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Karli ist Kult! Wie bitte, warum um Himmels willen soll dieser Kater etwas besonderes sein? Ich muß es Euch erklären: Mein Vater - verstorben vor vier Jahren - hatte eine kleine Ranch mit Pferden und allerlei anderem Getier in Seckbach, am Stadtrand Frankfurts, seine größte Lebensfreude. Und dazu gehörte immer auch Karli, jener schneeweiße Kater, der jahrelang täglich zum Fressenfassen kam, dennoch aber ein vogelfreier war, da er von den anderen, auf dem Grundstück lebenden Katzen nicht toleriert und folglich immer wieder verjagt wurde. Schon als Jungtier war er von einem potentiellen pechschwarzen Rivalen namens Karlo dermaßen gebissen worden, dass der Großteil seines Schwanzes dabei auf der Strecke geblieben war und er künftig ein wenig einem Luchs ähnelte. Karli blieb zwar in der Nähe des Grundstücks, lebte aber in Feld und Flur - immer in der vergeblichen Hoffnung, eines Tages doch noch ein Plätzchen in der gemütlichen Gartenhütte zu finden. Aber keine Angst: Karli wurde von uns gefüttert und gehätschelt, wenn immer wir ihn zu Gesicht bekamen, meist auf einer Nachbarwiese. Er genoß diese Aufmerksamkeit sichtlich und schnurrte bisweilen so laut behaglich vor sich hin, dass man es meterweit vernehmen konnte. Wenn es aber tatsächlich bisweilen zu Übergriffen der feindlichen Katerallianz der Revierbesitzer kam, suchte Karli - stets der Klügere - immer das Weite, nachdem er mit seiner für eine Katze ungewöhnlich hohen, piepsigen, fast weinerlichen Stimme zuvor seine Entrüstung über das ihm widerfahrende Unrecht kundgetan hatte.
Nun Karli war gar nicht so leicht zu fotografieren, da er - wenn er da war - unablässig in Aktion blieb, sich streckte und räkelte, urplötzlich aber auch wieder verschwand aus Furcht vor möglichen Terroranschlägen seiner pechschwarzen Widersacher hinter dem Eisernen Vorhang. Deshalb ist das präsentierte Foto eigentlich fast ein Wildlife-Bild. Ich habe ihn - allerdings noch ganz am Anfang meiner fotografischen Neigungen stehend - nur dieses eine und einzige Mal so in die Kamera schauend erwischt, mit - wie ich finde - ziemlich philosophischem Blick, gezeichnet vom Leben und einem beachtlichen Erfahrungshorizont.
Nun, mein Vater lebt nicht mehr, der Garten existiert zwar noch, ist aber ziemlich verfallen und von der Natur überwuchert, Karlis Widersacher sind größtenteils noch vorhanden und werden im alten Gartenhäuschen versorgt und verpflegt, nur Karli ward nicht mehr gesehen. Zuletzt wurde er vor eineinhalb Jahren kurz auf einer 500 Meter entfernten Wiese gesichtet, jener geheimnisvolle schneeweiße Kater Karli mit ohne Schwanz (wie es einmal ein kleines Mädchen formulierte), der heute knapp zehn Jahre alt sein müsste. Vielleicht ist er längst tot oder er hat endlich ein anderes Revier mit einem ansehnlichen Harem ausgewilderter Hauskatzen gefunden, wir wissen es nicht. Ihr aber versteht nun vielleicht, warum Karli nicht irgendein Kater ist, jedenfalls nicht für mich.
