
Der Focus liegt auf der rechten Gardine. Der Schleier in die Aufnahme erklärt sich (z.B.) - durch eine Scheibe hindurch fotografiert (?) - daher der falsche Schleier mit dem unlogischen Haar.



Mir fällt technisch auf:
- re Gardine ist schärfer aus Augen;
- die dunklen Durchbrechungen im Kleid erscheinen wie Löcher - sind zu dunkel.
- Das Stirnhaar ist unerklärbar schwärzer als der Rest -außer durch einen ??? Schleier



1: unruhe entsteht durch die wehenden Vorhänge und das Fehlen des Bezugspunktes / Fokus im Blick des Models
2: sie fixiert einen Punkt UNTER der Kameraebene. Vorausgesetzt, die Kamera steht nicht auf einem Aussichtsturm, guckt das Model nach unten. Fixiert!
3: Wenn das Auge scharf - davor die Nase/Mund unscharf - und DAVOR die Gardiene wieder scharf erscheint ... unlogisch


ich mag solche Bilder!

Greetz vom
E_D_O_L



AnnaCaravela, 27.02.2011 um 22:20 Uhr

Also ich finde nicht, dass der Mund Entspannung und Gelassenheit vermittelt, wie der Fotograf hier schreibt. Nach meiner Meinung schaut das Mädchen eher gespannt, als würde sie etwas beobachten, das sie faszinierend findet. Nicht erschrocken, sondern fasziniert und gebannt.
Mir gefällt das Bild insgesamt wegen der Pastellfarben und weil es die Phantasie anregt. Was sieht sie? Wer ist sie? Mit dem Spitzenoberteil wirkt sie sehr mädchenhaft. Das Bild ist romantisch und das finde ich auch sehr schön.

Leider ist es insgesamt etwas zu hell geworden. Der Strahl von unten stört mich ein wenig.

lg Laverna



Löckchen81, 27.02.2011 um 22:20 Uhr

Mein erster Eindruck: Ein tolles Bild, sehr gut gemacht!
Wie schon geschrieben wurde finde auch ich die zarten Farben sehr gelungen. Sie schafffen die richtige Stimmung. Keine "Farbtupfer" die vom wesentlichen ablenken, die leicht diese, dem Fotografen wichtige, Ambivalenz zwischen Nähe und Distanz hätten stören können.
Ich gehe kurz auf meinen Eindruck dieser Ambivalenz ein:
Zum einen die Glasscheibe, für mich bringt sie sehr deutlich die Botschaft Distanz rüber.
Gegenüber steht die Nähe. Hier hat der Fotograf mit einem wirklich gut eingefangenen Blick des Models und ihrem leicht geöffnetem Mund Vertraulichkeit mit in das Bild fliesen lassen.
Genug das sich für mich die Waage hält?
Da bin ich mir noch nicht so sicher, denn ich finde auch die harte Linie des Vorhangs schafft eine gewisse Distanz. Immerhin verhüllt er ja das "vertraute" Gesicht.
Ich fände es schön wenn das Model mit einer Hand den Vorhang berühren, anfassen, greifen würde.
Einmal signalisierte mir dadurch das Mädchen noch einen Funken mehr Nähe, zum Anderen wäre, der für mich doch recht harten Kante des Vorhangs, in diesem sonst so zarten Bild, eine gewisse "Wucht" genommen.

Aber wie geschrieben, ist das ein ganz tolles Bild!
Ob mein Vorschlag besser wirken würde, kann ich auch erst sagen wenn ich ihn dann sehen würde ;-)



