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Mein erster richtiger DRI-Versuch - Aufnahme vom zweiten Weihnachtsfeiertag.
So bin ich vorgegangen:
(1) Etwa zehn Bilder mit denselben Einstellungen, aber unterschiedlichen Belichtungszeiten aufgenommen (von einem Bild zum nächsten die Zeit halbiert).
(2) Von diesen Bildern fünf aufeinanderfolgende Bilder als Ebenen übereinander gelegt, das dunkelste nach oben, das hellste nach unten.
(3) Für jede Ebene Auswahl nach Farbe: Bei einem Schwellwert von 127 und einem Ausblendungsradius von 10 jeweils in die hellste Stelle (rechte Laterne) geklickt und die erzeugte Auswahl als Ebenenmaske gespeichert.
(4) Bild zusammengefügt und in drei Bereiche unterteilt: Himmel dunkel gefüllt, Dächer mittels manueller Farbwertkurve abgedunkelt, beim Rest mittels manueller Farbwertkurve Kontrastumfang erhöht.
(5) Das Ganze erneut zusammengefügt und mittels manueller Farbwertkurve etwas aufgehellt.
(3) Beschnitten, ausgerichtet, gerahmt.
Dieser erste Versuch hat mich im Laufe mehrerer Abende einige Stunden gekostet. Besonders Schritt 3 war für mich schwierig; mit der im Internet beschriebenen Vorgehensweise (von unten nach oben mit wechselnden Einstellungen) bin ich nicht weiter gekommen. Trotzdem solltet Ihr keine Hemmungen haben, das Bild auseinander zu nehmen. Allerdings wäre ich dankbar für jeden konkreten Hinweis, was ich hätte besser machen können.
Was mir wirklich auffällt ist,daß die Dächer sich etwas überhart vom Himmel abgrenzen und die Stimmung des Himmels nicht Recht mit dem Rest des Bildes harmoniert.:)
Da hast Du Dir ja viel arbeit gemacht. Hat auch was gebracht, ist doch zu 90% gut geworden. Mich stören auch die überstrahlten Laternen (bissle zu heftig, die mittlere finde ich OK).
Kann man denn die Vorgehensweise irgendwo in Form eines Tutorials nachlesen ?
Ich kann Dir nur raten, bei der Auswahl des Motivs und des Bildausschnitts mehr Sorgfalt walten zu lassen, bevor Du Dich das nächste Mal in so viel Arbeit stürzt. DRI ist eine Technik, die - maßvoll angewendet - schöne Aufnahmen ohne überstrahlte Lichter gestattet. Aber die Technik ist nur ein Teil des Ergebnisses, das Motiv bleibt das Wichtigere.
Ferner wirken DRI mit zu großen Belichtungs-Bandbreiten (z.B. von 1/10 bis 60s) nach meinem Geschmack total unnatürlich. Wie hier die Dachgiebel.
Stimmungsvolle Nachtaufnahmen sind auch völlig ohne DRI möglich.
Die Lampen ziehen den Blick ganz schön mächtig auf sich, dabei sollen die doch sicherlich den Rahmen für dieses Bild darstellen.... So lenken sie nur vom Motiv ab
Schönes Motiv, leider die Lampen überstrahlt, unten ggf. etwas schneiden.
Eine Einführung in DRI ist auch von Achim Blum (www.digiachim.de) gut erklärt. Ich glaube auch im Forum gab es Beiträge von ihm.
@ Axel: Dann hätte ich doch etwas gemäßigter mit dem Himmel umgehen müssen!? Der Himmel war nur leider sehr hell, und mit den Tonwertkurven kamen Farbdifferenzen zu Tage. Ich wollte einfach einen Nachthimmel suggerieren, hat aber wohl nicht geklappt.
@ Jost: Die Lampen nicht überstrahlen zu lassen und dennoch den Übergang zur Umgebung natürlich erscheinen zu lassen, ist mir überhaupt nicht gelungen. Irgendwann habe ich es aufgegeben. Und wegen Deiner positiven Anmerkung: Vielleicht starte ich bei diesem Bild noch einen zweiten Versuch.
@ Andreas: Danke für den Link, den kannte ich auch noch nicht.
@ Thomas W.: Was genau ist an dem Motiv auszusetzen bzw. was macht das Motiv ungeeignet für DRI? Bei diesem Motiv wäre wegen des hohen Kontrastumfangs kein stimmungsvolles Bild ohne DRI denkbar. Sollte es auch mit DRI nicht möglich sein? Die Belichtung ging übrigens nur von 1/2 s bis zu 1/30 s. Das Unnatürliche kommt wohl eher daher, dass ich Dächer und Himmel noch einmal separat nachbearbeitet habe. Mittlerweile reizt es mich ja doch, es noch einmal zu versuchen. (Was die Arbeit angeht: Der Weg ist das Ziel, und man sollte nicht erst anfangen zu üben, wenn einem das Motiv wichtig ist - dann sollte man schon etwas Übung haben.)
