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Oh Love von Agora Bilddiskussion intensiv

Oh Love


Von 

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30.09.2012 um 18:20 Uhr
, Lizenz: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der jeweiligen Sender. All pictures © by the senders.
Spielregeln der Sektion Agora - Bilddiskussion intensiv findet Ihr hier: http://www.fotocommunity.de/info/Agora_-_Bilddiskussion_intensiv





Wichtig:

Hier werden unkonstruktive und/oder verletzende Anmerkungen gelöscht. Wir bitten darum die Diskussion aufs Bild zu fokussieren und persönliche Streitigkeiten, genauso wie irgendwelche Vermutungen über den Bildautor, aus der Diskussion herauszulassen.

1. Das Foto darf noch nicht auf der fotocommunity veröffentlicht worden sein
2. Der Fotograf bleibt bis zum Schluss anonym und darf sich erst in einem Schlusskommentar äußern, den er an uns ( Bilddiskussion_Intensiv@fotocommunity.net ) vorher sendet.
3. Bitte teile uns direkt mit, ob Du als Fotograf ( UserID) nach der Diskussion genannt werden möchtest.
4. Schreibe 2-3 Sätze zur Entstehung des Fotos

Anmerkungen:





Agora Bilddiskussion intensiv, 30.09.2012 um 18:21 Uhr

Der Fotograf schreibt:
Dieses Foto ist auf einer Pfingstkirmes entstanden.

Es ging mir darum, das Treiben und die Ausgelassenheit in Bewegung auf einer Kirmes darzustellen. Die Wirkung der Farben ist mir hier sehr wichtig.

In der Bilddiskussion würde mich Folgendes interessieren:
Wie sieht es mit der Bildgestaltung aus, als auch den Farben als Gestaltungsmittel.

Wie ist die Meinung der Betrachter zum Umgang mit der Bewegung und dem Festhalten gerade dieses Augenblicks?

Was erzählt dem Betrachter das Bild? Erzählt es ihm überhaupt etwas? Was könnte man bei solch bewegten Motiven anders oder besser machen?



WMeyer, 30.09.2012 um 20:00 Uhr

In jedem Falle ein Bild, das Leben, Bewegung und Freude ausstrahlt. Die schrillen Farben passen. Die Gesichter der Mädchen sind gestalterisch richtig platziert und verraten Spaß und Extrovertierheit. Die beiden Männer, die ebenfalls an der richtigen Stelle getroffen wurden, werden - insbesondere, durch den diagonalen Fingerzeig - dazu in Bezug gesetzt. Vielleicht hätte man die sich links oben aus dem Bild bewegende Figur ganz abschneiden sollen. Auch oben etwas zu schneiden, hätte man überlegen können. Alles in Allem ein netter Schnappschuss, der nicht die Fotografie neu definiert, aber farbenfroh dem Betrachter eine heitere Stimmung vermittelt. Mit dem Titel kann ich wenig anfangen.


formlos, 30.09.2012 um 21:18 Uhr

Obwohl ich die Idee hinter Agora großartig finde, halte ich mich hier mehr und mehr zurück, da mich das alles zu sehr aufwühlt.
Hier will ich aber gerne nocheinmal etwas schreiben.

An sich gibt es einiges am Bild, was mir sehr gut gefällt, allem voran die Interaktion der beiden Frauen, die große Intimität und Lebensfreude ausstrahlt.
Auch der schon erwähnte Finger, der auf die beiden zeigt, ist klasse getroffen.
Dass sich das Motiv des "einander Anschauens" bei den Männern wiederholt ist hervorragend.

Die grellen Farben und Muster der Karussellbemalung empfinde ich persönlich allerdings als sehr störend.
Beim Betrachten habe ich große Mühe bei den (für mich!) interessanten Bildkomponenten zu bleiben, der Blick springt hin und her, wird zu sehr von der Unruhe, die der Hintergrund erzeugt, abgelenkt.
Das finde ich sehr schade.

