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Noch Mitte September können Igel ihre Jungen zur Welt bringen. Bei der Geburt sind die jungen Igel -es sind bis zu sechs- blind und haben nur dünne weiße Stacheln, die während der Geburt in ein Hautpolster zurückgedrängt sind. Zu dieser Zeit muss die Igelin besonders viel fressen, denn die Kleinen müssen mit Milch versorgt werden. Im September gibt es aber für Igel Nahrung im Überfluss. Nach gut vier Wochen verlassen die Igeljungen mit ihrer Mutter zum ersten Mal ihr Nest und schon Anfang November sind die Jungigel fast selbstständig. Nicht mehr alle begleiten jetzt ihre Mutter auf den Ausflügen. Mitte November sind dann auch die letzten Igeljungen selbstständig. Die alte Igelin wird jetzt bereits müde und träge und wird sich bald zum Winterschlaf zurückziehen. Ende November ist auch die Zeit, in der die Igelkinder sich einen Schlafplatz suchen. Die meisten von ihnen überstehen den Winter auch trotz ihres noch recht geringen Gewichtes.
Also bitte keine Jungigel mit nach Hause nehmen. Igel sind Wildtiere! Sie kommen sehr gut ohne den Menschen zurecht. Im Haus vermehren sich die Innenparasiten, von denen fast alle Igel befallen sind, oft schlagartig- und meistens kommt bei der wohlgemeinten Hilfeleistung genau das Gegenteil heraus.
Diesmal ist also nicht mein Bild das Wichtigste, sondern die Aussage. Wenn das Foto dennoch gefällt, freu ich mich natürlich, weil dadurch auch mehr den Text lesen.
Ich würde sagen, Bild und Aussage sind beide gut. Ich finde es immer schlimm, wenn sogenannte "Tierfreunde" Igel oder Rehe retten wollen. Letztere holen die Kastanien aus dem Wald um sie dann dem Förster zu bringen, damit er im Wald die Tiere füttern kann. Merkwürdige Form von Naturschutz. Freue mich schon auf weitere Bilder von Dir - die Dülmener haben mir auch schon sehr gefallen.
Gruß Antje
Hawi, das Bild ist ausgezeichnet..ein sehr sehr schönes Igelportrait...an dem ich mir höchstens oben 1 cm mehr Platz gewünscht hätte...aber das ist nur eine Winzigkeit und muß auch nicht.
Ein ausgesprochen gutes und gelungenes Foto. Dieser helle Blick und die dekorativen Grashalme im Vordergrund...! Es stimmt einfach alles an diesem niedliche Igelporträt.
Gruß Katrin
Klasse, Hawi... hab schon fast damit gerechnet, dass bald wieder ein Igelbild von Dir kommt :-)
Deinen Worten ist im Prinzip nix hinzuzufügen... aber wer sich zusätzlich informieren möchte: http://www.pro-igel.de/index.htm
Schönes Bild... mit diesen typisch glänzenden Knopfaugen...
Viele Grüße, Martina
Wolfgang Sukale, 18.10.2002 um 15:04 Uhr
Klasse erwischt saubere Arbeit,haste den mit Katzenfutter angelockt??
lg Wolfgang
@ alle: Danke für eure Anmerkungen, über die ich mich wie immer sehr freue.
@ Martina: Habe gleich deinen Link ausprobiert. Kann ich nur sehr empfehlen für die, die sich über Igel ausführlich informieren wollen. Danke dir für den Tipp!
@ Wolfgang: Nein, ich habe ihn nicht mit Katzenfutter geködert- bin immer rückwärts vor ihm hergelaufen und alle paar Meter auf die Knie gegangen- habe ihn wohl nicht gestört, jedenfalls hat er sich nicht eingerollt! Gruß Hawi
Hallo Hawi,
ein süßes Igelfoto und interessante Informationen. Ich hatte auch mal Igel im Garten. Die sind leider nicht mehr da seit nebenan neu gebaut wurde.
