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Bobo ... markabererweise die perfekte Symbiose meiner zwei derzeitigen Hauptthemen: Menschen in El Paso und der Krieg der Amerikaner ...
Die Strassen El Pasos sind - gerade wenn man in Richtung der mexikanischen Grenze fährt - gefüllt mit Obdachlosen, die sich ein paar Dollar erbetteln. Es ist meines Erachtens nach notwendig auch diese Seiten des "vomtellerwäscherzummillionär-landes" zu zeigen.
Als ich Bobo an einer Kreuzung sitzen sah, ging ich zunächst ohne Kamera zu ihm, gab ihm ein paar Dollar und meine halbe Packung Marlboro (was ihn fast noch glücklicher machte als das Geld) und unterhielt mich mit ihm:
25 Jahre seines Lebens lebt er nun auf der Strasse. Er war bei der Army gewesen, dort in einem Materiallager eingesetzt. Als er entlassen wurde, wusste er nicht wohin ... In Deutschland war er nie gewesen, aber eine Freundin von ihm - also nicht sooo eine Freundin - nein, eine "kumpelige" Freundin halt; die ist jetzt gerade wieder in Deutschland. Sie ist noch bei der Army ...
Bobo lebt auf der Strasse. das ist alles, was Bobo an Kleidung hat, aber ein wenig weiter hinten, unter einer Brücke, da hat er ein Zelt, um sich vor dem Regen zu schützen. Im Sommer ist das gar nicht so schlimm ... nur im Winter, da bräuchte er manchmal einen Mantel, weil es nachts doch sehr kalt wird.
Er darf nicht krank werden ... nein ... das kann er sich nicht leisten. Ein paar Blocks weiter gibt es ein Hospital, aber die machen nur das allernotwendigste, wenn man nicht zahlen kann ...
Von den 10$, die er auf der Strasse am Tag erbettelt, kauft er sich Nahrung. Manchmal gibt ihm der "Taco-Van" ein paar Reste, die er nicht mehr verkaufen kann ... manchmal ... aber manchmal hält der Van auch nicht. Dann muss man halt im Abfall der Fast Food Restaurants suchen, auch wenn die das nicht gerne sehen ... es könnte die Gäste stören!
Bobo unterstützt die amerikanischen Truppen. An seinen Stock hat er die gelbe Schleife der Aktion "Support our Troups" gebunden. Die sieht man jetzt ja überall ... Wir werden Sie kriegen ... sie werden verlieren ... Ein Krieg kostet Menschenleben, aber Saddam hat mehr Menschen auf dem Gewissen, als dieser Krieg! Und es ist besser, wenn wir dorthin gehen, als dass sie zu uns kommen ... "we'll kick saddams ass!"
Nach einiger Zeit fragte ich ihn, ob er mir erlaube ein paar Bilder von ihm zu machen. "Ja Freind ... take your pictures!"
Mit einem Lachen winkte er mir zu, als ich an ihm vorbei nach Hause fuhr ... Ich lächelte und winkte zurück, aber das Scheissgefühl in meinem Bauch wollte nicht verschwinden ...
das ist heftig - aber irgendwo wollen wir das doch auch - wir wollen geschockt werden, herausgerissen werden aus unserem alltäglichen leben mit bilder wie diese
Postion der Kamera: Gleiche Ebene wie der Fotografierte. Respekt. Gut gemacht. So stell ich mir das vor.
Unterscheidet sich von der hiesigen Dutzendware ("Fotograf fotografiert hilflose Person aus sicherer Distanz") um Längen. Und ist damit das was es sein soll: Richtige Reportage. Gefällt mir sehr. Muß ich sagen.
Christian Hang, 7.04.2003 um 8:30 Uhr
respekt respekt. sehr gute doku in bild- und schriftform.
christian
du hast hier wirklich eine sehr tiefgehende Reportage abgeliefert. Zu denken gibt mir, dass der arme Kerl trotz seines Zustandes noch immer eine gute Meinung von der Army hat. Sehr imponierend.
War auch mal kurz in El Paso und hab vor allem den vielen stinkenden Verkehr noch in Erinnerung und die vielen Kids, die für 1 Dollar die Autoscheiben waschen wollen.
Und bald wird das Leben für ihn noch härter werden,nähmlich dann wenn Mr. Busch die Helden von heute nicht mehr gebrauchen kann und die ebenfalls auf der Stasse landen weil sie mit dem Leben nicht mehr zurechtkommen...
Das Bild ist stark!! So stark dass es den Text eigentlich nicht braucht, gefällt mir aber trotzdem.
Gruss
Mick
Who kick Bushs ass ???
Beeindruckend. Realität, die kaum einer sieht.
Oder sehen will. Ich finds nicht sonderbar, daß er,
trotz seiner Situation, noch zu den Truppen hält,... er hält ja nicht zur Regierung. Kameradschaft hält länger als eine Legislaturperiode.
