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Aufgenommen mit einer Pentax 67 und einem 45mm Objektiv bei Blende 11, Stativ, Ilford Delta 100
Das Bild zeigt die Decke der Peter Behrens Halle im alten Verwaltungsgebäude der Farbwerke Hoechst in Frankfurt am Main
Wow, finde auch, daß es wie etwas aus einem Kaleidoskop aussieht. Verstehe nicht, was Joerg da zu meckern hat, für mich sieht das ganz schön scharf aus!
Sehr schöne Aufnahme!
Dirk... ich kann doch nicht schwimmen.. ich hätte sie auch genommen... tja.. aber ob ich was mit anfangen könnte???
Dickes fettes Fragezeichen.. ???
zum Bild.. alles schon gesagt und vorgeschlagen auch schon.. also was will man mehr.. Gruss Ute ;-))
Vielen Dank an Euch alle. Es freut mich sehr, dass Euch das Bild so gut gefällt.
Habe kaum Zeit heute, aber ich kann morgen mal was zur Belichtungs- und Printtechnik schreiben - wenn's Euch interessiert.
Tschüß
Wolfgang
Fast war ich schon versucht, mittels Photoshop zu prüfen, ob hier nicht doch eine EBV-Spiegelung vorliegt, bis ich langsam, nach längerem Ansehen die feinen Unterschiede in den Details entdeckte. Diese allmähliche Offenbarung gibt dem Bild einen ganz besonderen zusätzlichen Reiz.
platzierung einfach wunderbar. tolle schärfe! ein super-bild! :-)
gruß, olivia
Al Bundy, 8.11.2001 um 12:29 Uhr
Wenn man sich die erste Fundus-Seite jetzt ansieht, graust's jedem:
Lauter kleckse oder Pfauenaugen.
Erschütternd.
Was löst außer Klecksen noch Orgasmen aus? Schärfe. Wobei die Fotografen selbst sagen: Riesiges Staiv montiert.
Na toll.
Und natürlich alles zuhause innen Fotoschopp geworfen, toll: Die Blinden diskutieren mit den Einäugigen über die Farbe.
Und wer seine Bilder von 1951 rausholen muß, is auch ein armer Tropf.
Genial in jeder Hinsicht.
Jetzt kommen sogar die EBV-Kritiker ins schleudern, obwohl die klassische SW-Technik eingangs erwähnt wird. Vielleicht merken diese Leute jetzt endlich, dass es MBL (manuelle Bildbearbeitung im Labor) und damit Eingriffe in die Wirklichkeit schon sehr lange gibt. Im Gegensatz zur ständig kritisierten EBV scheint das aber glücklicherweise niemanden mehr zu stören.
Gruss Günter
Dank an Euch alle für Eure Anmerkungen und natürlich für die Wahl in den
Fundus! :-)
@ Willi: Ich vermute mal, Willi, dass Du ähnlich vorgehst wie ich.
Zunächst habe ich die Kontrastverhältnisse festgestellt, weil sich danach die Negativentwicklung richtet. Ich habe dazu mit einem Spot-Handbelichtungsmesser zunächst die dunkelste Stelle, die noch voll durchgezeichnet werden soll, angemessen und mir den Wert gemerkt. Ebenso die hellste Stelle (Lichtkuppel). Die gemessene Lichtwertdifferenz betrug 8 Lichtwerte. Da Fotopapier normaler Gradation nur ca. 6 Lichtwerte wiedergeben kann, musste der Motivkontrast um 2 Lichtwerte komprimiert werden, um sicherzustellen, dass dieser zu hohe Motivkontrast ohne Zeichnungsverluste auf's Negativ passt und entsprechend geprintet werden kann. Dies geschieht durch eine verkürzte Negativentwicklung, die, ausgetestet für meine Materialien und Chemie (Ilford Delta 100, entwickelt in Kodak X-TOL 1+1), 7 Minuten und 45 Sekunden beträgt (sog. N-2 Entwicklung). Ich habe dann mit der eingangs für die dunkelste noch durchzuzeichnende Stelle notierte Belichtungszeit belichtet, wobei der gemessene Wert natürlich um zwei Lichtwerte reduziert werden musste, sonst wäre - da alle Belichtungsmesser auf ein "Mittleres Grau" geeicht sind, diese Stelle nicht dunkel, sondern eben mittelgrau wiedergegeben worden (sog. Zone III Belichtung). Da eine N-2 Entwicklung immer die Schatten etwas schächt, musste noch eine kleine Belichtungszugabe von 1/2 Lichtwert vorgenommen werden.
Im Positivprozess bin ich nicht nach dem Zonensystem vorgegangen, sondern habe eine sog. "Split-Belichtung" vorgenommen: Das gradationsvariable Barytpapier bekam zunächst eine hart gefilterte Grundbelichtung, die für die Schwärzen und den Kontrast zuständig ist und anschließend eine darauf (nach der guten, alten Probestreifenmethode) abgestimmte weiche Filterung, die für die Lichter und auch überwiegend für die Tonwerte verantwortlich ist. Damit allein erhält man schon ein recht passables Ergebnis. Jetzt mussten nur noch die Lichtkuppeln etwas nachbelichtet werden. Ach ja, etwas habe ich noch vergessen: Bei der ersten (hart gefilterten) Belichtung musste ich Teile der Schatten abhalten, sonst wären sie - die Halle wies leicht unterschiedliche Lichtverhältnisse auf -zu stark zugelaufen.