Damals hatte ich Gelegenheit sie aus der Nähe zu betrachten. Manchmal sah man die Flöhe auf den Igeln herumkrabbekn.
vlG
Sabine
So ein wunderschönes Igelportrait!!!!!!!!
Hier oben bei uns (auf den Bergen) sehe ich diese süssen Viechlein nie - hängt das mit der Höhe zusammen? Aber nur 20 km weiter unten im Tal, da kann man sie oft sehen.
Deine Aussage ist angekommen, und hier werde ich auch nicht in Versuchung geführt!
Allerdings würden sie bei mir sowieso in der kalten Scheune im Stroh/Heu landen- wäre das dann auch schlimm? Sicherlich wäre es nicht 100% natürlich, aber ich meine jetzt wegen der Parasiten (Würmer etc.)?
Nochmals: tolles Bild+ Beschreibung+ Aussage!!!!
LG
Eva
Hallo HaWi
Tolle Tieraufnahme, gefällt mir gut!!!
So klein sind sie noch putzig und lieb.
mfg Luggi
Gerd Rossen, 18.10.2002 um 17:49 Uhr
Hi Hawi,
eine starke Aufnahme! Klasse !
Auch die Beschriebung ist absolut klasse.
Und ich muss mich an dieser Stelle selber outen. Als ich so ca. 10 Jahre alt war, haben wir hier auch Igel in der Wohnung überwintern lassen, sie wurden dann von meinen Eltern gewogen, und die etwas mickrigen haben wir mit nach drinnen genommen und im Winter durchgefüttert.
Für mich als Kind war es natürlich toll, so einen Igel im
Haus zu haben, und meinen Eltern haben es damals anscheinend nicht besser gewusst. Ich erinnere mich auch noch an ein Buch, wo ausdrücklich dazu angehalten wurde, jüngere Igel mit nach Hause zu nehmen.
Fazit der Igelüberwinterungsaktion war, dass die Hälfte der Igel an irgendwelchen Krankheiten in der Wohnung gestorben sind.... :-(
Aber meine Eltern wussten es damals anscheined nicht besser...
Jetzt sind wir alle schlauer, und ich glaube es gibt mittlerweile auch diese Bücher nicht mehr, wo zu solchen Aktionen geraten wird. (ich hoffe es zumindest nicht).
Übrigens, dieses jahr habe ich verhältnismässig wenig Igel gesehen. So grausam es auch klingt, ich habe dieses jahr auch nicht so viele "Überfahrene Igel" gesehen. Nur bei der Waldarbeit, haben wir ein Nest unter einem Baumstamm entdeckt, und ich konnte meinen Vater dann auch dazu überreden, denn Stamm einfach liegen zu lassen, er hat zugunsten der Igel dann tatsächlich auf mehrere 100 Euro verzichtet. Na ja, hätt ers nicht gemacht, hätt ich auch jegliche Weiterarbeit verweigert ;-)
hallo hawi, klasse bild und super beschreibung !!!!
leider muß ich meinem freund gerd wiedermal widersprechen, denn gerade überfahrene ( immer wieder zum kot..... !!! ) sehe ich dieses jahr wirklich viel. viel mehr in den jahren als zuvor, so dass ich fast meine, dieses jahr war ein gutes jahr für igel !!! gruß sönke
Hallo Hawi,
zur bildqulität gibs´s ohnehin nicht´s zu motzen
und zu deinen anmerkungen:
...ich habe schon drei igelbaybis über den winter geholfen, auf meiner abgegrenzten terrasse mit einem wetterfestem warmem unterschlupf und mit der bereitstellungund entsprechenden futtersers und reinem wasser /keine milch/, so, daß die wirklich arg untergewichtigen winzlinge zwischen den schlaffasen noch mitte dezember und an wärmeren tagen auch noch im jänner regelmäßig zur nahrungsaufnahme aus ihrem unterschlupf kamen und die fehlende energie ohne viel aufwand erneuern konnten und damit ganz ordentlich an gewicht zulegten.
