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... fasziniert uns.... wennn, ja , wenn wir etwas über das Leben eines Menschen erfahren: Spannendes, Trauriges, Aufregendes, Liebevolles und Nachdenkliches. Doch manchmal zieht das Schicksal rigoros den Vorhang zu.
Dann ist Sendepause. Es gibt nichts, das unsere Wissbegierde stillen kann.
Dies´ ist so ein Fall.
Wilhelm war ein Seefahrer aus Sachsen. Jahrgang 1907. Ein eingefleischter Junggeselle. Er kannte fast alle Häfen dieser Welt, besonders die afrikanischen. Und einmal passierte es....
"Ich weiß nicht mehr in welchem Hafen es war. Es ist ja auch schon viel zu lange her",begann er zu erzählen. "Da habe ich einem jungen Hafenarbeiter
in Afrika einen Nagel aus dem Fuß gezogen. Einen Arzt konnte er sich von seinem Hungerlohn nicht leisten und dann habe ich es eben mit Bordmitteln gemacht.- ganz einfach mit meiner Hand".
"Ja, so war das damals. Am nächsten Tag kam er wieder. Er humpelte noch. Das hat ihm wohl auch aasig wehgetan.Und dann hat er mir eben diesen Kopf geschenkt. Aus Holz. Der ist verdammt schwer. Das soll der Kopf von einem Häuptling gewesen sein, weißt Du".
Wilhem ist nicht mehr, hat schon vor Jahren die letzte Reise angetreten.
Sein Keller wurde entrümpelt. Seine Schwester hatte Tränen in den Augen.
Und der Kopf aus Afrika lag im Zementstaub.;Du magst doch solchen Kram",meinte sie. "Den darfst Du ruhig mitnehmen, wenn Du willst. Der landet sonst sowieso nur in der Müllverbrennung".
Nun hat der Kopf bei meinen Büchern einen festen Ankerplatz bekommen.
Das schwere Mitbringsel ist aus Hartholz, wiegt über drei Kilo und ist 38 Zentimeter hoch.
Wertvoll ist er nicht, der Kopf aus Afrika. Aber eine gute Erinnerung an Wilhelm. Er war ein Seemann aus Sachsen, der zeitlebens Fernweh hatte.
Text: Norbert Bendig
norbert, du bist ein poet.
deine geschichte ist rührend und spannend.
diesen kopf würde ich auch zwischen meine bücher stellen, da gehört er hin.
das"kopfholz" der beigestellten stämme paßt ebenfalls.
Auch ohne die Geschichte zu kennen, beeindruckt der Kopf durch seine Gesichtszüge, die sowohl Trauer als auch Lebenswillen ausdrücken.
Tolles Foto - tolle Geschichte !
L.G. von Anke