@ Thomas B.: Um ehrlich zu sein, sie waren mir als Rahmen nicht wichtig, am liebsten hätte ich sie abmontiert. Sie standen eindeutig im Weg!
@ Bernhard: Ich hatte überlegt, unten zu beschneiden, fand dann aber das fast quadratische Format besser. Danke für den Link!
Und natürlich an alle: Vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, Euch mit meinem Foto zu beschäftigen - hat mir jetzt schon sehr weitergeholfen!
punkto dri muss ich mich raushalten. treffenderweise erhalte ich morgen eine schulung eines fotokameraden in sachen dri.
auch wenn du die laternen am liebsten abmontieren wolltest, erachte ich sie als passable rahmengeber, sofern ein teil des bodens im vordergrund abgeschnitten wird.
das motiv als solches ist m.e. nach fuer eine dri-produktion geeignet, da du den stark erhellten vordergrund und den zu dunklen hintergrund hast.
was das ueberstrahlen der laternen und der kuenstlich wirkende himmel angeht, stimme ich meinen vorschreibern voll und ganz zu: laternen massiv zu hell und himmel zu graeulich.
aber irgendwo muss man ja mal anfangen.
Zu Deiner Frage: Das Problem an diesem Motiv ist, dass die Fassaden nicht durch extra darauf ausgerichtete Scheinwerfer angestrahlt werden. Insgesamt sind dort zu wenig Lichtquellen. Wegen der stockfinsteren Nacht musstest so lange belichten, bis die Straßenlaternen das Haus ausgeleuchtet hatten. Weil aber die Laternen im Vordergrund zu dicht an der Kamera stehen sind deren Überstrahlungen bestimmt nie ganz in den Griff zu kriegen. Mein Rat: Fotografiere an einem wolkenlosen Tag in der "blauen Stunde", kurz nach Sonnenuntergang. Dann braucht man nicht so lange Belichtungszeiten und der Himmel wirkt nicht so trübe. Sieh mal bei Katrin Taepke nach, sie ist darin eine wahre Meisterin.
Zuletzt ist der Weissabgleich bei Deinem Bild nach meinem Empfinden zu rot geraten. Mein Tipp hier: Deine Dimage unterstützt doch auch das RAW-Format, dann probiere doch mal das Erstellen von DRIs aus unterschiedlich ausbelichteten RAW-Dateien. Da kann man den Weissabgleich nachträglich vornehmen.
@ Sir Hoggle: Nachdem es wiederholt angesprochen wurde, glaube ich auch langsam, dass es besser wäre, unten mehr zu beschneiden. Den Himmel kann ich ja vielleicht noch verbessern, mit den Laternen wird es wohl schwierig. Danke für Deine Anmerkung!
@ Thomas: Ich hatte schon vermutet, dass Du das Problem darin siehst, dass die Laternen als einzige Lichtquelle auch direkt in die Kamera strahlen. Allerdings war noch gar nicht stockfinstere Nacht, den Himmel habe ich ja erst nachträglich verdunkelt. Vielleicht ist es doch zumindest teilweise noch ein technisches Problem, an dem ich noch etwas drehen kann - mal sehen. Danke für den Hineis auf Katrin Taepke! Und zum Weißabgleich: Die kleine farbliche Korrektur könnte ich doch auch so noch vornehmen. Ich muss, glaube ich, doch noch einmal 'ran. Danke, dass Du so ausführlich auf meine Fragen geantwortet hast!
Ich habe die Bearbeitung des Himmels und der Dächer im zweiten Versuch erst einmal weggelassen und das Ergebnis weiter beschnitten. Einige Probleme bleiben allerdings bestehen, aber vielleicht setze ich das Bild auch noch einmal komplett neu zusammen.
Die zweite Version gefällt mir deutlich besser, sieht viel natürlicher aus. Zwar hast Du heftig nachgeschärft, insgesamt sieht es aber immer noch etwas unscharf aus - liegt wohl daran, dass Du nach jeder Aufnahme Hand an die Kamera legen musstest und Dir so minimale Verwackler eingefangen hast. Bei einer mehrfach ausbelichteten RAW passiert das nicht. Zwar hat man da nicht den Spielraum weit gespreizter Belichtungzeiten, sondern nur ungefähr ein Intervall von 2 Blenden (-1.0EV bis +1.0EV), aber dadurch werden die DRI nicht so unnatürlich hell.
@ Thomas: Ich habe wohl bei der ersten Version mit den letzten Schritten alles verschlimmbessert. Den Hinweis mit einem mehrfach ausbelichteten RAW fand ich interessant - muss ich mal ausprobieren. Noch einmal: Vielen Dank!