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In den Bergen habe ich es schon öfter bedauert, dass man üblicherweise das schönste Licht verpasst, weil man vormittags aufbricht und nachmittags wieder zurück ist. Geschickter wäre es, nachmittags aufzusteigen und dann den Abend und den Morgen an seinem Ziel zu verbringen. Diesen Sommer habe ich solche „Fotobiwaks“ ein paar Mal ausprobiert. Teilweise hatte ich sogar Glück und fand schönes Licht und ein interessantes Motiv an meinem Ziel.
Schrecksee, Allgäuer Alpen
EOS 3
4/17-40 bei 17 mm
f/4
Zweifache Belichtung mit gleichem Bildausschnitt:
30 s mit Grauverlauffilter (3 stops, hard edge) in der Dämmerung für den See mit dunklem Himmel
2 min ohne Filter bei Dunkelheit für die Sterne
die technischen Angaben zur Entstehung des Fotos sagen mir nicht viel, ..... macht nichts, ich find das Bild enorm ausdrucksstark. Die Sterne oben und dann noch das zarte orange vom Sonnenuntergang. Beides zusammen ein Hammer.
Grüße, Brigitte
Gefällt mir auch sehr gut!
Schöne Bergsilhouette und im See spiegelt sich schön die sehr frühe/späte Dämmerung. Ist nur immer schade das die Zeit mit dem schönsten Licht so schnell vorbei ist. Ist das schon deine Stelle, von der aus Du die Mondaufnahmen vorhattest?
Gruß Giesbert
Chris, die Idee hat ihren Anfang in einem Vortrag von Art Wolfe (Naturfototage Fürstenfeldbruck 03). Ich verehre Art Wolfe schon lange, und er gehört zu meinen großen Vorbildern in der Fotografie. In dem Vortrag hat er sein neues Buch vorhestellt, in dem auch einige Strombolibilder sind, z.B. das Titelbild: http://www.artwolfe.com/cgi-bin/shop/detail.cgi?r=BO60
Bei dem Bild hat er auch in der Dämmerung mit Grauverlauffiltern geschafft. Die Idee fand ich einleuchtend und dann hat die Sache in meinem Kopf angefangen zu arbeiten ...
Zu den Wölfen: In jener Nacht war es ruhig, ein paar Tage später war es mir auf einem Gipfel aber nicht so hundertprozentig geheuer - als ich ins Bett gehen wollte, haben mich zwei Augen aus dem Gras beguckt, mal rechts, dann links und immer wenn ich hin bin, waren sie wieder weg - ein Fuchs, vermute ich. Naja, daraufhin habe ich mir einen Biwaksack gekauft, bei dem ich den Reisverschluss zuziehen kann, jetzt ist Ruhe.
Giesbert, nein, den Mond wollte ich hier nicht aufnehmen. Dafür hatte ich mir einen Gipfel ausgesucht, mit freier Sicht in die beiden Richtungen.
Ein Fotograf der sich beim Fotografieren was denkt.
Und das tolle daran ist es kommt auch noch was ganz tolles dabei raus.
Gratuliere zu dieser fantnastischen fotografischen Idee und der außergewöhnlichen Umsetzung.
Ich hoffe Du hast nichts dagegen wenn ich mir diese Idee auch einmal zur Brust nehme.
Hubert, ganz im Gegenteil! Sonst würde ich es hier erst gar nicht erzählen ;-)
Infos zu den Filtern findest du unter http://www.singh-ray.com/grndgrads.html (die Artikel dort von Gallen Rowell und John Shaw sind lesenswert)
Bin schon gespannt auf deine Erfahrungen ... das funktioniert sicher auch im Bayrischen Wald ...
