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Es gibt keine Sicherheit, nirgends. Die Nacht treibt. SIe ist kein bißchen trügerisch. Nur für das einseitig geübte Auge ist etwas etwas. Man nimmt heute den Dingen ihre Oberfläche, indem man sie darauf reduziert. Egal. Etwas ist immer dahinter, ganz unsichtbar. Es ist dieses Nichts, ohne das sich nichts denken ließe, nichts sehen, nichts spüren. In diesem Nichts ist vielleicht Sicherheit, nur dass sie nicht so heißt und keine ist: Was könnte sicherer sein? Selbst im Sehen steckt noch ein Glauben. So wie im Wind der Geruch von Sommer, tief und süß. Bald, bald, endlich. Höre ich auf mit der Angst. Höre ich auf, etwas zu suchen, das sicher ist. Sicherheit ist unästhetisch. Nachts schlafe ich manchmal nicht.
Helmut, ja, den Eindruck habe ich auch. Im Baumarkt habe ich neulich auf einer Broschüre für ein Anti-Schimmel-Mittel folgendes gelesen (in etwa Originalzitat): "In unserer immer hektischer und unsicherer werdenden Zeit wird das Zuhause immer mehr zum Rettungsanker. Doch unser Zuhause ist bedroht durch einen neuen Feind: Schimmel!" Das ist doch irgendwie krank und pervers, wie unfassbar dreist man die offenkundigen Ängste der Menschen ausnutzen kann. Vor allem könnte man in etwa mit dieser Argumentation auch den Einsatz der Bundeswehr im Inneren gegen irgendwelche Terroristen begründen. Schimmel als Todfeind statt als einfaches Haushaltsproblem.
Naja. Aber das ist jetzt sehr konkret. Darum ging's mir hier weniger, eher um eine Gestimmtheit jenseits von Schimmelangst. Vielen Dank euch allen!