Foto aus dem Akt-ChannelTeilnahme am ForumFotos verkaufenMehr Foto-Ordner anlegen?Mehr Fotos speichern?Am Galerie-Voting teilnehmenProfilbesucher anzeigenMehr Fotos veröffentlichen?Zugang in allen Sprachversionen?WerbefreiheitBezahlende User können schon ab 4 € im Monat alle Funktionen der fotocommunity nutzen.
Dank an meine spanisch sprechenden Freunde hier, die mir beim Titel unter die Arme gegriffen haben ... ;-)
Wenn man als Europäer von Indianern hört, fällt einem zunächst - dem Adventsprogramm des ZDF sei Dank - der olle Pierre Briece ein ... Winnetou, der erhaben durch ehemalig-jugoslawische Landschaft gallopiert ...
Vielleicht auch - und das verdanken wir nicht zuletzt den Samstagabend-Kamellen der ARD - furchterregende Gestalten, die nichts besseres zu tun haben, als sittsam gekleideten weißen Frauen hinterherzustellen und deren männliche Beschützer möglichst um ihre Haarpracht zu bringen.
Uns älteren Menschen ist der Indianer ein räuberischer Bösewicht.
Die jüngeren unter uns - oder auch die junggebliebenen - kennen seit dem Schuh des Mannitou die weiche Seite des Indianers, der sich und sein Pferd Jaqueline wortreich durch diverse Abenteuer tuckt.
Wie habe ich denn nun die Realität erfahren?
Die Wahrheit liegt, wie bei allem, in der Mitte ... ;-)
Die Tarahumara sind ein stilles, herzliches Volk. Ich habe nicht ein lautes Wort von ihnen gehört und keine hektischen oder nur ansatzweise "aggressive" Bewegung feststellen können. Ihr ganzes Sein scheint weich und fliessend, in steter Harmonie mit der Natur, in der sie leben.
Es sind die kleinen Gesten, die mir in der Erinnerung haften geblieben sind. So ist ihr Händedruck wie der Schalg eines Schmetterlingsflügels in Deiner Hand. Ohne Druck werden die Handflächen aneinandergelegt. Dabei sieht man sich nicht einmal immer in die Augen. Vielleicht für einen Europäer "unhöflich", hier allerdings Sitte und Brauch, den Du gerne nach wenigen Tagen annimmst. Du fühlst Dich - weit weg von den ständig durch kräftigen Händedruck Persönlichkeit beteuernden Menschen - aufgenommen in die Ausgeglichenheit dieses Ortes und stellst nach kurzer Überlegung fest: Diese zarte Geste passt hier allemal besser in den Moment als jede Begrüßung, die Du aus Deinem Umfeld kennst.
In ähnlicher Harmonie und stille läuft die Erziehung der Kinder ab. Kein harsches Wort, kein böser Blick. Es sind wohl ganz normale Kinder, aber dennoch scheint das Band der Familie auch ohne "dominante Erziehung" fest geschlungen zu sein. Ich sah Kinder, die ihre Geschwister im Babyalter einen ganzen Tag lang in eine Decke gewickelt mit sich herumgetragen haben, während ihre Mütter wohl Maisfladen zubereitet und die Väter mit dem deutschen Besucher Kaffee getrunken und in die Ferne der sieben Bergketten geschaut haben.
Romayne Wheeler erzählt mir über die Erziehungsmethoden der Raramuri (Tarahumara):
Sie würden ihre Kinder nie schimpfen, geschweige denn schlagen. Wenn sich ein Kind falsch verhält, weisen sie es leise zurecht. Sollte das Kind sich auch weiterhin daneben benehmen, so beachten sie es nicht weiter, bis sich das Kind durch Wort oder Tat bei ihnen entschuldigt.
Mir bleibt zunächst der Mund ein wenig offen stehen, aber als ich mir das Verhalten der Kinder genauer ansehe, so scheint diese Erziehungsmethode zu funktionieren ... Ich möchte jetzt keine Diskussion über "Kindesmissachtung" beginnen, stelle wie gesagt nur fest: es scheint zu funktionieren ... so mir die Eindrücke einer Woche erlauben das zu sagen.
Überhaupt überlassen sie ihren Kindern schon sehr früh einen gewaltigen Entscheidungsfreiraum. So zum Beispiel in der Frage der Schulbildung.
Zwei Beispiele:
Ein dreijähriges (!) Mädchen erklärt seinen Eltern, dass es mit den anderen Kindern zur Schule möchte. Das bedeutet hier, dass das Kind am Sonntag einen mehrstündigen Fußmarsch hinter sich zu bringen hat, bis zum Freitag in einer Art "Internat" in einem der Täler verbringt und erst Freitags den Weg zurück zu den Eltern geht.
Die Eltern haben das Kind zur Schule gehen lassen.
Ein anderes Mädchen hat sich vor einigen Jahren die Schule angesehen und entschieden: Ich möchte dafür nicht von meinen Eltern weg. Heute ist sie 11 Jahre alt und wird in ihrem Leben vermutlich keine Schule mehr sehen.
In diesem Teil unserer Erde allerdings ist das wie ich meine nicht schlimm. Die Menschen leben in ihrer eigenen Welt und werden diese mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht verlassen.
