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Wir saßen eine ganze Weile in einer Ecke des Raumes, die uns ein Mönch gezeigt hatte, und waren fasziniert von der Atmosphäre der Puya (bei uns würde man Gottesdienst sagen), die ein paar Mönche abhielten.
Als die Lichtstrahlen durch die Fensterreihe unter der Decke fielen, begann ich im Kopf an einem Foto zu basteln. Ich fragte den Mönch an der Türe. Er hatte nichts dagegen – eher schien er sich zu wundern, dass ich überhaupt fragen. Tatsächlich kamen und gingen in der Zeit, in der wir dort saßen, ganze Gruppen von Touristen, die ohne zu fragen mit Blitzlicht fotografierten.
Ein Bemerkung zu dem Colakasten:
Zunächst störte mich der Kasten auf dem Bild. Er stört das Klosterklischee. Inzwischen habe ich mich aber damit anfreunden können. Spiegelt er doch eine Seite des Mönchlebens in Ladakh wieder, die wir erst nach und nach kennen lernten - die weltliche, menschlich Seite. Es ist nichts ungewöhnliches, wenn Mönche während einer Zeremonie scherzen, lachen oder sich piesacken (z.B. dem Nachbarn das Gebetsblatt umdrehen, wenn er es nicht merkt). Das passt nicht in das Klosterklischee, genau so wenig wie der Colakasten der Mönche.
Leh, Ladakh, Indischer Himalaya
EOS 3
3.5-4.5/20-35
offene Blende
kein Blitz
Stativ
ich bin beeindruckt, endlich mal jemand der sich aus ausführlich zu seinen bildern aeußert und einfach mal beschreibt wie es dazu kam. gibt es in der FC leider zuwenig, obwohl es ja eine basis zum diskutieren bieten soll. uebrigens zweiter punkt: mich freut das es auch leute gibt die sich gedanken machen und fragen ob man ablichten darf, gibt es leider auch viel zu wenig. ich selber bin gerade in marakesch und bin immerwieder erstaunt wie plump sich deutsche touristen hier benehmen, dabei wird man mehr als freundlich empfangen wenn man sich muehe gibt anzupassen, selbst wenn man dabei mal einen fehler macht.
was das bild angeht, so finde ich was licht, aufbau und stimmung angeht, es echt perfekt. und betreff colakasten ich habe ihn sofort war genommen, auch wenn er mich nicht störte, ehrlich gesagt finde ich das den kick bei diesem bild, ein spiel zwischen witz und ernst. richtig cool...
ich jedenfalls habe deine addy in meine buddylist mit auf genommen und werde dich im augebehalten.
Ich glaube, es gibt ganz viel zu sagen über dieses Bild. Also:
Es muss festgehalten werden, dass von Lichtstrahlen durchflutete Lichträume immer sehr spektakulär wirken. Unglaublich gute Belichtung über das ganze Bild, an der aber auch gar nichts auszusetzen ist (toll, wie die Bewegungsunschärfe wirkt). Die Szenerie mit den schrägstehenden Säulen ist wundervoll. Auch mich dünkt aber der Bildausschnitt nicht optimal (vielleicht wars ja aber der bestmöglichste, wie soll ich das auch wissen, versuche nur meinen Eindruck zu schildern, ich weiss durchaus auch um Deine fotografischen Qualitäten ;-), die angeschnittenen Objekte und Subjekte am linken Bildrand hätte man dennoch vermeiden wollen. Durch den überraschenden Colakasten aber gewinnt das Bild sehr reportageartige Inhalte, ohne die es in die von Dir beschriebene Idylle abgleiten würde. Und ich glaube auch, das deshalb solche angeschnittenen Objekte einfach da sind, weil sie – da sind. Ein tolles Magazin-Bild, Stefan!
Gruss Carlo
Deine Aufnahme incl. Beschreibung bringt uns eine Kultur näher, die wir so gar nicht vermutet hätten. Das Bild hat sehr viel informativen Inhalt. Auch die Kiste gehört einfach dazu.
Zur Bildgestaltung hätt ich noch einige andere Varianten ausprobiert. Diese Lichtlinie, die von rechts unten ins Bild geht, hätt ich mehr als Gestaltungsmittel eingesetzt. Auch hätt ich versucht, die störende Säule im Vordergrund durch Positionsveränderung zu umgehen. Und als drittes hätt ich wahrscheinlich auch ne Aufnahme aus Augenhöhe der sitzenden Mönche gemacht. - Das nur so meine Gedanken zu deinem Bild.
Danke für eure ganzen Anmerkungen! Freut mich natürlich, dass euch das Bild auch gefällt.
Hatte das Bild schon mal bei ColorFoto eingeschickt, was ein ziemlicher Reinfall gewesen war. Ich hatte das damals nicht verstanden, deshalb bin ich euch hier besonders dankbar für die Anmerkungen zum Ausschnitt. Das kann ich jetzt, wo ihr es sagt, ganz gut nachvollziehen. Als ich das Bild gemacht habe, hatte ich doch ziemlich Herzklopfen (ich wollte nicht stören) und alles sollte für meine Verhältnisse sehr schnell gehen (so 5 min, sonst brauche ich oft locker eine Stunde, bis alles passt).
Im Prinzip war alles, was ich hier gedacht habe: Die Fenster auf keinen Fall ins Bild, die gestrichelte Linie am Boden irgendwie diagonal, Wasserwaage, damit alles (im Durchschnitt ;-)) gerade ist, Blende auf und ein paar Belichtungsvarianten – und möglichst wenig stören!
Das links ist übrigens eine Art Altar mit Opfergaben.