Wolf Schroedax, 28.02.2011 um 0:22 Uhr

Ich finde, man muss das Bild danach beurteilen, was es hergibt und nicht nach dem, was der Betrachter hinein sehnsüchtelt !
Es ist ein Bild aus einer gestellten/gestalteten Szene: Sie schaut (gerade eben) nicht nur ins Objektv, zum Glück. Ihr Blick ist (gerade eben) gespannt, als sähe sie etwas sich unerfreulich Entwickelndes, etwas, das sogar Empörung auslösen kann (>etwas geöffneter Mund). Wer weiß, ob sie wirklich verborgen bleiben will, ob sie nicht noch eingreift, (weil jemand ihren Hund ärgert am Zaun). Das Millieu, aus der sie beobachtet, ist gediegen/konservativ. Insofern passt die starre scharf gezeichnete Gardinde rechts als Attribut. Dass diese das Gesicht durchschneidet und dass die anderen Gadinen so verschwommen sind bzw bewegt wirken, verweist vielleicht auf eine ambivalente Position ......
Ich mag gestellte Motive nicht unbedingt, aber wenn sie mit dezenten Mitteln "arbeiten", kann ich mich anfreunden; wenn ein bisschen mehr da ist als Selbstdarstellung....



Klaus-Günter Albrecht, 28.02.2011 um 8:19 Uhr

Der Schärfepunkt könnte tiefer liegen, nicht auf der Gardine sondern auf dem Gesicht, und das Modell sollte auch nicht auf den Fotografen schauen, das macht die an sich brauchbare Bildidee zunichte.


Vera Böhm, 28.02.2011 um 8:39 Uhr

Eine gute Fotografie braucht meines Erachtens unbedingt einen Titel, sonst weiß man ja nicht, was der Fotograf mit seinem Bild zum Ausdruck bringen wollte. Ansonsten hat mich rechts der hellere Teil der Gardine gestört, denn das Bild kann so keinen richtigen Halt finden. Mein Blick wanderte automatisch zum rechten Bildrand hin,
da dieser mich vom eigentlichen Motiv unwahrscheinlich ablenkte.
Diesen störenden, hellen Teil habe ich nun weggeschnitten.
Zuvor habe ich allerdings das Bild erst einmal gerade gerichtet, beziehungsweise leicht gedreht, und erst dann habe ich das Bild neu zugeschnitten, und zwar so, dass der Faltenwurf der Gardine jetzt genau in die obere, linke Ecke verläuft. Zu guter Letzt habe ich noch ein paar Retuschen vorgenommen. Das Bild war mir farblich zu kalt, und das tötet irgendwie die schöne Stimmung. RAW-Aufnahmen haben grundsätzlich einen Blaustich, das heißt, dass ohne Farbkorrektur da eigentlich gar nichts geht. Die Struktur, beziehungsweise das Muster der Gardine kommt jetzt meiner Meinung nach ebenfalls um Einiges besser zur Geltung.
Ach ja, und der von mir gewählte Rahmen gibt dem Bild obendrein auch nochmal einen zusätzlichen Halt. Nicht nur das Auge, sondern auch der schöne Spitzenkragen der jungen Frau hat an Schärfe gewonnen, das hübsche Dekolleté kommt so erst richtig gut herüber.


Als Titel habe ich "Sehnsucht" gewählt, hier findet ihr meine Version:
Sehnsucht von Vera Böhm
Sehnsuchtnicht in Diskussion
Von
28.2.11, 8:35

Hier zum direkten Vergleich nochmal das Ursprungsbild (Original):
ohne Titel von Agora Bilddiskussion intensiv
ohne Titel
Von
27.2.11, 16:03
42 Anmerkungen



Ilse Jentzsch, 28.02.2011 um 9:09 Uhr

Hier würde ich widersprechen, denn durchaus nicht jedes Foto benötigt einen Titel, schon gar nicht wenn es sich wie hier um eine Sektion handelt, in der wir das schreiben sollen, was uns bei dem Foto fotografisch und emotional auf/einfällt. (Es sei denn, ich deute die Sektion falsch)....
Deine Bearbeitung, Vera, ist zwar sehr gut geworden, doch hätte sie meine oben genannten Gedanken nie ausgelöst, was bedeutet, daß es sich um ein "neues" Foto handelt.
Es ist doch sehr interessant, wie jeder ein Foto völlig anders betrachtet, und genau das erreicht man eigentlich nur ohne Titel und ohne jeden ausschweifenden Text unterhalb des Fotos.
Sollten hier nur fotografische Aspekte beurteilt werden, dann allerdings könnte ich Dir zustimmen, denn das würde erfolgreich meiner Phantasie eine Grenze setzen :-)



