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Der kleine Stern von Silvia Schattner

Der kleine Stern


Von 

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19.02.2010 um 4:08 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
Es war einmal ein kleiner Stern, der hatte seinem Weg verloren und wußte nicht, wohin er gehörte. Also machte er sich auf die lange Reise, sein verlorenes Ziel wiederzufinden. Eines Nachts, nachdem der kleine Stern ein paar Tage gewandert war, saß er auf dem Ast eine großen Eiche und ruhte sich aus. Der Mond ging auf, er leuchtete auf den Stern hinunter und sagte: “Kleiner Stern, hör mir gut zu. Morgen wirst du an eine Wegkreuzung kommen. 7 Wege werden es sein, alle haben ein Ziel, doch nur einer ist der richtige. Überlege gut, welchen Pfad du wählst. Sie klug und folge deinem Herzen, dann wirst du deinen wahren Weg finden.“
Am nächsten Tag zog der kleine Stern weiter, und bald darauf erreichte er die Wegkreuzung, von der der Mond gesprochen hatte. Nach außen hin sahen alle Wege gleich aus, doch ihr Geist unterschied sich:
Der erste Pfad glänzte, als wäre er von reinem Gold. Der zweite schimmerte silbern, einem Mondstrahl gleich. Der dritte Weg bestand aus weißen Federn, weich wie Daunen, während der vierte Pfad aus schwarzen, schroffen Steinen war. Der fünfte Pfad war von feinem gelb-braunem Sand. Der Geist des sechsten Weges war geschaffen aus brauner Erde, umsäumt von grünen Eichenblättern. Und der siebte Pfad schließlich war aus kristallklarem, tiefblauem Meerwasser.
Der kleine Stern war verwirrt. Welchen Weg sollte er wählen? Im Geist schienen sie auf den ersten Blick alle positiv. Der Stern betrachtete nachdenklich den goldenen Pfad. Zwar glänzte er wunderschön, aber ihm fiel ein, daß in vielen alten Geschichten gerade dieser Glanz zu falschen Entscheidungen verleitete. Dieser Weg fiel also schon einmal weg. Der kleine Stern sah sich den silbernen Pfad an. Silber war reiner als Gold, doch auch sein Glanz konnte trügerisch sein. Ganz anders verhielt es sich mit dem Weg aus weißen Federn. Sie erinnerten an weiße Tauben, an Frieden und Unschuld. Der kleine Stern zögerte. Unschuld wie die eines Kindes - sollte dies der richtige Weg sein? Oder würde es eher bedeuten, daß er ´seine Hände in Unschuld wusch´? Niemand ist unfehlbar, dachte der kleine Stern, man muß sich seine Fehler eingestehen und mit ihnen leben! Er betrachtete den Pfad mit den harten schwarzen Steinen, bekam jedoch Angst, daß sie ihn verletzen könnten und schob den Gedanken beiseite. Der Weg aus gelb-braunem Sand schien ihm ungefährlicher, aber dann fiel ihm ein, daß Sand leicht bröckelte und verwischen konnte, so daß er sich vielleicht verirrte. Der Stern sah zum sechsten Weg hinüber: Eichenblätter, grün wie die Hoffnung, säumten braune Erde. Der Geist von Mutter Erde, Mon-o-lah. Doch konnten Blätter nicht vom Wind verweht, im Sturm zerstört werden? War ihre grüne Farbe nicht vergänglich? Doch selbst wenn - die grünen Blätter würden vergehen und wieder zu Erde werden, ein nie endender Kreis. Noch war der kleine Stern sich nicht sicher, denn immerhin bestand der Geist des letzten, des siebten Weges aus tiefblauem Wasser, blau wie die Treue. Wasser konnte sanft und beruhigend sein, aber auch wild und tobend. Wasser spendete Leben - den Pflanzen, den Tieren und anderen Lebewesen. Doch es konnte auch todbringend sein; seine Stärke und Ausdauer vermochte Felsen zu zerstören. Leben und Tod, eins konnte ohne das andere nicht sein, alles gehörte zusammen...
Nun war der kleine Stern wirklich durcheinander. Er konnte sich nicht entscheiden - sollte er den sechsten Pfad wählen, oder den siebten? Beide symbolisierten im Geiste Leben und Tod, die Kraft der Natur. Der Stern überlegte gründlich. Die grünen Blätter, die zur Erde werden. Die Hoffnung, die im Schoß von Mutter Erde ruht. Die Hoffnung, die niemals starb, selbst wenn sie verborgen lag. Solange es Hoffnung gab, war auch ein Ziel in Sicht! Der kleine Stern lächelte, er faßte neuen Mut. Wenn er den sechsten Pfad wählte, würde er das Ziel erreichen, welches das Schicksal für ihn vorgesehen hatte. Er durfte nur die Hoffnung nicht aufgeben! Dieser Gedanke war es, den er tief in sein Herz aufnahm, als er dem Weg aus Erde und grünen Eichenblättern folgte.

