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Der Fotograf wüßte gerne von Euch:
...welchen Bildtitel würdet Ihr dem Bild geben?
...welche Assoziationen löst dieses Bild bei Euch aus?
Verloren in der Tiefe des Raumes - das war mein erster Gedanke, als ich dieses Foto sah. Es ist einerseits gekennzeichnet durch einen exakt bemessenen mittigen Fluchtpunkt, andererseits wird die Symmetrie durch unterschiedliche Formen links und recht unterbrochen. Alles wirkt sehr exakt und - trotz des warmen Orangetons - kalt und abweisend. Die Person erscheint verloren, klein und gesichtslos. Die Kopfhaltung und die -so sieht es für mich aus - leicht hängenden Schultern vermitteln Beklemmung, Unruhe und ein Stück Resignation.
Für mich ein interessantes Foto, das unterschiedliche Emotionen vermittelt und dabei handwerklich gut gemacht ist. Es fehlt etwas die Ausrichtung der Vertikalen, was für mich der Atmosphäre dieses Fotos aber keinen Abbruch tut.
auch für mich war "verloren" die sofortige assoziation.
die frage, die sich die lady, für mich ist sie das, stellt: weiter oder zurück. die farbe orange steht für mich für die zuversicht. die säulen links und rechts vermitteln eher enge als einen wegweiser. in enscheidungen eingeschränkt? den falschen weg gewählt? auf hilfe wartend?
schlussendlich: ein feiner emotionaler versuch.
helen
Mein Titelvorschlag wäre: "Gesichtslos" oder "Verloren", denn verloren kommt mir die Figur vor, die mich mehr an eine Schaufensterpuppe denn an einen Menschen erinnert.
Ansonsten hat Kleemy alles geschrieben, dem kann ich nichts mehr hinzufügen.
verloren - war auch mein erster Gedanke
dann: die Macht der Wände wenn ich gesichtslos bin
Hell-dunkel wäre zu einfach- zu plakativ
noch: die Überbelichtung "der" Weissen
noch zwei: das Puppenhafte - "schwarz" ein Spielzeug?
(ganz fies finde ich und nicht meine Meinung nur zur Bildaussage)
für mich eine sehr starke 70er Jahre Kino-Assoziation - das Orange und die Klamotten - Ich empfinde nichts "verlorenes" eher etwas konfrontatives - und eine ziemliche, unheimliche Kraft -
Zum Bild: es erweckt eigentlich kaum Emotionen bei mir. Höchstens die Emotion, dass das Ambiente Kühle vermittelt. Durch die Spiegelungen in der linken Wand nehme ich an, es handelt sich hier um eine glänzende Oberfläche. Hier ist nichts menschengemäß, eine surreale und abweisende Welt. Die Figur ist wahrscheinlich eine Schaufensterpuppe ohne Leben, insofern gestehe ich ihr keine menschlichen Emotionen zu wie die der Verlorenheit.
Als künstlerisch gestaltetes "Foto" (es ist eher eine Grafik) überzeugt es mich durchaus.
ich sehe hier ein buch oder cd cover. auch wenn die zentrale abbildung der person hier programm ist, hätte ich das ganze quadratisch gehalten und links knapp neben der figur geschnitten.
ich finde das bild stark durch das schwarze gesicht. wäre dies nicht so, wäre die wirkung des bildaufbaus und der kulisse kaum so eindringlich. das schwarz weiss der figur bietet eine positive verwirrung, taucht ein klein wenig ins surreale. das orange ist hoffnung und kraft und ich denke nicht nur an die orange revolution, sondern ich denke an die positive entwicklung einer geschichte, einer tragischen möglicherweise. mir fällt zu dem bild ein bestimmtes theaterstück- und seine verfilmung ein. "die bitteren tränen der petra von kant" von rw.fassbinder. da die figur aber sich fast aus der mauer auszulösen scheint, nachdem sie an der wand stand. und wenn man an der wand stand wurde man vielleicht vom leben erschossen, wäre mein bildtitel "die evolution der petra von k." k. deshalb weil es nicht nur kant, sondern auch kunst, kaffka etc. bedeuten kann.
dieses ist programm, theaterplakat, kein essay, keine serie, keine romantische ballade. es erinnert ein wenig auch an eine szene aus kinskis paganinifilm. ein blick durch eine durchfahrt auf paganini, so weit ich mich erinnere. freilich nur von der atmospäre her. das bild ist modern und zeitlos und doch erinnert es durch das orange an die 70er. da gehts mir wie dem kommissar.
es ist allumfassend und scheinbar handelt es sich für mich auch um leben und tod und somit um alles.