Elisabeth Schiess, 28.02.2011 um 10:25 Uhr

der Fotograf hat sich sehr bemüht um diese Aufnahme, er hat den Vorhang über dem Gesicht sehr genau in der Mitte des Gesichtes enden lassen, das war bestimmt nicht einfach, da es ja ein Vorhang ist und kein festes Material, wie ein Brett zum Beispiel.
Das Model musste also ruhig stehen, den Blick knapp neben der Linse vorbei auf irgend etwas gerichtet.
Dass ein Glas vor allem ist, sagt der Fotograf ja selber, da stört mich einzig die dunkle Stelle auf der rechten Seite unten. Es ist, als ob der Fotograf sich hier selber spiegeln würde. Kann es sein, dass die Scheibe etwas angehaucht wurde?
Oder sogar die Fotolinse, wie bei Hamilton und genau dann abgedrückt wurde, als das Auge wieder klar zu sehen war?
Jedenfalls eine gekonnte Inszenierung, die einem jede Interpretation offen lässt, dafür brauche ich keinen Titel.





Matthias von Schramm, 28.02.2011 um 10:59 Uhr

leute, vielleicht gucke ich ja schief. aber ich habe den eindruck sie schaut direkt in die kamera. deswegen erscheint sie mir auch recht präsent.


Martin 08-1971, 28.02.2011 um 11:30 Uhr

Nun ich habe zuerst alle anderen Kommentare gelesen bzw. überflogen. Zum Bildinhalt ist schon alles gesagt was auch mir dazu einfällt daher spare das aus.

Ich stimme mit Vera Böhm in einigen Punkten überein und darf sagen, ja deine Bearbeitung ist die Bessere für mich.
Allerdings ist das auch meist einfacher als vor dem Original zu sitzen und daraus etwas machen zu wollen oder eine Idee umzusetzen, ich sehe das immer an meinen "Versuchen".
Geradestellen war auch mein erster Gedanke, ob ich neu beschnitten hätte weiß ich nicht aber auch das gefällt mir. Das du den Schleier etwas aus dem Gesicht genommen hast hat dem Bild mehr Tiefe und damit Ausdruck gegeben. Das waren auch meine Punkte die ich als entwicklungsfähig im Ausgangsbild entdeckt habe. Der Rahmen ist gut und passt auch gut aber ich brauch ihn für dieses Motiv nicht.
Und ja auch mir sind der Titel und die Gadanken des Fotografen zu seinem Bild immer wichtig um eine erste Orientierung zu haben. Ob ich dann beim erforschen bei der bleibe liegt am Bild und an mir.
Was die Farben angeht kann ich mich nicht recht entscheiden. Beides gefällt mir aber die Tönung bestimmt hier sehr die Stimmung des Bildes und daher hätte ich die sicher nicht geändert weil dadurch sich die Bildaussage verändert. Wir wollen ja das zur Diskussion gestellte diskutieren, nicht was ein anderer als der Fotograf darin sieht. Ich meine damit das wir nicht soweit gehen sollten etwas anderes aus dem Bild zu machen als es war. Gestalterisch mit Schnitt und Rahmen die Aussage zu vertiefen ist das Eine, aber eine neue Aussage zu kreieren halte ich für verfehlt. -- Meine Meinung --

Und wenn ich darf...
@Agorateam
Ich habe den Einduck das sich der ein oder andere aufgefordert fühlt jede zur Diskusion gestellte Arbeit in der Luft zerreißen zu müssen.
Das bekommt man schon wenn man die Kritik Hart & Direkt Sektionen nutzt dafür braucht es keine Neue.
Mir wäre lieb wenn Sie ihr Anliegen an einer fairen und wertschätzenden Diskusion noch deutlicher machten.
Meckern kann jeder, aber kreativ und konstuktiv kritisieren ist etwas anderes, da geht es nicht nur um die vermeidlichen Mängel.
Die Verlinkungen zu den Seiten wo das Kommentieren erlent werden kann finde ich großartig. (Ich übe noch) :-)
Ein sehr guter Ansatz!! Agora in die richtigen Bahnen zu lenken.

