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Wenn man des Nächtens mal die Kamera gen Himmel richtet dann findet sich oft
gar wundersames auf den Bildern, hab mal ein paar Sachen zusammengestellt
die einem so begegnen können, (fast) ganz mit ohne Teleskop...
Vielleicht hilfts ja dem ein oder anderen bei der Identifizierung dessen was man
zufällig auf den Chip gebannt hat, UFO's werden wohl kaum dabei sein...
Die einzelnen Bilder sind, wenn nicht anders angegeben, 300x300 Pixel große
1:1 Ausschnitte aus unbearbeiteten Aufnahmen, Kamera, Objektiv etc. hab ich mal mit angegeben.
Und das ist zu sehen:
1. Flugzeug ( EOS 350D, Tokina 12-24mm @ 12mm, ISO800, f/4, 30 Sek.)
Ein hoch fliegendes Flugzeug, Spur geht leicht ins rötliche, in regelmäßigen Abständen
sind etwas hellere Punkte (Positionslampen) zu sehen wenn man genau hinguckt.
2. Flugzeug ( EOS 30D, Tokina 10-17mm @ 10mm, ISO1600, f/4, 30 Sek.)
Noch ein Flugzeug, diesmal relativ tief fliegend bzw. recht nahe am Fotografen :-)
Hier sieht man das geblinke von den Positionslampen vieeeel besser.
Flugrichtung ist von rechts oben nach links unten wo dann auch noch eine ganz
schwache zweite Spur zu sehen ist, vermutlich Streulicht von den Landescheinwerfern,
die Maschine war im Anflug auf FRA. Wenn ich ganz viel Zeit hätte dann könnte man
jetzt noch rausfinden welche Flugnummer, Gesellschaft, Maschinentyp :-)
3. Satellitenspur ( EOS 30D, Tokina 10-17mm @ 10mm, ISO1600, f/4, 30 Sek.)
Ganz schwach aber durchgängig ohne hellere Punkte, die brauchen ja keine Positionslampen.
Über http://www.heavens-above.com kann man ebentuell rausfinden was da vorbeigerauscht ist.
Sollte die Spur aus drei Strichen bestehen dann hat man wohl ein NOSS-Triplet erwischt,
das sind Spionagesatelliten von den Amis die in Dreiecksformation um unseren Planten eiern.
4. Satellitenspur- Raumstation ISS ( EOS 30D, Tokina 10-17mm @ 10mm, ISO1600, f/4, 30 Sek.)
Ein etwas grösserer Satellit :-)
Und entsprechend heller vor allem wenn die Solarpanels das Sonnenlicht reflektieren.
Auch hier eine durchgängige Spur ohne geblinke.
Wer die ISS mal selber angucken möchte kann sich unter www.calsky.de schlau machen
da gibts immer recht genaue Informationen über die Sichtbarkeit.
5. Iridium Flare ( EOS 30D, Tamron 28-75mm @ 28mm, ISO200, f/5, 50 Sek.)
Und noch ein Satellit, die Iridium Kommunikationssatelliten bescheren einem öfters solche "Flares"
wenn Reflektionen von den Solarpanels für einen kurzzeitigen starken Helligkeitsanstieg sorgen.
Sieht man hier im Bild ganz gut wie die Helligkeit ansteigt und wieder abnimmt.
Weniger deutlich sieht man das aber auch eventuell von anderen Satelliten.
Aufnahme hier um 50% verkleinert damit man die Helligkeits zu- und abnahme gescheit sieht.
6. Meteor ( EOS 30D, Tokina 10-17mm @ 10mm, ISO1600, f/4, 30 Sek.)
Könnte man fast mit einem Iridium Flare verwechseln, allerdings nimmt hier die Helligkeit recht
abrupt ab, Flugrichtung ist hier von links nach rechts. Wenn man genau hinschaut fallen einem
am Ende der Spur zwei Helligkeitsanstiege auf, das wird durch das auseinanderbrechen des
Staubkörnchens (mehr isses ja meist nicht) beim verglühen verursacht.
7. Flugzeug ( EOS 30D, Tokina 10-17mm @ 10mm, ISO1000, f/4, 30 Sek.)
Nein, kein sauheller Komet sondern wieder nur ein Fliegezeug, hier schwenkt der Pilot gerade
auf einen Kurs Richtung Betrachter ein und hat seine Landefunzeln an...
Sowas führt auch gerne mal zu einer UFO-Meldung wenn ein heller Lichtpunkt, viel heller als
alle Sterne, erst fast stationär am Himmel steht und dann urplötzlich recht schnell in eine
Richtung beschleunigt und verschwindet. In dem Fall war der Flieger meist recht nahe, kam
direkt auf den Betrachter zu und schwenkte dann auf einen anderen Kurs. Wenn der Wind
auch noch richtig steht dann passiert das auch noch geräuschlos.
8. Komet ( EOS 30D, Teleskop 500mm, ISO400, f/5, 66 Sek.)
Hier der Komet Swan von Ende Oktober 2006, ist zwar nicht mit einem normalen Objektiv
aufgenommen sondern mit einem Teleskop mit 500mm Brennweite aber diese Verkleinerung gibt
einen Eindruck dessen wieder was man auch mit einem 300mm Objektiv in 100% Ansicht auf den
Chip bannen könnte, natürlich nur wenn der Komet gross und hell genug ist.