Auch der unscharfe Wagen auf der rechten Seite irritiert mich sehr, ich denke dauernd "Gott sei Dank lässt er von der rechten Frau gerade noch genug übrig". Das ist ein wenig unglücklich.
Bei der Geschwindigkeit, mit der sich die Kabinen drehen, ist es aber wahrscheinlich ohnehin nicht gerade leicht einen freien Blick zu bekommen.

Farben, Schärfe und Kontraste finde ich sehr gut und habe dabei im Hinterkopf, dass es gut sein kann, dass es in diesem Moment schon dämmerte (!).

Alles in allem transportiert die Aufnahme eine schöne, ausgelassene Stimmung, was für mich wesentlich wichtiger ist, als die technischen Details.

Interessant fände ich noch zu erfahren, ob das Bild gar aus einem anderen Wagen aufgenommen wurde und ob der Titel das unsägliche Lied von Lena wiederspiegelt, das im Moment der Ablichtung krächzend aus den Lautsprechen
schallte..Den habe ich nämlich jetzt, leider Gottes, als Ohrwurm.

Alles Liebe



elstp, 30.09.2012 um 22:38 Uhr


Die bunten Bestandteile des Bild-Untergrunds sind leicht unscharf bzw. überstrahlt; die Karussell fahrenden Menschen sind nicht in einer Pose festgehalten, sondern erscheinen eigentlich erst, nachdem man einen nicht identifizierbaren Vordergrund vernachlässigt, der als erstes die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte.

Bei genauerem Hinschauen nimmt man das glückliche Erschaudern einer jungen Frau als wichtigstes Element wahr: Sie wendet sich ihrer Begleiterin zwar zu, ist aber völlig mit ihrem eigenen Erleben beschäftigt - was ihre Begleiterin (in Sympathie) zwar wahrnimmt, aber nicht ganz teilt.

Der eine der beiden in einer anderen Gondel sitzenden jungen Männer ist weitaus weniger an den durch die Karussellbewegung erzeugten Gefühle, als an seiner Umwelt interessiert: Er zeigt mit Körpereinsatz (also leicht vorgebeugt und mit beiden Händen) auf etwas, und der andere versucht - wie die Begleiterin der Protagonistin - den aktiven zu verstehen.

Die als Hintergrund-Bemalung verwendeten Motive der Kirmes sind idealisierte Klischees amerikanischer Unterhaltungspraxis, so dass das wirklich sehr bunte Bild konzentrierte Aufmerksamkeit erfordert, will man die durch die Poppigkeit signalisierte Scheinwelt durchdringen, um zu der so menschlichen jungen Frau und ihrer Freundin zu ,gelangen‘. Das lohnt sich aber, denn deren Freude teilt sich mit, und man will auch wissen, wie es den übrigen Protagonisten geht.

Ich stelle mir vor, dass der Fotograf bei seiner Aufnahme sein Augenmerk ganz auf die Gondel mit den jungen Frauen gerichtet hat, und dass diese Aufnahme auch schon so sehr viel von der Lebensfreude der beiden vermittelt hätte, wären die beiden jungen Männer weiter hinten nicht als ergänzende Botschaft auf dem Foto eingefangen worden - man k ö n n t e hier von einem Klischee reden, dass die Einschätzung von männlich=rational und weiblich=gefühlvoll bedient.

Mir gefällt das Foto in seiner Buntheit, die Verteilung seiner Gewichte und sein Anspruch; mir gefällt aber vor allem, dass die Natürlichkeit der Lebensfreude die Botschaft ist, was sich in dem Titel ja bestätigt.



