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Milchstraße von Peter Baumung

Milchstraße


Von 

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24.04.2005 um 10:47 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
[Canon 300D, 22.4mm (KB), 11x30s, f2.8, ISO 800]

Aufgenommen im September 2004 in Südfrankreich: 11 Bilder (à 30s) von einem einfachen Stativ aufgenommen, die Erdrotation mit Hugin bzw. den Panotools rausgerechnet und in Gimp gestackt. Gut zu sehen ist M31 (links) und natürlich die Lichtverschmutzung :-( Ach ja, das Bild ist horizontal gespiegelt ;-)

Milchstraße II von Peter Baumung
Milchstraße II
Von
30.4.05, 17:33
11 Anmerkungen

Anmerkungen:

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Julie Jessenitschnig, 24.04.2005 um 13:16 Uhr

sonne, mond und Sterne - richtig zum Träumen.
Ich könnt das Bild Stundenlang ansehen.
grüße Julie



Thomas Koziel, 25.04.2005 um 2:05 Uhr

Was heißt "Erddrehung rausgerechnet"? Werden da Strichspuren wieder zu Punkten??
Da unten ist so ein toller Himmel - will auch mal wieder nach Südfrankreich!
LG, Thomas



Antje Arnold, 25.04.2005 um 13:01 Uhr

ich beneide jeden ( obwohl mir das sonst fremd ist ;.) ) der SO grandiose aufnahmen machen kann !
mfG Antje



Peter Baumung, 25.04.2005 um 19:27 Uhr

@julie: ja, genauso ging es mir beim anblick des himmels da unten auch... aber weil ich ihn nicht ewig anschauen konnte, habe ich das bild gemacht und mit heim genommen :-)

@thomas: nein, nicht ganz. der "trick" besteht darin, dass eine belichtung so kurz ist, dass sterne noch nicht zu "strichen" verzogen werden. bei der brennweite von 22mm sind z.b. 30s kurz genug. weil ein einziges bild aber zu dunkel ist, müssen mehrere gemacht und aufaddiert werden. wegen der erdrotation passen die aufnahmen aber zunächst nicht übereinander, so dass sie erst verzerrt (bzw. die effekte der erdrotation rausgerechnet) werden müssen.

@antje: ein größeres kompliment kann ich mir kaum vorstellen! vielen dank dafür! :-)



Olaf Adler, 26.04.2005 um 7:50 Uhr

Hallo Peter,

wunderschöne Aufnahme, zum schwelgen schön.

Grüße

Olaf



Christoph Ermel, 27.04.2005 um 18:11 Uhr

Bitte mich auch mal für´s Tutorial vormerken, mich würde interessieren, wie das mit dem Stacken funktioniert.

Wenn also mal Zeit ist...
Schönen Dank schonmal!
Christoph



Peter Baumung, 27.04.2005 um 22:26 Uhr

weil es offensichtlich doch einige interessiert, poste ich mal eine etwas genauere anleitung, wie ich zu diesem bild gekommen bin :-) im wesentlichen sind es drei schritte:

1. die einzelbilder aufnehmen. wie gesagt: dazu reicht ein normales stativ (also ganz ohne nachführung). voraussetzung für die aufnahmen ist dann allerdings, dass die belichtungszeit relativ kurz gehalten wird, weil sonst die sterne schon anfangen, bahnen zu ziehen. welche belichtungszeit gewählt werden darf, hängt natürlich von der eingestellten brennweite ab! je länger die brennweite, desto eher ziehen die sterne bahnen. d.h. bei langer brennweite nur kurz belichten. für mein obiges bild habe ich das sigma 14mm f2.8 EX an meiner eos 300d verwendet, also bei umgerechnet 22.4mm im kleinbildformat. belichtungszeit war bei mir auf 30s gestellt und hat sehr gut funktioniert. nach norden (richtung polarstern) fotografieren bringt natürlich auch noch eine verbesserung. über blendenwert und ISO-einstellung kann man streiten. tatsache ist, dass man es sich (meiner meinung nach) bei der kurzen belichtungszeit nicht erlauben kann, die blende zu schließen, um die abbildungsleistung des objektivs zu verbessern. blende bei mir also 2.8. bei ISO400 war das bild immer noch recht dunkel... höher also ISO800 wollte ich dann aber doch nicht gehen. hat so schon genug gerauscht :-( von diesen bildern schießt man dann ca. ein dutzend stück. warum überhaupt mehrere bilder schießen? bei 30s belichtungszeit ist eine einzelne aufnahme immer noch viel zu dunkel, so dass die helligkeit hinterher in einem bildbearbeitungsprogramm deutlich hochzogen werden muss. damit verstärkt man allerdings auch das rauschen der kamera auf ein nicht mehr akzeptables maß. schießt man jedoch mehrere bilder, kann man durch mittelung der farbwerte das rauschen beträchtlich reduzieren! und wieviel bilder sollte man dann schießen? im prinzip: je mehr, desto besser... spätestens beim 12. bild (ist dann auch schon eine belichtungszeit von 6 minuten) merkt man beim mitteln aber kaum noch einen unterschied, insofern kann man sich die arbeit dann sparen. das mitteln der bilder ist aber erst der 3. schritt. davor ist noch etwas anderes notwendig:

2. die einzelbilder entzerren (aka. "die erdrotation rausrechnen", vermutlich der arbeitsschritt mit dem größten aufwand). während die belichtungszeit von 30s kurz genug ist, damit die sterne innerhalb von einer aufnahme keine bahnen ziehen, hat sich spätestens nach der zweiten aufnahme die erde so sehr weitergedreht, dass die aufnahmen nicht mehr übereinander passen und also auch nicht gemittelt werden können. um das wieder hinzubiegen, habe ich mich meiner lieblings panorama-software bedient: hugin (http://hugin.sourceforge.net/)
und den panotools (sind auf der hugin-seite verlinkt). wenn ich schon mal dabei bin, hier noch eine kurze einführung in die panorama-erstellung ;-) panorama-bilder wie z.b.
entstehen, indem mehrere aufnahmen gemacht und links bzw. rechts aneinander geklebt werden. in 99% der fälle passen die bilder jedoch nicht richtig aneinander, weil objektive bilder zum rand hin nunmal verzerren. damit die panorama-software die bilder aneinander kleben kann, müssen diese also zunächst entzerrt werden. und um das tun zu können, müssen sich die einzelnen teilbilder überlappen. innerhalb dieser überlappungen sucht die software nach gleichen merkmalen: merkmale, die also in zwei bildern enthalten sind. richtig entzerrt (und "aneinander klebbar") sind die bilder dann, wenn die merkmale aus dem einen bild genau auf die merkmale des anderen bild fallen. genau diese funktion habe ich zur entzerrung meines nachthimmels verwendet. bei meinen aufnahmen überlappen sich die einzelnen aufnahmen jedoch zu 95% oder mehr, entgegen den 20-30% bei normalen panoramen. wie bei jedem von mir gebastelten panorama habe ich die merkmale (die während der entzerrung übereinandergebracht werden sollen) von hand rausgesucht und in diesem fall natürlich gut sichtbare sterne gewählt. ca. 6 sterne pro bild, die ziemlich gleichmäßig über das bild verstreut sind. vor der entzerrung muss man der software natürlich sagen, dass sie daraus kein fertiges panorama bauen, sondern die einzelbilder lediglich entzerren und wieder abspeichern soll. als software habe ich wie gesagt hugin verwendet. mit anderer panorama-software habe ich keine erfahrung (hugin brachte entgegen dem aktuellen c't-test bei mir immer erstklassige ergebnisse) und kann deswegen auch nicht viel dazu sagen.

3. das mitteln (bzw. "stacken") der einzelbilder. nachdem die bilder nun 1a übereinander passen (bei mir war der pixelfehler erstaunlicherweise < 0.3 pixel) lädt man sie in einem x-beliebigen bildbearbeitungsprogramm, das ebenen unterstützt... wie etwa gimp oder photoshop. jedes einzelbild in eine eigene ebene (frisst viel speicher!). gemittelt werden die bilder nun, indem die transparenz der ebenen modifiziert wird. gimp (ps vermutlich auch) hat dafür im ebenendialog einen entsprechenden schieberegler "opacity". das einstellen ist ganz einfach: die unterste ebene auf 100% (0% durchsichtig), die ebene drüber auf 50% (50% durchsichtig), die darüber auf 33.3% (66.6% durchsichtig), ... oder allgemein: die n-te ebene von unten auf (100.0 / n) ;-) wenn man soweit ist, kann man sich daran machen, die helligkeit der einzelnen ebenen mit einer entsprechenden gradationskurve zu erhöhen. dabei kann man ruhig relativ agressive werte nehmen. meine kurve hatte z.b. die stützstellen (0, 0), (40, 35), (100, 220) und (255, 255). so verrauscht eine einzelne ebene dadurch auch wird: beim mitteln wird das stark reduziert. hinterher kann man natürlich auch noch fleissig nachbearbeiten: de-noise, schärfen, ...

im prinzip wär's das :-) es klingt nach viel arbeit. ist es auch. und es macht unheimlichen spaß! dass aber alles viel weniger kompliziert ist, als man auf anhieb denken mag, sieht man an meinem bild: war mein zweiter versuch, ein solches bild zu erstellen. dabei ist der erste keineswegs missglückt: der bestand aber lediglich aus 4 bildern bei ISO400... und das war dann doch etwas knapp!

so, mal schaun, ob die FC so ein monster-posting zulässt... ich wünsche jedenfalls viel spaß, geduld und erfolg beim tüfteln! und für fragen bin ich natürlich immer zu haben! :-)

grüßle,
peter

ps: profis verwenden dafür viel ausgeklügeltere software, die z.b. schritt 2 und 3 in einem programm vereint: iris (http://www.astrosurf.org/buil/us/iris/iris.htm)
. bin allerdings selbst noch nicht dazu gekommen, das mal auszuprobieren.



Christoph Ermel, 27.04.2005 um 22:45 Uhr

*Rauskopier und abheft*
Klasse, vielen Dank für die ausführliche Erläuterung!