Gruß
Sven
hallo dirk,
fällt mir nun schwer mich einigermaßen auszudrücken, da ich wieder nur kurz *hereingeschneit* komme.
ich finde es einfach, aus meiner subjektiven sicht, ausgezeichnet, wie du mit ALL deinen fotos immer geschichten erzählst. daher sind technokratische betrachtungenweisen deiner fotos auch völlig unerheblich. deine *story*, die du einfühlsam, echt und glaubhaft erzählt hast. verstärkt den eindruck des fotos.
könnte noch mehr schreiben . wäre aber zuviel.
ach ja kurz noch....ich verstehe die denkweise dieses mannes.... sage nur, die stärke eine nation liegt nicht in den waffen, sondern in der denkweise einer nation (präsidenten lassen keine rückschlüsse auf die denkweise einer nation zu)
LG vom blues
Farblich bin ich für das Farbbild (schöne Tupfer von gelb und grün und der Dreck kommt besser raus), aber vom Bildaufbau und mit dem Auto kommt dieses einfach besser.
Sehr gut auch vom Text her. Ich mag es, wenn man die Sachen nicht in schwarz und weiß einteilen kann.
Paul
hallo da draussen!
ich bin wirklich platt ... hatte niemals mit soviel resonanz auf die sache gerechnet, obwohl mir sofort klar war, dass ich an diesem nachmittag etwas besonderes erlebt habe.
nachdem ich selbst sehr beeindruckt von seiner geschichte war, habe ich lange überlegt, wie ich sie in worte fasse. zunächst habe ich mir gedacht, dass viele leute hier sich von der länge meiner erzählung abschrecken lassen würden, aber die über 20 anmerkungen zeigen mir, dass es doch noch genügend leute gibt, die sich auch intensiver mit den bildern beschäftigen. dafür ein herzlicher dank an euch alle.
die anmerkung von henrike "kriegsberichterstatter im hinterland" empfinde ich mal als kompliment ... alle, die schon einmal etwas länger in den staaten unterwegs waren, werden sven rechtgeben, der den stellenwert der kameradschaft hier herausstellt ... ein wichtiger aspekt des täglichen lebens hier!
nocheinmal danke an alle, die sich die zeit genommen haben und sich diese "bild-geschichte" aus amerika haben erzählen lassen.
wirklich beeindruckend dirk! diese geschichte beweist einmal mehr, dass die amerikaner durch und durch patrioten sind auch wenn dieser patriotismus in meinen augen ab und zu einmal in fanatismus umschlägt und auswirkungen hat, die der rest der welt nicht nachvollziehen kann. aber für bobo ist sein land, trotz seiner situation, das grösste und er würde wohl alles dafür geben, sogar sein letzte hemd....
liebe grüsse
susie
Ungeheuer intensives Portrait, das durch den Text noch gewinnt. Herzlichen Dank dafür, auch wenn es mir gerade kalt den Rücken runtergelaufen ist.
Liebe Grüße,
Gerald
Ich schlage dieses Foto für die Galerie vor,
weil es mich, unterstützt durch den unterschriebenen Text, stark beeindruckt hat.
Ich muss es einfach immer wieder ansehen und durchlesen.
Bitte um zahlreiche Pro´s für das Gesamtwerk.
LG
Roman
Wer hat mehr Menschen auf dem Gewissen ?
Ist das hier die Frage ?
Da kann wohl keine Nation mit Steinen werfen !
Was daß Bild angeht PRO wenn das Auto da nicht stehen würde. Es lenkt den Blick ab.
Man hätte den Ausschnit ohne die Bildaussage zu verändern auch anders wählen können.
Conta
Soll noch mal einer behaupten, erklärender Text zum Bild - hier auch durch das hochgehaltene Schild - sollte nichts zur Wertung beitragen. Stellt euch vor, es würde
"Hasse mahne Mark?"
draufstehen :-)
Gerade mit dem Titel zusammen bildet (sic!) dieses Foto eine klare Aussage. Auf den Punkt getroffen, würde ich sagen und gebe dafür ein PRO.
leserbrief aus der el paso times vom 08. April 2003:
"Die Geschichte lehrt uns ...
Wie kann es uns überraschen, dass sowohl Russland als auch Deutschland die Koalition nicht bei ihren Bemühungen im Irak unterstützen? Schliesslich sind die Seelenverwandte Saddam Husseins.
Joseph Stalin ermordete 10 Millionen Menschen, Adolf Hitler 6 Millionen und Saddam Hussein 2 Millionen.
Erst wenn Russland und Deutschland befürchten müssten dass ihr Rekord gebrochen wird, könnte man irgendeine Art von Reaktion erwarten. Bis dahin wird eine Krähe der andern kein Auge aushacken.