mit zunehmendem körpergewicht und sinkenden außentemperaturen wurden die schlaffasen dann immer länger und ende jänner wurde mal fast drei wochen bei
minus 10° aussentemperatur durchgeschlafen.
im frühjahr gings dann wieder ab in die freie wildbahn.
alle drei konnten noch längere zeit (einer sogar drei sommer lang) von mir beobachtet werden.
das war aber keine "hauspflege", sondern nur die bereitstellung von noch erforderlicher nahrung und eines unterschlupfes.
ich stimme dir dacher uneingeschränkt zu, daß ein junger igel im haus nicht´s zu suchen
hat und die gefahr des "tod gepflegt werdens" für den igel vermutlich wesentlich größer ist, als die, zu verhungern.
igel sind wintertiere und brauchen ihren schlaf, ihre winterruhe;
zimmertemperaturen sind denkbar ungeeignet für die kleinen racker,
ein ordentlicher laubhaufen tut da wesentlich bessere dienste, aber wo gibts den heute noch?
ich würde sagen: wenn nicht die möglichkeit besteht einen wirklich untergewichtigen igel (meine hatten so um die 150 gr anfang nov.) im freien unterzubringen und ihm "nur" mit bereitgestellter nahrung und einem unterschlupf hilfestellung zu leisten, sollte man die finger davon lassen, die natur regelt das von selbst
und igel sind bekanntlich eine sehr alte spezies und
sicher keine haustiere.
@ Gerd: Danke für deine nette Schilderung. Es gibt leider auch heute immer noch Bücher, in denen empfohlen wird, untergewichtige Tiere aufzupeppeln. Grundsätzlich ist aus Tierschutzgründen (mit Naturschutz hat das nichts zu tun) ja auch nichts dagegen einzuwenden, wenn man es so sachkundig tut wie Gottfried, der es oben geschildert hat.
Vielleicht hat sich deine Tierliebe aber auch gerade durch solche Kontakte, die dir deine Eltern damit ermöglicht haben, entwickelt. Und Tierliebe ist ja auch etwas sehr Wertvolles!
@ Sönke: Auch ich habe dieses Jahr wieder sehr viele überfahrene Igel gefunden. Seltsam, dass der Igelbestand sich trotzdem hält und auch wohl nicht besorgniserregend zurückgeht.
@ Gottfried: Danke dir für deine ausführliche Schilderung, die eigentlich alles Wesentliche über Igelschutz enthält. Laubhaufen oder Holzstapel, vor allem ein unaufgeräumter Garten sind die beste Lebensversicherung für den Igel. In meinem Garten habe ich ganze Trockenmauersxsteme errichtet. Von innen sind sie z.t. hohl und werden immer von überwinternden Igeln angenommen. Auch ihre Jungen haben sie in den Trockenmauern aufgezogen.
Der hat ja gar keine Angst vor Dir.
Normalerweise rollt er sich doch sofort ein.
Super Igelaufnahme mit guter Farbe und Schärfe.
Auch die Info wieder mal sehr lehrreich.
Das Foto ist wie immer Klasse, aber auch die Info und besonders die vielen Anmerkungen sind lesenswert!
Wir hatten in diesem Jahr eine Begegnung mit 2 relativ großen Igeln im Garten.
Leider war ich nicht so geistesgegenwärtig, die Kamera zur Hand zu haben ;-(
Viele Grüße Hans
Ich hab mich wohl noch selten so lange unter einem Bild aufgehalten. Richtig toll was man hier so alles liesst.
Bei uns im Winter habe ich sie früher immer am Heustall füttern können und das war immer ein Erlebniss, da man sie halt immer nur so wenn sie aus dem Heustall kamen. Wenn dann aber auch meist nur die schwächeren Tiere.