Wolf Schroedax, 30.09.2012 um 22:55 Uhr

1.Blick :: + Die Farbkomposition inkl. ihrer Schärfeveteilung ist angenehm und heiter. + Aber :: Bewegung sehe ich kaum. Es ist als ob der Zug sich gerade erst in Bewegung setzt, denn die 4 Fahrgäste sind noch ins Gespräch vertieft. Das wäre in voller Fahrt sehr ungewöhnlich. + Die Fahrgäste als Beiwerk in einer Farbkomposition zu sehen gelingt mir nicht ...


elstp, 30.09.2012 um 23:11 Uhr

Nachtragen möchte ich, das mich die Überfülle an Farben und Formen vermutlich von einer näheren Betrachtung abgehalten hätte, wäre ich durch die Agora-Bilddiskussion nicht dazu eingeladen worden.
Und @Wolf Schroedax: es stimmt: das Karussell scheint gerade erst Fahrt aufzunehmen, aber das Thema ist ja die Emotion der Beteiligten. Ich finde, dass bezüglich der Bewegung gerade der richtige Moment gewählt ist, wo die jungen Leute sich noch auf das gesamte Abenteuer einlassen können und nicht nur noch den Rausch der Geschwindigkeit erleben.



HorstS, 1.10.2012 um 0:40 Uhr

> Wie ist die Meinung der Betrachter zum Umgang mit der Bewegung und dem Festhalten gerade dieses Augenblicks?

das Karussell hat sich definitiv nicht bewegt. Bei 60 - 80 Km/h sitzt "Frau" nicht so locker in der Gondel.


> Wie sieht es mit der Bildgestaltung aus, als auch den Farben als Gestaltungsmittel.

die Gondel rechts im Bild stört extrem, da auch sie nicht einmal in "Bewegung" ist. Der eingeblasene Nebel der Nebelmaschine zerstört den ansatzweise farbenfrohen Hintergrund.

Ich hätte mir ein anderes Foto meiner 20-30 Karussell - Aufnahmen rausgesucht. :-)



formlos, 1.10.2012 um 7:31 Uhr

Ja, das stimmt.
Es kann nicht sein, dass das Karussel sich in vollem Lauf befindet, die Personen würden sich anders verhalten, das Bild wäre so nicht machbar, Bewegungsunschärfe würde sich einfinden etc...
Aber ganz still wirken sie auf mich nicht, eher wie beim Anfahren, doch schon etwas in Fahrt.
Aber wahrscheinlich habt ihr recht.
Das Teil steht.

Ist das wichtig?
Wohl eher nicht.
Vielleicht noch für die Frage, weshalb die Gondel rechts soweit in Bild ragt.



Matthias von Schramm, 1.10.2012 um 10:04 Uhr

der moment ist (wie schon richtig beschrieben) gradezu intim, gegen den schnitt habe ich nichts zu sagen. wichtig finde ich die spielerische, aber aggressiv wirkende geste der jungs im hintergrund. sie zeigt einen kontrast inhaltlich zur friedlichen fröhlichkeit der mädchen. ein kontrast sozusagen der ausgelassenen geschlechter. der unterschied des übermuts. die farbwahl mag ich auch. sie unterstützt die szene. nun kennt man solche bilder und filmsequenzen eher bei kunstlicht am abend, wenn das feiern in der nacht passiert. unter tageslicht wirkt die szene dann doch einigermassen unschuldig auf mich. die bereits erwähnte statik ist dabei interessant. so wirken die protagonisten doch ein wenig wie schauspieler in einem musical, zudem stevie wonder sein grinsen schenkt. der genaue schärfepunkt ist mir nicht ganz klar. das bild finde ich ein wenig weich und zu klein präsentiert.


