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Schon die Bibel erzählt von Heuschrecken als eine der Plagen, die den ägyptischen Pharao dazu bewegen soll, das jüdische Volk aus der Gefangenschaft zu entlassen. Normalerweise leben Wanderheuschrecken nicht in riesigen Schwärmen zusammen. Die bilden sich nur, wenn das Futter nach extremen Dürren knapp wird. Dann treffen sich kleinere Schwärme zwangsweise an den wenigen Orten, an denen es noch Pflanzen gibt.
Das Zusammenleben auf engem Raum bedeutet für die Heuschrecken Stress. Erst dann schlüpfen aus den Eiern Heuschrecken, die später einmal Flügel bekommen. Nach der letzten Häutung bilden sie dann Flügel aus und wandern auf die Suche nach Nahrung oft mehrere 1.000 Kilometer. Und zwar nicht nur ein paar von ihnen, sondern viele Milliarden Wanderheuschrecken. Ihren Weg bestimmt der Wind. Der treibt sie quer über den afrikanischen Kontinent, von einem Land ins nächste - und sogar übers Meer bis auf die Kanarischen Inseln.
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Fotografiert im Frankfurter Zoo mit der Canon PS G11 + Vorsatzlinse. Nachbearbeitung in Lightroom + PS.
Diese Tiere ...
.. gerade gut genug zum Verfüttern an die Lobbytiere der Menschen ... gut genug zum Abknipsen.
Lieber Robert, du hättest wenigstens den Mut haben können, das Umfeld bzw. die unwürdigen Bedingungen zu zeigen (in den Bildwinkel einzubeziehen), unter denen die zu Futtertieren deklarierten Tiere in den Zoos und Falknereien - Einrichtungen, die dem reinen Lobbyismus und Vergnügen dienen, dahinvegetieren müssen.
Oder wie hat es dort ausgesehen? Waren die Heuschrecken nicht als Futtertiere eingesperrt, saßen sie nicht knapp unter den Lampen am Deckengitter der Terrarien, in dem die üblichen Lobbyreptilien untergebracht waren?
Wenn die Zustände dort so waren, warum zeigt dein Bild dann nichts davon? Warum dieser schmale Bildwinkel, warum diese Brennweite? Warum hast du Wesentliches zu Unwesentlichem gemacht?
Was ist der Anspruch eines solchen Bildes? Es lügt mir doch was vor, nicht wahr? Es lügt uns doch noch mehr vor, als unserer als Naturdokumente bezeichneten Wildtierporträts uns je vorgelogen haben.
@ Mar-Lüs Ortmann :-))
Tja, liebe Mar-Lüs! Jetzt musst Du Dich entscheiden, welchen Charakter Veranstaltungen wie diese haben sollen? Über was wird hier eigentlich abgestimmt? Gibt’s darauf eine schlüssige Antwort? Über ein Bild? Ob*s gefällt, oder auch nicht? *Über den fachgerechten Einsatz von Fototechnik? Oder über eine Message? Oder über eine story behind the picture? Was sollen, wollen und dürfen wir in einem Bild überhaupt zeigen oder auch nicht? Was darf ich zeigen? Wer bestimmt das? Du? Oder ich? Nach welcher Regel beurteilst Du das?
Ich bin sehr oft in Zoos und Tiergärten unterwegs, auch außerhalb Deutschlands. Und ich kenne Falkner und FalknerInnen, mit denen ich schon oft über die Greifer und artgerechte Tierhaltung geredet habe. Muss ich bei jedem Tierfoto künftig erst Hintergrundrecherchen einholen? Darf ich einfach eine Slide-Show ins Netz stellen mit schönen Tierportraits? Oder muss ich mich dafür potentiell schämen?
Lassen wir die rhetorischen Spielereien und stellen einfach fest, dass jeder Fotograf sein eigener Auftraggeber ist, völlig autonom und ungebunden. Und nehmen wir zur Kenntnis, dass jede Fotocommunity eine Veranstaltung von und für Fotografen ist; nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie hat prinzipiell keinen darüber hinausgehenden Schutzzweck, auch nicht für Tiere. Denn das ist eine andere Baustelle, vor der ich durchaus Respekt habe.
