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Die beiden Fördermaschinen mit Koepe-Treibscheiben arbeiteten bis Anfang des Jahres 2003 auf der Grube Clipstone im Mansfielder Revier. Die dazugehörigen Fördergerüste sind die höchsten Englands und werden als Denkmale erhalten bleiben.
Aufnahmetechnik:
Hasselblad 2000 FC/M, Zeiss Distagon 40/4.0, Blende 16, 1 sec, Ilford Delta 100
Drei Teilbilder mit Pano-Tools rectilinear zusammengesetzt.
Horizontaler Bildwinkel ca. 140 Grad.
Beeindruckende Schärfe und Grauwerte, allerdings wirkt auf mich der Rand etwas verwaschen und überschrärft (Treppchen).
Das Motiv ist allererste Sahne! So sieht es also zwischen den "Zwilligen" aus.
Gruss Marc
@Marc:
Die Treppchen sind tatsächlich störend. Ich hab das Bild erst nach dem Skalieren nachgeschärft, was diesen Effekt erzeugt hat. Das Original (4300 x 1200 Pixel) ist sauber.
Gruß Harald
@ Harald: Kann ich mir vorstellen. Ich schärfe immer stufenweise also Bildgrösse-10%, wenig schärfen, -10%, wenig schärfen usw. bis zur entgültigen Grösse...so vermeide ich diese Treppchen.
Back-to-back also nicht nur im Siedlungsbau. Danke für diese übersichtliche Innenaufnahme mit dem Mordsbildwinkel. Ich will nicht zweifeln, aber ist die linke FöMa angesichts der übergroßen Seilaustrittsöffnung wirklich eine Koepe? Und bleiben die Maschinen neben den 63m hohen Gerüsten ebenfalls erhalten?
@Heiko: im Rahmen der Begehung wurde uns gesagt, es handele sich bei beiden Förderungen um Koepe.
Allerdings, wenn ich genau hinsehe, kommen mir da auch Zweifel: die Seiltrommel wirkt relativ breit für eine Koepe-Scheibe und die breite Seilaustrittsöffnung hattest Du ja schon als Indiz gegen Koepe angesprochen. (Obwohl die Öffnung rechts auch ziemlich groß ist.) Es gab ja auch koepe-artige Förderungen, bei denen das Seil mehrfach um die 'Koepe-Scheibe' geschlungen wurde. So etwas könnte hier evl. auch vorliegen, aber das sind nun Mutmaßungen.
Leider ist mir nicht bekannt, ob außer den Gerüsten noch irgendetwas stehenbleibt.
nochmal @Heiko: es handelt sich eindeutig in beiden Fällen um Koepe!
Das mit dem Panorama ist zwar nett, um den Gesamtzusammenhang zu zeigen, hat aber den gravierenden Nachteil, daß die Breite der aufgenommenen Objekte zum Rand hin scheinbar zunimmt. Die Scheibe ist also wirklich eine Scheibe und die Seilaustrittsöffnung wirklich nur ein 'Spalt', wenn ich mir das Original-Negativ 'unentzerrt' ansehe.
Siehe hier: http://www.hfinster.de/tmp/clipstone.jpg
@Marc:
Bei einer Koepe-Förderung wird das Förderseil nicht aufgewickelt, sondern umschlingt die Koepe-Scheibe (auch Treibscheibe genannt) nur. Die Kraftübertragung erfolgt also nur durch Reibung und nicht durch Formschluß.
Ein Problem ist dabei das Seilgewicht: wenn ein Förderkorb oben und der andere unten ist, kommt zur Masse des unteren Korbes das Seilgewicht hinzu, so, daß die Gefahr des Durchrutschens bestehen würde. Man löst dieses Problem durch Verwendung eines Unterseils, d.h. eines zweiten Seiles, das unterhalb der Körbe bis zum Schachtsumpf 'durchhängt'. Man kann sich das Ganze wie ein Endlos-Seil vorstellen, das von der Scheibe über das obere Rad des Fördergerüstes zum Schachtsumpf und wieder über das untere Rad zurück zur Scheibe verläuft. Klar geworden? Ansonsten muß ich mal ne Skizze machen.
@Harald : Stimmt genau !
Und soll ich dir was sagen : Ich habe genau DIESE Skizze gestern in meinem Foto-Home-Ordner hier gelöscht :-(
Hättse ma eher wat gesacht......
Darf ich noch ein Detail hinzufügen :
Als Unterseil werden meist sog. flache Bandseile benutzt. Sind drallfrei ind leichter gewichtsbezogen herzustellen. Auf Lohberg werden Bandseile als Unterseile genutzt.
Noch ein Vorteil : Man kann mit einer Maschine 2 Körbe (abhängig) voneinander fahren.
Und noch was : Bei Blindschächten wird gewickelt
So, nu hab ich genug kluggeschi**en :-))
@Jörg:
danke.
Die weißen Streifen sind Überbleibsel vom Stitchen und sind mir dummerweise erst aufgefallen, als das Kind schon in den Brunnen gefallen (das Bild schon hochgeladen) war :-(
Goil der Blickwinkel!!! Wenn ich es richtig sehe, gehören die 2 Maschinen (!) links im Bild zum Förderschacht, die einzelne rechts zum Seilfahrt- und Materialschacht? M.a.W. von Ost nach West fotografiert und hinten die Trennwand zur Umformer-Halle?
Ja, Christian, Du hast das richtig erkannt.
Ich habe ein ähnliches Pano auch in entgegengesetzter Richtung aufgenommen (also von West nach Ost), habe das aber noch nicht zusammengesetzt, da der notwenige Blickwinkel dann noch extremer werden würde.
Gruß Harald
Sven Heidemann, 20.10.2003 um 19:29 Uhr
tolles Pano ... fast als wenn man "mittendrin" ist ! gefällt !
Kleiner technischer Hinweis. Hab die Texte, um die Koepe-Treibscheiben noch nicht vollständig gelesen. Besser gesagt überflogen. Mir ist jedoch folgendes aufgefallen, auf dem rechten Fördergerüst lagen zwei Förderseile pro Förderkorb auf. Es sind zwei Seilscheiben in jedem Seilscheibenstuhl eingebaut. Somit handelt es sich dabei um eine Zweiseilförderung. Bei den Fördermaschinen kann ich nicht genau ersehen, ob sie aus der gleichen Himmelsrichtung wie die Gerüste abgelichtet wurden oder seitenverkehrt zu dem Bild mit den Gerüsten stehen. Das wurde auch den breiten Seilschlitz an der linken Fördermaschine auf Deinem Bild erklären. Dort liefen zwei Seile nebeneinader pro Förderkorb hindurch.
Darin ist tatsächlich zu erkennen, dass das rechte Gerüst zwei Doppel-Seilscheiben besitzt.
Wie Du richtig erkannt hast, ist das Foto mit den beiden Fördermaschinen 'seitenverkehrt' aufgenommen, also mit Blickrichtung in Richtung Fotostandort der Übersichtstaufnahme. Die linke Koepe-Scheibe gehört also zu dem gerüst mit der Zweiseil-Förderung - völlig richtig.
Eine ältere Aufnahme von mir (1990) zeigt auch noch, dass auf dem rechten Gerüst zwei Seile aufliegen.
Gruss Harald