Zur Veredelung des Bildtones und um eine unbegrenzte Langzeitstabilität zu erhalten, habe ich das Bild anschließend noch selengetont, wobei die Schwärzen durch die Selentonung nochmals etwas vertieft worden sind.
Dies ist bei der Mittelformatfotografie meine Methode, wobei ich ausdrücklich darauf hinweisen möchte, dass meine Vorgehensweise keineswegs die allein seelig machende ist: Andere Fotografen und Fotografinnen - wie gerade in der fc vielfach zu sehen ist - erzielen mit anderen Methoden und mit anderen Materialien traumhaft schöne Ergebnisse. So ja auch Du.
Beste Grüße
Wolfgang
Al Bundy, 8.11.2001 um 19:46 Uhr
Ach ja, und da hab ich noch was vergessen: Weil die Halle am Sonntag geschlossen war, habe ich sie aus dem Prospekt übernommen. Und weil der Ausschnitt dort nicht mit den Seitenverhältnissen an meinem Schreibtisch übereinstimmte, habe ich den Ausschnitt nach dem Goldenen Schnitt angeglichen. Dann fand ich die Intarsien etwas zu unharmonisch. Ich habe daher 12 weitere Teile an 3 verschiedenen Stellen eingesetzt, um das Ergebnis zu optimieren. Die Wolken am Himmel störten natürlich, um ein passables Ergebnis zuerzielen, habe ich sie entfernt.
Dies ist bei der Mittelformatfotografie meine Methode, aber man kann natürlich auch schöne Katzenbilder kriegen, wenn man einfach den Whiskas-Kalender fotokopiert.
Willi Morali, 8.11.2001 um 21:41 Uhr
@Danke Wolfgang für die Ausführung,unsere Arbeitsmethoden sind wirklich sehr identisch.
Gruß Willi
Hans Kirchmeyr hat absolut recht: man muß schon genau hinsehen um zu erkennen, daß dieses Bild keine Montage ist. Und genau darin liegt auch sein Wert: Die Abstraktion vom Gewöhnlichen, Gewohnten, Bekannten in der alltäglichen Welt. Sie ist da, wir müssen sie nur erkennen!
Es erfordert schon ein besonderes Auge, um solche Strukturen vom Hintergrund des Platten, Alltäglichen Allgemeinen loslösen, absondern und fotografisch umsetzen zu können. Es erfordert aber auch gerade vom Betrachter die Fähigkeit, ein Bild wie dieses in seiner Echtheit erkennen zu können und nicht dem neidvollen Drang des Verschmähten zu erliegen, mit armseligem: "Photoshop, Photoshop"-Gebelle den Mond anzuheulen (merke: Es fällt der ärgste Größenwahn, oft gerade kleine Hunde an)
Nein: hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Dir, lieber Wolfgang ein herzlicher Glückwunsch für diese wunderbare Aufnahme. Hoffentlich werden wir noch mehr Werke dieser Art zu sehen bekommen.
Die Bildbeschreibung hatte mich neugierig gemacht: Wie kommt ein Beispiel derart beeindruckender Architektur in einen Fabriksbau und was war wohl die Motivation dahinter?
"Die Halle ist gekrönt von drei kristallinen Oberlicht-Kuppeln und mit einem ebenfalls aus Ziegeln und Kacheln bestehenden Fußboden versehen - eine Höhle aus Mauerwerks-Stalagmiten, ein Sakralbau, der nach unserem heutigen Verständnis überhaupt nicht zu einer Fabrik paßt - was ihre damalige Aussage umso deutlicher macht: Das Ethos von der Einheit aller Arbeitenden wird beschworen, die sich zu einem neuen Werk versammeln in einer geheimnisvollen 'Kathedrale', dem "Heiligen Gral" der Arbeit."
Nebenbei bin ich auf meiner Suche auch auf eine Profiaufnahme der Kuppeln gestoßen (www.kunst.uni-mainz.de/~matzak/hoechst1.html),
die deutlich macht, dass der von Wolfgang im Detail beschriebene Aufwand absolut gerechtfertigt war - und mithin die Funduswahl sowieso :-)
Thanks für die weiteren Anmerkungen:
@ Dirk: Schön wär's. Bin leider nur Hobbyfotograf mit (mindestens) 40-Stunden-Woche.
@ Anita: Du hast aber wirklich sehr schöne Worte gefunden...Spezieller Gruß nach Down Under!
@ Hans: Find ich toll, dass Du Dir so viel Mühe gemacht hast. Die Halle ist wirklich ein architektonisches Kleinod!
Gruß
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
sorry, da hatte ich Dein Profil hier in der fc wohl etwas zu schnell überflogen: "...als Fotoreporter einer Regionalzeitung...Jurastudium mitfinanziert..." Da war ich einfach davon ausgegangen, daß Du Dein Hobby zum Beruf machen konntest ;-)
Viele Grüße
Dirk
@ Dirk: Glaub mir, ich bin heilfroh, dass ich nicht beruflich fotografieren muss: Andere bestimmen, was man zu fotografieren hat und immer Termindruck.
Wahrscheinlich wär' dann die Freude, die man als Hobbyfotograf hat, schnell vorbei.
Gruß
Wolfgang