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Jedem das Seine von Renate Bonow

Jedem das Seine


Von 

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25.09.2007 um 21:56 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
der Eingang zur Gedenkstätte Buchenwald

"Jedem das Seine" steht heute an dem hier offnen Eingangstor. Die Schrift ist von innen zu lesen - die Herren hatten halt ein Gespür für Details. Der Blick geht auf den Appellplatz, auf dem die Häftlinge oft stundenlang in sengender Hitze oder großer Kälte stehen mussten.

Letzte Woche war ich mit meiner 10.Klasse in Weimar. Nationalsozialismus in Weimar, war das Thema- in der Stadt von Goethe und Schiller und auf dem Ettersberg. Ich war vorher schon einige Male an der Gedenkstätte (zu DDR Zeiten und danach), aber dieser Besuch hat mich doppelt beeindruckt. Zum einen, weil die SchülerInnen hochsensibel und betroffen reagiert haben. Aber auch, weil viele von uns den Bezug zu der zunehmenden Aktivität von Neonazis in Pulheim sahen.

nächstes Bild der Serie:

einzelhaft von Renate Bonow
einzelhaft
Von
26.9.07, 11:27
15 Anmerkungen

Anmerkungen:

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I admine I , 25.09.2007 um 22:03 Uhr

!!
wir dürfen nie vergessen ...
der Regen .... wie ein Symbol für all die vergossenen Tränen ...
liebe Grüße an Dich
Silvia








Kai U. Irma Keller, 25.09.2007 um 22:05 Uhr

sehr gute doku!
wen wundert's dass die glatzen immer mehr werden...die saat derer geht auf, die nach dem krieg weitermachen durften - ungestraft, unbehelligt und grossteils untertsützt von ewiggestrigen und leugnern.....
mich macht immer ganz fertig wenn ich den satz höre (wie auch bei eva hermann kürzlich): bei hitler war nicht alles schlecht.......
solange es diese mentalität gibt haben wir den glatzen einfach zu wenig entgegen zu setzen.....:-(
lg - irma



Gee Eff, 25.09.2007 um 22:18 Uhr

waren letztens nicht schüler aus pulheim in einer fernsehdiskussion zum thema ? hab leider erst sehr spät eingeschaltet...


das bedrückende wird durch dein bild vermittelt

glg gee



B. Ellana, 25.09.2007 um 22:21 Uhr



»Jedem das Seine«. Mehr als 50 000 Menschen starben während des zweiten Weltkrieges in Buchenwald.


nein, das darf nie vergessen werden.....

zynisch und die pure verhöhnung der gefangenen war auch das »Arbeit macht frei« - dieser Spruch prangte über den Eingangstoren der Konzentrationslager Auschwitz, Dachau, Sachsenhausen und Flossenbürg.......

lg bella



Babs Sch, 25.09.2007 um 22:22 Uhr

Ein einzelner Neonazi ist schon einer zuviel....
Es liegt in unseren Händen, dass sich das was damals geschah sich niemals mehr wiederholt!
glG Babs



Kerstin Stolzenburg, 25.09.2007 um 22:27 Uhr

Renate, ich war mit meiner Tochter im letzten Jahr auch in Weimar und in Buchenwald (nachdem ich selbst als Schülerin mit 14 Jahren das Lager schon einmal besucht hatte). Es war neblig und kalt und man versuchte, sich eine vage Vorstellung von all den Grausamkeiten zu machen, die hier Realität waren.

Begegnungen mit dieser Thematik hinterlassen immer wieder einen tiefen Eindruck, besonders bei jungen Menschen.

Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang auch an ein Buch von Bruno Apitz, das ich in meiner Jugend gelesen habe und das im KZ Buchenwald spielte: "Nackt unter Wölfen". Es lohnt sich, das zu lesen.

Grüße. Kerstin



Sibon , 25.09.2007 um 22:29 Uhr

Hier gibt es einen Ausgang! Für viele war er nicht in Sicht. Ein Foto mit starker emotionaler Aussage!
Gruß Sigi



