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Maxhütte
Auf Initiative des ehem. Walzwerkdirektors Dipl.Oberingeneur Rätsch und meiner Wenigkeit entsand 1993 an der Zufahrtsstraße zur Hauptverwaltung der MH dieses Denkmal!
Es zeigt, etwas stilisiert, ein Walzgerüst mit einem Satz eingebauter UIC 60 Schienenwalzen. Das Stück Schiene soll den letzten Fertigungsschritt symbolisieren, den letzten Stich auf dem Fertiggerüst der 850er Schwereisenstrasse im A-Kaliber. Auf dieser Walze wurde die Schiene dreimal reversiert und auf Abgangsformat gewalzt. Die letzten beiden Stiche befanden sich je zweimal auf der Walze und wurden bei Hälfte der Walzung gewechselt.
Vor dem Denkmal haben wir eine Inschrift auf einer gegossenen Platte anbringen lassen mit der Innschrift:
"Maximillianshütte, gegr. 1853 in Haidhof unter König Maximillian II. zur Schienenerzeugung für die verkehrstechnische Eisenbahnerschließung des bayerischen Raumes. Seit 1893 Schienenerzeugung in Sulzbach-Rosenberg"
Die Tafel steht auf einer UIC 60 Schiene, montiert auf einer Rippenplatte RP60, gehalten von SKL 6 Montierungen. Die Schiene wurde im Jubiläumsjahr 1993 gewalzt, was man auf ihr auch lesen kann.
Dieses Denkmal erinnert an die glorreichen Zeiten unserer Hütte und an über 100 Jahre Schienenerzeugung und an fast 150 Jahre Wachstum und Wohlstand für unsere Stadt und die Region.
Mit dem Untergang der Maxhütte haben wir ein Stück unserer Identität verloren und es wurde still im Ortsteil Rosenberg und dunkel.......!
Tolle Dokumentation. Hatte zuvor noch nie Gelegenheit, mir die Produktion von Schienen anzusehen. Jetzt kann ich es mir jedoch schon besser vorstellen. Vielen Dank fürs Foto und die Beschreibung.
LG Peter
Interessante Info!
Solche Denkmale sehe ich immer mit gemischten Gefühlen:
einerseits ist es gut und wichtig, auf diesen Teil der Geschichte hinzuweisen und den Menschen zu verdeutlichen, daß die als selbverständlich betrachteten technischen Möglichkeiten nicht vom Himmel fallen, sondern mit großem Engagement und Können hergestellt werden müssen.
Andererseits besteht immer die Gefahr, daß Denkmale dieser Art las hinreichender Ersatz für Original-Bausubstanz herhalten müssen.
Ich denke dabei an die ich-weiß-nicht-wie-vielen Grubenloren und Seilscheibenfragmente, die als letzte Zeugen des Bergbaus überall zu finden sind. (Wobei ich es bei den Grubenloren immer als besonders scheußlich empfinde, wenn diese dann auch noch hübsch bunt mit Plühmchen bepflanzt sind.)
Gruß Harald
schließe mich da harald an...finde aber die infos sehr interessant. lg angelika
Karl Königsberg, 7.12.2003 um 14:13 Uhr
...in Bochum hatten wir in den 70er einen üblen Fall zu lösen: Da hatte sich ein Arbeiter in die Walze gestürzt. War es ein Unfall? War es Mord? Wir konnten den Fall nie aufklären.
@Alle: Was die von Harald angesprochenen Denkmäler angeht hat er vollkommen recht! Auch ich habe mit abgesägten Seilscheiben und Grubenloren als Blumenkasten meine Probleme und halte es für falsch sie als Alibi für verfehlte Industriepolitik einzusetzen.
Allerdings, bei dem obigen handelt es sich im eigentlichem Sinne nicht um ein Denkmal, sondern um Jubiläumsbauwerk! Es wurde in den noch guten Produktionszeiten der MH geplant und errichtet, kein Mensch dachte damals an zusperren! Es sollte eigentlich nur an die vergangenen 100 Jahre der Schienenproduktion erinnern und den Beginn der nächsten 100 Jahre symbolisieren! Damals befand sich die Schienproduktion auf einen Höhepunkt und es wurden damals die ersten erfolgreichen Walzungen mit amerikanischen und kanadischen Profilen durchgeführt. Es war so was wie eine neue Aufbruchstimmung in der Hütte zu spüren und es wurden damals sogar über 50 neue Kollegen eingestellt! Das es dann fast 10 Jahre danach zu diesem traurigen Ende kam ahnten wir damals noch nicht.
Heute hat dieses Monument selbstverständlich und ungewollt diesen von Euch angesprochenen Stellenwert für den es nie gedacht war. Wir wollten damit unsren Stolz und unsere Freude über 100 Jahre erfolgreiche Produktion ausdrücken, ein Grabmahl sollte es nie werden. Als solches würde ich es allerdings auch ablehnen!
mich hat mein Dad damals auch zur Einweihung des Denkmals geschleppt. Heute bin ich ihm dankbar dafür. Schade dass die alte hütte immer kleiner wird! und was ist aus dem Monte Schlacko geworden? Langsam aber sicher erkenne ich meine Heimat nicht mehr :(