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...... auch wenn es sich bei diesem freundlichen Zeitgenossen nicht um einen (Oster-)Hasen handelt, sondern "nur" um ein Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus).
Das Wild- oder Feldkaninchen gehört, wie der Hase, zu den Nagetieren. Der Rücken hat eine graue Färbung und der Bauch ist weiß. Es kann eine Körperlänge von 40 bis 50 cm erreichen und ist somit kleiner als der Hase, der es auf bis zu 75 cm bringt und 4 bis 6 Kilo wiegt (Kaninchen: 1,7 bis 2,5 kg).
Ein Feldhase - übrigens wieder recht häufig zu beobachten und längst nicht mehr vom Aussterben bedroht - wird durchschnittlich in unseren Breiten 10 bis 12 Jahre alt, während Kaninchen nicht annähernd eine solche Lebensdauer erreichen.
Das Kaninchen ist ein grabendes Tier, das sich in "abschnellendem" Hüpfen fortbewegt. Der Hase dagegen ist ein Lauftier. Bei der Wildform des Kaninchens sind nicht bloß Augen und Ohren kleiner als beim Hasen, sondern auch - ein ganz wichtiges Merkmal - die Beine kürzer. Die Hinterläufe sind nur wenig länger als die Vorderläufe, während der Hase bedeutend verlängerte und im Oberschenkelansatz stärker gebogene Hinterläufe besitzt. Demzufolge ist der Hase dem Kaninchen an Schnelligkeit überlegen, an Wendigkeit freilich unterlegen. So hätten die Gebrüder Grimm ihrem Märchen vom Hasen und Igel durchaus mit Berechtigung auch eine Episode von einem Wettstreit zwischen Hase und Kaninchen anfügen können, den letzteres, trotz deutlich geringerer Ausdauer, zweifelsohne mühelos für sich entschieden hätte. ;-)
Das Wildkaninchen ist in Gebieten mit lockerem Pflanzenbestand und sandigen Böden zu finden, da es in selbstgegrabenen Erdhöhlen lebt. Die Tiere kommen in Parks, Städten, Gärten und an Waldrändern vor. Ursprünglich stammen sie aus dem Mittelmeerraum. Urheimat des Kaninchens sind nämlich die Iberische Halbinsel und Teile Nordafrikas.
Durch seine schnelle Vermehrung kann das putzige und so richtig dem "Kindchenschema" entsprechende Kaninchen schon zur Plage werden, wenngleich dies - in meiner Sicht - gerade bei uns bisweilen dramatisiert wird. Das bekannteste Beispiel für eine rasante Ausbreitung ist übrigens Australien, wo Wildkaninchen einst zur Jagd ausgesetzt wurden und sich so schnell vermehrten, daß sie den heimischen Tieren das Futter wegfraßen. Die Jagd und das einzige größere Raubtier, der Dingo, konnten der Kaninchenschar kaum Herr werden. Hierzulande gibt es genügend natürliche Feinde des wilden Kaninchens wie Raubvögel und Füchse. Ihrem Bestand wirklich gefährlich werden können allerdings nur seuchenartig auftretende Krankheiten wie die Myxomatose (auch Kaninchenpest) oder RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease).
Kaninchen leben in Gemeinschaften zusammen, die nach Geschlechtern getrennt sind und einer strengen Rangordnung unterliegen. Ein in der Hierarchie hochangesiedeltes Weibchen etwa bringt öfter als andere Artgenossinnen Junge zur Welt. Es scheint, als solle ihr Genmaterial bevorzugt weitergegeben werden.
Die munteren Säuger ernähren sich von Gräsern, Kräutern und Knospen, im Winter sogar von Holzrinden. Sie machen sich prinzipiell an fast alles heran, was grün und pflanzlich ist. Welcher Gartenbesitzer hat sich noch nicht geärgert, wenn seine jungen Setzlinge vom Vortag am nächsten Morgen abgeknabbert waren?! Andererseits entschädigt - so sehe ich es jedenfalls - der nette Anblick der kleinen "Mümmelmänner" und "Mümmelfrauen" doch für manchen Verlust an Grünzeug. ;-)
Mit 4 bis 6 Würfen in den Monaten Februar bis Juli mit bis zu 15 Jungen (durchschnittlich aber nur 4 bis 6) sind Kaninchen deutlich vermehrungsfreudiger als ihre langohrigen "Kumpane" auf den Feldern und Äckern. Feldhasen reproduzieren sich nämlich bei lediglich 3 bis 4 Würfen mit jeweils 2 bis 4 sehenden, behaarten und fast lauffähigen Jungen (Nestflüchter) sehr viel zurückhaltender. Die kleinen Wildkaninchen hingegen sind Nesthocker, die blind, nackt und zahnlos zur Welt kommen und nur geschützt sind, solange sie in ihren Nestern bleiben.
