Dies ist eine Bezahl-Funktion
Premium-Nutzer knnen schon ab 4 € im Monat alle Funktionen der fotocommunity nutzen.
  • In allen Foren lesen und schreiben
  • Aktbilder hochladen und anschauen
  • Am Galerie-Voting teilnehmen
  • Bis zu 30 Fotos pro Woche hochladen
> Jetzt Premium-Mitglied werden
 

BATTERIE-RAUM in Schwanheide von werner weis

BATTERIE-RAUM in Schwanheide


Von 

Neue QuickMessage schreiben
4.08.2009 um 13:54 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures  by the senders.
VORBEMERKUNG:

Inzwischen habe ich bemerkt, dass dies für manche ein brisantes Thema ist - für mich auch. Ich habe mich bemüht, nur
- tatsächlich Geschehenes
- humorvoll,
- auch pointiert und immer
- liebevoll und
- freundlich zu formulieren
- ich möchte zunächst an meinem Text hier nichts verändern
- höre mir aber eventuelle Kritik
- (auch vielleicht an anderen Anmerkungen hier)
- ohne Bedingungen verbindlich und ergebnisoffen an.



=========================================================

Ginger White: SCHWANHEIDE

1969, als ich Nachtschichten schob, OK, nur als Schüler und Student, nicht ein Leben lang, doch über Wochen immer wieder, da war ich auch mal am
Hühnerposten (dort ist jetzt die Zentralbibliothek) und wir packten Pakete um - aus Wagen in Säcke, auf Rutschen, in Säcke, auf Wagen...
mein erster Tag verwunderte mich, es war alles so voller Leichtigkeit und bester Laune hier - ich verglich es wohl fälschlicherweise mit der mich oft überfordernden Schule und es verwunderte mich, dass es plötzlich hieß: Frühstückspause! - Und da gab es Wiener Würstchen für Pfennige, und heiß und mit Senf und Brötchen - und dazu bestellten manche Alteingesessene "Rüber mit den Titten!" und das waren noch die echt-dreieckigen Tetrapacks eiskalte Vollmilch -
dann weiter gearbeitet bis zur Mittags-Pause - die Nachtschichten mit diesen witzigen Pausen also zunächst im Hühnerposten, dann Berliner Tor und da gingen die Schienen direkt ran und dann Umzug nach Diebsteich, die "Mittagspause" dort endlos lange von 2 Uhr bis 3 Uhr nachts und dort gab es Bier-Automaten, was nicht immer gut war und nachts kam um 4 Uhr der Paketwagen aus Kiel und der brachte Fisch-Konserven mit, natürlich für Pfennige - immer von 18 Uhr bis 6 Uhr dann.

Wenn es Pakete "nach drüben", also in die DDR oder sogenannte DDR gab, manchmal auch "in die Zone" und zu Weihnachten "mach schneller, es ist für unsere Brüder und Schwestern drüben..." - wenn es Pakete nach drüben gab, dann immer wieder bei Fehlwürfen der Schrei :
" S C H W A A A N H E I D E !!!"
Ja, nicht in den Sack mit "Hannover", nein da gab es extra Säcke, Rutschen und Gitterwagen nur für Schwanheide.

2009, hier besuchte ich vor ein paar Tagen mit meinem Cousin Schwanheide. Heute nur das Foto mit dem Schild - ein Schild in Schwanheide - endlich sah ich was von Schwanheide...
Bald aber mehr.

Denn wir auto-wanderten wieder langsam und über Dörfer und Feldwege und dabei ebntstanden einige Fotos, die ich bald noch einstellen werde.

Fotos aus und um Schwanheide.

Anmerkungen:

d1w.gifBitte melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.





liesel47, 4.08.2009 um 14:18 Uhr

Werner, wir sind gespannt auf Deine Serie! Deine wörtliche Einleitung läßt uns Einiges erwarten! Ganz lieben Gruß von Liesel


Rolf Gleitsmann, 4.08.2009 um 14:33 Uhr

Dieses Warnschild könnte überall stehen. Wieso gerade in Schwanheide, der Ort ist eh nicht zu erkennen. "Umgang mit Rauchen verboten", typisches Behördendeutsch. So bringt man unseren Jüngsten nicht die Rechtschreibung oder Ausdrucksweise bei.
Wieso Paketdienst in die sogenannte DDR, es gab sie.
Die gutgemeinten Gaben haben manchen Empfänger im Osten beschämt, andererseits hat man sie gern entgegen genommen.
Ein sensibles Thema, lieber Werner, sprichst Du hier an.
Aber es ist Schnee von gestern, scheinbar vergessen, aber es kommt immer wieder hoch.
Gruß Rolf



Horst-W., 4.08.2009 um 14:38 Uhr


Guter Text...