Terry Peevey
West El Paso"
eine frau meldet sich bei einem sender in chicago. sie ist im irak geboren, dort als christin bis zu ihrem 17. lebensjahr aufgewachsen und danach in die usa emigriert. unter tränen der wut und der trauer erzählt sie von ihrem leben im irak, als mensch (christin) 2. klasse. sie erzählt von einem brutalen regime und von der abschlachtung von männern, frauen und kindern.
für menschen, die gegen diesen krieg sind, hat sie nur verachtung übrig und stellvertretend für viele anti-kriegs-gesinnte appelliert sie an martin sheen endlich den mund zu halten, denn er wisse in keinster weise, wovon er spräche.
abschliessend dankte die frau, wie bereits erwähnt unter tränen, dem präsidenten für die befreiung ihrer heimat ...
Wer Geld hat(te), braucht(e) im Irak keine Sorgen haben! Er hatte alles, solang er untertänig war! Wer keins hatte, war der gearschte! Das ist nicht nur im Irak so!
Wo es problematischer für den armen oder aufmüpfigen wird... ist, das im Irak noch die Folter dazukommt!!!!!
DAS ist der Unterschied!
Propaganda ist, wenn ein Looser SEINEM Volk was vorheuchelt ! Das könnt Ihr jetzt auslegen, wie Ihr wollt!
Pro für die eindrucksvolle Reportage/Bild Kompination!
Das Photo selbst sagt sehr viel mehr aus, als es der erläuternde Text tut. Sein Vorgesetzter hat sicher einen Orden bekommen. Für ihn bleibt da nur mehr die Straße.
Aber ohne das Alles, das Photo ist gut, daher PRO.
Bobo sieht irgendwie aus wie Michael Moore... doch die politische Gesinnung passt dann irgendwie doch nicht... schade. Trotzdem mein Pro, nicht für Bobo aber für das Bild.
Wiegesagt, um Missverständnissen vorzubeugen.
nach meiner (nicht nur meiner) Ansicht ist es nicht Pro-Ami -> Kontra-Irak, sondern gegen Krieg.
Ich habe heute erfahren, daß es (das Bild und der Text) scheinbar unterschiedlich ausgelegt werden kann.
Daher distanziere ich mich an dieser Stelle vom Gedanken des Krieges und stelle mich gefühlsmässig gegen Bush und Konsorten. Nich weniger stelle ich mich auch gegen die Gegenseite der Amis.
Ich verabscheue den (jeden) Krieg.
LG
Roman
Da kann es doch imho gar keine Fehlinterpretation geben. Wie soll ein Foto _für_ ein Land sprechen, in dem Veteranen, die ihr Leben für dieses Land und die Bewohner dieses Landes riskiert haben, ihr Dasein als Obdachlose am Straßenrand fristen müssen?
Pro.
holla ... da bin mit sicherheit nicht nur ich überrascht ...
zunächst einmal danke!!!
aber nicht, wie man jetzt meinen sollte für die wahl, sondern vielmehr für die diskussion und die gezeigten emotionen ("gänsehaut") ... ich bin absolut beeindruckt von der art und weise, wie ihr auf dieses bild reagiert habt und dass sich so viele leute die zeit genommen haben der erzählung und der diskussion gehör zu schenken.
darüber hinaus bin ich ebenfalls beeindruckt, dass sich niemand unsachlich geäussert hat - das lässt mich für die zukunft (auch in der fc!) hoffen ...
ein besonder dank an roman, der dieses bild vorgeschlagen hat ... meine bedenken waren offensichtlich unbegründet, mein lieber ...
ich habe schon mit rike (ich brauchte nicht aufzubleiben, bei mir ist es erst abend) in einer qm besprochen, dass ich beabsichtige dem modell die diskussion hier zugänglich zu machen ... bin da mal sehr gespannt auf die reaktion.
@barbara ... wer treibt sich um 0439 in der fc herum??? ... schlechte träume gehabt??? ;-)
danke - und jetzt natürlich auch für die wahl in die galerie ... ;-) !
...also auch von mir im nachhinein ein gaaaannnnzzzzz klares PRO....habe mir gerade deine zeilen dazu durchgelesen... da schiessen einem doch glatt die tränen ins gesicht...wie oft verschließt man die augen vor dem was gerade um einen herum passiert...vielleicht solltest du das bild und deinen ausführungen tatsächlich mal an eine zeitung geben....fototechnisch ist es natürlich auch ein klasse portrait...
lg, die kathrin
ein "grandioses“ foto für die, die noch nie in den usa waren oder solche szenen noch nie gesehen haben. das bild ist inhaltlich nicht belanglos, fotografisch aber absolut trivial.