Das Foto wurde am 11. Oktober 1998 mit meiner ersten Digitalkamera, einer Epson Photo PC 600, geschossen und nachträglich in ein SW-Bild umgewandelt. Fototechnisch war es nicht optimal, zu düster und farblich eher unrealistisch geraten, durch die Umwandlung ist es aber - in meiner Sicht - ein recht ausdrucksvolles Katzenportrait geworden. Nun, ich weiß, ein Foto sollte stets für sich selbst sprechen. In diesem besonderen Fall wollte ich Euch aber die ganz persönliche Geschichte des Kultkaters Karli nicht vorenthalten.
mir gefallen sie auch beide bild und ein klein wenig mehr die geschichte....
wobei natürlich alle katzen ihre geschichte haben...und das ist ja auch ein teil unserer katzenliebe...
das foto wobei ich finde maxi hat eher einen fragenden als denn einen philosophischen blick ich weiß wie scher es ist sie zu schießen schliesslich versuche ich je selbst immer wieder portraits meiner (unserer) beiden katzen zu machen...wobei mimi ganz dame sitzt auch gern pose und motte...nun ist recht schwierig ins bild zu bringen ihm ist es -ganz mann-
eher lästig...
vg
alexander
oh ....sorry..aber nur ein bissi...
weil maxi ist der wilde kater aus unseren garten...dick fett und der könig in seinem revier...motte und mimi haben mächtig angst vor ihm...
also sorry...karli
@Alexander: Schon verziehen! Außerdem hast Du ja - ich habe nochmals nachgeschaut - diesen wunderbar ausdrucksvollen Bilderzyklus "Frau Zwingmann" in der FC veröffentlicht, da entschuldige ich einiges ;-)))
Gruß Stephan
Hallo Stephan,
zuerst dachte ich: schon wieder ein Katzenfoto, diesmal halt schwarz-weiß. Ich habe aber den Text gelesen und muß sagen: Hut ab, eine tolle Geschichte, das müßte man mal in einer Tierzeitschrift veröffentlichen. Nun verstehe ich, warum Karli für dich nicht irgendein Kater ist. Das Foto ist auch in Ordnung, vor allem sehr ausdrucksvoll, und der kleine weiße Rahmen macht sich gut. Ich meine übrigens, dein Karli schaut philosophisch und fragend in die Welt hinaus, da liegst Du genauso richtig wie Alexander.
Aber nun würde ich schon gerne einmal dein Originalfoto in Farbe sehen. Kannst Du es nicht auch in der fotocommunity zeigen oder wäre dieser Wunsch zu unverschämt? Eigentlich würde ich die Katze gern auch mal in ganzer Schönheit sehen, also auch "mit ohne Schwanz" :-)))
Liebe Grüße Maria
@Maria: Ich habe schon noch irgendwo ein paar alte Fotos von Karli "mit ohne Schwanz" in voller Schönheit, muß halt nur ein bißchen in meinen alten Foto-CDs kramen. Mail mir mal Deine eMail-Adresse herüber, vielleicht kann ich Dir eins schicken. Zum Original-Karli: versprich Dir nicht zu viel von diesem Foto, bis auf die markanten grünen Katzenaugen ist es farblich nicht der Hit und etwas zu sehr verpixelt. Na ja, war halt auch eine recht einfache Digitale, mit der ich damals geknipst habe - für mich aber zu jener Zeit die beste Kamera der Welt! ;-)))
Gruß Stephan
Erich Kuss, 15.11.2001 um 12:58 Uhr
Der Kater ist eine einheitliche hellgraue Fläche. Also ein schwaches Bild.
Gruß Erich
Petra Dindas, 15.11.2001 um 13:00 Uhr
Danke für eine wundervolle Geschichte und ein bedeutungsvolles Bild.
Grüße von Petra
@Erich: Hast Du auch gelesen, was ich zu der Entstehung dieses Fotos und seiner Veränderung zum SW-Bild angeführt habe? Dass das Foto nicht top ist, weiß ich selbst. Eine "einheitliche hellgraue Fläche" vermag ich freilich nicht zu entdecken - oder liegt dies vielleicht an den Farb- und Kontrasteinstellungen Deines Monitors? Im übrigen ging es mir hierbei - wie es eben der Text ausdrückt - nicht so sehr um Fotoqualität, sondern vielmehr um eine etwas ungewöhnliche Fotogeschichte, meine "Hommage" an Karli.
