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Teil 5: Der gute Fotograf, Seinesgleichen und die Anderen
Zwischendurch nun einmal ein kleiner Exkurs in die Welt des sozialen Miteinanders, das leider all zu oft von den bereits erwähnten Querulanten gestört wird. Um den Umgang mit Freund und Feind (der guten Fotografie) zu erleichtern, habe ich für interessierte Talente hier einige Richtlinien zusammengestellt.
1. Jede schriftliche oder verbale Äußerung, die sich auf einen oder mehrere Aspekte eines Deiner Fotos bezieht, bezieht sich automatisch auf Dich persönlich. Dies gilt unabhängig davon, ob diese Äußerung von einem guten Fotografen (der Deine Fotos natürlich nur loben wird) oder einem Querulanten (dem es nur darum geht, Deine Fotos schlecht zu reden) getätigt wird. Um diese versteckten persönlichen Botschaften zu verstehen, bedarf es meist einiger Übung. So bedeutet ein lobendes "Das ist ein wunderschönes Foto mit tollen Farben!" von einem guten Fotografen im Klartext etwa so viel wie "Du bist ein unglaublich guter Fotograf, bist intelligent, sozial engagiert, humorvoll und hast einen prima Charakter, weshalb ich Dich gerne einmal zu einer Südseekreuzfahrt einladen möchte!". Im Gegensatz dazu könnte ein Querulant etwa folgendes behaupten: "Unglaublich mies gestalteter Postkartenknyps!", was sich dann mit "Man sieht an diesem einen grottenschlechten Bild schon ganz klar, was Du für ein unfähiges Würstchen bist, dafür braucht man keine 6000-Euro-Kamera!" übersetzen lässt und zudem ganz eindeutig darauf hindeutet, dass der Neid wieder einmal voll zugeschlagen hat.
2. Parallel zu dem ersten Punkt, lässt sich auch feststellen, dass das Bemängeln eines guten Fotos immer auch darauf hindeutet, dass der Bemängeler das dargestellte Motiv abgrundtief hasst und seinen Hass somit auf das Foto - und in logischer Konsequenz auch auf den Fotografen - projiziert. Dies fällt besonders oft bei guten Natur- und Tierfotos auf, aber auch Aktfotografen sehen sich häufig mit Querulanten konfrontiert, die leicht oder gar nicht bekleidete Frauen hassen. Ja, sogar hochbegabte Portraitfotografen müssen mit heftigen Anfeindungen von Menschen- und/oder Gesichtshassern leben. In solchen Fällen hilft meist nur noch das erzwungene Ignorieren solcher Unmenschen.
3. Wenn jemand - sei es aus Unkenntnis der guten Fotografie oder aus reinem Querulantentum - ein gutes Foto (und somit einen guten Fotografen) kritisiert und sich der daraus resultierenden und völlig paradoxen Unlogik nicht bewusst ist, ist der gute Fotograf faktisch dazu verpflichtet, den Kritiker darauf hinzuweisen, dass dieser es selbst nicht besser kann. Auch ein dezenter Hinweis auf den allgegenwärtigen Neid, mit dem gute Fotografen ständig konfrontiert werden, ist in diesem Fall durchaus angebracht. Denn es kann logischerweise kaum etwas anderes als Unkenntnis, Neid und Missgunst dahinter stecken, wenn jemand etwas an einem guten Foto zu bemängeln hat.
4. Während der durchschnittliche Querulant nicht der Meinung ist, dass angehende gute Fotografen (also solche, bei denen Aussicht auf eine erfolgreiche Zukunft als gute Fotografen besteht) Respekt und Lob verdient haben, wenn sie bei ihrem Studium der Kamerabedienungsanleitung das Kapitel "Fachgerechtes Betätigen des Auslösers" erfolgreich abgeschlossen haben, ist es für den guten Fotografen verpflichtend, dies auch mit entsprechender Wertschätzung zu kommentieren.
5. Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch einmal dazu kommen, dass ein guter Fotograf in eine fotografische Diskussion mit einem fehlgeleiteten Querulanten verwickelt wird, so sollte er keinesfalls direkte Antworten auf direkte Fragen geben, sondern mit viel List und Tücke um den heißen Brei herum taktieren, damit sein immenses Wissen über die Fotografie nicht in falsche Hände fällt. Dies ist vor allem im Galerievoting zu beachten, wo man gute Fotografen gelegentlich nach einer Begründung für eine vergebene Pro-Stimme fragt und dadurch ihren fotografischen Anspruch bzw. ihr fotografisches Wissen in Frage stellen möchte. In diesem Fall ist Schweigen die einzige Alternative, denn mit einer - wie auch immer lautenden - Begründung eines guten Fotografen könnten diese Querulanten aufgrund ihres niedrigeren geistigen Niveaus niemals etwas anfangen. Glaubte man den Mythen der Altvorderen, so müssten nach der Antwort unverzüglich ihre Köpfe platzen.
Ein sehr umfangreiches Thema, wie man sieht. Trotzdem ist hier vorerst einmal Schluß mit Sozialkunde.
Da, da, dada fehlt noch was!
In der Aufzählung unter erstens kurz vor der Kreuzfahrt muss noch unbedingt das Vermuten des großen Schniepels - gendermainstreamkonform das Erwähnen des geilen Arsches - mit reingenommen werden.
@Fräulein H.: Im Sinne des Jugendschutzes bleibt diese Ergänzung trotz aller Sinnhaftigkeit so lange außen vor, bis mir eine gute Begründung eingefallen ist, mit der ich das Bild in die Sektion "Akt" verschieben kann.
@Schein Werfer: Nur wenn es selbst auf dem Foto zu sehen ist. Gute Fotos vom eigenen Auto ergeben sich automatisch bei mehr als 250 PS, Vollformatkamera, 800er-Teleobjektiv und Nachbearbeitung per Photomatix mit allen Reglern auf 100%.
Als Hundebesitzer mit mehreren Flying-Dog-Mens im Profil hat man es auf der sozialen Ebene automatisch leichter.... möchte ich zumindest am Rande mal erwähnen... ;-)
Das Foto ist toll! Gut eingefangen. Aber ein bisschen viel Text darunter...
Nein - Danke für diese begnadete Zusammenfassung. Bin heute nach langer Pause mal wieder hier und habe nach wie vor genau mit der Qualität der Anmerkungen meine Schwierigkeiten.
Grüße vom
Axel B.
PS: Und das Bild ist nur bedingt toll - aber es gibt was drauf zu entdecken.