Schönes Igelportrait und interessante Anmerkungen...
Leider hab ich keine Igel in unserem Garten... aber über todgepflegte Tiere könnte ich langsam schon ein Buch schreiben. Kaum zu glauben, was die (Stadt)Spaziergänger so manchmal in der Natur aufsammeln. Danach haben die so ein Tierchen ein paar Tage (ist ja sooo niedlich!) Zuhause. Wenn sie dann irgendwann merken, das Kleine wird immer schwächer, bekommt Durchfall, verweigert fressen ... dann ... dann geben ihm im Wildpark ab. Leider ist meistens zu spät! Es ist zum heulen, wenn man (jedes Jahr immer wieder) die Rehkitze, Marder, Eichhörnchen (usw.) sterben sehen muss....
LG tanja
Gerd Rossen, 19.10.2002 um 10:12 Uhr
@ Sönke : Hmm, dann sind meine Augen wohl nicht mehr so gut. Hab letztens einen überfahrenen gesehen, und noch daran gedacht, dass es in den letzten Jahren wesentlich mehr waren, die im Strassenverkehr umgekommen sind.
Bei der Gelegenheit muss ich aber noch ein weiteres älteres Erlebnis schildern :
Ein Kumpel und ich haben vor etlichen Jahren, als wir mit dem Auto unterwegs waren, einen angefahrenen Igel gefunden, der sein eines Hinterbein hinterherschleifte und auch stark am Bein blutete. Da es mitten in der nacht war, wussten wir nicht was wir machen sollten, haben uns dann aber entschieden, einen Tierarzt anzurufen. Nach dem wir ihn die Situation geschildert haben, meinte er, dass ihm so ein angefahrener Igel nichts angeht, und was uns überhaupt einfällt, mitten in der Nacht wegen einem Igel anzurufen.
Mit einer solchen Einstellung sollte man kein Tierarzt werden, und wenn ein Tier durch einen Menschen verletzt wird, so ist es meiner Ansicht nach auch die gottverdammte Pflicht eines Menschen, diesem Tier zu helfen.
Zum Glück fanden wir dann noch eine Tierklinik, die in der selben Nacht noch das Tier operiert und verarztet hat - auf eigene Kosten !! Auch sowas gibt es !! Und so sollte es auch sein !
Ist mir sowieso unverständlich, dass, wenn man ein Tier anfährt, dieses einfach so da liegen lässt und weiterfährt, als wäre nichts passiert !
Gruss,
Gerd
@ Hawi: Ja meine Naturverbundenheit hat sicherlich was mit meinen Eltern zu tun (auch wenn mein Vater Jäger (würg!!) ist). Aber nicht ganz so, wie mein Vater sich das damals vorgestellt hat, denn eine Waffe würde ich nie in die Hand nehmen (jedenfalls nicht auf Tiere richten)... Ich erinner mich noch genau an eine Treibjagd, auf die er mich mal mitgeschleppt hat, und wie ich da geheult habe, bei den ganzen toten Tieren. Sicherlich haben seine Jägerkollegen damals gedacht "Man was hat der nur für ein Weichei als Sohn, aus dem wird bestimmt nie was!" .... Und ich bin froh, dass in der Beziehung nichts aus mir geworden ist !
Ein schönes Portrait und eine interessante Diskussion.
(Mein Herz gehört schon lange den kleinen Stacheltieren..kann mich auch noch an die Zeit erinnen, als Grzimek zum "Igel sammeln" aufrief)
Aber Du hast Recht: Die Burschen kommen draussen gut zurecht - Ausnahmen gibt es allerdings auch hier!
Igelschutz heisst vor allen Dingen Lebensräume für Igel schaffen und erhalten. Also bitte: die Gärten nicht bis in den letzten Winkel aufräumen, Laub in einer Ecke oder in den Büschen stört niemanden und bietet den Igeln Unterschlupf.
VG,
Birgit