Dies ist eine Bezahl-Funktion
Premium-Nutzer können schon ab 4 € im Monat alle Funktionen der fotocommunity nutzen.
  • In allen Foren lesen und schreiben
  • Aktbilder hochladen und anschauen
  • Am Galerie-Voting teilnehmen
  • Bis zu 30 Fotos pro Woche hochladen
> Jetzt Premium-Mitglied werden
 

Scott Fischer von Rainer Röhrig

Scott Fischer


Von 

Neue QuickMessage schreiben
1.03.2007 um 7:58 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
Scott Fischer (* 1956; † 11. Mai 1996) war ein US-amerikanischer Extrembergsteiger und Unternehmer.

Mit seinem Unternehmen „Mountain Madness“ war er 1994 in die Szene der bezahlten Bergführer für Extremtouren eingestiegen, nachdem er sich zuvor durch waghalsige Touren in Hochgebirgen und Besteigungen unter extremen Bedingungen einen Ruf in der Bergsteiger-Szene verschafft hatte.

Mit seinem Unternehmen trat er in Konkurrenz zu dem etablierten neuseeländischen Bergführer-Unternehmer Rob Hall, der mit ihm persönlich befreundet war. Bei seiner ersten Expedition initiierte er ein Umweltschutzprogramm, das von den Höhenlagen des Mount Everest mehr als 2.500 Kilo Müll einsammelte und zu Tal brachte. Insbesondere der Südsattel in knapp 8.000 Meter Höhe war zuvor eine gigantische Müllhalde aus zerrissenen Zelten und leeren Sauerstoffflaschen. Scott Fischer hatte erheblichen Anteil daran, den Everest wieder merklich sauberer zu bekommen.

Vor der 1996er Expedition stand Scott Fisher einmal auf dem Gipfel des Everest. In der Vormonsun-Phase 1996 belagerten elf Expeditionen die Südseite des Mount Everest, die beiden größten unter ihnen die Expeditionen von Rob Hall und Scott Fischer. Bis zur Sicherung des Wegs auf den Südsattel waren keine wesentlichen Vorkommnisse zu verzeichnen. Mit einer kleinen Crew von Kunden und Sherpas brachen in der Nacht vom 9. zum 10 Mai 1996 insgesamt 21 Personen vom Südsattel zum „Gipfelangriff“ auf, unter ihnen Scott Fischer und der von ihm für dieses Unternehmen eigens angeheuerte russische Bergführer Anatoli Boukreev. Nach mitternächtlichem Aufbruch erreichten gegen 13.10 Uhr die ersten Bergsteiger den Gipfel des Mount Everest. Zuvor hatte eine Absprache beider Teams versagt, welche Sherpas den letzten Anstieg über den sogenannten „Hillary Step“, eine 12 m hohe steile Stufe im End-Gipfelgrat, mit Festseilen sichern sollten, sodass erhebliche Kräfte vergeudet wurden, dieses letzte Hindernis auf dem Südanstieg zu entschärfen.

Die normalerweise extrem wichtige vereinbarte letzte Umkehrzeit von 13 oder 14 Uhr, sei es am Gipfel, oder sei es vor dem Gipfel, um noch sicher das letzte Hochlager auf dem Rückweg zu erreichen, war längst bereits verstrichen, als Scott Fischer mit einem zahlenden Kunden einer der letzten Gipfelgänger des 10. Mai war. Zu dieser Zeit tobte bereits nur wenig unterm Gipfel ein Schneesturm mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 120 km/h, der die Rückkehrer sehr schwächte, auskühlte und an den Rand ihrer Kräfte brachte. Auf halbem Rückweg in einer Höhe von ca. 8.400 m beim sogenannten „Balkon“ versagten Scott Fischers Kräfte. Sein gesamtes Team hatte den Abstieg geschafft, mit Ausnahme des Chefs. Einige Fischer-Team-Mitglieder und Bergsteiger anderer Expeditionen verbrachten eine beinah tödliche Nacht abseits des Lagers auf dem Südsattel, wegen des Schneesturms ohne eine Möglichkeit, das Lager zu finden. Jedoch wurden alle Mitglieder von Fischers Expedition von Anatoli Boukreev in der Nacht zum 11. Mai geborgen.

