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Wie bereits einige Male in diesem Herbst: grandiose Fernsicht; Anlass genug, einen der vielen Aussichtspunkte im nördlichen Revier zu besteigen, um mal wieder Industriekultur ordentlich zu verkitschen;-). Was können wir hier sehen:
- im Vordergrund die 1996 still gelegte Kokerei Gelsenkirchen-Hassel. Sie wird ausschließlich durch Restlicht der blauen Stunde von den benachbarten Lichtquellen erhellt.
- in der Bildmitte Vordergrund der Ablöschturm der schon länger still gelegten westlichen Ofen- Batterien der Kokerei
- Rechts im Vordergrund die teilweise demontierten Bahngleise, die zur Verladung der Kokerei, dem Kraftwerk Westerholt und zur Zeche Westerholt weiter östlich führen
- gleich links davon im Mittelgrund das grün erleuchtete Minarett der Moschee in Gelskirchen-Hassel
- links im Mittelgrund die große kombinierte Gas- und Fernwärmeleitung für den Norden des Reviers
- der Hügel im Hintergrund ist die Halde Scholven, deren Gipfeldekoration natürlich bereits in fc- Nahsicht zu bewundern war:
- dahinter einige Kühltürme und Kamine des bereits vielfach abgelichteten e.on- Kraftwerks Scholven, vgl.
- rechts und vor der Halde schließlich die Anlagen der Ruhr- Öl, die wir auch von etwas näher ran bewundern durften:
Sony DSC-F707., zusammengesetzt zwecks Kontrastkompensation aus 5 deckungsleichen Einzelfotos, EXIF des ersten (auf die Schatten belichtet):
Original date/time: 24.11.2002 17:40:00, also bei uns "späteste Blaue Stunde"
Exposure time: 30 Sekunden
F-stop: 2.2 (voll geöffnet)
ISO speed: 200 (trotz Rauschen die einzige Chance für die unbeleuchteten Bildteile bei dem vorherrschend klaren Himmel)
Focal length: 18.1000 ~ 72 mm Kleinbild
Light source: Auto-Weißabgleich
Exposure bias: 0.0000
Metering mode: Matrix
Exposure program: Manuell
Die anderen Fotos mit jeweils 1 1/3 Lichtwerten Abstand knapper belichtet (und ISO 100 natürlich), das dunkelste mit Blende 4,5 bei 2,5 Sekunden. Dann etwas digital gebastelt:
Mit DRI Schicht für Schicht übereinander. Danach noch einmal, weil doch die Zeichung in den Lichtern (vor allem Ruhr-Öl) irgendwie wieder futsch war, von Hand das dunkelste Foto drüber gelegt. Etwas Tonwertkorrektur, Sättigung um 16% raus, verkleinert, USM, Rahmen, komprimiert. Kontrastumfang insgesamt etwa 14 EV. Dank an Marc Gerlitzki mit dem ersten Foto bei Nordwind (wir hatten diesmal Südostwind) von diesem Standpunkt:
Uff. Was für ein Werk. Was für eine Aufwändige (schreibt man jetzt so ?) EBV-Arbeit. Das Ergebnis ist umwerfend - auch wenn der Kontrastumfang schon fast über dem liegt, was das Auge üblicherweise zu leisten vermag.
Tolle Übersichtsaufnahme.
Nur nebenbei: das Kraftwerk Scholven hat 7 Kessel/Kühltürme. Von denen scheinen zum Aufnahmezeitpunkt nur 3 zu laufen, vgl. die Schwaden. Sonntags 17:40 Uhr = Schwachlastzeit? Ich rufe unsere Kraftwerk-Experten zum Koreferat;-)
wahnsinns Aufnahme. Mir gefällt die Kombination aus dunklem Vordergrund (bei dem dennoch alles zu erkennen ist) und dem Leuchten im Hintergrund. Von den Rauchschwaden gar nicht zu reden....
Viele Grüße
Kai
Sven Heidemann, 25.11.2002 um 10:11 Uhr
Die Ebenentechnik vermag einiges .. aber ich weiss nicht so recht .. für mich zu viel EBV...
@Michael: das Auge kann noch bei weitem mehr - nur eben nicht in der Dunkelheit farbig sehen...
@Sven: wir sind beide keine Freunde von Grundsatzdebatten... mit Film hätte man reichlich belichtet und extrem weich entwickelt, mehr nicht. Oder Ilford XP2 wie 21 DIN belichtet...