Renate Bonow, 25.09.2007 um 22:36 Uhr

@ gee eff: ja unser ehemaliger schülersprecher roman war sonntag im wdr. er ist ein toller, mutiger kerl.
@ irma und babs: ich finde es, gerade nach dem besuch in weimar und den erfahrungen in pulheim nicht mehr so einfach, eine antwort darauf zu finden, wie man eine wiederholung der geschichte verhindern kann. in weimar waren zufällig in der selben bildungsstätte, in der wir wohnten schülerInennen, die mit der aktion “schule ohne rassismus - schule mit courage" die dritte ausgabe der bundesweiten zeitung schrieben. was die schülerInnen aus ostdeutschen schulen da über die macht der rechtsextremen in einigen städten erzählte, raubte mir ehrlich gesagt etwas den atem.
da fehlen arbeitsplätze, da fehlen menschen, die mit streitbar diskutieren und grenzen aufzigen, da fehlen auch polizisten, die ein klares "nein" zeigen (anders als bei der terrorismusfahndung a la schäuble") das ist nur gruselig.
@ sigi: ja, ausgang war das nur für die ss. für die häftlinge war es nur der eingang. es sei denn, sie kamen nach auschwitz.
@ kerstin: das buch kann ich auch nur empfehlen.



Adrena Lin , 25.09.2007 um 22:59 Uhr

Literatur und Begegnungen mt den weigen Zeitzeugen sind sehr wichtig, aber ich denke, Besuche nach Buchenwald, Ravensbrück......sind besonders prägend, wichtig!
Ich finde es lobenswert, absolut vorbildlch für alle Lehrer, das Du solche Studienreisen machst !
Meine Tochter fährt diese Woche mit ihrer Religionslehrerin nach Ravensbrück, die Lehrerin hat lange für diesen einen Studientag bei der Schulleitung kämpfen müssen......
Klassenlehrer, Geschichtslehrer bevorzugen eine teure Happinessfahrt nach Barcelona.......das wird sofort genehmigt!
"Jedem das Seine "...wie viele Menschen sagen diesen Satz gedankenlos,unwissentlich.
Mir wird jedes Mal schlecht!
Danke, Renate.



ConKret , 25.09.2007 um 23:00 Uhr

Starke Dokumentation eines immer aktuell bleibenden Themas....und meiner Meinung nach egal ob Ost oder West....das Wichtigste für mich ist das Nicht Vergessen und Wachsam bleiben...!!!!
Insgesamt sehr emotional...vor allem wegen deiner Worte unter der Aufnahme
LG Conny



Theophanu , 25.09.2007 um 23:23 Uhr

ich bin 14, jedenfalls sehe ich es als obs gestern wär. hat stark eindruck gemacht und ein schauer durchfährt mich, wen ich's sehe. auch wenn ich selbst diktaturerahrungen gemacht habe, dieses da ist mit nichts zu vergleichen.
wir dürfen nicht aufhören, courage zu zeigen, nährboden für demagogie zu entziehen.
bin froh, dass es lehrerInnen wie dich gibt.
und zum bild: tonung könnte nicht besser passen.
lg uta



Pia Pohl, 25.09.2007 um 23:33 Uhr

uff, da waren wir letztes jahr ... mein großvater ist dort gewesen und nie zurück gekommen ....... ich wollte meinem sohn das nah bringen - wir konnten danach lange nicht sprechen ...... pia


Karl H , 25.09.2007 um 23:37 Uhr

Tolles Foto! Mit dem Text wirklich berührend! Es ist erschütternd, dass es noch immer Leute gibt, die dieser Ideologie etwas abgewinnen können .. :-(

lg Karl



Renate Bonow, 25.09.2007 um 23:38 Uhr

@kerstin: ich erinnere mich gerade an die abschlussrunde am abend nach dem besuch in meiner klasse. eine schülerin sagt… ich habe mir dort alle bilder in schwarz-weiß vorgestellt.



Josef H. Gerstenberg, 25.09.2007 um 23:38 Uhr

Ja, wichtig ist es, sich zu erinnern und diese grauenvolle Geschichte immer wieder vorzuzeigen.
lg Josef



Chrisu aus Wien, 25.09.2007 um 23:55 Uhr

Ich durfte eine Überlebende kennenlernen........
ich sehe es wie Renate, nur zu sagen, jede/r Neonazi ist eine/r zuviel, ist mir zu einfach, was will man denn mit ihnen machen.......?????????
Vielmehr fehlt es an der Auseinandersetzung mit ihnen, viele sind unwissend, frustriert, fehlgeleitet.
Ich bin für direkte Konfrontation mit diesem Teil der Geschichte, mit diesem unfassbar schrecklichen Teil.......denn die Gefahr ist groß, sehr groß.
Aber solange wir einfach zusehen, solange es uns selber allen in schon oft so einfachen und kleinen Dingen an Zivilcourage fehlt, solange wir alle in Wirklichkeit von Vorurteilen behaftet sind und uns weigern sie zuzugeben........solange wir alle einfach nur "betroffen" sind, aber der Betroffenheit keine Taten folgen lassen......
Zu lesen, dass eine Lehrerin kämpfen muss um mit ihren SchülerInnen nach Ravensbrück fahren zu können...
Zu wissen, dass es diese LehrerInnen aber gibt.......das tut gut......
Und ein "mach weiter" an Renate......denn Du zählst für mich zu den couragierten und handelnden Menschen.

