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Nach einer Weile,
da war es nicht mehr er, der spielte.
Nein, nicht er war es.
Es spielte durch ihn.
Es floss durch ihn hindurch.
Und es war, als ob warmes, weiches Wasser
seine Hände sanft umspülte.
Jeder Ton, jeder Klang,
all das Zusammenspiel der leisen und lauten,
der sanften und harten Töne wurde erweckt durch etwas,
was ganz tief innen lag und nun die Möglichkeit hatte,
mit dem, was da um es herum war, zu kommunizieren –
durch Musik.
Durch den Klang der Saiten.
Der Klang der Saiten war Sprache des Unbegreiflichen.
Tiefe, wohlige, nachdenklich melancholische Ruhe nahm ihn mit sich fort.
Fort in eine andere Welt.
Eine Welt, in der es keiner Worte bedarf.
Klangvolle Stille.
Nur er und diese Musik.
Eine warme Glückseligkeit nahm Besitz von ihm.
Er war zuhause.
Zuhause bei sich,
mit all seinen Lieben im Herzen.
Zuhause im Hier und Jetzt.
Zuhause in der Unendlichkeit des Augenblicks.
Ein Ausschnitt des Brunnens vom Nettelbeckplatz im Wedding Berlins.
Der Klavierspieler sitzt dort an seinem Klavier. Oben auf dem Brunnen tanzen ausgelassen weitere Figuren. Alles ist so schön, kühl und lebendig. Beim näheren Hinsehen, ein Bruch ... der Klavierspieler hat keinen linken menschlichen Fuß. Abgelenkt vom Plätschern und das den Fuß bedeckende, gekräuselte Wasser erkennt man kaum, dass es in Wirklichkeit ein Pferdefuß ist - der Pferdefuß des Satans. Und er lässt dort oben in Wirklichkeit die Puppen tanzen?
Die Unendlichkeit des Augenblicks beinhaltet alles - das Göttliche und das Teuflische.
Vielleicht bedeutet ja dieses immerwährend über den teuflischen Musikanten und seine Hände (Werkzeuge der verzaubernden Musik) laufende Wasser, gleich einer ewigen Taufe, seine tatsächlich Nähe zu dem, was wir Gott bezeichnen. Und da das, was da tief in uns steckt (das Göttliche, die Buddhanatur, das Universum, die Weltenseele - man kann es nennen, wie man will) für mich göttlich ist, hat auch das Teuflische, durch diese gebändigte Nähe (Taufe, Musik, Farbe, Text, Geschmack), einen Platz in uns, ohne gleich zerstörerisch zu sein.
So lange das Gleichgewicht besteht -
Yin-Yang.
Wunderbar diese vielen Verbindungen:
die fließende Musik und das klare sprudelnde Wasser ,
der Klang und die Stille
die Bewegung und der Stillstand des Augenblicks
und die Innigkeit der Empfindung!
zusammen bilden Musik - Wort und Bild eine sehr schöne Komposition.
Lieber Heiko,
hier hast Du mein Lieblingsklavierstück als Musik zu Deinem Bild gewählt - und zusammen mit Deinen wunderbar treffenden Worten ein traumhaftes Trio komponiert.
Ich bleibe an dem Foto hängen und wiederhole die Musik und lese Die Worte dazu ...
Nachdenklich - schön.
lg Bärbl
Den Brunnen habe ich sofort freudig wiedererkannt!
Und mit Deinen Gedanken zu diesem Bild und Brunnen ziehe ich mich genußvoll in die Welt zurück, in der es keiner Worte bedarf...
Gute Nacht Kerstin