Erinnert mich an ein Erlebnis in der Schule, Mitte der 50er... ich war so etwa 7...

Wir hatten immer wieder darüber gesprochen, den Krieg, die Folgen, und dass es den Kindern und den Menschen allgemein im anderen Teil Deutschlands gar nicht gut geht. Wir kamen auf die Idee, was von unseren Spielsachen den Kindern "drüben" zu schenken. Viel hatten wir ja selbst nicht, aber JEDER hat was gegeben, manches Lieblingsspielzeug war dabei. Unsere Lehrerin stellte Kontakt zu einer Klasse im Osten her, und wir schickten ein großes Paket auf die Reise... Bald kam ein langer Brief zurück, von vielen verschiedenen Kinderhänden geschrieben, ein schöner Briefwechsel entstand, und wir hatten neue Freunde...

Ein Jahr später wollten wir das nochmal wiederholen. Lange hörten wir nichts... kein Brief mehr... auch keine Antwort auf weitere Briefe von uns...

Dann kam das Paket zurück... mit einem Stempel irgendeiner Polizeibehörde... aufgerissen... die schönsten Sachen weg... der Rest völlig zerstört. Und unsere Lehrerin bekam auf Umwegen einem Brief der anderen Lehrerin, wir sollten nicht mehr schreiben, nichts mehr schicken... sie hätten große Schwierigkeiten mit der Staatspolizei... sie, die Kinder und deren Eltern werden wegen Spionage und staatsfeindlichem Verhaltens verfolgt...
Natürlich habe wir es dann gelassen. Wir wollten doch niemand schaden. Verstanden haben wir es nicht... aber wir hatten einen ersten Eindruck davon was ein Unrechtsstaat ist, dass Menschen so voll Hass sein können dass sie selbst Kinderspielzeug zerstören...

Tja... das war mein erster Kontakt mit der DDR. Viele von uns haben all die Jahre genau verfolgt was dort geschah, viele Kontakte gehabt, weiter geholfen, nicht nur Pakete geschickt, nicht nur Verwandten... und sich wahnsinnig gefreut als man dort aus eigener Kraft seine Fesseln abstreifte, auch wenn sie bei uns im grenznahen Raum erst mal eingefallen sind wie die Heuschrecken und die Läden leergekauft haben (und das ist wörtlich zu verstehen)... wir haben mit ihnen gelacht und es ihnen gegönnt... sie haben so lange warten müssen...

Und es hat sehr weh getan, sich plötzlich immer wieder pauschal als "Besserwessi" oder "Wessi der alles platt gemacht hat" bezeichnet zu sehen... nicht nur einzelne Ausrutscher von Dummköpfen, sondern als stehende Redewendung, schon fast reflexartig verwendet von Leuten die ihre eigene Geschichte vergessen haben oder gar nicht kennen...

LG Horst



Lady Bathory, 4.08.2009 um 15:24 Uhr

hm ich habe keine Zeit zu lesen bin aber dennoch begeistert von der Qualität des bildes
fajt ist aber das ich als Ossi schon sehe das vieles platt gemacht wurde .. es verkümmern Häuser die Wessis nach der Wende für einen Apfel und ein Ei gekauft haben , Fördergelder eingesackt wurden und nichts passierte ..aber nun gut es ist eben wie es ist



Horst-W., 4.08.2009 um 15:56 Uhr

...und ich bin kurz nach der Wende durch einige Teile der DDR gefahren... und es WAR bereits so vieles "platt"... so platt wie ich es mir nie hätte vorstellen können... z. B. in vielen Regionen nicht nur einzelne Häuser, sondern ganze Straßen und Stadtviertel in denen es kein intaktes Dach mehr gab, nur alle Stadien des Verfalls und Einsturzes... es war erschütternd...