Titel:
" die Wartende "
verloren bin eher ich als Betrachter, fast kann man sich durch die gesichtslose Wartende bedroht fühlen, geht sie auf einen los? ich weiß nciht ob ich in die Tür noch rein wollte....;-) Menschen oder Figuren die Menschen assoziieren lassen ohne Gesicht lösen immer Irritation und auch Angst beim Betrachter aus.
Der tiefe Standpunkt verdeckt, dass die Wartende recht klein ist, Klinkenhöhe ist ca. 1,10, also müßte sie 1,20 m groß sein....irgendwie gut gemacht, mit normalem Standpunkt wäre die Wirkung weg...
lg Susanne
Titel : Voodoo.
Mich erinnert diese Figur im HG an eine Voodoo Puppe in ungewöhnlicher Umgebung.Die hellen freundlichen Farben,aber auch diese ungewöhlich Vergrößerte Architektur, unterstützen für mich noch ihren Fetisch - Charakter.
es liegt noch Laub in den Ecken - was machen wir damit? auch an den griechisch anmutenden Säulen legt es sich zumindest farblich ab.
die Tür - der Türbogen?
Kann es jemandem etwas sagen, erzählen?
Kann es in Verbindung mit der schwarzen Person stehen? Dem Land gar? Oder dem Land der Säulen?
Säulen schlechthin können Bedeutung haben - also versinnbildlichte
trotz dem Orange und dem gelben Lichteinfall oben rechts, assoziiere ich Kalt.
Und weil das Gesicht ein Schwarzes Loch ist, würde ich als Tiltel "Weg ins Nichts" oder "Styx" wählen.
Da ich zweifle nehm ich dann noch einen Würfel... ;-)
Ja, nichts. Da wären 3 Tilden als Titel auch denkbar. Oder sogar /dev/null.
Orange in Verbindung mit Kraft finde ich hier gut. Die Figur mit dem undefinierten Gesicht, durch Kleidung und Haare wohl eine Frau seht zögernd vor der Wand. Welcher Weg liegt vor ihr, - hinter ihr? Was kommt? Zögernd - so sehe ich das. Die Unschärfe im Vordergrund verstärkt noch den Eindruck der Ungewissheit.
ich muss noch mal aufmucken
denn ich sehe die Schultern keineswegs hängend - die sind mehr als gerade - wie die gesamte Figur sehr aufrecht steht- nur der Kopf.
Anfänglich dachte ich doch, ich sehe die Person von hinten - so ohne Hals - ohne Gesichtserkennung - das riesige Revers der Kostümjacke (ja könnte 70er sein) hat mich dann aber davon abgehalten, noch darüber zu schreiben.
Sie lässt für mich eher den Kopf hängen - nicht aber die Schultern - oder guckt auf den Boden - jedenfall das Kinn angelegt.
und auch die Bein und Fusstellung zeigen ein wenig an Unsicherheit bei einer tadellosen, tatsächlich Barbiepuppenähnlicher Figur.
Das Drumherum hat auch etwas von einem Schacht -einem sehr hellen allerdings
nun hat das wieder nichts mit der Frage nach dem Titel zu tun - es drängt mich schon nach Auflösung...
>AIDA<
Eine "Stellprobe" nicht vom Theater sondern von einer Puppenbühne. Diese ist für einen Trickfilm und dessen Grundeinstellungen gebaut worden. Hier 3. Akt, Auftrit der Pharaonentochter Amneris. Sie wird eine Andacht halten und von der Göttin Isis Glück für ihre erhoffte Ehe mit dem siegreichen Heerführer Radames erbitten. - Das Gesicht von Amneris ist noch nicht animiert , ebeso fehlt noch das kleine Gefolge. Die Krümel in der Ecke hinten sind Sägespräne. Es ist also ein Bild mitten aus der Produktion eines Trickfilms. So etwas wird normalerweise streng geheim gehalten. Die Agora sollte also ganz schnell die Urheberechtssituation prüfen, denn <aardman> , <global animations> und Co lassen nicht mit sich spaßen.
Diese Frau ist beeindruckt, gar überwältigt von der Dimension und Machtfülle des Raumes, der sich vor ihr auf tut!!! Gefangen von diesem Gefühl, das sich in der Haltung ihres Körpers zeigt, steht sie erstarrt, gleich der mächtigen Säulen dieser Halle.
Ich würde dem Bild den Titel "Säulen der Macht" geben.
Eine hervorragend inszenierte Fotografie!!!
Viele Grüße, Hans-Joachim!
Die gesichtslose Frau steht im Zentrum dieses Bildes und wirkt dabei etwas verloren. Im Verhältnis wirkt der Raum überproportional bzw. übermächtig. Die kräftigen Wandfarbe hat zwar einen warmen Ton, aber dennoch eine Signalfwirkung. In dem Raum befindet sich nichts Überflüssiges und wirkt dadurch leicht kühl. Solche überdimensionierten Säulen findet man häufig an Orten an denen Macht ausgeübt wird bzw. wurde.