Fischer wurde am Nachmittag des Folgetages, nach 24 Stunden unter Extrem-Kältebedingungen, zwar noch von Sherpas lebend vorgefunden. In seiner Begleitung befand sich noch ein Teilnehmer einer anderen Expedition, den man noch hatte retten können. Jedoch war Fischer zu sehr geschwächt und aufgrund von Erfrierungen außerstande, zu laufen oder anderweitig geborgen werden zu können. In den späten Stunden des 11. Mai starb er.

An seiner Leiche müssen die Everest-Ersteiger auf der Südroute vorbei: er liegt auf einer Höhe von ca. 8.300 m.

(Text: http://de.wikipedia.org/wiki/Scott_Fischer)


Auf dem Weg nach Lobuche liegt oberhalb von Dukla eine Gedenkstätte für Bergsteiger die am Mount Everest umgekommen sind.

1.11.2006 - Nikon D200 - ISO-100 - f10 - 1/250sec - 24mm (36mm)

Anmerkungen:

d1w.gifBitte melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.





Norbert H., 1.03.2007 um 8:02 Uhr

Beeindruckend...
Ein Ort den ich auch gerne mal besuchen würde, ich hoffe ich habe eines Tages die Gelegenheit.....



Tanjung-Pinang, 1.03.2007 um 8:11 Uhr

Wahnsinnig beeindruckend.
Die Menschen hatten Mut !!
Ist nicht vielen vergönnt, dort auf dem Gipfel anzukommen und auch heil wieder herunterzukommen.
Anerkennung an alle Mutigen.
lg monika



Rainer Röhrig, 1.03.2007 um 8:26 Uhr

@Monika: Der Respekt sollte eher den Sherpas gehören. Sie sind es, die den gefährlichen Khumbu-Eisfall immer wieder durchqueren um Fixseile und Leitern für die und das Material in die Hochlager zu schaffen, damit die Expeditionsteilnehmer mit einem möglichst geringen Risiko zum Gipfel kommen.

Im Khumbu-Eisfall kommen jedes Jahr Sherpas durch Steinschlag und Lawinen ums Leben. Sie sind zwar durch die Expeditionen versichert, jedoch fallen 3.000€ für ein Menschenleben bei Expeditionskosten zwischen 50.000€ und 100.000€ pro Teilnehmer nicht wirklich ins Gewicht. Dementsprechend gibt es an dieser Gedenkstätte zahllose Gedenksteine, meist für Sherpas.

Wenn man Bilder aus dem Khumbu-Eisfall sieht, sehen wir immer nur die Bergsteiger auf den Aluleitern über atemberaubende Gletscherspalten balancieren, wer sie angebracht hat sieht man nicht.

Trotzdem hast Du natürlich Recht - die Besteigung des Mount Everest ist und wird trotz der umfangreichen Infrastruktur und der ausgefeilten Technik immer eine beachtliche sportliche Spitzenleistung bleiben. Eine kleine Leistungsminderung durch Erkrankung, mangelnde Flüssigkeit oder auch ein Wetterumschwung führen zu einer Katastrophe. Dieses Restrisiko wird ebenfalls immer bleiben.

LG Rainer



Andreas Divjak, 1.03.2007 um 8:31 Uhr

Die beispiellose Aufräumaktion am Everest ist mir auch noch in guter Erinnerung.

Viele sind dort geblieben, wo sie immer sein wollten, wie Scott Fischer.

Ein Bild, was sicher auch polarisiert.