Falls es Dich interessiert: Am Sonntag waren einige Zollbeamte im Frankfurter Zoo, die den Zoobesuchern vor dem Eingang des Exotariums – zur Abschreckung - viele am Flughafen beschlagnahmte ekelhafte Souvenirs demonstrierten: Die Krokohandtasche, die Schlangenhaut eines Python, ein ausgestopftes Gürteltier, ein Bärenfell, das Fell einer gefleckten Raubkatze und all die tollen Mittelchen aus der asiatischen Heilmedizin für kranke Köpfe. Das Washingtoner Artenschutzabkommen lässt grüßen – und das deutsche Strafgesetzbuch. ICH habe diesen Anblick fotografiert, weil er festgehalten werden musste, und werde ihn auch noch zeigen. Dann darfst Du gerne einen Kommentar hinzufügen.
Das war’s, was ich zu dieser tollen Veranstaltung zu sagen hätte, die ich sonst nie besuche. Aus genau diesem Grund. *lach*
Du fragtest:
> Nach welcher Regel beurteilst Du das?
Ein Bild kann nicht wertfrei "geschlagen" werden.
Das ist mein Leitsatz.
Entweder dokumentiert es, oder er bevormundet denjenigen, der es anschaut, indem es meint, unschöne Dinge der Umgebung oder der Szene als unwesentlich zu definieren. Es gibt viele schlechte Gründe, unschöne Dinge aus den Bildwinkeln zu drängen - gute Gründe, die dafür sprechen, gibt es m.M. nach nur wenige.
Je schmalbildwinkliger ein Foto ist, desto mehr hinterfrage ich es. Ich will mir nichts vorlügen und nichts vorgaukeln lassen. Dazu bin ich nicht hier. Ich möchte wissen -> erfahren, was Sache gewesen ist , als man irgendwo Tiere abgelichtet hat.
Wenn der Urheber einem schmalbildwinkligen Foto Text - also Infos beigibt, weil aufgrund geringer Schärfentiefen, kleiner Bildwinkel nicht viel vom Umfeld zu erkennen ist, dann finde ich das okay. Ich gehe nicht davon aus, dass diese Infos Lügen sind.
Aber einem maulfaul hoch geladenen langbrennweitigen Makro gegenüber werde ich immer skeptisch sein, egal ob drüber Naturpur oder drunter Zoo steht.
Gelingt es Fotografen, Weitwinkelmakros zu machen (etwas, das im Falle solch kleiner Motive, wegen den erforderlichen kleinen Naheinstellgrenzen und den kleinen Gegenstandsweiten schwer ist), oder zeigen sie weitwinklige Fotos, dann werden Texte und Infos überflüssig. Große Bildwinkel und entsprechende Schärfetiefen vertuschen und verklären ja nichts. Sie legen ja schließlich unbarmherzig offen, was im Umfeld passiert ist und wie es dort zuging.
Ich bin übrigens tatsächlich der Meinung, dass sich jeder erwachsene denkende Mensch schämen darf, wenn er in Zoos und Wildparks rennt, dort fleißig knipst in einer Weise, die die heile Welt vorgaukelt und dann den Außenvorgebliebenen ein Kulissenhomogenitat mit der Kreatur drauf zeigt.
Wieso erzähltest du mir was von beschlagnahmten Reisesouvenirs durch den Zoll? Das interessiert mich im Zusammenhang mit diesem Bild hier nicht.
So.
Ich durfte nun deinen Text lesen aber weder deine Intention und noch einen Hinweis bzgl. der Zustände, unter denen im Zoo diese Tiere leben, erfahren.
Du meintest offenbar, dass mich vieles nichts anginge, und dass ich so ein Bild wertfrei zu beurteilen hätte. Damit - mit dieser deiner Einstellung ist dieses Voting und dieses Bild für mich gestorben. Ich werde deshalb nichts beurteilen. Hole dir deine Votes doch von anderen Usern.