Gruß Stephan
Erich Kuss, 15.11.2001 um 14:22 Uhr
Für mich ist in diesem Forum ein Problem, daß viele beurteilen wie ihnen die Motive gefallen und über die Qualität der Fotografie nichts zu sagen haben. Wenn Dein Beispiel überhand nehmen würde, daß schwache Bilder mit einer Geschichte aufgewertet werden, wäre dies das Ende von FC in dieser Form. Diese Geschichten sind persönlicher Natur. Zu jedem der Bilder im FC könnte der Autor eine Geschichte erzählen. Ich hab selbst eine Katze gehabt, die vor kurzem im 21. Lebensjahr an Altersschwäche eingegangen ist. Ich habe auch Bilder von ihr.
Gruß Erich
Ich finde das Foto ganz wundervoll...bin ja auch Katzenfan. Hast Du mal versucht, das Bild zu beschneiden, damit nur das Gesicht übrigbleibt?!
Ich hoffe, daß es Karli gutgeht!!! 8 Leben müßte er ja noch übrighaben...
Gruß Sabine
P.S. Schade um den Garten!!!!!
Gruß Sabine
@Erich: Deine grundsätzliche Einschätzung ist sicher richtig, aber ich denke, die FC kan es getrost verkraften, wenn ab und an auch mal eine persönliche Nuance hineinkommt und anhand eines Fotos eine eher private Geschichte erzählt wird. Du hast es in der FC mit einem sehr gemischten Publikum zu tun, darunter befinden sich auch zahlreiche Mitglieder, die über das Fotografieren ihres privaten Bereichs eine Liebe zur Fotografie entdecken - und dies ist doch wohl auch nichts schlechtes! Ich stelle schon etwas andere Ansprüche an mich selbst, aber das Recht, gelegentlich auch einmal etwas ganz persönliches zum besten zu geben, nehme ich schon gerne in Anspruch und werde es auch künftig tun. Und noch etwas: ich bin auch stets dafür, die Qualität von Fotos, nicht alleine das Motiv zu beurteilen. Hier handelt es sich um ein Foto, das rein fototechnisch aufgrund einer Kamera, die nach heutigem Dafürhalten Billig-Polaroid-Niveau hatte, kaum besser gelingen konnte, heute arbeite ich mit gänzlich anderem Equipment. Aber neben dem technischen ist auch stets von Interesse, wie ein Motiv in Szene gesetzt wird - und hier behaupte ich, es ist mir gelungenen, einen originellen, weil nachdenklichen und grübelnden Gesichtsausdruck dieses Tieres einzufangen. Von daher halte ich es für absolut berechtigt, dieses Foto an dieser Stelle in der FC zu präsentieren.
Nichts für ungut und beste Grüße
Stephan
Harald Kneißl, 15.11.2001 um 15:34 Uhr
Fotografisch will ich nur die mangelnde Kontrastbeherrschung bekritteln. Etwas mehr Biß könnte das Bild schon haben.
Ansonsten finde ich auch, daß eine Geschichte zu einem Bild eher etwas Positives ist und für etwas "human touch" in der fc sorgt. Ich finde nicht, daß ein Foto nur für sich sprechen muß, vor allem dann nicht, wenn man sich mit dem Fotografen darüber unterhalten kann.
Lieber Stephan,
auch ich denke, daß ein persönlicher Touch ab und zu die fotocommunity nur belebt und noch interessanter macht. Und in Verbindung mit der goldigen Story (die sich ja hoffentlich auch genauso zugetragen hat!?!) ist dein Karli sogar wunderschön. Ich glaube, daß Erich das ganze etwas zu eng sieht. Ich halte es für in Ordnung, wenn ein Bild mit solch einem informativen, flüssigen Text zusammen eine Einheit bildet, es hier zu bringen. Na gut, dem einen gefällt es, dem anderen weniger, das ist eben Vielfalt und es ist gut, daß es die in der fotocommunity gibt. Also ich fand es stark, besonders den Gesichtsausdruck deines Katers, und freue mich auf weitere Fotostorys von dir! Noch eine Frage zu Deiner "vorsintflutlichen" Kamera damals: was hatte die für eine Auflösung und war sie wirklich so schlecht?