An dieser Stelle könnte ich mir Julius Cäsar gut vorstellen. ;-)
Beim Betrachten des Bildes war mein erster Gedanke zum Bildtitel: "Mickrig"
Durch die Weite des Ganges, die Höhe der Halle und auch die Dimensionen der Türe links sowie der Säulen erscheint mir die "Person" (ob es eine ist, bin ich mir nicht sicher) dagegen sehr klein - einfach "mickrig".
Als Zweites hätte ich den Titel "Abgestellt" oder "Vergessen" gewählt. Die "Person" oder das "Objekt" scheint mir irgendwie dort abgestellt oder vergessen worden zu sein.
Aber es kommen natürlich auch andere Titel für dieses Bild in Betracht. Jeder assoziiert natürlich etwas anderes damit.
Zum Foto selber kann ich nur angeben, dass es mir gefällt. Es strahlt Sterilität aus, aber gleichzeitig wirkt es durch die Farbkombination weiß/orange, im Gegensatz zum Hauptmotiv in der Mitte, sehr warm auf mich.
lg Bernhard
Mir gefällt das :)) Die Arbeit lockt schon von weitem. Beim betrachten und studieren dieses Werkes tauchen Fragen über Fragen auf. ...und das ist GUT so :))
Es ist viel beredet worden, einiges mag ich teilen, anderes nicht.
Was mich vollkommen fasziniert ist der Goldene Schnitt in Perfektion!
Dadurch erhält das Bild etwas Skulpturales, ja Sakrales gar, noch unterstützt durch den Größenvergleich mit dem Menschlein.
Der Helligkeitsverlauf einerseits spiegelt sich im immer enger werdenden Spiel der Säulen, ein beidseitiger Zug in die Bildmitte, der durch den schönen SChärfeverlauf noch unterstützt wird.
Rundherum eine gelungene Komposition, sehr schön inszeniert!
harry k - der Autor möchte einen Titel - möchte wissen, was wir mit dem Bild assoziieren
DAS ist doch das Eigentliche - der Transport von Informationen, Einstellungen
Wenn ich als Otto-Normalverbraucher ein Bild ansehe - dann stelle ich mir selbst als Fotograf nicht die Frage was den goldenen Schnitt ausmacht, sondern denke: aha, so ist das also- oder informativ, interessant, schön bunt, hässlich, kann ich nichts mit anfangen- usw usf
edit wegen RS
**
einschränkung - je mehr man weiss, umso mehr beachtet man es als Fotograf auch unter anderen Gesichtspunkten - natürlich wenn ein Bild der Renner ist, und lobgepreist wird.
Aber man beurteilt das bild nicht als fotografische Leistung, sondern das was es mir zeigt oder sagt
tja Kookoo
evtl. liegt das an den ehemals heiß diskutierten quadrat vorschauen. Geht mir genauso.
zum bild
bildtitel: platz da !
Assoziationen: keine, sagt mir nichts.
bildschnitt: gefällt mir nicht ... unten zuviel boden oben lenkt die letzte säule zu sehr ab ... das laub in der ecke liegt wie zufällig da ... und gehört dort bestimmt nicht hin.
Also ich persönlich finde es nicht so schlimm, dass das AIDA-Projekt nun möglicherweise kippt. Könnte mir gut vorstellen daraus ein Projekt
>AMNERIS<
zu machen und die Musik dann bei Strauß´ Salomé
holen.
Liebe Clara,
das Eine ist das, was der Bildautor möchte, das Andere ist das, was ich beitragen kann.
Wenn ich zu diesem Bild assoziativ nichts zu sagen habe, mach ich das nicht mit vielen Worten, sondern dadurch, dass ich nichts sage. Vielleicht ungewöhnlich für die fc, aber so bin ich.
Jetzt geht es doch darum, die fotografischen Mittel so einzusetzen, dass sie das transportieren, was der Fotograf zeigen möchte. Die Komposition ist eine der Grundlagen der Fotografie und nach meiner Ansicht sollte man, wenn man sich Fotograf nennt, diese beherrschen.
Wenn also ein Fotograf ein Bild hier zur Diskussion stellt, finde ich es kontaproduktiv, ihn in einem Bereich zu loben, wo es Defizite gibt. Das Bild mag in einigen Bereichen stark sein, der Bildaufbau gehört sicherlich nicht dazu.
Leider gibt es hier in der fc eine Tendenz, bestimmte Schlagworte mit der Gießkanne zu verteilen. "Goldener Schnitt" gehört dazu. Leider auch sehr oft verbunden mit unpassenden Superlativen.