PeterRo., 1.10.2012 um 15:22 Uhr

Ich schau mir grade das Bild hier an, lese die Beiträge und wundere mich etwas. Das Bild scheint mir eher eine Sammlung von Zufällen zu sein. Von durchdachter Gestaltung ist hier keine Spur.
Das Treiben oder Ausgelassenheit ist hier nicht richtig bis überhaupt nicht dargestellt. Eher sieht es aus, als würde die rechte, der linken einen Witz erzählen. Wie schon hier mehrfach geschrieben, das Karussell sieht aus, als ob es sich nicht bewegen würde. In solchem Fall wundere ich mich über die störende Gondel am rechten Rand. Es hätte gereicht, wenn sich der Fotograf einen halben Schritt nach links bewegt hätte, schon wäre sie nicht mehr sichtbar und der Oberarm des rechten Mädchens wäre sichtbar. In voller Fahrt würde das Foto ganz anderes aussehen.
Für mich sieht es aus, als ob der Fotograf eher darauf konzentriert war die beiden Mädels abzulichten, als das Bild zu gestallten.
Mich interessiert hierbei folgende Frage:
womit hat der Fotograf mehr Zeit verbracht, mit dem Gestalten des Bildes bereits vor dem Abdrücken des Auslösers oder mit dem Formulieren der Fragen, als er das Bild hier eingereicht hat?
Für mich ist es nicht mehr als ein ungelungener, gewöhnlicher Schnappschuss.



WMeyer, 1.10.2012 um 17:19 Uhr

Vielleicht wäre der Fotograf aus seiner eigenen Gondel gefallen, wenn er sich einen halben Schritt nach links bewegt hätte?


SteffenKluge, 2.10.2012 um 2:13 Uhr

Das "Kirmes-Gefühl" mit seinen schrillen, leuchtenden Farben und der natürlich wirkende und ausgelassene Moment der beiden jungen Damen kommt bei mir an!
Obgleich die Bewegung etwas "eingefroren" wirkt und damit keine wirkliche Dynamik vermittelt.

Der Kamerastandpunkt lässt sich vermutlich nur bedingt optimal auswählen - für mich zählt das Sehen des Moments, der sich analog zum Street-Shooting im spontanen Reagieren und - mit etwas Glück- in guter Bildkomposition umsetzen lässt.

Ich weiß nicht, ob Du eine Serie geschossen hast, oder ob dies einen einzelnen Versuch wiedergibt; Kritikpunkt aus meiner Empfindung wäre das "Objekt'" rechts und der unwesentliche Bildteil links, welche den Fokus stören. Beim Abschneiden würde es jedoch vermutlich die Bildteilung maßgeblich negativ beeinflussen (obwohl Hochformat noch einen Versuch wert wäre) - manchmal kann man eben nicht alles haben; ich würde es im Fotohome behalten, aber ich finde es nicht optimal gelungen ...
LG Steffen



formlos, 2.10.2012 um 8:09 Uhr

Bei den vielen Fragen, die hier aufkommen ist es schön, wenn am Ende noch ein Statement des Photographen folgt.
Wenn ich mich da so einbringe und teilhabe bin ich schon auch enttäuscht, wenn am Ende nur steht "bedankt sich für die Diskussion".

Aber so heiß, wie es hier öfters hergeht, kann ich das auch irgendwo verstehen, wenn auch nicht völlig nachvollziehen.
Na, ja..
Vielleicht wird´s ja dieses Mal was...
Trau dich!



Anke Jurrack, 2.10.2012 um 9:14 Uhr

Das erste Mal, das ich nicht alles lese... also "Verzeihung" in die Runde, wenn irgendwas nachgeplappert wirkt.

Erstes Kompliment geht an den Fotografen, der mal Vorab-Worte gefunden hat, die tatsächlich einen Wegweiser darstellen.

Meiner Meinung nach ist das farblich astrein. Es wird komplett von Farbe umspült, lässt aber rund um das "Gespräch" der Mädchen Platz und betont das Ganze. Diese Interaktion zwischen ihren Gesichtern empfinde ich als DAS Hauptmotiv und ich finde es sensationell. Tausend Ideen für ihre Worte hätte ich da.
Schön finde ich auch, das man die anderen Menschen auf dem Bild direkt einbeziehen kann, aber nicht muss, weil sie eben nicht direkt in Kontakt stehen. (aber sicher Grund für das Gelächter sein "könnten")

Die Bewegung sieht man wohl durch die langen Haare, ansonsten weiß ich nicht, ob da genug "Schnelligkeit" gewesen wäre, um durch Mitzieheffekte vielleicht noch irgendwas zu verstärken. Kann aber sein.