@Mar-Lüs Ortmann
Na, jetzt kennen wir wenigstens DEINE Regel. Gegen die ist auch gar nix einzuwenden. Die darfst DU gerne haben und ausleben. Bedenklich wird's aber, wenn alle "maulfaulen Knipser" darüber belehrt werden, wie sie nach Deiner Meinung hier und auch ansonsten funktionieren müssen. Und um in Deinem Vergleich zu bleiben: Es gehört auch nicht viel Mut dazu, vor einer Tastatur zu sitzen und sich daran auszutoben. Denn Mut ist in der Tat etwas anderes. Man findet ihn sehr wohl im Zusammenhang mit unseren Zoos und Tiergärten, Wildparks etc., bei engagierten Biologen und Tierpflegern, und in gemeinnützigen Institutionen, wie dem Förderverein Wilhelma in Stuttgart (mein Heimatzoo) oder der Zoologischen Gesellschaft in Frankfurt. Ich werde daher auch künftig wie viiiele andere in Zoos und Tiergärten gehen, durchaus mit offenen Augen und kritischem Sachverstand. Was ich dort sehe und erlebe und ggf. verpixele, MUSS ich der Welt nicht mitteilen und ich muss es auch nicht öffentlich kommentieren oder rechtfertigen. Wie gesagt: Dafür gibt es dann eigene Baustellen - diese sicherlich nicht. Ich werde mich als erwachsener Mensch NICHT deswegen schämen, warum auch?
Über das Thema "Authenzität der Fotografie" ist schon viel nachgedacht worden. Ich denke, da hast Du noch großen Nachholbedarf. Wenn Du einmal die ideologische Brille abnimmst, wirst Du vielleicht?- wertneutral - feststellen, dass kein Foto "die Wahrheit" sagt, weil alle Fotos lügen, indem sie vom Fotografen manipuliert sind. Das liegt in der Natur der Sache. Auch Deine so leidenschaftlich propagierten Betrachtungen mit dem Weitwinkel, das angeblich alles offenlegt, was der Betrachter wissen muss, sind auch nichts Anderes als "Lügen". Ich denke mal, indem Du zwei Dinge leider heillos durcheinander bringst, die Fotografie und die Ideologie, und dann final auf den Charakter des Fotografen schließt, läufst Du mindestens einen Meter "neben der Kapp" - und das immer wieder. Wenn dann auch noch Bauch getriebene Leidenschaft hinzukommt, dann werden Deine Texte immer die gleichen bleiben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Dir der nächste Tierfotograf vor die Flinte läuft, der sich dann auch dafür schämen sollte, dass er im Zoo auf den Auslöser gedrückt hat.
Schlussgedanke: Ich brauche keine Votes von anderen Usern, schon gar keine sachfremden, warum auch? Denn ich habe mein Foto nicht zur Abstimmung gestellt, das war jemand anders. Diese Veranstaltung ist nicht die meine. Ich bin in 2001 auf die FC gestoßen und fand die Idee einer fotocommunity spannend, nicht zuletzt den zwischenmenschlichen Aspekt, dem das Internet eine neue Dimension gegeben hat. Er hat aber auch seine negativen Seiten, wie man immer wieder feststellen darf. Was allerdings nicht verwundern sollte, denn das ist das ganz normale Leben. 2001 war es noch a bissle anders, objektiver, netter, umgänglicher und fürsorglicher. Die Kontakte, die damals geknüpft wurden, bestehen noch heute. Warum? Ganz einfach: Wir haben insbesondere die Ideologie außen vor gelassen und keinen in eine Ecke gestellt. Das sollte man bei einem solch schönen Hobby wie der Fotografie tunlichst vermeiden.
Oh Gott - mir gefällt dieses Makro. Mir ist es auch herzlich egal, ob es im Zoo oder in der freien Natur geschossen, ´tschuldigung aufgenommen wurde. ... und pssssst, hoffentlich hört und liest, das hier keiner (vor allem nicht Mar-Lüs Ortmann, der Jeanne d’Arc der gefangenen Tiere), ich gehe auch gerne in Tierparks und Zoos. Morgen geh ich aber vorher in eine Selbsthilfegruppe, versprochen.
Habe ganz angeregt Eure Diskussion gelesen, Robert und Mar-Lüs. Zwei interessante Perspektiven. Mein PRO geht hier jedoch an Robert. "Denn das ist eine andere Baustelle..." trifft den Nagel auf den Kopf. Wie waere eine neue Kategorie unter Natur "Tierschutz" in dem 'politically correct or incorrect photos' gezeigt werden koennen. In der Kategorie waeren die Regeln dann gesetzt. Den Vorschlag meine ich ernst, liebes Fotocommunity Team.
RoseBlanc, 30.09.2010 um 21:23 Uhr
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