Bei der Diskusion hier ist das bisher einigermaßen Ausgewogen , erfreulicher Weise.



Matthias von Schramm, 28.02.2011 um 11:37 Uhr

@ Martin

"Bei der Diskusion hier ist das bisher einigermaßen Ausgewogen , erfreulicher Weise."

Ich bin der Ansicht, dies hat mit dem Bild zutun. Hier gab es bisher wenig Anlässe für harte Kritik. Ich glaube ein kompletter guter Verriss ist nicht unfair und ich lese sowas gerne auch in dieser Kategorie.



Agora Bilddiskussion intensiv, 28.02.2011 um 13:48 Uhr

Hallo Martin,

danke für Deine Beteiligung am Projekt!

Wir werden auf jeden Fall darauf achten, dass hier immer respektoll, fair und wertschätzend kommentiert wird. Bisher sind wir allerdings sehr zufrieden mit der Art der Kommentierung. Die Kritik bleibt immer am Bild und wurde auch bisher von allen Fotografen als absolut hilfreich erlebt.

Liebe Grüße vom
Agora fotocommunity-Team



Jens Lotz, 28.02.2011 um 16:00 Uhr

@ Matthias von Schramm und die Redaktion:

Natürlich muß bei sachlicher und höflicher Bildbesprechung auch ein kompletter Verriss nicht unfair sein.

ABER

Bei der Bildauswahl für dieses Projekt steht die Redaktion in einer grossen Verantwortung.

Genau um den "totalen Verriss" und die damit für den Fotografen deprimierende Bilddiskussionen auszuschliessen, ist Feingefühl gefragt. Keinem Beginner würde eine Diskussion seiner ersten fotografischen Gehversuche hier helfen.Hier muss die Redaktion auch zum Schutz der User filtern. Das Gegenteil ist weniger problematisch, die Interpretation selbst hoher Fotoschule bleibt ja auch zum Glück noch immer individuell für jeden Betrachter.
LG jens




Agora Bilddiskussion intensiv, 28.02.2011 um 16:07 Uhr

@ Jens - dieser Verantwortung sind wir uns sehr bewußt!

Wir wünschen uns vor allem Bilder, die folgenden Kriterien genügen:
1. Sie sollten fereits ein hohes fotografisches Niveau und ein großes Maß an fotografischem Verständnis haben.
2. Sie müssen diskutierbar sein - also das Potential haben, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Meinungen und Sichtweise zu den diversen Aspekten eines Fotos gibt, zu denen es Spaß macht sich auszutauschen.

Und darum würden wir uns sehr wünschen, wenn Ihr uns noch mehr von solchen Bildern schicken würdet.

Beste Grüße
Agora fotocommunity Team
-------------------------------------------

Jetzt sollten wir wieder zum Eigentlichen zurückkehren, der Diskussion dieses Fotos.




jbw, 28.02.2011 um 21:56 Uhr

Es steckt einiges an Unklarheit in der Aussage,doch ich finde,es ist ein sehr gelungenes Foto.
Ein Mädchen hinter der Gardine sieht mich an...sehr verhalten unschlüssig fast scheu.Will sie mir etwas sagen und öffnet gleich das Fenster oder verschwindet sie wieder im Zimmer und ich bin wieder allein und ich habe nur ein Gesicht am Fenster gesehen.
Die strengen Linien und der Schnitt kontrastieren gut zum Mädchen,heben es dadurch verstärkt, in seiner Menschlichkeit/Wesen, hervor.



Peter Mandel, 28.02.2011 um 22:28 Uhr

Der Vorhang rechts fällt zu dominant in das Bild, was zu Lasten des Halbprofils geht, schade eigentlich.


jbw, 28.02.2011 um 22:51 Uhr

@pollukks
Ich finde ihn gerade wichtig hier! Gibt er uns doch die Info Gardine und vermittelt durch seine Blickdichte dies Verhaltene, an ihr.