Gratuliere ... hast schon Nerven. Wer weiss, wie wild solche Tiere sind *g* ... wir hatten mal im Grand Canyon am Strassenrand im Zelt übernachtet. Mitten in der Nach Wolfsgeheul und ich eine volle Blase. Mann, war das aufregend ... so schnell war ich noch nie wieder im Zelt drinnen :-) ... am nächsten Tag haben wir dann gesehen, dass ein Zaun hinter uns die Strasse entlang führt. Hätt also eh nix passieren können.
Bei 2 Minuten Belichtung sind Sterne nicht mehr punktförmig, es sei denn, sie werden hochpräzise nachgeführt. Ganz links am Rand sieht man ein vermutlich "echtes" Exemplar. Zudem müsste eine Vielzahl von Sternen sichtbar werden.
Nur mal zum direkten Vergleich, was bereits bei 15 Sek in der Gegend vom Großen Wagen, der oben gezeigt wird, zu sehen ist:
Das vorgeschlagene Bild gehört für meine Begriffe nicht in die Kategorie "Landschaft", weil es nicht authentisch ist. Unter Montage oder EBV wäre es angemessener zu diskutieren.
Contra und Grüße, Frank
PS: Ich reagiere vielleicht etwas beleidigt, weil ich *sehr* viel Zeit für authentische Sternhimmelfotos investiere und weiß, wie schwer das ist.
Uff ... ist mir jetzt aber zu peinlich, dass ich nicht genauer hingeschaut habe, sondern gleich zu tippen anfing:
Durch den weiten Winkel sind die Sternbewegungen natürlich deutlich geringer - man sieht hier auch bildmittig in Horizontnähe kleine Strichspuren und wie Fitter Happier und Jan Bu richtig bemerkt haben, verkürzen sich die Spuren in Richtung Himmelspol, der durch den Polarstern markiert ist.
Jetzt entschuldige ich mich erstmal bei allen Beteiligten! Meine Anmerkung oben lass ich drin - ich stehe dazu, dass ich Fehler mache und hiermit bin ich hoffentlich wieder rehabilitiert ...
Ändere noch von Contra auf Skip - es ist nach wie vor eine Montage.
Unglaublich starkes Bild, Stefan! Und das sage ich, obwohl ich gerade heute das Buch von Art Wolfe erhalten habe und dieses durchschaue. Dein Bild kann sich absolut in die Bilder unseres Vorbilds einreihen!!
Pro natürlich - gut, daß ich reingeschaut habe.
Soooo viele Anmekungen und dann noch 3/4 Pros!!!!
Danke Michael und alle anderen für diese Bescherung!
Weil ich mit meinem Freeaccount nicht ins Voting schauen kann, habe ich sie jetzt alle auf einen Schlag bekomme – das haut mich fast um!
Tut mir leid - habe ich übersehen!
Mein PRO wäre Dir sicher gewesen.
Bin echt beeindruckt. Klasse gemacht.
Mein Glückwunsch zum Bild und zum Galeriplatz!
Gruß Frank.
Noch kurz zu zwei Themen, die oben angerissen wurden:
Die Dämmerungszone auf unserer Erdkugel ist ein Kreis. Man sieht die Wölbung abends deutlich am Horizont und mit extremem Weitwinkel ist das auch auf Fotos gut zu erkennen. Auch hier zieht sich die Dämmerung rechts etwas nach unten. Evtl. spielt auch die Verzerrung bei 17 mm mit eine Rolle. Schief ist das Bild nicht, es ist mit einer Wasserwaage im Blitzschuh ausgerichtet.
Digital ist nichts an dem Bild verändert worden, aber es ist natürlich in dem Sinne eine Montage, dass es sich um eine Doppelbelichtung handelt, auch wenn der Ausschnitt dabei nicht verändert wurde. Erst eine Belichtung in der Dämmerung, dann einige Zeit später die andere bei Dunkelheit, wie oben beschrieben.
Ich sehe gerade, daß dieses Traumbild in die Galerie gewählt wurde.
Damit setzt du neue Massstäbe, das Bild ist nicht nur perfekt, es setzt auch Emotionen frei und das ist es!