Auch wenn Wildkaninchen bei uns wirklich keine Lobby besitzen und dumpfbackige Zeitgenossen gerne über ihren Abschuß schwadronieren, mag ich sie und freue mich immer, wenn ich welche sehe.
Vielleicht geht es Euch - ich habe im Lauf der Zeit sehr viele Tierfreunde in der FC kennen- und schätzengelernt - ähnlich und Ihr mögt meinen kleinen Ostergruß ein wenig, auch wenn er nicht den Osterhasen höchstpersönlich zum Inhalt hat, sondern nur einen entfernten Verwandten.
Alles Gute, viele bunte Eier und vor allem eine schöne und beschauliche Zeit mit guten Fotomotiven wünscht Euch ganz herzlich
Stephan
P.S.: wer an den Bilddaten zu dieser Kaninchenaufnahme interessiert ist, soll natürlich auch nicht zu kurz kommen:
Parkanlage in Frankfurt/M-Eschersheim - 4. Juli 2002, 18:30 Uhr - Olympus E 100 RS & B-300 - 1/125 Sek. - F 3.5 - ISO 200 - 711 mm.
Natürlich wünsche ich dir auch eine gute Besserung und bedanke mich für diese schöne Osterkarte mit Osterhasenstory, ein sehr informativer und lehrreicher Beitrag.
LG Rose
na dann erst mal gute Besserung.
Dir wünsche ich natürlich ein gesundes Osterfest.
Deine Beschreibung und das Foto, super. Schön wie er mit den großen Augen schaut.
lg edeltraud
ein niedliches Häschen! In der Tat, wer ernsthaft daran denkt, seine Flinte auf so ein Tierchen anzulegen, kann nur als hirnlose Dumpfbacke angesehen werden. Es gibt ein Buch mit dem bezeichnenden Titel "vom Widersinn der Jagd", das belegt, daß all das Gesülze der Grünröcke völliger Unsinn ist und nur der Rechtfertigung Ihrer perversen Neigungen dient.
Dir gute Besserung, und möge der kleine Kerl Dir das eine oder andere aufmunternde Ei verstecken!
Dank´ Dir für Deinen mail - Gruß! Auch ich mag sie, meist seh´ ich ja nur noch das weghopelnde Weiß des Hinterteils... Sehr schön, deine Info!
Dir gute Besserung und trotzdem ein schönes und warmes(!) Osterfest,
einen lieben Gruß,
Wiltrud
Total starke Kaninchenstory und ein schönes Pic vom verhinderten Osterhasen. Wer auf solche Tiere schießt, ist wirklich pervers. Frohe Ostern!
LG Sonja
danke für Bild und informativen Text dazu!! Sehr schön gemacht, halt so, wie man es von Dir gewöhnt ist. Ich wünsche Dir frohe Ostern und vor allem gute Besserung!
Diese Karnickel gibts auf der Nordseeinsel Borkum haufenweise....unser damaliger Hund Purzel wollte sie immer fangen,aber sie waren zu schnell für ihn und verschwanden schnell in ihren Behausungen.
FROHES OSTERFEST
wünscht Dir York
@York: in der mitten in Frankfurt gelegenen Parkanlage, in der dieses Foto entstand, zählte ich damals auch ca. 90 Kaninchen auf relativ engem Raum. Allerdings habe ich dort später nie mehr so viele gesehen. Sobal ich wieder fit bin, werde ich aufs Mountainbike steigen und die zweieinhalb Kilometer dorthin radeln, um eine Zählung vorzunehmen, am besten in den frühen Abendstunden.
Gruß Stephan