Was muss man da lesen oder schreiben können? Religion, Sitten, Bräuche, Handwerk und Geschichte wird von Generation zu Generation mündlich übertragen ...
Das Leben nimmt seinen Lauf ... und da oben, ganz weit weg von jedem Krieg, Neid und Hass überdenkt man die Dinge, die man selbst bisher für wichtig gehalten hat unter ganz anderen Gesichtspunkten ...
Und der Indianer ist nicht hart, böswillig oder tuckig, sondern ein purer Mensch ...
Klasse, ich bin hin und weg!!!Erst das Foto, so richtig zum mitlächeln, bunt, lebendig.....worüber freut er sich denn eigentlich, was beobachtet er?Dann dein Text, den finde ich sehr interessant. Eine andere Welt.
LG Bärbel
Auge des Falken, 30.03.2004 um 9:34 Uhr
schreibtst du eigentlich ein buch? falls nicht, solltest du es unbedingt tun. hammer.
das Große liegt im Leisen, Kleinen.........vielleicht versteht man ja irgendwann, dass Bilder nur dann wahre Bilder sind, wenn der "Erzeuger" auch weiß wen oder was er abbildet.... sich dem hingibt was er tut....deswegen gibt es Unterschiede zwischen Deinen und anderen Bildern und das ist auch gut so.. und Du hast eine Gabe, eine Gabe zu sehen.......
Deine Beschreibung der Tarahumara zeigt wiedermal wie tief Du Dich in die Materie hineinbegibst egal was Du fotografierst und dieses sich Auseinandersetzten mit seinem Motiv unterscheidet Dich sehr positiv von den meisten hier - ich bewundere das - klar, dies ist Deine Art zu fotografieren und zu erzählen. Wenn ich das Bild so sehe, muss ich unwillkürlich auch Lächeln.. es steckt an.
wundervoll.
greets
jOe
Herrlich. Vielen Dank ... auch für Deine ausführlichen Beschreibungen. :-)
Ja, vielleicht solltest Du Dich mal an einem Buch versuchen.
Du hast eine gute Schreibe, es liest sich sehr angenehm und wird durch Deine Bilder ergänzt.
Liebe Grüße, Detlef
Voting Center, 1.04.2004 um 11:04 Uhr
Dieses Foto wurde für die Galerie vorgeschlagen, aber leider mit 107 pro und 186 contra Stimmen abgelehnt. Vielleicht klappt es das nächste Mal ;-)
Hier ist die reine, unverfälschte Fröhlichkeit festgehalten worden. Alles im Bild unterstreicht auch die Aussage: Gestik und Haltung der mit dem Fokus selektierten Hauptperson, Aufbau, auch mit lachenden Menschen in HG, Farben, Lichtführung. Das Bild hat mich mit seiner Natürlichkeit gleich angesprochen, und ich hoffe nicht nur mich. Danke fürs ehrliche Voting.
Eine kurzrundreise ließ mich ein wenig die mayas kennenlernen, diese Beschreibung hier macht wieder appetit.
Pro für die erläuterungen aber auch für das bild allein.
Ein gelungenes Menschenbild, welches viel Emotionen ausstrahlt, deshalb schon Pro.
Aber nach dem Lesen des Textes, der IMHO ja nicht unbedingt ins Voting einflissen sollte, finde ich, dass das Bild wundervoll diese Ruhe und Freundlichkeit des Volkes zum Ausdruck bringt, richtig gut gelungen!
schade, das...
für mich gerät langsam aber sicher die Galerie in die Rubrik "Pure Zeitverschwendung". Wenn ich Tiere sehen will, gehe ich mit den Kindern in den Zoo & hab' auch noch Spaß dabei, wenn ich gute Bilder sehen will, klicke ich auf den Button mit den zwei Männlein drauf...
:-) ... hey ... was soll's ... die aufregung lohnt nicht, kinder!
ich danke fernando für den vorschlag und allen votern, die sich mit dem bild beschäftigt haben. gründe sind irrelevant ... wichtig ist eher, dass der ein oder andere vielleicht ein wenig der information mitgenommen hat ... :-))
ärgern ist nicht der richtige Ausdruck... eher Unverständnis... aber hey, mach' doch mal n' Libellenmakro - oder n' Foto von Cornelia und hau' ordentlich Neat rein... oder.... ach, der Möglichkeiten gibt es viele um den Massengeschmack zu bedienen :)
rike (!) ... dann lass dich nicht "unvertständnissen" ... hahaha
ich glaube, ich bekomme doch noch eins aus der serie rein ... hihi ... das könnte den von dir erwähnten massengeschmack befriedigen ... allerdings, wenn ich es so recht überlege ist auf dem ein kopf angeschnitten und ein anderer sogar abgeschnitten ... hm ... wird wahrscheinlich wieder nichts ... hahahaha
Fernando O.M., 1.04.2004 um 11:04 Uhr
Hier ist die reine, unverfälschte Fröhlichkeit festgehalten worden. Alles im Bild unterstreicht auch die Aussage: Gestik und Haltung der mit dem Fokus selektierten Hauptperson, Aufbau, auch mit lachenden Menschen in HG, Farben, Lichtführung. Das Bild hat mich mit seiner Natürlichkeit gleich angesprochen, und ich hoffe nicht nur mich. Danke fürs ehrliche Voting.