Ich hab mal zum Spass ein Bild hier in der fc verlinkt, dass zeigt, wie man mit goldenem Schnitt eine schöne Bildkomposition schafft:
Das Bild hat mich ehrlich gesagt sprachlos gemacht. Das Bild ist so einfach, aber mir fällt nichts dazu ein. Es ist wunderbar! && auch irgendwie geheimnisvoll, da man die Person darauf nicht erkennt. :)
Gar nicht so einfach - mit diesem Bild. Mein erster Eindruck: Wirkungsvoll, ich verweile beim Bild.
Dann gelesen: Der Fotograf sucht einen Titel. Aha, auch gut. Aber weshalb sucht der Fotograf einen Titel?
Weiß er nicht was er weshalb und wieso getan hat?
M.E. entsteht eine solche Aufnahme nicht zufällig. Sie ist sorgfältig arrangiert. Für einen solchen Aufwand habe ich doch einen Grund, oder nicht?
Na egal, meine Emotion erreicht das Bild nicht.
Ich assoziiere "Starre" oder "Härte" damit.
Bezeichnend für diesen Eindruck ist die Körperhaltung und Gesichtslosigkeit der Frau, die keinerlei Leben oder Dynamik zulässt. Selbst die Kleidung und der gesamte Stil passt sich der Geradlinigkeit und der Härte der Säulen an.
Das warme Orange vermag keine Wärme zu vermitteln. Wer erstarrt da nicht? Ein Bild das frieren lässt!
LG Jat
Einer der Kreativdirektoren, der eigentlch immer gegen das Aida-Projekt war, wagt einen Vorstoß: Leute, in der fc sind mehrere hunderttausend User ! Gebt auf. Dreht in den Ruinen einen Werbefilm .... Und die Story ? Ihr braucht nur zusammenzusammeln, was die fc-Fuzzis ausgspuckt haben. Zur Musik bei <Macht des Schicksals> nachschauen, Salomé ist Quatsch.....
Zwei Barbie-Girls (Amiri und Aidi) mögen beide Rami. Amiri ist reich, Aidi arm. Als sich die beiden einmal begegnen, sagt Amiri, Rami sei doof, er sei ein Spaggen, voll schmierig ... Sie treibt es so weit bis Aidi in Tränen ausbricht und schluchtzt, Rami sei lieb.... Amiri fällt es nicht schwer, von Rami Beweise seiner Zuneigung zu bekommen, schließlich hat sie was zu bieten. Aber trotzdem sind Rami und Aidi eines Tages verschwunden.
Schlußszene: Amiri steht allein, verlassen und verloren unter den Säulen des Eingangs zu ihrem Elternhaus und es mischen sich Gefühle tiefer Verszeiflung, Kränkung, ja Demütigung in ihr... Und sie wird schwarz vor Ärger, sie erstarrt zu einer schwarzen Salzsäule...... Als das Hausmädchen sie zufällig dort findet, erschrickt es zutiefst, .... Bei der Umarmung stellt es einen merkwürdigen bekannten Geruch fest. Mit dem feuchen Finger fährt sie über Amiris kalte Wange .....:
Ein Geschmack von "fishermens friends" und Lakritz ?
((c) Schroedax 2011)
Zensur... so würde ich das Bild nennen. Durch die bewusste Unkenntlichmachung der Frau wird das Individuelle des Menschen gelöscht... Es gleicht einer Schwärzung in Printerzeugnissen (/u.a. durch diktatorische Regimes)
Die durchaus imposante Location ist aber aus meiner Sicht nur Beiwerk, die Hauptaussage sehe ich in der Schwärzung der Frau.
Es könnte an die politische Landschaft in China erinnern, ein imposantes Land, dass sich demokratisch anfühlt, es beim genauen Hinsehen aber nicht ist... Die Stelle ist geschwärzt..
Soweit meine 5 Cent dazu.
zu den Aufliegerbussen: die Auflieger sind wahrscheinlich DAF A8 Untertsellen, Baujahr 1946, wurden betrieben von der hollaendischen Bahn, Zugmaschinen waren Crossleys, keine DAF Zugmaschinen weil die ja erst ab 1949-50 ausgeliefert wurden. Im DAF Museum - Eindhoven - wird gerade ein Busauflieger restauriert.
Gruss aus NL
Vielen Dank an alle für die rege Beteiligung und die interessanten Beiträge. Das Bild trägt den Bildtitel "LOST". Die Farben waren so Vorort und das Model ist echt und lebt. Das Gesicht habe ich in Photoshop schwarz eingefärbt - dadurch entstand der etwas unheimliche und surrealistische Effekt. Agora finde ich Klasse so eine intensive Auseinandersetzung mit einem Bild würde ich mir auch weiterhin wünschen.