Ein tolles lebendiges Bild. Selbst wenns ein Glückstreffer war, so hat man ihn hinterher richtig gesehn und eben hier gezeigt. Gut ausgewählt.

Anke



Kommissar-Lohmann, 2.10.2012 um 10:57 Uhr

Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, dass die Farbe hier "sehr passend" sei. Ich behaupte mal glatt das Gegenteil. Ich finde die Farbe viel zu aggressiv. Sie lenkt meine Erachtens viel zu stark ab von dem "farbigen Gemüt" der Mädels ab..

Schwarzweiss lenkt den Blick wesentlich schneller zum wesentlichen: nämlich der Lebensfreude der Akteure.


Was ich auch verbesserungswürdig finde ist der Schnitt- warum man hier eine "gerade Ausrichtung" gewählt hat verstehe ich gar nicht - es ist Kirmes!! alles bewegt - alles dreht sich!! Das Foto aber ist so gerade als wäre es an einer Wohnzimmerwand im rechten Winkel ausgerichtet worden ..



dkrepeat, 2.10.2012 um 11:41 Uhr

leider, leider, leider kann ich mich dem lob meiner vorrednerin anke nicht anschließen. dabei wünscht man es dem foto doch so! da ist diese wunderbare szene zweier mädels, die im idealmoment getroffen sind. wirklich schön.
doch wendet sich das auge hiervon ab, fängt das desaster auch schon an: zuerst sucht das hektisch umherirrende auge nach weiteren bildelementen, die den ersten, positiven eindruck verstärken, doch je länger man sucht, desto weniger wirkt das foto. da ist erst einmal die mehr als störend wirkende abgeschnittene kugel rechts, von der man hofft, daß nicht eine kollision mit der gondel der hauptprotagonistinnen bevorsteht, dann der scheinwerfererhellte nebel, der, ohne stimmung zu erzeugen, einen namhaften teil des fotos ins nirwana abdriften läßt, der discomann auf der gondel, der sein gegenstück in einem aus der szene laufenden, abgeschnittenen tänzer findet, der offenbar vor seiner - ebenso abgeschnittenen - tanzpartnerin flüchtet, die beiden jungs in der zweiten gondel, die, so meint man, in eine andere richtung fahren als die kichernden mädchen. als wäre das alles nicht genug, kommt die eingefrorene bewegung hinzu, die rätsel aufgibt: die haare wehen und der rest stockt. an dieser stelle kommt der kugelrest im rechten vordergrund wieder ins spiel: auch wenn sich das hirn die weiterfahrt des gutgelaunten paares nach vorn gern vorstellen will, so wird es durch dieses pink-monströse hindernis ausgebremst.
ist man mit der betrachtung an diesem niederschmetternden punkt angelangt, stellt man überdies fest, daß wohl die automatik der kamera, nicht wissend um begriffe wie atmosphäre und stimmung und die rauschunterdrückung überschätzend die empfindlichkeit zu hoch gezogen hatte und auch bei der belichtung mindestens eine halbe blende zu spendabel war.
zum schluß grübelt man dann, wie es eigentlich zu diesem foto kommen konnte und was passiert war. mag es ja sein, daß den fotografen, am computer sitzend, bemüht, den lebensfrohen mädelsbildausschnitt zu retten, ähnliche gedanken peinigten, als er nämlich merkte, das alles drehen, alles beschneiden am ende nichts bringt, sondern mehr schadet als nützt. er wird sich dann ratlos gefragt haben, warum er seinen standort für das nächste vorbeikommen der mädchen nicht geändert, warum er dann die kamera nicht ein wenig mitgezogen und hierzu die zeit-blenden-kombination nicht händisch geändert hatte. und dann, nach einem tiefen seufzer und dem resignierten abspeichern in den tiefen der festplatte, wird er sich wohl damit getröstet haben, daß man es einem schnappschuß ja nicht so übel nimmt, nicht perfekt zu sein...



formlos, 2.10.2012 um 19:16 Uhr

@Snap Judgements:

Das mit der Gondel kann ich nachvollziehen und durch deine Argumentation auch erkennen.
Andere Augen, andere Sicht.
Das ist mal eine sehr schöne Wirkung von Agora.
Danke dir dafür.