Gratulation zu einem einzigartigen Bild.
LG Moni
nix zu danken, hätte ich es nicht vorgeschlagen, hätte es jemand anders getan...!
Ich wollte nur nach 4 Nieten, auch mal wiedr eingewonnes Bild vorgeschlagen haben *g*
Ein Klassebild. Das Einzige was mich stört ist, dass wahrscheinlich durch die lange Belichtungszeit die Sterne nicht punkt- sondern strichförmig wiedergegeben werden.
Gruss
Wolfgang
Das Voting habe ich urlaubsbedingt leider verpasst - nunja, meiner Stimme hätte es nicht mehr bedurft :-)
Vielen Dank für dieses wunderschöne Bild und insbesondere auch für die Erklärung der Technik.
Das zeigt mir einmal wieder, daß die klassische Fotografie bei Beherrschung der Technik und bei Ausdauer mit der am Ergebnis gearbeitet wird doch die schönsten Ergebnisse (und auch die befriedigendsten Ergebnisse) hervorbringt.
Wie leicht wäre es gewesen, soetwas als Montage oder elektronsich bearbeitet herzustellen - so ein Dia in der Hand zu halten ist doch der Mühe Lohn.
Vielen Dank auch für die Anregung und den Link.
Ich habe in den letzten Wochen oft den wunderschönen finnischen Sternenhimmel betrachtet - konnte mir aber kein solches Ergebnis vorstellen - und die Bilder entstehen zuerst im Kopf !
wow, ein absolut tolles Bild. Gefällt mir ausserordentlich. Und ist verdient in der Galerie. Sehr schöne Silhouettenlinie, ganz knapp durch das nachglühende Dämmerungslicht hervorgehoben, der See durch die Lücke hindurch noch leicht beleuchtet und in den Ausdehnungen nur angedeutet - dazu das Sternbild obendrüber... stark.
@Holger Haug: hmm ja, und wie leicht wäre es gewesen, sich dann über einen fetten Kratzer genau über dieses Dia zu ärgern... ;-)
Ich hätte dieses Bild digital kaum anders gemacht - Kamera auf's Stativ und Dämmerungsaufnahme machen, warten, und Nachtaufnahme machen. Mit dem Vorteil, noch das Histogramm checken zu können, ob' ich's vielleicht nicht noch heller oder dunkler haben will. Evtl. sogar noch die ISO-Zahl für die Sternaufnahme hochsetzen zu können.
Kaum weniger authentisch - oder bist Du der Meinung, das trotz beliebig einstellbarer Belichtungszeit, Verlaufsfiltereinsatz sowie zeitlich auseinanderliegender Belichtung analoge Fotografie authentischer als digitale ist? Weil Licht auf Silberkristalle fällt anstatt auf lichtempfindliche Sensoren?
Damit will ich Stefans Leistung nicht schmälern, im Gegenteil - man muss sehr genau wissen, was man tut,wenn man nur dieses eine Dia für eine solche Aufnahme hat. Ich wüsste das auch - will aber trotzdem meine DSLR nicht mehr missen. Wie leicht hat man so eine Chance vertan, wenn irgendwas schiefläuft - und so oft macht man kein Fotobiwak...
In der heutigen Zeit der Computerbilder denkt man unwillkürlich an ein solches Produkt - so glatt, so sauber, so schön - wo ist Lara Croft?
Da es echt ist, kann man nur staunen - absolutes Spitzenbild - nicht zu übertreffen.
Heinz
Mir fehlen die Worte! Unglaublich schön.Und Respekt vor dem Wissen über Fotografie. Sowas würde ich mit meiner kleinen Digicam niemals hinbekommen. Toll, sagenhaft! Kommt zu meinen Favoriten.
Michael I. Miech, 11.09.2003 um 19:17 Uhr
Was soll ich zu diesem Bild noch sagen...einfach schauen und geniessen!Gruß
MIM