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Seit Jahren brütet ein Storchenpärchen auf dem Schornstein eines ganz alten Fabrikgeländes am äußersten Südrand der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.
Nach über einem Jahr machte ich dort gestern mal wieder meine Aufwartung, konnte aber die Adebare von außen nur im Gegenlicht fotografieren. Schließlich faßte ich mir ein Herz und drang unbefugt in das Fabrikgelände ein (Tor stand offen). Ich schlich mich auf leisen Sohlen in Richtung der besseren Lichtseite, die im Süden des Areals lag. Wäre plötzlich ein liebenswerter Pitbull als "Hausherr" mit Schaum vor den Beißerchen auf mich zugestürmt, hätte es mich nicht sonderlich verwundert. Aber ich hatte Massel, keine Hunde- bzw. Menschenseele weit und breit und mein "Hoffriedensbruch" blieb strafrechtlich ungeahndet.
Urplötzlich tauchte unmittelbar vor mir in vernünftiger Fotoposition einer der beiden Adebare - übrigens nicht beringt - auf, der gerade auf einem kleineren "Nebenschornstein" über den Sinn des Daseins nachzugrübeln schien. Ich war freilich zu weit gegangen, immerhin handelt es sich um scheue und freie Vögel, die keinen zu engen Kontakt zum Menschen suchen, also um echtes Wildlife. Dies ist nicht zu vergleichen mit einer Tierparksituation mit Störchen, die tagtäglich kaum etwas anderes als vorbeispazierende Zweibeiner der Gattung "Homo sapiens sapiens" (sind wir eigentlich so weise, daß wir den Begrifff der Weisheit gleich doppelt führen sollten?) zu Gesicht bekommen.
Der schwarz-weiß-rote Spitzschnabel gewährte mir eine knappe Sekunde, bevor er in die Lüfte flatterte und einstweilen das Weite suchte. In diesem Moment, der nur für ein einziges Foto mit einer so schnellen Kamera wie der Olympus E 100 RS ausreichte, gelang mir diese Aufnahme. Ich meine, sie ist gar nicht so übel geworden, wenngleich die Schornsteinspitze nur ansatzweise zu sehen ist. Aber man kann halt nicht immer gleich alles haben.
Der majestätische Schornsteinbewohner kehrte übrigens nach einigen Runden über Südwiesbaden kurze Zeit später zu seinem angestammten Platz zurück und war bald wieder guter Dinge. Er schien mir die kleine Störung verziehen zu haben, ahnte er vielleicht, daß ich ihm immerhin als kleine Gegenleistung ein "Denkmal" in der Fotocommunity setzen würde. ;-)
Wiesbaden - 8. März 2003 - 15:55 Uhr - E 100 RS & B-300 - 1/800 Sek. - F 5.0 - ISO 100 - 646 mm.
Jetzt kommen sie alle wieder aus dem Süden zurück und auch in die alten Plätze an der Großstadt.Du hast ihn da oben gut mit Deiner bewährten Kamera eingefangen.Gefällt mir sehr gut und die begleitende Geschichte ist aufregend genug,zumal der "Pitbull" nicht gebissen hat.-))
Gruss York
den Text finde ich super, ja du hattest Glück, der Pitbull war nicht da....
Das Foto ist dir aber auf jeden Fall super gut gelungen. Die Details und die Position vom Storch hervorragend.
Gruß Edeltraud
Fast hätte ich dieses coole Foto verpaßt, weil mein PC kaputt ist und ich z.Z. nur ab und zu bei Freunden ins Netz kann :-( Super Aufnahme, tolle Schärfe, klasse Text!
LG Sonja
Hallo Stephan,
spät komme ich aber sicher nicht zu spät mit meinem Kommentar, denn auch ich mußte mir einmal ein paar Tage Urlaub gönnen. Dafür habe ich auch viele Photos mitgebracht. Aber das ist ein anderes Thema. Dein Storch ist wunderbar getroffen. Mich beeindrucken die Schärfe, der Ausdruck und die Farben. Tja, was soll man sagen: Bei einem "Schuss" ein solches Photo. Du hast es eben drauf!
Gruss Maria