Anke Jurrack, 2.10.2012 um 21:07 Uhr

Ich will schnell noch dem Kommissar zustimmen, was die "Ausrichtung" angeht: Das Bild würde durch ein bischen "schiefer" vielleicht wirklich ein bischen mehr "Kirmes" gewinnen!

LG Anke



Wolf Schroedax, 3.10.2012 um 7:27 Uhr

@Komissar Lohmann ::: Bitte nicht in s/w umdenken... denk an den aggressiven Krach ... da müssen schreiende Farben her !!!


Kommissar-Lohmann, 3.10.2012 um 8:08 Uhr

nein- ich habe es nicht umgedacht sondern bereits für mich einmal umgewandelt und ich fand, dass das Bild gewonnen hat...

das kann ja jeder einfach mal ausprobieren :-)



Claudia Jenniges, 3.10.2012 um 10:42 Uhr

@BildautorIn
Deine Intension Spaß und Ausgelassenheit auf einer Kirmes wiederzugeben, kommt bei mir an.
Ob hier aber wirklich Liebe im Spiel ist, halte ich für reine Spekulation, außer man stellte die Hypothese, das Leben sei ein einziger Flirt :)

Du fragst, wie wir den Umgang mit der Bewegung, ich denke mal, du meinst die des Karusells einschätzen.
So richtig hat deine Kamera eine,n Fokuspunkt, - ebene nicht erwischt oder du hast das Bild stark beschnitten?) Auch wirkt die Umgebung nur bedingt unscharf.

Die Bildgestaltung des Motivs 2 Paare, Mädels und Jungs, als Gegensatz ist dir prima gelungen, auch die Gestik und Mimik hat ihren Reiz.
Der Bildaufbau, Linien, Flächen und deren Verteilung wirkt auf mich ansprechend.
Aufbau der Farben,
Wagen der Mädels, rechts im Vordergrund korreliert mit den Tänzern links im Hintergrund, so
der pinke Wagen, rechts, in der Vertikalen mit der blauen besternten Fläche in der Horizontalen....

Noch was zu den Hautönen, da gibt es einige Farbabrisse (Verhältnis Magenta zu Gelb, wie sieht es mit den Cyanwerten aus?), vermute mal, dass der Weisabgleich nicht korrekt ist.

Die Frage, was mir ein Bild erzählt, finde ich immer etwas befremdlich, s.o.
Da wird dann gerne etwas hineininterpretiert, was meist nicht da ist, es hat dann mehr von Märchenstunde, als von Bildbetrachtung ;)
Die Frage, ob ein Bild für mich von Interesse ist, ob es mich anspricht und warum wäre passender :)
Da ich hier schreibe, ist es für mich sehenswert, da ich die Komposition, Kommunikation im Bild für gelungen halte.
Und ich merke, dass du versuchst dich mit deinem fotografischen Tun zu schäftigen, weiter so und

lG Claudia



Volker Soldatke, 3.10.2012 um 13:03 Uhr

In diesem Fall, denke ich, sind die Intentionen des Fotografen gut aufgegangen.

Die Farbexplosionen, in den knalligen Bonbonfarben,
sind typisch für den Kirmesrummel und gehören einfach dazu. Sie implizieren eine rauschartige Stimmung.

Der nebelige Hintergrund mit den plakativen und verschwommenen Figuren hebt die 'Mädels' hervor.
Der Focus liegt auf den jungen Damen,
die sich tief in die Augen sehen und eine grenzenlose Freude und Ausgelassenheit ausstrahlen.

Der rechte Rand stört etwas und könnte mehr Schnitt vertragen. Oder, was ja bei solchen Schnappschüssen nicht mehr zu ändern ist,
hätte ich den Standort etwas weiter links gewählt.
Die beiden jungen Männer unterhalten sich angeregt.
Auch sie strahlen Freude und Ausgelassenheit aus.