Christoph



Viktor Hazilov, 28.04.2005 um 14:55 Uhr

sehr schönes bild


Stefan Zimmermann, 29.04.2005 um 20:36 Uhr

Klasse Anleitung!!!!

Das wäre doch auch etwas für dem Info Bereich der FC.
Das man 30 Selunde pro Bild belichten kann hätte ich nicht gedacht.

Was wäre wenn man das gleiche mit Iso100 durchführt dafür aber 120 Fotos benutzt? Müsste glaube auch gehen. Mit einem Timer Auslöser würde das automatisch funktionieren.

Schade das mir kein Ort bekannt ist wo das gut gehen würde. (Lichtverschmutzung)

Grüße
Stefan



Peter Baumung, 29.04.2005 um 20:51 Uhr

@stefan: danke! hat auch etwas gedauert, das zu schreiben :-)

im prinzip hätte ich glaub sogar noch etwas länger belichten können, da die sterne wirklich nur minimale bahnen gezogen haben. nur hatte ich mir damals noch nicht meinen kabel-auslöser gelötet, so dass ich nur 30s belichten konnte.

und 120 bilder bei iso100? weiss nicht, ob das etwas bringen würde... da wären 30s glaub _definitiv_ zu kurz. selbst bei den 12bit-RAWs würde da vermutlich nur so wenig information eingefangen werden, dass die schwachen kontraste der milchstraße nicht mehr aufgelöst werden und details dann einfach verschwinden würden. iso100 macht wohl erst bei 4 oder 5 minuten sinn, aber dann logischerweise mit nachführung. wird zeit, dass ich das teleskop aus dem keller hole!! :-)

oh, und zur lichtverschmutzung: von hier aus muss man wohl doch ein ganzes stück fahren... siehe
http://www.schmid-koenig.de/astro/misc/LichtverschmutzungDtld.jpg


gruß,
peter



Stefan Zimmermann, 29.04.2005 um 21:20 Uhr

Oh je da gibt es ja nicht sehr viel wo man Sterne fotografieren könnte.

Das stimmt mit der Auflösung von schwachen Licht. Hääte ich auch drauf kommen können.

Au Ja bitte das Teleskop rausholen. Ich komme Dich besuchen und bring Chip´s und Getränke mit :-)
Mich interessiert das Thema schon lange. Nur aber wegen ein paar Fotos im Jahr so eine große Ausrüstung dazu zu kaufen lohnt sich bei mir nicht.
Aber reizen würde mich es schon.

Danke nochmals fürs erklären.
Stefan



Heiko Williams, 8.06.2005 um 0:06 Uhr

Geniales Bild und ebensolche Beschreibung! Das klingt aber wirklich nach Arbeit. Ich überlege seit langem, ob ich mir bei Gelegenheit ein Meade ETX-125AT 5.0"/125mm Maksutov-Cassegrain Telescope (inkl. Nachführung) kaufen soll. Hatte früher schon einmal ein einfaches Teleskop, womit man aber nur den Mond und einige Planeten ansehen konnte..
Gruß Heiko



Peter Baumung, 8.06.2005 um 21:40 Uhr

@heiko: ja, das war auch arbeit... arbeit, die aber spass macht ;-) und wenn man ein teleskop zum fotografieren verwenden will, ist eine nachführung pflicht. die technik, wie ich sie bei obigem bild betrieben habe, ist nur bei weitwinkelaufnahmen sinnvoll.. :-(

peter



Karsten Schöck, 1.09.2005 um 22:37 Uhr

Mensch!
so ein tolles Bild und das einfach nur mit ner normalen SLR ohne groß Zubehör! Tja das Universum fasziniert immer wieder.
Vielen Dank für die Anleitung, ich werde es vll auch mal versuchen. Mal sehen ob es hier im Gäu dazu dunkel genug ist (hellrot bis gelb ...) ;)

Gruß, Karsten



Roger Anderegg, 18.10.2005 um 0:40 Uhr

Und dieses Foto mit der Milchstrasse, ist eben so faszinierent.

Gruss Roger



Tomi Vogt, 20.10.2005 um 13:00 Uhr

Erst heute deine Anleitung gelesen....
Toll ! Danke !!
Das werde ich wohl bei Gelegenheit mal ausprobieren.
Der Motivarme Winter kommt gerade..... ;-)



Bertram Landua, 25.11.2005 um 20:37 Uhr

Super!! Ein ganz neues Terrain für mich.
Ganz toll, daß Du hier auch die Vorgehensweise so gut beschrieben hast!
Tolle Arbeit und vielen Dank.

LG Bertram



Laney5569, 14.11.2009 um 1:02 Uhr

wow dein tutorial ist echt der wahnsinn!
das ermöglicht einen ja ganz neue dimensionen!
vielen dank dafür.

eine frage noch:
wenn ich die ebenen überlagere, ist der ebenenmodus immer auf "normal" gestellt?
hab mal ein foto bei bewölktem himmel gemacht,kanns leider noch nicht in der fotocommunity hochladen.

http://www.flickr.com/photos/hansel5569/4101912754/sizes/o/


gruß



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