Gruß Jörg



Elisabeth Schiess, 28.02.2011 um 23:37 Uhr

Eben sah ich einen Film über Annie Girardot, da wurde ein Foto eingeblendet von einem Mann, der halb verdeckt von einem Vorhang zum Fenster hinaus schaut: da ist mir dieses Bild sofort in den Sinn gekommen, ich merkte plötzlich, dass es eigentlich unnatürlich ist, nur mit einem Auge aus einem Fenster zu schauen.
Von diesem Mann sah man auch noch knapp das andere Auge und das gab einen Eindruck von schauen. Der Fotograf müsste das mal überdenken, wenn er wieder solche Inszenierungen macht.



jbw, 1.03.2011 um 0:02 Uhr

Direkt aus dem Fenster sehen,oder wieder zurückgehen... auf der Mitte stehen bleiben.Dies eine Auge macht für mich das unentschlossene (offene)Verhalten von ihr aus.

Gruß Jörg



XYniel, 1.03.2011 um 6:28 Uhr

Ohne Titel, was für ein Titel!
Oder soll es wirklich ein bild ohne titel sein? Der titel gibt die intention wieder, die intention sollte das mass sein, an dem ein bild gemessen wird. Wenn ich den bezugsrahmen nicht offenbare, darf sich jeder seinen bezugspunkt aussuchen, sich quasi das bild zurechtinterpretieren. Vielleicht trifft man beim spekulieren das angestrebte ziel, aber auf alle fälle nimmt man damit dem betrachter die möglichkeit die vorhandene arbeit auf das gelingen hinsichtlich des gewünschte ziels zu prüfen. Ohne des fotografen ziel ist es also nur spekulation und persönliche weltsicht und sagt somit wenig über das bild aus.
Darum würde ich mir wünschen, mir nicht selbst einen titel -oder ist ohne Titel ein titel? zu kreieren, an dem ich das werk dann messen soll. Der titel soll die kristallisierte intention für mich- sein, quasi soll man zwischen titel und bildumsetzung oszillieren.

Wenn ich die beschreibung unter dem bild hernehme
1. ambivalenz zwischen distanz & nähe aufbauen
mit den gestaltungselementen:
2. Foto durch glas = Distanz
3. Halbes gesicht = distanz
4. Blickkontakt = Nähe
5. Geöffneter mund = entspannung/gelassenheit

muss ich sagen, dass es damit für mich in keiner weise umgesetzt ist. Da sind die gestaltungselemente zu unspezifisch, zu unkonkret, zu unsauber gewählt, sich nicht gegenseitig ergänzend.
sie könnten vieles bedeuten, aber auf ambivalenz würde ich nur sehr schwer kommen, eher auf beobachten udgl.


lg XYniel



Herbert Rieger, 1.03.2011 um 10:03 Uhr

Sehr schönes zartes Poirtrait.
Allerdings kommt mir die linke untere Ecke zu sehr "ausgewaschen" vor. Darum würde ich das Bild unten, oben und am linken Rand beschneiden, ich meine, der Bildausdruck wird dadurch eindrdringlicher.



Agora Bilddiskussion intensiv, 1.03.2011 um 11:09 Uhr

Der Fotograf macht folgende Anmerkung:

ein titel ist nicht zwingend, oder erforderlich!
oft werden auch werke von "echten" künstlern nur mit titeln versehen, die die katalogisierung erleichtern. das erfolgt mit nummern, bzw mit titeln wie "frau am fenster", mann im garten", "blaue frau", "nr.23".

daher ist es eher ein plaisir, als ein fehlen

grüsse
----------------------------------

XYniel erwidert, heute um 10:57 Uhr

natürlich hast du recht, ein titel ist kein muss und jeder bestimmt dies selbst.
andererseits ist ein titel deswegen sehr hilfreich, weil man dann dann das erwünschte ziel und das ergebnis gegeneinander prüfen und so die "kritik" orientieren kann. der vergleich mit künstler ist da fehl am platz...

aber es stimmt... muss jeder selbst entscheiden....



Heinrich Wortmann, 1.03.2011 um 13:58 Uhr

jeder mag es sehen und beurteilen wie er will, ein Profie wird immer anders Urteilen.
mein Vorschlag, hoffen fänd ich gut als Tittel!