Alles in Allem eine gelungene Impression des Kirmesrummels.
Gruss Volker



Agora Bilddiskussion intensiv, 3.10.2012 um 23:06 Uhr

Hier geht es weiter:


Folgendes möchte Kerstin Westost noch anmerken:

allen beteiligten meinen dank für die z.t. sehr intensive wie schlüssige bilddiskussion. so stelle ich mir „agora“ vor! ich selbst mag dieses bild sehr, weiß aber auch, dass es ein problem hat, zu dem aber später.

natürlich ist hier alles in bewegung, keine der gondeln stand still. wenn man genau schaut, wird man das erkennen. aber was wollte ich: natürlich ist die ausgelassenheit der beiden „mädels“ für mich hauptmotiv in diesem bild, schließlich liegt der focus ja auch auf ihnen.

@snap – übers sofa, na das wäre des guten wirklich zu viel

@formlos – die farben gehören für mich unbedingt dazu, das sagt jemand, der am liebsten in schwarz-weiß sieht, hier eben nicht. alles was dich stört, macht aber doch diese unruhe, die geräusche, das flackern der lichter in verschiedensten und immer wieder wechselnden farben aus. da ist unruhe, aber ich werde immer wieder zu den mädchen geholt, diese freude, ihr kreischen beim drehen, ich höre es immer noch. – gut, ich war dabei.
was den rechten wagen anbetrifft, nun, wie ich schon sagte, alles ist in bewegung, man weiß nie genau, wohin sich jeder dieser vorbei huschenden wagen letztendlich gerade drehen wird, so sehr man auch etwas erahnen möchte. will man da fotografieren und ich wollte eben auch menschen auf der kirmes zeigen, schaut man, bevor man dann wirklich mehrere „schüsse“ hintereinander macht. es gibt noch ein paar recht brauchbare, aber den hier, den mag ich wirklich, weil mir hier einfach die komposition sehr gefällt. der hintergrund ist das einzig statische, den schnitt habe ich bewusst so gewählt, onb ich das bild noch mögen würde, wenn rechts die gondel nicht wäre, auch gerade mit ihrer unschärfe, weiß ich nicht. es war genau der moment und er zeigt sich mir mit den möglichkeiten, die ich mit diesem objektiv hatte, was ich liebe.

@elst – ich widerspreche dir. mein blick wandert immer und das sehr schnell, zu den mädchen, alles andere bemerke ich auch, wenn es mich interssiert, aber die mädchen sind eben blickgestaltend genau da, wo man immer wieder hinschaut. mit deinen letzten beiden absätzen liegst du nicht ganz falsch. wie ich schon sagte, ich habe erst geschaut, das bild gestaltet, erst mit den augen dann im sucher, entspre3chend dem hintergrund. dass beim schuss hier gerade die nebelei dazu kam, dafür kann ich nicht. – stimmt genau: „natürlichkeit und lebensfreude“ der beiden, das war meine intension, alles andere ist beiwerk. allerdings habe ich auf diesen augenblick gewartet, dass er dann so wie er sich hier zeigt, kam, mag ich im ergebnis.

@snap judgements – dein erstens seh ich genau so, nur das ich da nicht überlege ich fotografiere einfach aus dem bauch heraus so. wenn das bild für dich statisch wirkt, kann ich dir nicht widersprechen, aber wie gesagt, es waren die menschen, die mir hier wichtig waren, wie eigentlich meistens. – deshalb auch die wahl des objektivs, ein nikkor 85 / 1 : 1,4, hier mit blende 2,0. ich fotografiere am liebsten in diesem sehr engen tiefenschärfenbereich, was letztlich auch möglich macht, sich bewegende objekte so zu zeigen.