© by Viola Huber

Das wird zwar niemand lesen ... aber ich finde diese Geschichte so schön passend.
Leise rieselt ... von Silvia Schattner
Leise rieselt ...
Von
10.2.10, 4:11
44 Anmerkungen

Anmerkungen:

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Valdy, 19.02.2010 um 5:36 Uhr

ja toll - und jetzt würd ich gerne auch wissen wollen, ob der kleine stern es geschafft hat???
also, ich hätte auch diesen weg gewählt - er scheint mir der beständigere zu sein!!!

schön die geschichte, und superklasse dein bild dazu!!!

gvlg Valdy



Stefan Sprenger, 19.02.2010 um 5:39 Uhr

Ich hab´s gelesen :-) Das Foto ist sagenhaft geworden, ausgezeichnet bei dem Abbildungsmaßstab die Schärfe !!

LG
Stefan



Steffi12.5, 19.02.2010 um 5:54 Uhr

Ich habe auch gelesen:-)))
Wie immer eine sehr schönes Marko.
Lg Steffi



mildamejla, 19.02.2010 um 6:18 Uhr

++


se.pape, 19.02.2010 um 6:54 Uhr

Schöne Aufnahme. Ich weiss, wie schwierig so ein Foto ist....

VG

Sebastian



Katharina Noord, 19.02.2010 um 7:32 Uhr

Einfach wunderschön - beides.
lg, Katharina



Jörg Ossenbühl, 19.02.2010 um 7:47 Uhr

ein sehr gutes und filegranes Makro !

vg jörg



Norbert Kappenstein, 19.02.2010 um 8:31 Uhr

Einfach toll diese Kristalle. Wunderbar fotografiert.
LG Norbert



Ulrich Schlaugk, 19.02.2010 um 8:39 Uhr

Ein wunderschöner Kristallstern.
Schade, daß die Eiskristalle an der Basis des Sterns nicht etwas schärfer geworden sind; das wäre dann perfekt.
Diese Bemerkung soll aber die Schönheit des Bildes nicht schmälern, nur halt schade.
LG Ulrich



Manfred Kreisel, 19.02.2010 um 9:09 Uhr

toll dein foto - diese wunderschöne aufnahme und die kleine geschichte sind eine sehr gelungene präsentation.
Gefällt mir sehr, sehr gut. Dein text erinnert mich ein wenig an den kleinen prinzen. Gruß manfred



Lichtspielereien, 19.02.2010 um 9:18 Uhr

Hab ich gelesen !
Die Geschichte ist schön, nur Dein Foto, dass ist GENIAL.
LG
Verena



FrauBine, 19.02.2010 um 10:06 Uhr

Ich hab's gelesen. :-)
Dieses Foto ist sowas von schön... das ist schon regelrecht poetisch. Traumhaft eingefangen und dazu der absolut perfekte ! Schnitt, ganz, ganz wunderbar!
LG,
Sabine



delia ..., 19.02.2010 um 10:10 Uhr

Foto und Text sind eine wundervolle Komposition.
Einfach nur schön !
lg delia.



suricata, 19.02.2010 um 11:48 Uhr

Das sieht ja klasse aus! Der Stern muss ja winzigst (gewesen) sein - umso bemerkenswerter, dass Du ihn entdeckt hast. Das Bild ist sehr schön geworden, gefällt mir.


-Aaron-, 19.02.2010 um 12:12 Uhr

Ganz hervorragend gemacht ! Bin begeistert !!!


Gruß -Aaron-



Rico Wittek, 19.02.2010 um 12:13 Uhr

Die Frage, ob es der kleine Stern geschafft hat, ist in der Geschichte schon beantwortet. Durch den immer wiederkehrenden Kreislauf der Natur, hat er sein Ziel erreicht und strahlt wieder vom Firmament herab. Denn was der Eichenweg symbolisiert, ist nichts weiter als der Kreislauf von Tag und Nacht, Yin und Yang, alles beginnt im Kreislauf, alles endet darin. So auch seine Geschichte, die für ihn glücklich endet.

Das Bild? Wieder einfach nur schön!

LG und schönes Wochenende sendet
Rico



Klaus-Peter Oelze, 19.02.2010 um 12:46 Uhr

Ich habe jedes einzelne Wort gelesen. Dein Macro ist mal wieder einsame Spitze. Bildaufbau und Schärfeverlauf sind wieder sehr gut. Auch die Geschichte dazu ist sehr schön und auch lehrreich. Auch wir Menschen müssen manchmal Wege einschlagen um etwas zu erreichen, aber ob das dann auch immer der Richtige ist?
LG Klaus



SW-FotoArts, 19.02.2010 um 14:11 Uhr

Wundervoll!
lg Steffi



Cornelia Dettmer, 19.02.2010 um 14:25 Uhr

klasse gemacht , gefällt mir
LG Conny



sal del mar, 19.02.2010 um 16:38 Uhr

Und schon wieder so ein irres Kristallbild.

Gefällt mir sehr gut.

Gruß Frank



Zauberwaldfoto, 19.02.2010 um 19:43 Uhr

traumhaft.......so schön kann er sein...der Winter-wenn ma genau hinschaut..herrliches Makro..


bri-cecile, 19.02.2010 um 19:53 Uhr

Wunderbare Geschichte -- warum sollte die niemand lesen????????
LG bri-cecile



Moonshroom, 20.02.2010 um 18:39 Uhr

Nie gleicht eines genau dem anderen, immer wieder beeindruckend. Klasse Schuss!
VG --- Bernd



Rainer und Antje, 20.02.2010 um 19:44 Uhr

Wunderschön, Dein Stern und Deine Sternengeschichte. Er hat bestimmt den richtigen Weg gewählt.
L.G. Antje



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