Marina Luise, 4.08.2009 um 16:22 Uhr

Ich frage mich, was der Unterschied zwischen Feuer und offenem Licht ist??? :))


Adrena Lin, 4.08.2009 um 17:56 Uhr

DDR....der Großteil meiner Familie lebte dort....Als Berlinerin bin ich mit der Mauer aufgewachsen....!
Werner, ich freue mich schon mehr von Dir zu lesen ( Ich bin absoluter Fan Deiner Texte ) und von Schwanheide zu sehen !
Lieben Gruß
Andrea



F A R N S W O R T H, 4.08.2009 um 18:13 Uhr

Kann mich, was die Texte angeht, nur Andrea anschließen !!
Mach weiter so und ich will auch mehr sehen.
lg, mario



Peter Kloth-Schad, 4.08.2009 um 19:51 Uhr

Man stelle sich ein solches Schild auf dem Batteriefach einer Kamera vor... :-)
Wie vor.
Deine Texte sind wunderbar!
Wunderbare Einblicke in mir unbekanntes Leben.
Weiter so!
Gruß
Peter



Wolfgang Weninger, 4.08.2009 um 20:43 Uhr

zumindest ist es jetzt schön bunt, da wirkt das Schild nicht ganz so dramatisch
Servus, Wolfgang



Willi Thiel, 4.08.2009 um 21:47 Uhr

interessant
hatte bisher mit unserem osten ex ddr nichts zu tuen.
nein dort war ich nicht.
fragt mich nicht warum ich weiß es auch nicht
hat sich so ergeben.
bin gespannt auf mehr
das foto hier ist jedenfalls schonmal ein guter anfang
finde das schräge von der seite des raumes mit der natur im hintergrund gelungen
wirkt dierekt wie bio batterien...
g willi



Heinz Schikora, 4.08.2009 um 21:51 Uhr

Feuer im Batteriraum kann gefährlich sein. Aber normalerweise hängen solche Schilder meistens an der Eingangstür und nicht irgendwo au der Wand. Mal ganz abgesehen davon, das hier einiges doppelt gemoppelt ist.
Naja, mit Bürokratie müssen wir halt leben.
Gruß, Heinz



Eckhard Meineke, 5.08.2009 um 0:05 Uhr

Lieber Werner, die Grammatik des Schildes ist vollkommen korrekt. Ich nehme an, dass man sich an einen Ort, an dem man früher zeitweise gelebt hat, nicht unbedingt aufgrund der Schilder erinnert, sondern aufgrund des Lebensgefühls, des Lichts, des Geruchs, der Menschen. Aber die Menschen findet man Jahrzehnte später nicht mehr so vor, wie man sie verlassen hat, und auch Orte pflegen sich zu verändern. Leider hatte man wahrscheinlich seinerzeit keine Kamera dabei. Eckhard



Watndat, 5.08.2009 um 15:33 Uhr

hallo Werner..
Ich möchte hiermit erwähnen dass du ein vorzüglicher Schreiber bist und natürlich ein guter Fotograf.
Sehr interessante Geschichten sind , meines Erachtens , gern gelesen und nehme mir Zeit dafür..

Als ich nach der Wende mit einem Freund in die frühere DDR fuhr (In Rathenow) fühlte ich mich in den frühen 60ger Jahre zurückversetzt.Die Strassen , Brücken , Treppen und Gehwege waren total Marode und baufällig..
Sogar die Platten die als Fahrbahn benutzt wurden hatten fast dass Zeitliche gesegnet...

Auch den Text zur Erinnerung der DDR-Zeiten von Herrn Horst Weingärtner war sehr interessant ausgeführt..
Das Kindern sowas angetan wurden von der Polizei ..Spielsachen zerstören und zurückschicken war reine Schikane..
Aber alles hat ein Ende ..nur die Erinnerung bleibt.

Lg Klaus




Foto-Volker, 5.08.2009 um 19:35 Uhr

Da werden Erinnerungen wach: Während meiner Dienstzeit in einer Nachrichteneinheit der NVA (ohne Wehrdienst hätte man nie eine Uni von innen gesehen), gab es auch einen Batterieraum und Eckeharrrd, der Ladewarrrt aus Eibau/Oberlausitz (im oberlausitzer Dialekt mit dem rollenden R hörte sich das spaßig an), lief ständig in einer von Schwefelsäuere zerfressenen Dienstuniform herum und handelte sich damit Ärger ein.
Dass er sich auch die Lungen hätte verätzen können, störte niemanden, denn Arbeitsschutzvorrichtungen gab es außer Schutzbrille und Gummischürze meiner Erinnerung nach überhaupt nicht.
Aber es scheint ihm nicht geschadet zu haben, denn er wohnt ebenfalls als Rentner gesund und munter in meiner Straße.
VG Volker



werner weis, 6.08.2009 um 22:19 Uhr


Danke für die bisherigen Anmerkungen, sie fördern die Verständigung über ein sensibles Thema - und:

Ich muss jetzt auch grad daran denken, dass meine Familie hier im Westen um 1958/62 viele Care-Pakete von einer amerikanischen Famile erhielt, dies ähnelte unserem späteren Tun Richtung DDR, allerdings schickten wir nur Pakete an Verwandte, die Care-Pakete bekamen wir von "wildfremden" amerikanischen Familien - wir schrieben dann fleißig Dankesschreiben.