@Michael: Nachtrag - ich hätte besser sagen sollen, das GEHIRN kann wesentlich mehr. Die Verarbeitung der Signale aus dem Augen zum bild im Kopf ist ja einer der komplexesten Voränge in unserem Hirn;-)
Was für eine Anmerkung soll den diesem Foto gerecht werden?
Ich schweige und geniesse.
Gruß Michael
Thilo Krumme, 25.11.2002 um 18:29 Uhr
hey, ist weihnachten in sicht? bunte kugeln, wattebäuschchen, lametta und wunderkerzen! eine wunderschöne arbeit, christian! dein technischer einsatz ist enorm, aber im ergebnis durchaus lohnend!
ach, da gibt´s ja soo viel zu entdecken - einfach wie weihnachten...
g.t.
Übrigens: Die Bearbeitung hat etwa 10 Minuten gedauert. Trotz der dunkelne Stellen in der Geschichte jedenfalls eines Teils dieser Industriebetriebe habe ich mir dieses Foto zu schießen erlaubt. Eine "seriöser" wirkende Version in
PS: aha - jetzt weiß ich, woher die vielen Klicks kommen. LOL!
@Alle Nicht-Einwohner des so genannten Ruhrgebiets: REVIER ist der Kurzname hierfür, manchmal auch Ruhrpott, aber diese Bezeichnung halte ich für etwas prollig-verklärend;-)
Bild, Titel und Text sprechen für sich.
Verschiedene Epochen der Montanindustrie in einem faszinierenden Lichtspiel für immer festgehalten.
Das einst so dreckige Ruhrgebiet und das, was heute daraus geworden ist...
Ist eigentlich gar nicht meine Fotorichtung, aber ich muss Christian nicht nur für dieses Bild ein großes Kompliment machen: Faszinierend, fesselnd, umwerfend! Pro!
Sven Heidemann, 27.11.2002 um 21:49 Uhr
Mein PRO für die sehr gute Präsentation ! Ein ungewöhnliches Bild... das Auge muss sich erst kurz gewöhnen... aber dann entdeckt man viel...und das in einem starken Farbspektrum !
Ich finde anders als Michael dass man in erster Linie die Liebe zum Revier in dieser Aufnahme sieht, dass es auch mit Arbeit verbunden war macht es nicht zwangsläufig zu einem Ausnahmefoto.
Nein, es ist die Ruhe das tiefe Gefühl welches der Fotograf beim Ablichten genossen haben muss welches auf mich übergeht.
Unbeschwert, es sieht unbeschwert und leicht aus.
Das zeichnet einen virtuosen aus.
Serdar hat es mit seiner Anmerkung wieder mal sehr gut getroffen.
Was wir denken aber nicht immer wissen wie wir es schreiben sollen!
Ich denke auch das der Fotograf es genossen hatt.
Wer nicht bei einem solchem Ausblick.
Dieses ist gekonnt rübergebracht. Technisch hervorragend umgesetzt und fast alles mit der Kamera gegeben.
Auch sind diese Rauchfahnen mit der Ebenentechnik nicht immer leicht unter einem Hut zu bringen. Ich denke auch das Christian zig Belis für die Rauchfahnen aufwenden musste.
Auch wenn ich denke, das es eine herausragende Arbeit ist, möchte ich anmerken, das der Schlot im VG doch ziemlich dominant und störend ist. Ich weiss nicht, ob es Christian möglich war, den Schlot etwas auf die Seite zu positionieren, besser wäre es auf jeden Fall gewesen.
Ich bin unschlüssig, ob es mich mehr stört oder nicht, ich skippe derweil.
Ich freue mich über das Voting-Ergebnis! Vielleicht freuen sich auch ein paar user über die Schönheit der Inustriekuktur und meiner Wahlheimt im Revier;-)
@Fabian. Du hast Recht, was die Rechtsneigung angeht. Überschärft finde ich ehrlich gesagt nicht, mit Kantenschärfung von Fred Miranda
Robert Speicher, 27.11.2002 um 21:49 Uhr
Bild, Titel und Text sprechen für sich.Verschiedene Epochen der Montanindustrie in einem faszinierenden Lichtspiel für immer festgehalten.
Das einst so dreckige Ruhrgebiet und das, was heute daraus geworden ist...