Ich durfte eine Dame kennenlernen, eine Dame aus der Volksgruppe der Roma.....eine Überlebende.... zu ihrem Vortrag wollte ich eine Bekannte mitnehmen, eine Frau, die weltoffen und politisch interessiert und gebildet.......sie ging nicht mit, sie vergaß einfach, dass wir gemeinsam hinfahren wollten........ABER am Telefon sagte sie tags zuvor, als ich sie einlud....... "hm, und wo soll ich dann mit meinen Vorurteilen dieser Volksgruppe gegenüber hin....?" Sie gab ihre Vorurteile wenigstens zu, die meisten würden empört verneinen welche zu haben......

Hören wir also auf zu sagen, jede/r Neonazi ist eine/r zuviel,,,,,,, handeln wir lieber........!!!
LG, Chrisu



Andre Helbig, 26.09.2007 um 1:20 Uhr

Das Gitter, die Stimmung, die Aussage, da läuft einem schon ein kalter Schauer über den Rücken ..
Sehr gut sind solche Ausflüge mit Schulklassen, dem Nachwuchs fehlt noch viel mehr der Bezug zur Geschichte als meiner Generation, es muss deutlich gemacht werden, das dies alles gar nicht so lange her ist, und eine Gefahr immer noch besteht.

Noch imposanter als Buchenwald, wo ja auch schon viel entfernt wurde, ist Theresienstett. Das liegt in der Tchechai. Dort ist alles noch im alen Zustand. Man kann die Lager betreten, wo man die Menschen auf engsten Raum verkommen ließ, und glaubt fast sie noch riechen zu können ..

Gute und wichtige Docu!

Grüße



Frau Smilla, 26.09.2007 um 7:05 Uhr

Bedrückend....beklemmend.....traurig.....das kommt gut rüber bei deinem Bild!

LG
Smilla



Edgar B., 26.09.2007 um 7:36 Uhr

Zunehmender Nationalismus in Deutschland; wo mag es herkommen?
Zukunftsperspektiven für Viele gleich "NULL".
Das gibt den Rattenfängern die Möglichkeit einfache Geister um sich zu scharen, diese werden dann rekrutiert....Den Rest kennen wir.
Also:
Wehret den Anfängen.
Aufklären und drüber reden.
Gute Diskussion hier!!!
@gar



KnipsNix, 26.09.2007 um 7:38 Uhr

Wirkt immer noch bedrückend, Dein Bildaufbau unterstreicht das. Find ich gut.
Gruß Reiner



Gerhard Bonse, 26.09.2007 um 7:46 Uhr

Ein beinahe "schlichtes" Foto, das aber durch seine vermittelnde Stimmung sehr beeindruckt. Ich hatte das Glück, den Gitarristen Coco Schumann in Berlin vor 10 Jahren kennenzulernen. Er hatte als Musiker Ausschwitz überlebt und musste immer "La Paloma" als Begleitmusik spielen, wenn wieder Menschen zu den Verbrennungsanlagen getrieben wurden. Mehr möchte ich dazu nicht kommentieren
Ganz liebe Grüße Gerd



Bineta F, 26.09.2007 um 8:02 Uhr

Das Bild sowie diverse Kommentare gehen unter die Haut.
Ich bin keine deutsche und muss mal bemerken, dass ich es schon sehr bemerkenswert/großartig finde, dass dieses Thema offen besprochen und behandelt werden kann/wird.
In manch anderen Ländern, würde es zum Tabuthema mutieren und totgeschwiegen - aus Angst vor etwaige Folgen....



Andre Helbig, 26.09.2007 um 10:04 Uhr

@Bineta
Stimmt, mancherorts oder bei manchen Menschen wird es auch hierzulande totgeschwiegen. Dazu kommt, das viele Menschen, vor allem Arbeitslose ohne Perspektive, Symphatie für die Rechten hegen, nicht zuletzt weil sie glauben das uns Ausländer die Arbeitsplätze wegnehmen. Was natürlich Unsinn ist. Vor allem hier im Osten. Gerade darum sind Diskussionen sehr wichtig!

