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(I) Banger Blick... von Stefan Ott

(I) Banger Blick... 


Von 

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9.05.2005 um 12:06 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures  by the senders.
in die Welt...

Der geneigte Betrachter verzeihe mir, dass ich nun etwas länger aushole :-)

Schon im Herbst und Winter habe ich viele Tage und Stunden damit verbracht, Fuchsbauten in meinem Revier
aufzuspüren. Man glaubt garnicht, wie groß so ein Wald sein kann, und an was man alles denken muss, um eine
Fotosession erfolgreich werden zu lassen. Geeignete Anfahrtswege und Parkmöglichkeiten, nicht allzugroße
Fußmärsche wegen dem vielen Gepäck, nicht zu hell, nicht zu dunkel soll es sein. Versteckmöglichkeiten müssen
angelegt werden können und allzu offensichtlich sollte das ganze auch nicht werden, um nicht neugierige
Spaziergänger auf dcen Plan zu rufen. Dann endlich hat man auf seiner Revierkarte ausreichend Fuchsbauten
eingezeichnet und malt sich in seiner Phantasie die tollsten Bilder aus - das Jagdfieber hat einen bereits gepackt.

Jedoch ist Geduld angesagt - noch sind die Bauten verwaist, denn die Ranzzeit hat noch nicht begonnen, und alle
Pläne sind noch graue Theorie. Dann endlich - mit banger Erwartung werden die Fuchsbauten wieder und wieder
besucht und mit dem Fernglas "seziert"...liegt etwa frische Erde dort? Sind die Blätter vom letzten Jahr nicht auffällig
beiseite geschoben? Frische Fährten? Lag der Ast bei letzten Kontrollgang nicht doch anders wie jetzt?

So langsam kristallisierten sich die bewohnten Baue heraus, aber zu meinem Leidwesen sind es nicht meine
"Wunschbauten" - Nummer 1 und 2 sind heuer nicht befahren, aber bei Nummer 3 deuten diverse Erdarbeiten und
Spuren auf rege Grabtätigkeit hin. Im späten Frühjahr wage ich es, direkt hinzugehen und Nummer 3 näher zu
inspizieren: Nein, nichts deutet auf einen Dachs hin, weder die typische Rille noch die scharfen Tatzenabdrücke
sind zu finden. Innerliches Frohlocken....Nummer 3 ist sehr hell gelegen und bietet gutes Licht, wenn auch die
Tarnung schwierig wird. Ich entscheide mich dafür, ein festes Versteck aus Hölzern auf der Morgenseite und zwei
weitere mit fexiblen Tarnnetzen auf der Mittag- und Abendseite anzulegen. Der kluge Mann baut jedoch vor - auch
die Bauten 4 bis 8 werden regelmässig aufgesucht. Nummer 4 ist ebenfalls vielversprechend, aber vom Bewuchs
her schwierig - viele Äste und Zweige in der Schusslinie, ausserdem ist die Strasse nicht weit. Nummer 5 ist
ebenfalls befahren, liegt aber nahe an einem Spazierweg. Bei Nummer 6 ist der Dachs drin. Nummer 7 liegt am Feld
und ich befürchte, dass mir das Gras bis April die freie Sicht nehmen wird. Nummer 8 ist optimal gelegen, auf einer
Anhöhe, aber zu meinem Leidwesen nicht befahren. Aber was soll's - ich denke, ich habe in diesem Jahr gute Chancen...

Ständiges Beobachten der Großwetterlage, weitere Reviergänge, Gespräche mit den Jägern folgen. Die FC und die
Naturfotoforen werden aufmerksam beobachtet - wer liefert bereits Fotos von diesjährigen Jungfüchsen.... dann
wieder warten. Schließlich hatten wir einen harten Winter. Der letztjährige Kalender gibt Auskunft - die ersten Bilder
konnte ich da am 25. April machen. In diesem Jahr werde ich also am 29. April - einem Freitag - beginnen.

Bau Nummer 3 empfängt mich mit frischem Erdauswurf - das entdecke ich aber erst nach Sonnenaufgang, denn ich
habe mich bereits in völliger Dunkelheit in mein Versteck geschlichen. Die Spannung steigt, die Sonne auch. Fliegen
schwirren um den Eingang, es riecht streng.. so sehr ich auch fiebere, es zeigt sich kein Füchslein. Aufgeben gilt nicht,
und so bin ich auch am Samstag und Sonntag dort...am späten Sonntag nachmittag jedoch ein Anruf meines Jägers...
am Bau Nummer 4 hat er soeben Welpen entdeckt, die schon recht weit entwickelt sind. Ich breche die Session ab,
kehre allerdings zusammen mit Uli und dem Nachtsichtgerät um 21 Uhr zurück. Als Belohnung zeigt sich gegen 23 Uhr
ein kapitaler Dachs. Keine Rinne, keine Kratzspuren - Isegrimm, der Schurke hat sich gut getarnt und mich schwer
ins Bockshorn gejagt.

Am Montag, den 2. Mai also lege ich mich im Morgengrauen vor Nummer 4 auf die Lauer. Nach den Erfahrungen
meines Jägers bin ich mir meiner Sache sicher - und tatsächlich, als die Sonnenstrahlen gegen 8.30 Uhr ihre Wärme
in den Bau senden, zeigen sich die ersten Füchslein vor meinem Objektiv.

(Fortsetzung folgt - für diejenigen, die es bis hierher geschafft haben)



Wildlife 2005
20D + 4/600 + 1.4 TC + ISO 400
Mehr Bilder auf http://www.naturfotografie.org
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