Gruß Maria
@Maria: 1) Ich schwöre, nichts ist erfunden und erlogen! ;-)))
2) Diese Kamera, die Epson Photo PC 600, hatte ich nur 8 Wochen, dann fiel sie mir im Frankfurter Zoo hin und war irreparabel kaputt. Gottseidank, denn daraufhin kaufte ich mir eine bessere (Olmpus C 1400 L) und entdeckte erst so richtig, was man alles mit Digitalkameras machen kann. Natürlich habe ich ein klein wenig übertrieben, soooooo schlecht war sie nun auch nicht, aber eben nicht zu vergleichen mit dem, was dann kam. Auflösung war 1024 X 768, Zoom gab es keinen und die Makrofunktion war nicht berauschend. Also mußte ich damals ganz schön nah an Karli heran, um ihn einigermaßen befriedigend auf die Speicherkarte zu bekommen. Ich hoffe, Deine Fragen hiermit zufriedenstellend beantwortet zu haben.
Viele Grüße Stephan
@Harald: ich habe Deine kritische Anmerkung zum Bildkontrast - eingedenk der Kritik von Erich Kuss - zum Anlaß genommen, nochmals per Bildbearbeitung abzuchecken, was das Foto noch hergibt. Siehe da, mit einer stärkeren Betonung der Schwarztöne und einer Anhebung des Kontrastwertes bekommt das Foto tatsächlich noch einen gewissen Kick - jedenfalls empfinde ich es so. Es wirkt dann jedenfalls sauberer, klarer, deutlicher konturiert. In diesem Sinne danke ich Dir für Deine konstruktive Anmerkung. Ob ich die erste Version nun lösche und die neue dafür hereinstelle, weiß ich noch nicht - ich müßte dann schließlich die vielen interessanten Kommentare zu dem Foto mitlöschen, die ich eigentlich gerne stehen lassen würde. Na ja, ich werde mal eine Nacht darüber schlafen.
@Erich: noch eine Bemerkung zu Deinen Ausführungen und zum allgemeinen Verständnis des Backgrounds: Karli war nie meine Katze und schon gar kein Haustier, sondern ein ausgewilderter Kater, der immer in einer gewissen Bindung zur "Ranch" meines Vaters stand, dort aber letztlich nicht Fuß fassen konnte aufgrund der geschilderten, auch ethologisch interessanten Konkurrenzsituation. Im und um den Garten meines Vaters haben stets eine Reihe ausgewilderter oder teilweise ausgewilderter Hauskatzen gelebt, die zwar täglich eine schmale Ration zu fressen und teilweise ein warmes "Bett" im Stroh geboten bekamen, ansonsten aber selbst für ihr Überleben sorgten. Dies waren übrigens die gesundesten, widerstandsfähigsten Katzen, denen ich je begegnet bin. Als mehr oder weniger Außenstehender habe ich den vogelfreien und doch so sehr um Anschluß bemühten Kater Karli mit dem Stummelschwänzchen stets als ein ganz besonderes Tier empfunden und es war mir irgendwie ein inneres Bedürfnis, dies einmal in einer kleinen Fotostory zum Ausdruck zu bringen.
stephan
wenn du das foto neu einstellen willst die anmerkungen aber nicht löschen
hast du 2 möglichkeiten...
1. die anmerkungen kopieren und unter bemerkungen mit reinsetzen
oder
2 wiederum die anmerkungen kopieren
und als 1. anmerkung wieder reinsetzen...
dann hast du das neue pic und alle anmerkungen erhalten...
ich weiß aber nicht ob es wirklich von nöten ist weil die meisten betrachter haben es so verstanden wie dus meinst...
im sinne von was kümmerts den baum wenn ein hund.... ;-))
vg
alexander