Trotzdem passiert es immer öfter, das Menschen welche öffentlich gegen Rechts vorgehen von den Rechten bedroht werden, auch Politiker!
Doch das darf uns nicht zum schweigen bringen, sonst ist es schnell wieder 1933 ..

Ich selbst stamme aus Oschatz, im selben Landkreis liegt Mügeln, das sich ja jetzt einiger Bekanntheit 'erfreuen' darf. Dort war ich sehr bekannt als 'Antinazi', und wurde auch bedroht. Einmal stand ein Nazi mit einer Zaunslatte vor mir, und meinte er wolle meinen Kopf polieren. Zum Glück war er besoffen, das ein Entkommen nicht schwer war. Sowas bringt mich nicht zum Schweigen - im Gegenteil!

In Jena war dieses Jahr zum dritten mal schon das 'Fest der Völker'. Viele Persönlichkeiten versuchen immer wieder das Nazitreffen zu verhindern, viele Gegendemonstranten zeigen, das sie die Nazis nicht in Jena haben wollen, und doch wird es nicht geschafft dies zu verbieten. Warum nur? Sind die Parolen nicht eindeutig verfassungsfeindlich?



Renate Bonow, 26.09.2007 um 10:25 Uhr

@andre: genau die Zustände, die du hier beschreibst, die wir im Moment vor allem im Osten feststellen, sind es, die ich bedrohlich finde. Aus meiner Sicht ist hier zu lange geschwiegen worden von den demokratischen parteien, den Erziehenden - und es wurde verharmlost und weggeschaut, als die rechtsextreme Szene des Westens nach 90 bgeann, dieses Gebiet mit massiven finanziellen und personellen Mitteln zu "erschließen". Mittlerweile sind die Positionen der NPD und der Kameradschaften, die sie um sich scharen aber schon längst in der sogenannten Mitte der der Gesallschaft angekommen. Die Haltung, dass Ausländer, Moslems, Juden, Schwule und andere Mindeheiten nicht so richtig nach Deutschland gehören und die "Volksgemeinschaft" stören ist sehr viel weiter verbreitet als das rechte Wählerpotential anzeigt.
Neben klaren Verboten und rechtsstaaltichen Grenzen, und vor allem Arbeitsplätzen brauchen wir aus meiner Sicht auch eine Diskussion und entsprechende Taten zur Integration der hier lebenden Migranten, die oft schon die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Ein weites Feld, auf dem sich die demokratischen Parteien nicht gerade mit Ruhm bekleckern.



Maren Arndt, 26.09.2007 um 10:31 Uhr

Das alles zu lesen, hat mich jetzt Zeit gekostet, aber es hat schon lange nicht mehr soviel Berührendes, soviel Wahres unter einem Bild gestanden, welches ich betrachtete.

Viele Grüße
MAren



Stephan Masché , 26.09.2007 um 13:04 Uhr

wirkt sehr bedrückend


Manfred Kampf , 27.09.2007 um 4:29 Uhr

das bild erinnert mich an einen besuch in bergen-belsen, der schon 30 jahre her ist. es war im winter mit einer ähnlichen wetter-situation und entsprechender stimmung. die damals gewonnenen eindrücke werde ich nie vergessen. zu buchenwald möchte ich auf das buch: roman eines schicksallosen von imre kertesz verweisen.

lg m



Nicole Wilke, 27.09.2007 um 20:30 Uhr

das hier ist fotografisch in Auseinandersetzung mit der Thematik eine für mich sehr starke Arbeit!
SEhr gut!

HG Nic.



Peter M Heinrichs, 27.09.2007 um 21:01 Uhr

Schön zu lesen, dass unsere Jugend mit solch einem Thema sensibel umgehen kann. Die Umsetzung in SW und die Novemberwetterstimung passen sehr gut zum Motiv.
lg
Peter



Suse Rebehn, 27.09.2007 um 21:02 Uhr

Maren spricht mir aus der Seele! Es grüßt Dich herzlich Suse.


DSK , 1.10.2007 um 15:35 Uhr

Sehr gute Aufnahme

LG DSK
___________________________________



Arnd U. B., 1.10.2007 um 21:54 Uhr

Das schwärzeste Kapitel....Wir sind als Oberschüler (heute heißt das Gymnasiasten) nach Weimar gefahren. Buchenwald stand auf dem Programm. LG Arnd


André Reinders , 13.04.2008 um 16:39 Uhr

Sehr bedrückend, aber gut!! Vergessen sollten wir das niemals!!!

VLG

André



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