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istanbul I von raffaele horstmann

istanbul I


Von 

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20.08.2008 um 0:03 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures  by the senders.
.



















warum gehe ich am ende eines gänzlich komischen tages nach hause, spät im dunkeln, aus der bahn. aus grellem neonlicht. warum denke ich nach, über ein paar dinge. warum saß ich kurz vorher mit ein paar sehr lieben menschen in einem park und musste alles tun um nicht dort zu sitzen und zu weinen wie ein kleiner junge der seine haltende hand veroren hat? warum reichen ein paar worte, um das gefühl von freude und herzklopfen in ein dunkles traurigsein zu verwandeln? und warum sind diese worte nichtmal dazu bestimmt gewesen? warum steigt mit der musik in meinen ohren eine wolke von chaos und gedankenverwirrungen in mir auf wenn ich die erste treppenstufe am bahnhof hinabsteige? warum fehlen alle laternen, obwohl sie leuchten? warum ist die straße so viel länger wie die letzten siebenhundert tage? warum sehe ich das licht nicht, warum kommt es nicht da an wo es normal hingehört? warum gibt es keine wärme, kein verdammtes wohlbefinden und wieso scheint dieses teil da an der straße keine schützende hand auszustrecken, in all dieser dunkelheit, wie sonst jede nacht. warum geht da rechts ein weg lang, der jeden abend und jede nacht der gleiche ist, und warum ist es heute wie immer aber ganz anders? warum geht die nächste kurve links ab, geradeaus durch einen dunklen kleinen wald, und warum fällt mir dort auf, dass ich wie jeden abend in den letzten fünf wochen fast vor einen kleinen zerbrchlichen ast laufe, der soweit unten hängt, weil die beeren an ihm viel zu schwer geworden sind? warum sehe ich den ast jeden tag und verstehe ihn erst jetzt? warum hängt er mitten im weg und hält es so lange aus, warum wird er nicht älter, und warum verliert er seine beeren nicht. warum fällt mein blick in der sekunde danach auf meine linke hand, auf meinen ring. er hat seinen schwarzen mittelstrifen verloren, das was ihn zu meinem ring machte, zu dem stück was zu mir gehört. warum wandert genau diese hand in eine schöne warme tasche die sich unwohl anfühlt, warum ist genau die wärme jetzt in dem moment so falsch, wo sie in letzter zeit das schönste aller tage und minuten war? warum ziehe ich mit genau der hand, und dem verletzten ring eine musiksammlung aus der tasche und sehe durch zufall dass mal wieder, wie so oft genau das eine, das traurigste, lied gespielt wird, aber warum habe ich es nicht gehört, warum laufe ich fünf minuten durch einen raum, der keine wände hat, ohne licht und ohne angst? warum laufe ich und merke keinen einzigen schritt. warum gibt es diesen tag? und warum hat dieser tag sein großartiges gefühl von freude und sehnsucht wie durch einen sturm ohne schall und rauch verloren? warum kann ein ganzer tag vor meinem inneren auge seine farbe verlieren und nach dem ersten anlaufen, und den ersten paar bildchen, seine helligkeit und seinen glanz verstecken? warum fehlt alles in diesem tag, obwohl doch alles, irgendwo, da draußen war. warum ist alles so falsch was ich denke, was ich getan habe, warum ist alles falsch, was mir leute gezeigt haben, warum sind gefühle falsch? warum ist die hand falsch die meine sucht, obwohl es keinen anderen traum gibt, in sieben tagen der vergangenheit? warum ist da keine mauer, und warum wartet da nicht meine sonnnblume? wieso ist sie nicht da, und warum lässt sie mich alleine?vielleicht weil sie bei ihrem letzten besuch sagte, sie wolle mich dazu bringen etwas mehr auf mein herz zu hören? vielleicht weil sie mich liebt und mir zeigen will was wirklich wichtig ist, vielleicht weil sie mir sagen will, dass auch das kleinste puzzleteil sehr bald seinen platz findet, oder will sie sagen, dass dem puzzle teile fehlen? vielleicht meint sie aber auch dass es an der zeit ist, diese fehlende teile zu suchen, nicht zu finden, um sie selber zu stricken. zu wollen, zu mögen und zu brauchen. um eine antwort auf das ewig wiederkehrende warum zu finden? vielleicht hat sich der ast bemerkbar gemacht, nur damit ich den ring ansehe. vielleicht fehlt ihm die schwarze kautschuklinie damit ich aufblicke, viellleicht will er mir sagen, dass ich eine sache loslassen muss, und vielleicht sagt die kleine musiksammlung in meiner tasche, mit genau diesem lied, dass ich vor einer unsichtbaren wand stehe. vielleicht muss ich mich trauen. vielleicht hat diese unsichtbare wand ja eine unsichtbare tür und ich soll mich trauen diesen unbekannten raum zu betreten, ohne hilfe der sonnenblume, obwohl sie genauso unsichtbar daneben steht, direkt neben dem türrahmen. und sie wird aufpassen, dass ich nicht stolpere. dass ich mir nicht wehtu, und vor allem, dass ich niemandem in die arme falle und ihn mitreiße. sie wird wissen was ich tun soll. aber sie weiß, dass es mein weg ist, dass ich ihn gehen will, muss und gehen werde. egal wie. aber ich glaube, das warum wird mich noch lange begleiten. ein paar stunden oder ein paar wochen. aber warum, das weiß ich nicht. und warum?

















istanbul I von raffaele horstmann
istanbul Inicht in Diskussion
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20.8.08, 0:03
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Anmerkungen:





spiegelwalzer, 20.08.2008 um 6:21 Uhr

*


Stephanie. , 20.08.2008 um 11:36 Uhr

macht fernweh.


Momento Eterno, 20.08.2008 um 15:50 Uhr

sehr berührend zusammen mit deinem text!
lg carmen



I arkadas I, 20.08.2008 um 22:28 Uhr

. ich glaub. ich hab den text schon vier oder fünf mal gelesen. und irgendwie vermiss ich gerade auch die sonnenblume.. wo ist die eigentlich..
und mir fehlen grad die richtigen worte.. das geht hier nicht.

das bild dazu. das ist so wie ... als würd man sich nach dem licht sehnen. was da im hg ist..
. beides zusammen.
. macht mich wirklich gerade sprachlos..
...lg



marta w. , 20.08.2008 um 22:40 Uhr

ich schliesse mich den worten von hannes an...
das macht mich auch gerade sprachlos...und traurig...
warum...ich habe momentan auch tausende warum-fragen im kopf...fragen, auf die ich wohl nie antworten finden werde...
das bild...das mag ich sehr...
lb.gruß, marta



iwant2c , 21.08.2008 um 7:47 Uhr

!!!


Maren Schiel , 22.08.2008 um 19:42 Uhr

ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll.... tolle bilder, wie immer, aber der text diesmal.... so intim.....so persönlich.. man gluabt, man könnte mitfühlen.....

lG Maren



L. Jakob , 27.08.2008 um 15:41 Uhr

bin sprachlos
bis auf dieses wort: wunderschön



Yasitas, 7.02.2010 um 18:24 Uhr

Der Text hier ist echt wirklich...persönlich. Macht traurig. Und mit dem Bild, als ob man das Licht sucht. So, wie Arkadas das gesagt hat.*




 
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