Bei der Brennweite und Belichtungsdauer kommt man allerdings auch um ein Nachführung
nicht herum um die Erddrehung auszugleichen.
Um den Kometenschweif sichtbar zu machen sind ausserdem meist viele Aufnahmen
und eine gehörige Portion EBV nötig, es sei den es ist ein ganz grosser und heller.
9. Galaxie ( EOS 30D, Tokina 10-17mm @ 10mm, ISO1600, f/3.5, 30 Sek.)
Eine Galaxie mit nur 10mm Brennweite?
Ja das geht, zumindest bei dieser hier, M31 die Andromeda Galaxie, hier halt nur wenige
Pixel gross ist der helle Kern erkennbar, im Gegensatz zu den Sternen drumrum als eher
verwaschener Fleck.
Unter halbwegs dunklem Himmel kann man M31 auch mit blossem Auge als verwaschenen Fleck sehen.
Bereits mit rel. kurzen Telebrennweiten ist die Andromeda ein lohnendes Ziel, ich habs
unter anderem mal mit einem alten 135mm Objektiv probiert:
also auf den ersten Blick meinte ich, es sei mein Boden in meiner Wohnung, den Du da fotogrfiert hast. :-) Nein.
Finde ich interessant Deine Doku, wenn ich auch die Positionslampen vom Flugzeug nicht gefunden habe. :-) aber deine Mühe, danke fürs lesen und wieder was dazugelernt.
lg Aragorn57
Eine interessante Darstellung und eine gelungene Collage. Den Text lese ich mir dann durch, wenn meine Kopfweh besser sind ;-)
Wie wärs mal mit ner Nachtführung?
ich höre sie, die Anweisungen an den Kumpel, der mit Leuchtdioden im dunklem Badezimmer hantiert: „nein, nein, Du musst regelmäßiger blinken, das ist doch das Flugzeug, das tief fliegt..........., das Streulicht etwas intensiver“ Die Darstellung eines NOSS-Triplet ist sozusagen die Kür, nach zwei Stunden mit verkrampften Fingern eine Dreiecksformation zu simulieren, gar nicht so einfach.
Quatsch, kompletter, man ist erst mal baff, was sich an unserem Abendhimmel so alles tut und das man das kenntnisreich sogar unterscheiden kann. In der Präsentation steckt Ausdauer, Hingabe, Interesse für die Sache und vermutlich Freude am erleben. Wird in unseren Breitengraden bei dem oft bedeckten Himmel auch erschwert. In der Nähe von Ffm muss dann der Nachthimmel aussehen wie ein Schnittmusterbogen oder es ist wegen der Helligkeit der Umgebung gar nicht möglich, solche Aufnahmen zu machen.
Deine Erläuterungen, die ich Punkt für Punkt gelesen habe (ja, wirklich) beinhaltet für mich den Faktor Zeit. Vom Flugzeug das in einigen tausend Meter am Abendhimmel entlangschrabbt, bis hin zur Andromedanebel, der eine Situation zeigt, wie sie gar nicht mehr existiert, vor Millionen von Jahren war. Bei uns ganz in der Nähe gibt es ne kleine Sternwarte, die auch interessierten Leuten das Fotografieren des Nachthimmels ermöglicht. Die einzelnen Bilder zu kommentieren, fällt natürlich schwer und ob der Unkenntnis auch Fragen zu stellen, obwohl es hier Anlass genug gäbe. Ich glaube, da könnte man locker einen Vortrag gestalten.
Jedenfalls macht etwa das Bild Nr. 8 Hoffnung, es ist Swetlana von einer kleinen russischen Airline, die auf die Art und Weise Zeichen gibt, sich in zwei Stunden zu einem Schlummertrunk zu treffen. Viel netter als das bereits erwähnte Noss-Triplet, das womöglich Aufnahmen macht, wie man nachts auf Zehespitzen heimlich an den Kühlschrank schleicht.
Aber geflunkert haste nicht ???
Lg klingt fast etwas banal, ein Astronautengruß wäre eher zu großspurig .........., also eher mit einem bodenständigen Gruß Günter ;-)
Uhi das ist ja eine sehr schöne Reportage geworden.
Auch, wenn mich Flugzeug und Satellitenspuren beim Astrografieren schon ziemlich nerven.
Sehr anschaulich, sehr gut.
Grüsse Udo
viel zeit ist für dieses upload nötig gewesen, stundenlanges indernachtrumgewarte und dann auch noch solch ausführliche erklärungen .. danke uwe, ich als laie bin erstaunt, was es da oben alles zu entdecken gäbe, wenn man am stadthimmel etwas sehen könnte .. ich seh nur ab und an mal einen großen wagen .. der nordstern scheint mir direkt auf den balkon, aber solche highkights wie du sie hier zeigst sind mir mit bloßem auge natürlich noch nicht untergekommen. aber wozu haben wir dich, der du dir die nächte um die ohren schlägst, um uns sowas tolles zu zeigen .. respekt!!!
irdische grüße aus leipzig
birgit
Herrlich, da fehlen eigentlich nur noch die selbstgebauten Heissluftballons von Nachbars Kindern in der Sammlung. Markantes Kennzeichen: Parabelbahn mit flackernd erlöschendem Karbidbrenner kurz nach Erreichen der maximalen Flughöhe, Flugdauer ca. 15 Minuten bei Regen.