LieGrü
Andreas



Me. Li., 1.03.2007 um 10:31 Uhr

Bild und Dokumentation absolut gelungen! Regt zum nachdenken an! Finde alle Bergsteiger mutig (habe selber Höhenangst) und mein größter Respekt den Führern und den Rettern!

LG Mel



Jan Schwede, 1.03.2007 um 11:03 Uhr

Super Doku. Habe alle Bücher über diese Tragödie gelesen. Geld hat die letzten Abenteuer kaputt gemacht.
Anatoli starb ja dann am 25.12.1997 an der Annapurna.



Silvia Wiese, 1.03.2007 um 12:45 Uhr

Danke für die Info, man lernt immer wieder dazu.
Bild und Doku sind klasse.
LG Silvi



Brigitte Dunkel, 1.03.2007 um 14:07 Uhr

Beeindruckend - Bild und Information.
HG Brigitte



Anke Viehl, 1.03.2007 um 20:54 Uhr

Ich hab das Buch über diese tragische Expedition erst vor kurzem gelesen und danke für deine Doku in Wort und Bild.
lg
Anke



Klaus-Peter Tröbner, 1.03.2007 um 21:10 Uhr

Vielen Dank für deine ausführlichen Informationen und die Mühe.die du dir jedesmal gibst.
So werden deine Bilder immer zum Erlebnis und man lernt noch viel dabei !
Respektvoll Klaus



Claudia Rosenegg, 3.03.2007 um 19:41 Uhr

Ich habe deinen ganzen Text sehr aufmerksam gelesen. Selten findet man hier so lange Anmerkungen. Danke! Lasse mich gerne belehren, zumal diese Geschichte einem schon irgendwie nahegeht. Danke für diese gelungene Impression vom anderen Ende der Welt. Gruß, Claudia


Wilhelm H., 3.03.2007 um 21:12 Uhr

Beeindruckend in Bild und Text, LG Wilhelm


Ulrich Timmer, 7.03.2007 um 9:21 Uhr

Sehr beindruckende Doku in Wort und Bild. Für einen Hobby-Bergwanderer sind das unvorstellbare Leistungen, die Scott Fischer und die Climbing Sherpas da vollbracht haben!



AG Joseph, 31.03.2007 um 23:09 Uhr

Ich finde es interessant, diesen Ort mal fotografisch zu sehen.
Aber ich muss dir natürlich recht geben: Den Sherpas gehört der eigentliche Respekt. Man hört immer nur von Unglücken der Touris, nicht von den Sherpas. Man kann nur hoffen, dass die Familien das Geld der Versicherung auch in voller Höhe bekommen.
VG Andrea



Rainer Röhrig, 6.01.2008 um 21:08 Uhr

Wenn würde ich auch die Bücher von Lene Gammelgaard und Göran Kropp empfehlen, die das Geschehen etwas neutraler und ohne Mutmassungen beschreiben..

Viele Grüße
Rainer



thornrose, 24.07.2011 um 12:54 Uhr

Warum nimmt man immer so Anteil an dem Tod eines Bergsteigers, obwohl er sich doch bewusst in Gefahr begeben hat und die Risiken kannte und nun eben darin umgekommen ist? Weil dieser Mensch ein Abenteurer war, jemand der die Herausforderung liebte und angenommen hat. Ein Visonär. Ein Mensch, der allen Unkenrufen zum Trotz seinen Weg gegangen ist und seine Freiheit gelebt hat. Dieser Mensch ist das, was wir alle gerne wären. Und auch wenn wir manchmal den Kopf über soviel Unvernunft schütteln, wollen wir doch, dass dieser Mensch überlebt. Wir wünschen ihm Glück auf dem Weg, den wir nie zu gehen wagen, weil wir dafür zu klein sind.

Gruß
thornrose



d1w.gifBitte melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


 
Informationen zum Foto
Schlagworte
Verlinken/Einbetten



vorheriges (96/95)