XYniel, 1.03.2011 um 14:29 Uhr

Hmm... "Hoffen" kann ich da nicht im gesichtsausdruck finden.

für mich ist der gesichtsausdruck sehr indifferent. das liegt daran, dass man gefühle aus einem gesicht vor allem anhand der augen/stirn-regien liest, wobei der mund eine unterstützende funktion dabei hat. hier sieht man nur eine hälfte, somit ist es ein paradebeispiel für interpretation des betrachters.

spiegelt man die gesichtshälften und setztsie zu einem gesicht zusammen, so kommt dabei keine "hoffnung" zu tage, sondern eher ein "narren-kastel-schau-blick", der durchaus interessant ist, ja sogar einen besonderen reiz plötzlich darstellt, zumal die proportionen sehr eigen sind. auch das gesamte bild bekommmt damit einen ganz anderen charakter... der mich irgendwie anzieht



Alfons Gellweiler, 1.03.2011 um 15:29 Uhr


Diese Diskussion um »Titel« oder »ohne Titel« halte ich
für einigermaßen überflüssig. Die Intention eines Bildautors,
die in einem Titel Niederschlag finden
könnte, dieses »Was will uns der Autor damit sagen?«
hat für mich keine große Bedeutung.

Wenn ein Bild veröffentlicht ist gehört es mir, dem
Betrachter. Entweder es erzählt mir etwas, oder es
erzählt mir nichts. Ob mein Verständnis nun mit dem des
Fotografen übereinstimmt, interessiert mich
allenfalls am Rande.
Hier ist es doch so, dass das Foto offenbar vielen Anmerkenden etwas bedeutet, dass sie Ideen darin vermittelt sehen. Über diese Ideen kann man sich austauschen und aus dem Austausch Erfahrungen gewinnen.
Ein Bild, das einen Titel braucht, ist wahrscheinlich in
den meisten Fällen kein gutes Bild. Dieses braucht
offenbar einen solchen beschränkenden Titel nicht.
Wäre ein gutes Bild schlechter, wenn der Titel ihm nicht angemessen erscheint? Wohl eher nicht!



Andreas Hurni, 2.03.2011 um 21:32 Uhr

ich hab mir die kommentare durchgelesen und mir überlegt, was sich für mich jetzt ändert.

der blick: elisabeth schiess mag recht haben, man schaut nicht mit einem auge. irgendwie finde ich dies sogar scharfsinnig und ich war einen kurzen moment unsicher ...
andererseits schreibt alfons gellweiler (15h29) "Wenn ein Bild veröffentlicht ist gehört es mir, dem Betrachter." es ist wie man es empfindet. dürfen wir dies. meine Idee ist eher ja :-)

ein weiterer punkt betrifft die blickrichtung - schaut sie den fotografen an? ich hab mir das bild nochmals angeschaut, ich finde, sie schaut vorbei, nicht in eine andere richtung aber eben auch nicht zum fotografen. knapp vorbei ist auch vorbei.
(statistisch gesehen müsste sie jetzt noch auf der anderen seite vorbeischauen um den fotografen zu betrachten)

dann ist da der kontext, braucht ein bild einen titel oder nicht. wir haben hier eine situation, in welcher nicht mal der fotograf bekannt ist. es ist meines erachtens eine eher künstliche situation, wenn ein bild ohne kontext betrachtet wird - bilder sehen wir ansonsten immer in einem umfeld, in einem zusammenhang oder versehen mit einem kommentar. ergo finde ich es schon richtig, dass der fotograf hier einen kommentar hinzufügen kann - oder eben ein titel - und dem ganzen damit eine richtung gibt.

der erste kommentar hab ich drei tage später geschrieben als der erste blick auf das bild, am donerstag hatte ich es erstmals gesehen und am sonntag den kommentar geschrieben - eher locker und schnell (, nachdem ich vorher zwei versuche als "verakademisiert" verworfen hatte). und danach raus mit dem kommentar. irgendwie war ich dann erstaunt, wie stark meine ansicht mit der beschreibung des autoren übereinstimmte, im moment des schreibens war mir dessen intention nicht dermassen klar bewusst. hatte ich mir beim ersten mal durchlesen dessen idee unbewusst zu eigen gemacht, oder war ich unabhängig zu einem ähnlichen gedanken gekommen? ich will keines von beiden ausschliessen, aber nachvollziehen kann ich die intention.

