Dies ist eine Bezahl-Funktion
Bezahlende User können schon ab 4 € im Monat alle Funktionen der fotocommunity nutzen.
  • In allen Foren lesen und schreiben
  • Aktbilder hochladen und anschauen
  • Am Galerie-Voting teilnehmen
  • Bis zu 30 Fotos / Woche hochladen
> Jetzt Bezahl-Mitglied werden
 

Erwachet von -Robert Zobel-

Erwachet


Von 

Neue QuickMessage schreiben
3.04.2008 um 19:46 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
Text von 2004

Gerade hat man mich aus dem Bett herausgeklingelt. Leider Gottes kann ich mich darüber gar nicht so aufregen, denn es ist 10:30 Uhr und da kann man gegen Klingeln nichts sagen. Es ist eine humane Klingelzeit.
Es war ein kurzes Piepen und da meine Freundin gerade beim Arzt ist, dachte ich, dass sie schon fertig sei und das sie ihren Schlüssel nicht so schnell finden könnte. Ohne die Sprechanlage zu betätigen machte ich also auf.

Ein paar Sekunden später hörte ich zwei Frauenstimmen sich unterhalten. Eine lachte. Durch den Türspion konnte ich dann sehen, wie sich zwei Graue an die Tür schlichen, den fehlenden Namen an der Tür monierten und dann beratschlagten ob es die Tür sei an der sie von unten klingelten. Ich schaute ihnen dabei zu und hatte ein Gratis-Theaterstück am Morgen.

Dann klingelten sie erneut. Ich hätte die Tür noch im selben Moment aufreißen können, aber ich imitierte die Zeit von der Küche zur Tür.
Eine grauhaarige unsichere Frau stand da und daneben eine jüngere braunhaarige Bärenumreißerin.
Die Grauhaarige fing unbeholfen an.
Bevor sie den Mund aufmachte wusste ich schon in welche Richtung ihr Satz gehen würde und ich hatte Recht.

„Was glauben Sie? Vertrauen Sie darauf, alles alleine im Leben zu schaffen oder vertrauen sie auf Gott.“

Zeugen Jehovas sind gewitzt und clever. Ich durchschaute gleich den Hintergrund dieser Frage. Sie boten einem an, dass Gott Problemlöser für alle Scheiße werden kann und ein Mensch, der nun ein wenig Grips aber nicht zuviel hat, hätte wahrscheinlich frohjauchzend gesagt „Dann kommen sie mal nächste Woche wieder“ und hätte schnell noch 8 Kinder umgebracht.

Ich ließ mich gerne auf sie ein. Jetzt hatten sie mich ja schon aufgeweckt und für nen neuen Text frag ich sie einfach mal aus.

Schnell ließ ich blicken, dass ich es total unschick finde, dass alle Jehovaleutchen nur mit grauen Sachen rumlaufen und Frauen alle graue Röcke tragen. Daraufhin erwiderte die Braunhaarige:

„Wieso Röcke sind doch schön und nicht alle tragen sie.“

Natürlich sind Röcke schön. Doch es gibt einen Rockgrundsatz an den sich jede Frau zu halten hat, wenn sie Gaffblicke erhaschen will. Ein Rock muss bunt und kurz sein. Und nicht wie ein Sack drei Knie über das Knie gezogen sein und die Farbe eines ausrangierten Sackes haben.

Wie ist das so? Kommt man in diesen Glaubensclub hinein und erhält dann all die Klamotten als Uniform? Um das von hintenrum zu erfahren, fragte ich, was sie geändert haben seitdem sie bei den Zeugen sind. Da wir vorher von Röcken gesprochen haben, dachte ich dass sie meinen roten Faden finden, aber die Braunhaarige antwortete:

„Viele hören mit den Drogen auf (dabei schaute sie mich wissend an), mit dem Alkohol (die Graue schaute mich wissend an) und ich hab aufgehört zu rauchen.“

Dabei schaute sie die Grauhaarige an und ihr Lächeln hieß für mich soviel, wie „Mir ist halt nichts anderes jetzt eingefallen“.

Übrigens war die Braunhaarige für die schwierigen Fragen, bei denen die andere Zeugin zu stottern anfängt, vorgesehen. So schien es auf jeden Fall.

Da ich mich schon mal mit ein paar Zeugen auseinandergesetzt hatte monierte ich die Vormachtsstellung des Mannes in der Beziehung und bekam zu hören, dass dies ja auch nicht wahr sei und der Mann nur eine leitende Funktion hat. Dann fragten sie mich, wie ich meine Rolle denn in einer Beziehung sehe. Ich erklärte und bekam überraschend zu hören, dass dies genau richtig sei und die Zeugen das ja auch so machen.

Dieser Kniff ist auch nicht zu verachten. Befrage einen Menschen zu seinem Leben und bejahe es. Und die Sympathie wuchs wirklich. Diese verdammten Zeuginnen wissen wie man mit einem Augenaufschlag Männerherzen einrennen kann.

Durch neugierige Fragen erfuhr ich, dass kurz nach der Wende die besten Haustürüberredungen vonstatten gingen und die Graue seit 1955 und die andere seit 1980 Mitglied war. Dann wieder mal so Stasigeschichten und dass es sehr schwierig war sich zu treffen ohne mit einem Spitzel Sekt trinken zu müssen. 1960 muss die Vereinigung mal verboten gewesen sein. Ach keine Ahnung.

Sie schafften es auf jeden Fall, dass ich mir zwei Wachtürme in die Hand klemmen ließ und als sie dann fragten, ob sie denn wiederkommen könnten sagte ich „Ja, aber nicht gleich“.
Ich konnte einfach nicht wirklich sagen, was ich dachte. Am liebsten hätte ich sie die Treppe hinuntergestoßen. Natürlich nur, damit sie ganz schnell bei Gott sind. Außerdem wäre das ja auch gar nicht schlimm gewesen. Hätte ja gleich zu den Zeugen wechseln können und dann hätte ja Gott meine Schuld getragen.

Wenn es jetzt irgendwann klingelt werde ich niemals mehr rangehen.

Anmerkungen:





Schattenjaegerin, 3.04.2008 um 19:59 Uhr

Meine Tastatur ist in Gefahr ( ...damit meine Stirn auch ! )

G E N A U

So isses!

...Gib den "Guten" ein Thema auf,
...und sie beehren Dich bald wieder !

Viiiel Spasssss!

........



Cathrin Deumel, 4.04.2008 um 20:14 Uhr

Herrlich dokumentiert, ähnlich gings mir auch,
lieber manifest als bibelfest (nicht wirklich) :-)
habe herzlichst gelacht ..





 
Informationen zum Foto
Schlagworte
Verlinken/Einbetten

Bei folgenden Diensten verlinken:




vorheriges (1068/1067)