Mann, das ist mal 'ne Geschichte die berührt. Und es stimmt was geschrieben wurde, es gibt dem Bild mehr Leben. Auch wenn das Bild allein schon der Hammer ist. Mag sein, das es Normalität in den USA ist, trrotzdem ein klasse Bild!
LG
Sebastian
Heute im Spiegel-online gelesen, zur Befreiung der Kriegsgefangenen US-Soldatin Jessica Lynch:
Schon nach wenigen Minuten hatten die Soldaten den Raum der Gefangenen erreicht, entrissen sie ihren Bewachern. Anschließend wurde die Verletzte ausgeflogen. "Amerika ist ein Land, das seine Helden nicht fallen lässt", gab Jim Wilkinson, Sprecher des US-Oberkommandos in Katar, unmittelbar nach dem Ende der Aktion bekannt: "Und es gibt andere Helden, die auf ihre Befreiung warten." US-Präsident George W. Bush hatte den Erfolg als "großartig" gelobt.
@ markus: danke ... passt wie die faust auf's auge hierhin ... !!!
@cindy + Georg ... habe auch lange überlegt ... genau aus den von cindy angesprochenen gründen ... das brötchen ist mir sehr schnell aufgefallen ... aber erst auf den bildern habe ich gelegenheit gehabt, mir hände und arme genauer anzusehen ... war mir im gespräch entgangen ...
roman ... du wirst dich doch nicht provozieren lassen ... ts ts ts .... oder ist das dein erster kontakt der besonderen art mit susi? nicht aufregen, mein freund ... und solange sich jeder an die umgangsformen hält, kann ich doch prima mit anderen meinungen leben, oder?
gruß
dirk
@ Susi: Soso, du kennst dich also aus mit Bildredakteuren. Mag sein dass keiner von der Bildzeitung dieses Foto in die Hand nehmen würde, aber zum Glück gibts auch noch andere. Musst mal öfter in die Zeit oder in die NZZ schauen. Ausserdem heisse ich nicht Hänschen sondern Markus.
MArkus
Montag Morgen ... 01:19 meiner Zeit ... und gerade ist der 2500. Klick auf dieses Bild gegangen ...
Ich bin wahrhaft beeindruckt und danke nochmal allen für ihr Interesse!!!
Gruß
Dirk
@ Susi: Na prima, wenigstens passt du auf beim Mitlesen hier. Zu verstehen scheinst du allerdings nicht. Was hat die wirtschaftliche Lage der Zeitung damit zu tun?
Was solls. Verlassen wir das Bild und wenden uns einem anderen Thema zu. Ist das Neid auf ein gutes Foto oder einfach nur auf die grosse Resonanz?
Ich habe einmal ein wenig in deinem Profil gelesen, bist mir fast ein wenig sympathisch geworden. Wenn du jetzt mal noch ein Bild zeigen könntest, dass du gemacht hast. Wenn du soviel rausgehst (nur 50mm Optik) wie du das den Leuten vorschlägst, dann müsstest du doch auch ein paar Bilder haben. Oder hast du mal wieder nur mit den Fingern fotografiert?
MArkus
Sorry Dirk, dass ich die worherigen Anmerkungen gelesen habe. Wollte das Bild Unvoreingenommen kommentieren
Ich finde es eigentlich immer wieder schade das man solche Bilder machen kann.
In den USA oder in Deutschland, oder in eine anderem Land der sog. G7 Staaten.
Obdachlos zu sein, stelle ich mir sehr schlimm vor.
Nicht wissen wohin, nicht wissen ob ich am nächsten Tag auch satt werde, nicht wissen wo ich mich waschen kann usw.
Zum Bild:
Ein tolles Reportage Foto.
Passend auch das Auto rechts im Bild.
Arm und, sagen wir mal "wohlhabend" zugleich.
Gruss Uli
liebes dirksi:-)))
hab dein domkument gelesen...es ist übertragbar auf jeden teil dieser erde....mir ist sowas auch an einer bezirksgrenze in San Francisco passiert, da lagen sie IN der straße, halb tot, oder ich weiß nicht in welchem zustand...und ich konnte nichts anderes als gegen meine natur zu handeln und weitergehen...tat weh, hat weh getan und wird weh tun....
im menschen selber passiert veränderung, langsam, stetig und kontinuierlich...
bussal ju
Ich forste gerade die Galerie nach Älteren Fotos durch und möchte auch dir Nachträglich zu deinem Galeriefoto gratulieren auch wenn es schon sehr lange her ist!
Der Roman, 11.04.2003 um 0:37 Uhr
Ich schlage dieses Foto für die Galerie vor,weil es mich, unterstützt durch den unterschriebenen Text, stark beeindruckt hat.
Ich muss es einfach immer wieder ansehen und durchlesen.
Bitte um zahlreiche Pro´s für das Gesamtwerk.
LG
Roman