gruss
andreas



Wolf Schroedax, 3.03.2011 um 0:14 Uhr

@Andreas Hurni: -Ich verstehe nicht ganz, warum dein letzter Kommentar mindestens zur Hälfte von dir selbst handelt, also nicht wenigstens 90% vom Bild...?!
@Vera Böhm: Titel ? - Z.B.: "Verdammt noch mal, lass den Hund in Ruhe !!!" (Ich schätze, dass es den Titel "Sehnsucht" mindestens 20 000 mal in der fc gibt, abgesehen davon, dass er - wenn er hier passen würde - auch unter jedes vierte Modelgesicht geschrieben werden könnte...).
@Admin: Wenn man das Bild in dieser Diskussion ändern darf, dann wird es zum Rohling. Dann könnte man einen workshop aus Agora machen: Jeder gibt seine Version ab.... Ist Agora so gemeint ???
Grüße auch ! Wolf



Ute Allendoerfer, 3.03.2011 um 7:09 Uhr

Zum Bild : mein Titel wäre ganz lapidar
*Mädchen mit Vorhang* gewesen.
Mich erinnert die Situation an Menschen die sich zwar fotografieren lassen aber doch das Gefühl dabei haben, das ihnen ein bisschen *Seele* abhanden kommt dabei.
Es erinnert mich auch an Kinder im Ausland die sich hinter dem Rock, oder dem Bein des Begleiters verstecken, aber doch wenigstens mit einem Auge das Geschehen beobachten wollen. (Ja ich weiss, das sieht schon anders aus, trotzdem habe ich tausend und ein Bild vor Augen mit so einer Situation)
In mir löst das Bild einige Gedanken aus, junges Mädchen wird zur Frau, das *unschuldige Gesicht* die andere Hälfte noch versteckt noch nicht entdeckt.
Das Bild hat etwas was ich mit zart, unberührt, sanft bezeichnen würde.
Bei diesem Bild wollte ich nichts ändern, nichts technisch kritisieren, es hat für mich Seele, die großen Augen von denen ich zwar nur eines wirklich sehe, der Blick den ich als fragend interpretiere.
was mir jetzt auffällt, es kann Zufall aber auch geplant sein, die sichtbare Seite mit einem Hauch von Gardine, die unsichtbare Seite Blickdicht hinter doppeltem Vorhang mit Muster, und ich ahne das das Mädel eine Hälfte ihres Wesens/Gesichtes auch hinter einem Haarvorhang verbirgt.
Diese Bild lebt für mich von dem *halbierten* Menschenkind, ich könnte es mir in sehr gross an der Wand vorstellen.
LGute



Vera Böhm, 3.03.2011 um 8:56 Uhr

Nachdem ich die Diskussion nun weiterhin verfolgt habe, bin ich mir mit der meinerseits angeblichen Notwendigkeit eines vom Fotografen erdachten Titels nicht mehr so sicher, da man dann durch einen Titel in der Tat etwas voreingenommen ist. Übrigens, mir kämen da als Titel, außer "Sehnsucht", durchaus auch noch andere Titel in den Sinn, wie zum Beispiel "Die Unschuld", da das Mädchen so schüchtern und rein, beziehungsweise unbefleckt und unschuldig wirkt, eben wie die sogenannte "Unschuld vom Lande".
Das Mädchen denkt, wenn ich mich halbwegs hinter der Gardine verstecke, dann werde ich von meinem Gegenüber nicht gesehen. Vielleicht ist es ja ein Nachbar im Haus gegenüber, für den sie schwärmt. "Heimlichkeit" fällt mir da ein, und da finde ich den Vergleich mit einem kleinen Kind (siehe @ Ute Allendoerfer) richtig passend. Aber dieses naive, halbe Versteckspiel, vom vermeintlichen "nicht Gesehen werden", praktizieren eigentlich nicht nur die "Kinder im Ausland", sondern eigentlich alle Kleinkinder, ganz egal welcher Herkunft sie sind.

