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...und man sprang dann auch schon mal aus dem fenster - was sollte man auch sonst tun? in gedanken, natürlich. es war nunmal so, dass man keinen weg sah, wie man sich retten konnte, wie man aus dem heute kein gestern macht, welches man vergessen mag. nach einiger zeit. am besten kurzer. hey, das ist nur leben. liebenswert. und dann wagt man sich auf die straße und sieht glückliche menschen, jene: die es behaupten. sie tragen ihre neue tasche, ihr neues haus, das neue auto spazieren, stolze brust voraus - und warten darauf, dass man ihnen anerkennend zunickt, sie unterwürfig grüßt, ihre meisterschaft des anhäufens (an)erkennt. heute sah ich ein mädchen, . auf gemeinsam-bewusste weise einsam. im vorbeilaufen trat sie gegen einen stein, ihre augen voller zorn auf etwas gerichtet, verzweiflungsfokus, um nicht berührt zu werden von den dingen, die um sie geschehen. ihre arme: gewaltsam schlenkernd, abwehrbewegungen gegen eine welt, die ihr zeigen könnte, dass der stein teil ihrer selbst ist. sie sich trat. und jeden mit ihr.
und dann mag man schon wieder woanders sein, wegschauen. kann es aber nicht, schaut deshalb genauer hin, um sich in details zu verlieren, welche die ruhe bieten, die das große verliert, wenn man es mit den fingern betastet. man setzt sich auf die treppe vor dem rathaus, warum auch immer. sieht die leute vorbei streifen auf ihrer vendetta gegen das gute, das schöne. grimmige gesichter, verbissen kehren sie die blätter des alltags vor sich her, die herbstlich ihre bahn belagern, anstatt mit den füßen darin zu wühlen, sich über die farben zu freuen, niederzuknien und ein paar der blätter genauer zu betrachten. "nehmt sie in die hand", man will rufen, befehlen. will die farbfacetten aufzeigen, die struktur, feine äderchen, welche alles durchziehen, vernetzen. man will, man kann nicht. hat den mut verloren. und sitzt weiter da, sieht sie ihre bahnen ziehen, sieht trampelpfade sich bilden, blätterklippen umschifft. hält sich am geländer fest und fragt nur noch leise: "seht ihr denn nicht...?"
dein leises fragen...... dein appellieren......dein aufzeigen und Finger drauflegen......dein im Kreis gehen und fragen....... dein sehen der Wut und der Traurigkeit und des Stolzes.......
und dein kleines Pflänzchen........
wer Augen ha.t ........ der sehe...
wer Ohren hat .......... der höre...
Wie schön... Erinnerungen an den Sommer, der ja noch gar nicht sooo lange her ist. Das i-Tüpfelchen an diesem Bild sind für mich die Blütenblätter, die vom Licht durchschienen werden, und noch nicht einmal das Gebäude im Hintergrund kann dem verträumten Eindruck etwas anhaben - im Gegenteil, dadurch befindet man sich auf einem kleinen Flecken Grün in der Stadt statt auf einer großen Wiese im Wald.
Jetzt erst hab ich den Text gelesen, war heute Mittag ganz mit dem Bild beschäftigt und zufrieden gewesen. Un djetzt sitze ich hier und frage mich, ob du damit nicht auch all denen aus der Seele sprichst, die du als so fremd beschreibst... die nur nicht aussprechen oder zeigen, daß sie genauso empfinden. Danke, daß du dir die Zeit genommen hast, diese Gedanken aufzuschreiben und mitzuteilen.
Und beim Lesen fiel mir auf einmal wieder ein, dass ich mit größter Freude jedes Jahr beobachten kann, wie Menschen jeden Alters an einer bestimmten Stelle meiner Stadt selbstvergessen oder wissend lächelnd durch die HundertmeterBlätterAnsammlung rascheln, so wie ich auch... Und das tun wir seit zig Jahren immer wieder.
Ein kleines Lächeln für dich und den guten Text. Und ein Jawohl! fürs Bild, das die Verletzlichkeit gleichnishaft einprägsam zeigt.
LG
Hi Ernst!
Erst dachte ich - *zuviel Text*
Aber ich las ihn - weil ich verweilen will - hier - Ruhe mir antu.
Dein Text - sehr berührend und einfach nur zustimmend habe ich mich darin verloren.
Das Foto - so sensibel schön!
Danke!
Danke dafür - dass ich sie fand - die Ruhe - hier bei Dir - Deinem Bild und Deinem Text!
Lieben Gruß.....Elke