@matthias von schramm – deine analyse gefällt mir sehr. wer mich hier kennt, weiß, dass ich meine bilder nach der komprimierung nicht nachschärfe, hier wurde nur verkleinert auf 800 kb breite, der kontrast wieder leicht angehoben, die farbsättigung entsprechend leicht reduziert. wer dieses objektiv kennt, weiß, dass es leicht weich zeichnet. ich mag das auch hier.

@peterro – nicht böse sein, ich *schmunzle* ein wenig, besonders über deine beiden letzten absätze. zu deiner info, ich hatte sogar noch mehr an text an das agora-team geschickt

@wmeyer – herrlich!

@steffenkluge – ja, ich habe eine serie „geschossen“, wie gesagt, es gibt drei vier bilder, die es sich zu zeigen lohnt. du sagst es, man kann nicht alles haben, wenn man sich vorab für etwas festlegt. schneiden geht gar nicht! es ist mein blick, den ich da festhalten wollte, so und nicht anders.

@formlos – mein statement gerade hier ist mir sehr wichtig! danke für deinen berechtigten einwurf, ich wünschte mir das auch bei den anderen diskussionen! da muss ich mich nicht trauen, das mach ich einfach!

@anke jurrack – danke dir sehr! irgendwie sagst du genau das, was ich an meinem bild so mag, was aber nicht zwangsläufig dazu führt, dass ich hier nichts für mich gefunden habe in all der kritik. ich fotografiere einfach so, ich bin nah dran, hier etwas zu nah, dass liegt am objektiv, aber das war mir vorab bewusst, dass es nur solche bilder geben wird.

@kommissar – du weißt, wie sehr ich schwarz-weiß liebe! jeder, der mich kennt, weiß das. aber hier will ich eigentlich nicht mit mir diskutieren lassen. vielleicht in ein paar wochen, dann mag ich das – hier und heute bleibts wie es ist.

@dkrepeat – user, die nix im portfolio haben, aus der anonymität überheblich daher kommen, müssen nicht erwarten, dass ich auf sie eingehe.

@snap judgements – danke wie auch einigen anderen für ihre mehrfachbeiträge, es macht mir wirklich spaß, hier zu lesen und mein bild neu zu bewerten auch für mich. es war kein vorbestimmbares bild, oder nur sehr geringfügig. deshalb werde ich es so mögen wie es eben ist, mit all seinen punkten, die ein street einfach immer offen lässt. und es ist kein herausragendes bild, sonst wärs ja in der galerie

@claudia jenniges – danke auch dir, was deine argumente zu den farben, abrissen u.ä. betreffen, das ist mir nicht so wichtig. ich bestimme die farbbalance meist nach gefühl, wenn das nicht so ganz das deine ist, ich denke, das ist nicht so schlimm. doch bilder sollen schon geschichten erzählen, mir jedenfalls, ob sich die dann mit dem deckt, was der fotograf erlebte, erzählen wollte, ist im grunde nicht ganz so wichtig. – bilder sollten schon sprechen. – du hast recht, ich beschäftige mich mit meinem fotografischen tun, wenn mir dafür zeit bleibt, das ist leider viel zu selten der fall.

@volker soldatke – danke für dein derzeitiges schlusswort. was primär und sekundär hier beim betrachten passiert, ist eigentlich durch die bildgestaltung vorgegeben. man hätte sich natürlich auch den jungen männern mehr widmen können, nur kamen sie an diesem abend leider nicht bildbestimmend bei mir vorbeigedreht.

abschließend nun noch etwas zum bildtitel. da ich nichts dazu vorab geschrieben habe, an das agora-team schon, hier meine antwort: titel sind mir nicht so wichtig, wenn ein bild sich erst durch den titel erschließt, ist es kein gutes bild für mich.

@formlos
ich kann dich beruhigen, mit lena hat der titel sicher nix zu tun. ich habe beim bildbearbeiten von „green day“ ihren titel „oh love“ gehört ...
hier, extra für dich, damit du den schrecklichen ohrwurm los wirst!
http://www.youtube.com/watch?v=F_efJb8ds9A



danke für die gute diskussion! hat echt spaß gemacht mit euch!
lg kerstin





 
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