Horst-W., 6.08.2009 um 22:36 Uhr

Ja, an diese Carepakete erinnere ich mich auch noch! Wir bekamen welche über den Kindergarten... Mann waren da gute Sachen drin! Und ja, dankbar waren wir auch sehr... meine Eltern konnten es erst gar nicht glauben... es waren ja wildfremde Leute, unsere früheren "Feinde"... die uns da lange Zeit großzügig unterstützt haben...
LG Horst



Kueslowski, 7.08.2009 um 7:46 Uhr

Ein Genuß Deinen Bildern und Texten zu folgen.

Einen hab ich auchzu Paketen:
Nach den Unruhen in Polen Anfang der 80er schickten wir zu Weihnachten Päckchen nach Polen. Damals begriff ich noch gar nicht, was da los war.

Irgendwie seltsam, dass solche Päckchen immer ostwärts gehen.
USA -> Westdeutschland -> Ostdeutschland -> Polen.

LG Michael



liesel47, 7.08.2009 um 8:36 Uhr

Da Care-Pakete und Spenden in unmittelbarem Zusammenhang stehen, noch ein paar Gedanken aus eigenem Erleben. Bisher habe ich immer ohne Hinterfragen und sehr großzügig getragene Kleidung an die Armen der Welt weiter gereicht. Bei einem Besuch von Katatura, dem Schwarzenviertel von Windhoek in Namibia lagerten auf dem Markt riesige Bekleidungsberge, von denen die einheimische Bevölkerung das Benötigte käuflich erwerben konnte. Es waren Spendenpakete, von denen wir immer dachten, dass sie ohne Kommerz an die Bedürftigen gehen! Seitdem spende ich nicht mehr anonym, sondern an Empfänger, die mir bekannt sind! Hilfe ist wichtig und nötig, sie muß aber auch an der Stelle ankommen, wo sie gebraucht wird.LG von Liesel



Uwe Vollmann, 8.08.2009 um 15:12 Uhr

Hallo Werner, die übertriebene Perspektive ist etwas Besonderes und macht das Bild in seiner Aussage noch stärker! Dein Text ist sehr gut und stimmt mich nachdenklich! Ich werde mir Schwanheide merken!
LG Uwe



Uli.Schaar.dt, 10.08.2009 um 14:36 Uhr

...zugegeben Werner - ich hab erst in Google-Maps nachgeschaut. Der Norden ist mir nicht ganz so vertraut.
Schwanheide war wohl so etwas wie
das "Gutenfürst des Nordens".
Der Batterieraum also ein Teil des "antifaschistischen Schutzwalls" als den die SED-Oberen die Grenzbefestigungsanlagen gerne bezeichneten.
--- Gab es nur WEST-Pakete?
NEIN - es gab auch OST-Pakete.
Sicher in ihrer Anzahl geringer wurden oft hochwertige kunstgewerbliche Gegenstände aus der DDR an die liebe Verwandtschaft in die "so genannte" BRD verschickt.
Aufschrift für den Zoll: "Geschenkartikel, keine Handelsware" (eine reine Lüge)
So geschehen jährlich mehrmals wenn mein "Alter Herr" seine selbst geschnitzten Lichterengel und erzgebirgischen Bergmänner zu seiner Schwester nach Bayern schickte.
Die hat das Zeug dann in ihrem Bekanntenkreis verscherbelt und vom Erlös dann "Westpakete" geschickt.
Auch diese Seite des Ost-West-Handels sollte nicht vergessen werden.
h.G. Uli



werner weis, 10.08.2009 um 15:09 Uhr


NIVEAUVOLLE ERZÄHLUNGEN

@Uli
Du gibst den hier
(Dank den bisher Anmerkenden!!!)
sowieso schon ungewöhnlich niveauvollen Erzählungen
hiermit schon wieder einen neuen Drive der dies alles reflektierenden
Draufsicht auf Tatsachen der Vergangenheit

----------------------ich danke auch Dir !!!



d1w.gifBitte melde Dich an, um einen Kommentar zu schreiben.


 
Informationen zum Foto
Schlagworte
Verlinken/Einbetten

Bei folgenden Diensten verlinken:




vorheriges (721/720)