@ Wolf Schroedax:
Für mich ist das Bild in der Tat ein Rohling, da keinerlei Retuschen am Bild vorgenommen wurden. Bilder, die zum Beispiel im RAW-Format aufgenommen wurden, haben von Grund auf immer einen leichten Blaustich. Ohne Bildretusche geht da eigentlich gar nichts, darum ist eine nachträgliche Bildbearbeitung in meinen Augen zwingend erforderlich. Da ich allerdings gelernte Druckvorlagenherstellerin in der Fachrichtung Reproretusche bin, sehe ich sowieso eher als ein Nichtfachmann, wie man durch Retusche ein Bild optisch noch aufwerten kann.

Zum Beispiel so wie hier bei meiner Version:
Sehnsucht von Vera Böhm
Sehnsuchtnicht in Diskussion
Von
28.2.11, 8:35



Wolf Schroedax, 3.03.2011 um 15:09 Uhr

@Vera Böhm: Sehnsucht projeziert - Wahrnehmung rezipiert !!! Ich halte es mit der Wahrnehmung, wenn
ich ein Bild betrachte; aber lies, was das Bild, so wie es ist, erzählen kann::::
<<Ein trüber Morgen. Durch den gekippten Fenstflügel zu ihrer Rechten streicht die kühle Morgenluft und bewegt die Gardine sanft. Sie - noch im Nachthemd - hat gerade den Hund in den Garten gelassen und die Terrassentür wieder geschlossen, als ein wütendes, gehässiges geiferndes Gebell und röhrendes Knurren sie noch einmal einen jetzt erschrockenen Blick durch die Scheibe werfen lässt, einen Blick, welcher sich jeden Moment in einen Ausdruck von Empörung wenden könnte, wenn die Ursache des Ausbruchs von Hass nicht doch nur die dreckige Töle aus der Nachbarschaft wäre, welche den Gartenzaun passierte, die von dem Haus ohne Gardinen ....>>
Für deine Sehnsuchtsstory sind die Wangen nicht rot genug, und die Lippen dürften nicht halb geöffnet sein, glaube ich....
Grüße alle ! Wolf



Ilse Jentzsch, 3.03.2011 um 15:44 Uhr

@Wolf Schroedax:
Mit einem Schmunzeln habe ich Deine kleine Geschichte gelesen, muß allerdings sagen, daß ich der Meinung bin, daß dann der Gesichtsausdruck ein ganz anderer wäre. Hier ist weder etwas von einem Erschrecken, noch von Zorn (auf die bellende Töe des Nachbarn) zu erkennen, denn diese negativen Gefühle drücken sich auch im Augenausdruck aus - und der ist hier absolut positiv.
Es grüßt
Ilse



Agora Bilddiskussion intensiv, 3.03.2011 um 16:05 Uhr

Hier endet die Diskussion und hier
ist das neue Bild der Serie.

Das wunderbare dieses Fotos ist ja gerade, dass jeder Betrachter seine eigene Geschichte zum Bild erfinden kann. Das Foto deutet nur an, erzählen muss man sich die Geschichte dazu selber.

Alfons Gellweiler hat in dieser Diskussion einen bemerkenswerten Satz geschrieben; "Wenn ein Bild veröffentlicht ist gehört es mir, dem Betrachter. Entweder es erzählt mir etwas, oder es erzählt mir nichts."
Wir ergänzen - vielleicht erzählt dieses Bild eine Geschichte der Sehnsucht, vielleicht eine der Neugier, oder etwa eine der Langeweile? Was auch immer - es ist die ganz persönliche Geschichte des Betrachters.

Der Fotograf möchte ungenannt bleiben.

Euer Agora Team



ilker, 22.02.2012 um 17:43 Uhr

Wundervoll




 
Informationen zum Foto

  • NIKON D700
  • 50 mm
  • f2.2
  • 1/200
  • ISO 400
Verlinken/Einbetten

Bei folgenden Diensten verlinken:




vorheriges (101/100)